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„1813 – Kriegsfeuer“: Sabine Ebert will mit neuem Roman Mythen entzaubern

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    Die Leipziger Nikolaikirche ist für Sabine Ebert "ein Ort von hoher Symbolkraft". In dem berühmten Sakralbau wird die Schriftstellerin am 14. März 2013 ihren neuen Roman "1813 - Kriegsfeuer" vorstellen. Für die Autorin eine "sehr große Ehre". Ebert sieht ihr neues Werk als Antikriegsroman. Im Mittelpunkt steht die Leipziger Völkerschlacht.

    St. Nikolai war während der mehrtätigen Leipziger Schlacht, die nun seit knapp 200 Jahren „Völkerschlacht“ heißt, die einzige Kirche in Leipzig, in der noch Gottesdienste stattfanden. Alle anderen Gotteshäuser dienten als Lazarette für Verwundete und Sterbende. In St. Nikolai fanden im Oktober 1813 Menschen Schutz, aber auch im Gebet Kraft und Hoffnung. Eben auch die Hoffnung auf Frieden, so wie gut 170 Jahre später.

    Den Anstoß zu Eberts neuem Roman gab der Verband Jahrfeier Völkerschlacht bei Leipzig 1813. Vor gut drei Jahren trat er an die Autorin historischer Bestseller heran. Sabine Ebert wagte sich an die neue Herausforderung. Denn bislang war das Mittelalter ihre Domäne. Bekannt wurde Sabine Ebert durch die „Hebammen“-Romane.

    „Das Thema Völkerschlacht ist völlig unterrepräsentiert in der Geschichtsschreibung, jedenfalls außerhalb von Leipzig“ erzählt Sabine Ebert im L-IZ-Gespräch. Zwischen den Schlachten beim russischen Borodino 1812 und dem belgischen Waterloo 1815 gehe aus ihrer Sicht Leipzig immer ein wenig unter. Dabei sei die Leipziger Schlacht 1813 einer der „Wendepunkte für Europa“ gewesen, betont sie.
    Der Eindruck von Sabine Ebert ist zudem, dass die Schlacht in der offiziellen Wahrnehmung der Stadt gern ausgelassen werde. Statt dessen werde das 100 Jahre später eingeweihte Denkmal in den Vordergrund gerückt.

    Diesen „ganz dramatischen Stoff“ rund um die Schlacht will Sabine Ebert nun mit einem historischen Roman einem breiten Publikum näher bringen. Sabine Ebert will mit ihrem neuen Werk nicht nur unterhalten, sie will auch aufklären. „Die Mythen zu entzaubern“, die sich um die Schlacht und die antinapoleonischen Kriege ranken, darum geht es ihr. Sie verweist auf eine aktuelle Diskussion unter Historikern. Danach werden die Begriffe „Befreiungskriege“ und „Freiheitskriege“ zunehmend in Frage gestellt.
    „Landverteilungskriege“ seien damals geführt worden, betont Sabine Ebert. Und zwar von stehenden Heeren gekrönter Herrscher. „Der propagierte große Volksaufstand hat so nicht stattgefunden“, weist sie die Legende zurecht, die später von den preußischen Siegern, von Turnern und Ur-Burschenschaftlern gern erzählt wurde. Eine Legende, die Eingang in die Schulbücher fand. Eine Legende, die immer besonders dann erzählt wurde, wenn Generationen junger Männer die Sinnhaftigkeit militärischen Dienstes und die vermeintliche Ehrenhaftigkeit des Tötens und Sterbens im Krieg vermittelt werden sollte.

    Bereits im Krieg 1813 seien viele Menschen nur missbraucht worden, so Ebert. Selbst der Reichsfreiherr Heinrich Philipp Karl vom und zum Stein (1757 – 1831), der zivile Kopf der preußischen Reformen, beklagte sich später, dass der preußische König Friedrich Wilhelm III. (1770 – 1840) nahezu alle Reformversprechen nicht eingehalten habe.

    Eine der Hauptfiguren des Romans ist die siebzehnjährige Henriette Gerlach. Sie ist auf dem Buchcover zu sehen. Henriette kann die Kriegsbegeisterung und das Pathos von 1813 nicht teilen. Sabine Ebert will das Geschehen aus vielen Perspektiven erzählen. Neben den Motiven der Monarchen und Heerführer geht es Ebert um die Erwartungen, Hoffnungen und Betroffenheiten der einfachen Soldaten und der vielen Zivilisten, die im Kampfgebiet Sachsen lebten.

    Denn bislang ist die Geschichte der antinapoleonischen Kriege zumeist aus der Sicht der preußischen Sieger geschrieben worden. „Wo Sachsen gar nicht vorkommt“, so Ebert. Auch diese Lücke will die Autorin mit ihrem Roman schließen. Ebert geht es um die Darstellung des Lebens in den sächsischen Landen, die 1813 zum zentralen Kriegsschauplatz in Europa wurden. Weißenfels, Freiberg, Dresden, Bautzen, Torgau und eben Leipzig zählen zu den Orten des Geschehens.

    Die Handlung erstreckt sich vom 3. Mai 1813 bis zum 19. Oktober 1813. Sie beginnt mit der Schlacht bei Großgörschen nahe Lützen und endet mit dem Finale der Leipziger Schlacht. Fürs Erste jedenfalls: Denn der Fortsetzungsroman ist bereits konzipiert. „Es ist zwar eine Schlacht vorbei, doch es ist noch nichts geklärt oder geregelt“, beschreibt Sabine Ebert die Situation nach der Niederlage Napoleons bei Leipzig.

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    1813 – Kriegsfeuer
    Sabine Ebert, Verlag Droemer Knaur 2013, 24,99 Euro

    Der Schlachtenort Leipzig ist für Ebert „kein Zufall“, sondern „eine logische Wahl“. Denn die Leipziger Tieflandsbucht bot als eine große Ebene ein weiträumiges Schlachtfeld. Die Region verfügte schon damals über ausgebaute Fernstraßen zum schnellen Aufmarsch und Abmarsch von Truppen. Rund um Leipzig gab es genügend Wasser zum Tränken der vielen Pferde und zur Versorgung der Soldaten. Und schließlich ließen sich in der reichen Stadt Leipzig Armeen gut versorgen und aufnehmen.

    Buchpremiere „1813 – Kriegsfeuer“ am 14. März 2013, 19:30 Uhr in der Nikolaikirche. Einlass und Signierstunde ab 18 Uhr.

    www.sabine-ebert.de
    www.droemer-knaur.de

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