Dass die Naunhofer Straße deutlich bessere Bedingungen für Radfahrer braucht, das ist schon länger Thema im Leipziger Stadtrat. 2024 kam sie wieder auf den Tisch, weil sie als gutes Argument herhalten konnte, die Anlage eines separaten Radweges auf der Prager Straße am Völkerschlachtdenkmal obsolet erscheinen zu lassen.

Das tauchte in dem Vorschlagskatalog der CDU-Fraktion auf, mit der sie die Vierspurigkeit der Prager Straße unbedingt erhalten wollte. So wie es dann von der Stadt 2025 auch umgesetzt wurde. Aber was wird nun mit der Naunhofer?

„Bereits mit dem Beschluss um den Ausbau der Prager Straße wurde eine breitere Debatte um die Sicherheit des Radverkehres in Stötteritz und Probstheida geführt“, schrieb jetzt die CDU-Fraktion in einem Antrag, mit dem sie die Stadt beauftagen wollte, die Sache mit der Naunhofer Straße jetzt doch endlich mal zu prüfen.

„Im Rahmen des Beschlusses wurden bereits erste Maßnahmen festgelegt, die den Radverkehr auf der Naunhofer Straße attraktiver gestalten sollen. Der Antrag verfolgt das Ziel, weitere, kostengünstige und effiziente Maßnahmen anzustoßen, um den Radverkehr auf der Naunhofer Straße zu konzentrieren, ohne dabei Nachteile für den Verkehrsfluss auf der Prager Straße oder für Anwohner der Naunhofer Straße zu schaffen.“

Man ist ganz augenscheinlich der Überzeugung, dass man so die Radfahrer von der Prager auf die Naunhofer Straße umlenken kann. Ob das die Radfahrer dann auch so sehen, ist eine andere Frage. Die freuen sich dann vielleicht einfach darüber, dass es ab 2026 auf der Naunhofer Straße für sie etwas sicherer werden soll.

Zwei Kreuzungen werden 2026 umgestaltet

Denn das Mobilitäts- und Tiefbauamt (MTA) hat die Sache schon geprüft. Und hat 2026 tatsächlich vor, die Radfahrbedingungen auf der Naunhofer Straße zu verbessern.

„Im Zuge der bereits durchgeführten Prüfungen wurde die Führung des Radverkehrs intensiv betrachtet“, schreibt das MTA jetzt in seiner Stellungnahme zum CDU-Antrag. „Dabei wurden vor allem straßenrechtliche Mittel geprüft, wie die Anordnung von Radfahrstreifen, die Einordnung von Kreisverkehren und die Anordnung einer Fahrradstraße. Die Prüfungen laufen derzeit. Zielstellung ist es, dem Beschluss der Vorlage VII-DS-09870-NF-01 – Bau- und Finanzierungsbeschluss Prager Straße von An der Tabaksmühle bis Friedhofsgärtnerei durch die Gestaltung der Naunhofer Straße mit Hilfe verkehrsrechtlicher Anordnungen in 2026 als Vorrangroute für den Radverkehr zu entsprechen.“

Und die Vorstellungen, was auf der Naunhofer Straße verändert werden kann, sind auch schon sehr konkret, wie das MTA feststellt: „Die Pläne der Kreisverkehre Knoten Naunhofer/Ludolf-Colditz-Straße und Naunhofer/Schönbachstraße mit dem dazwischenliegenden Netzabschnitt und den Anschlüssen an die Prager Straße befinden sich zur Zeit in der Vorbereitung für die Anhörung zur verkehrsrechtlichen Anordnung.

Je nach Witterung kann im 1. Quartal 2026 mit der Umsetzung begonnen werden. Die Kreisverkehre sehen bereits den Anschluss der nördlich und südlich in der Naunhofer Straße anschließenden Fahrradstraßen vor. Hierzu erfolgen gegenwärtig ebenfalls die Abstimmungen, um im Anschluss die verkehrsrechtlichen Anordnungen und deren Umsetzung noch in 2026 folgen zu lassen.

Damit laufen die entsprechenden verwaltungsinternen Vorgänge, um den Zielsetzungen der vorliegenden Beschlusslage zu entsprechen. Weitere Prüfaufträge würden den Prozess nicht beschleunigen.“

Sodass das MTA auch konstatieren kann: „Der Antrag wird bereits berücksichtigt.“

Jetzt heißt es nur noch Warten auf die wärmere Jahreszeit, dann können die beiden gerade für Radfahrer bislang recht unübersichtlichen Kreuzungen auf der Naunhofer Straße verkehrstechnisch umgestaltet werden. Die Naunhofer wird für Radfahrende etwas sicherer. Ob sie so attraktiv wird, dass dann Radler mit Zielrichtung Probstheida auf die Naunhofer ausweichen, ist freilich eine völlig andere Frage.

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