Ein ganzer Stadtteil in 180 Stichworten: Ein reich gespicktes Lexikon für Stötteritz

Pro Leipzig hat ein neues Format entwickelt. Eigentlich lag es ja irgendwie nahe, wo man doch nun schon seit über 20 Jahren emsige Stadteilforschung publiziert, mal im Speziellen, mal im Allgemeinen. Aber wie bringt man das mal handlich zusammen? Etwa für einen Ortsteil wie Stötteritz? - Das Ergebnis ist jetzt da: Stötteritz ist der erste Leipziger Ortsteil mit einem eigenen Lexikon.

Natürlich ist es eine echte Team-Arbeit, ganz ähnlich wie die emsige Chronik-Arbeit in Großzschocher. Immerhin können Pro Leipzig und die geschichtsinteressierten Stötteritzer auch schon auf 15 Jahre Zusammenarbeit verweisen. Mit ganz ähnlichen Erfahrungen, wie sie auch in Großzschocher gemacht wurden. Gerade die Themen, die besonders interessant waren, entpuppten sich als arbeits- und zeitintensive Forschungsarbeiten. Es mussten Archive durchforstet werden, oft genug musste überhaupt erst herausgefunden werden, wo die diversen Akten zur Gemeinde- und Ortsteilgeschichte überhaupt liegen. Denn bis 1910 war Stötteritz ja eine selbstständige Gemeinde. Wo sind die Akten aus der damaligen Zeit gelandet?

Aber nicht nur das macht die Aufarbeitung schwierig, denn auch die Jahre 1831 und 1871 bilden eine Zäsur. Ab 1831 bekam auch Stötteritz im Rahmen der neuen sächsischen Verfassung eine eigene Verwaltung, trat damit aus der alten feudalen Abhängigkeit von den beiden Stötteritzer Rittergutsbesitzern heraus. Das änderte nicht nur die Verantwortlichkeiten für die Gemeindeorganisation, sondern auch das Gerichtswesen. Aber es machte auch deutlich, dass Stötteritz ein historisches Problem hatte: Es war in zwei Gutsherrschaften geteilt und damit auch in zwei Gemeinden: Oberdorf und Unterdorf, Oberes Gut und Unteres Gut. Dabei trennten gerade einmal 200 Meter Luftlinie beide Gutshöfe. Trotzdem war es ein unhaltbarer Zustand, der sich in der Gemeindepolitik immer schärfer bemerkbar machte, je heftiger die Einwohnerzahl stieg.

Aus 1.000 Einwohnern im Jahr 1800 waren 1830 schon 2.000 geworden, 1870 hatte sich die Zahl wieder verdoppelt auf 4.000. Es wurde allerenden gebaut. Man brauchte eine Schule, eine ordentliche Gemeindeverwaltung, eine Kinderbewahranstalt. Straßen mussten gebaut werden, Hebammen bestellt, ein Armenhaus unterhalten. Die Teilung in zwei Gemeinden war ein Unding. Trotzdem gestalteten sich die Verhandlungen schwierig. Das Unterdorf wehrte sich massiv. Zuletzt musste die Landesregierung befehlen. Das war 1868. 1871 wurde der Zusammenschluss vollzogen. Aber irgendwie so, dass man hinterher wohl gar nicht so genau wissen wollte, was vorher war. 1876 wurde der größte Teil des alten Aktenstandes augenscheinlich vernichtet oder als Makulatur verkauft. So dass auch die emsigen Forscher um Gerlind Schwendler an ihre Grenzen stießen und nur über indirekte Belege für die Vorgeschichte verfügen.
Geschichte ist ein Flickenteppich. Und es gibt immer wieder Leute, die eifrig neue Löcher hineinschneiden. Und so recht froh war man auch danach nicht über die Eigenständigkeit, denn Stötteritz war ja längst in den Entwicklungssog des übermächtig wachsenden Leipzig geraten. Die Eisenbahn führte direkt über die eigene Flur. Ganze Armenviertel waren entstanden mit Bewohnern, die sich in der neu entstehenden Industrie verdingten. Manchmal zu erbärmlichen Konditionen. Aber so erfährt der Leser trotzdem einiges über den einst berühmten Tabakanbau auf der wertvollen Schwarzerde von Stötteritz und die enge Beziehung zur berühmten Tabaksmühle, die 1813 in der Völkerschlacht so eine wichtige Rolle spielte. Fast vergessen dabei, dass Stötteritz mitten im Kampfgeschehen lag.

Alles lange her, auch 1890 schon, als die erste große Eingemeindungswelle nach Leipzig rollte und der Stötteritzer Gemeinderat heftigst den Wunsch anmeldete, auch eingemeindet zu werden. Doch damals sagten die Leipziger Stadträte „Stopp!“ Die Stadt hatte noch genug damit zu tun, die erste Eingemeindungswelle (auch finanziell) zu verkraften. Und das blieb so die nächsten 20 Jahre. Man sieht aber heute noch, dass die Stötteritzer Druck machten. Oder besser: Druck machen mussten. Denn die Industrialisierung hatte auch Stötteritz schon erreicht. Es entstanden große Fabriken wie die Eisengießerei Herrmann, die Brauerei der Gebrüder Ulrich, die Kunstdruckanstalt Eschebach, die Kunstdruckanstalt Dr. Trenkler usw. usf. Da musste selbst die Schule aus den 1860er Jahren wieder abgerissen und durch eine neue, viel größere ersetzt werden. Eigentlich sogar durch zwei – die Weiße-Schule und die Rote Schule. Mit dem heutigen Neuen Nikolaigymnasium sind’s sogar drei. Und weil Leipzig noch immer nicht eingemeinden wollte, baute man halt noch ein Rathaus.Der Leser merkt schnell, was alles in so einem Ortsteil steckt, wenn man einfach mal aufbereitet, was man aus der Geschichte so weiß – aus der Geschichte der beiden Güter und ihrer Besitzer, der Windmühlen (eine davon die berühmte Papiermühle), der Kirche, der vielen namhaften Ladenbesitzer oder – Stötteritz war ja mal ein Lieblingsausflugsort der Leipziger – der einst berühmten Lokale. Bei Vielem helfen nur noch alte Karten und Bauakten, um die Vorgeschichte zu zeichnen. Denn was Stötteritz nach 1871 erlebte, hat den Ort völlig umgekrempelt, hat ihn unverkennbar zu einem dieser von Gründerzeitbebauung geprägten Vororte der Industriestadt gemacht, für die der Anschluss an Eisen- und Straßenbahn schlicht notwendig war. Durchaus vorstellbar, dass der Ort auch das Stadtrecht hätte bekommen können. Nur wollten das die Stötteritzer nicht. Immerhin wuchs Leipzig auch aus Richtung Thonberg heran. Da war es eigentlich auch mit der Ruhe aus, die Dr. Güntz noch 1839 nutzen konnte, um auf Stötteritzer Flur seine berühmte Irren-, Heil- und Pflegeanstalt zu errichten, an die heute an der Schönbachstraße noch einiges erinnert.

Richtung Völkerschlachtdenkmal und Prager Straße entstanden mustergültige Villenviertel. Der Wasserturm wurde errichtet. Der heutige Besucher braucht tatsächlich eine Karte, um sich zurechtzufinden. Das ganz alte Stötteritz steckt wie ein Kern in einer großen Frucht. Und erzählt auch noch vom nächsten Wandel, denn die großen Industriebauten wurden ja alle nur bis 1990 genutzt, bis die große De-Industrialisierungs-Welle über Leipzig rollte. Die oft denkmalgeschützten Gebäude fanden oft eine neue Nutzung – mal als Medienhaus, mal als neue attraktive Wohnbebauung.

Natürlich gehören auch die mehr oder weniger berühmten Stötteritzer in so ein Lexikon – angefangen bei Felix Christian Weiße und dem Kurzzeit-Stötteritzer Werner Heisenberg über die Unternehmerin Doris Günther und den Künstler Günther Huniat bis hin zu Johann Philipp Bertsch, der an der Reitzenhainer Straße (der heutigen Prager Straße) sein berühmtes „Historisches Museum zur Völkerschlacht“ unterhielt (und sich selbst einen nicht ganz richtigen Apelstein ausdachte).

Wer vorm Lesen des kleinen Lexikons mit seinen 180 Artikeln und 230 Bildern dachte, in Stötteritz sei eh nix los, der fragt sich hinterher eher, warum er von alledem noch nichts wusste. Immerhin haben all die nach Leipzig im Lauf der Zeit eingemeindeten Ortsteile alle eine komplette und manchmal sehr reiche eigene Geschichte – und zwar vor der Eingemeindung genauso wie nachher. In der Ortsteilgeschichte spiegeln sich im Kleinen dieselben geschichtlichen Brüche wie in der Leipziger Geschichte eine Nummer größer. Manches ist sogar viel präsenter. Jeder Ortsteil hat auch seine eigenen Legenden, Originale und Spezial-Erinnerungen. Und da und dort auch dieses Häuflein engagierter Bewohner, die über Jahre forschen, um der eigenen Ortsgeschichte auf die Spur zu kommen.

Das hier ist das Ergebnis aus über 20 Jahren Arbeit, schön kompakt, mit manchmal auch sehr ausführlichen Geschichten, die auch einmal ganze Themenkomplexe (wie die Völkerschlacht, die Geschichte der Irrenanstalt, der Schulen oder der Eingemeindung) umfassender darstellen. Ein richtiges Handbuch für jeden, der sich mal mit der Straßenbahn Linie 4 in eine Welt begibt, in der Stötteritzer Wäldchen, Südost-Bad, Vogelschutzlehrstätte und Weiße-Platz eine Hausnummer sind.

Gerhild Schwendler „Stötteritz. Ein Leipziger Stadtteillexikon“, Pro Leipzig, Leipzig 2014, 15 Euro

www.proleipzig.eu

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Foto: DTB, Volker Minkus

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It is like it is: Corona-Mahnmal auf dem Augustusplatz
Ein Mahnmal zur Coronakrise vor dem Leipziger Gewandhaus. Foto: Pia Benthin

Foto: Pia Benthin

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