Eine vierteilige Rezension zu „Kapital Macht Politik“ – Teil 1: Warum „Wirtschaftsexperten“ so selten über Macht reden

Es ist höchste Zeit, darüber nachzudenken, was wir wirklich wollen. Ob wir in einer Demokratie leben wollen oder in einer Welt, die irgendwie so aussieht wie die in Orwells "1984" oder in Huxleys "Schöne neue Welt". Das sind zumindest die beiden Vergleiche, die Harald Trabold vorgibt, bevor er loslegt mit der bis dato gründlichsten Analyse unserer gegenwärtigen Gesellschaft. Es könnte auch noch viel schlimmer kommen. Und diesmal ist die NSA nicht (allein) dran schuld.

Prof. Dr. Harald Trabold ist Volkswirtschaftler, hat bei der KfW gearbeitet, beim DIW im Forschungsschwerpunkt Globalisierung, seit 2005 ist er Professor für Volkswirtschaftslehre an der Hochschule Osnabrück. Er kennt die Materie also. Oder glaubte sie zu kennen, bevor er sich 2009 in einem Forschungssemester noch tiefer einarbeitete. Und er ist auch 2014 noch immer erschrocken über das, was sich da herausschälte. Und am Ende seines dicht gepackten Buches weiß man dann auch, warum die ach so stolze westliche Gemeinschaft heute so viel Glanz verloren hat, warum zehntausende junger Menschen in den irrsinnigsten aller Kriege in Nahost ziehen, Millionen ihr Wahlrecht nicht mehr ausüben und immer extremere Parteien ins Europaparlament einziehen.

Eine ganze Gesellschaftsordnung steht zur Disposition. Und der Feind sitzt weder in Moskau noch in Teheran, auch nicht in Peking.

Aber bevor man begreift, warum Trabold nun ein uraltes, kaum noch benutztes Wort wieder aufgreift, nimmt er den Leser mit in eine Welt der Lügen und Verdrehungen und erzählt erst einmal, warum der Kapitalismus etwas anderes ist als eine Marktwirtschaft und warum Kapitalismus und Demokratie keine eineiigen Zwillingen sind. Er erklärt auch – was selbst die meisten Wirtschaftswissenschaftler seit 30 Jahren vergessen zu haben scheinen, warum Kapitalismus eigentlich so heißt, wie er heißt. Und warum das (große) Kapital, das ihn vorantreibt, wenig bis gar keinen Sinn für den ganzen Wertekanon der Demokratie hat. Das Kapital – das sind nicht die Kleinunternehmer und Mittelständler, die unseren Alltag am Laufen halten, uns mit den Gütern des täglichen Bedarfs versorgen, das sind auch nicht die Unternehmen im öffentlichen Besitz, die unsere Daseinsfürsorge sichern. Aber es sind die großen Kapitalgesellschaften, die riesigen Fonds, die so gern umworbenen „Investoren“ und „Anleger“.

Die Worte, mit denen das Agieren der wirklich großen Vermögen und der richtig Reichen auch in den Medien verkleidet, versteckt, fast substanzlos gemacht werden, sind Legion. Das Kapital ist nicht nur „ein scheues Reh“, wie es so schön heißt, es fürchtet auch das helle Licht der Öffentlichkeit. Und dafür gibt es jede Menge Gründe. Das wurde in den oft völlig sinnfreien Debatten um den 1. Weltkrieg wieder sichtbar. Denn die eigentlichen Betreiber, Finanzierer und Gewinner des ersten industriell geführten Krieges in der Geschichte wurden kaum bis gar nicht erwähnt: die Großindustriellen. Nicht nur die in Deutschland. Und auch nach dem 2. Weltkrieg wussten die Völker sehr genau, wer diesen Krieg gewollt und finanziert hatte – und wer hinterher auf den Gewinnen saß. Selbst im Parteiprogramm der CDU tauchte damals ein Wort wie Sozialismus auf. Nicht unbedingt, weil die Christdemokraten so etwas Ähnliches wollten wie Stalins Reich, sondern weil auch die Deutschen sehr genau wussten, welche Rolle ihre Großkonzerne in diesem Krieg und in der Eroberungsstrategie des Nazireiches gespielt hatten – Konzerne, die damals auf Weisung der Alliierten alle zerlegt wurden.

Was hat das mit der Gegenwart zu tun?

Eine Menge, stellt Trabold fest. Denn knapp 30 Jahre lang übte sich das große Kapital in Demut. Nicht nur in Deutschland, sondern in der ganzen westlichen Welt. Es hatte ja nicht nur zwei Weltkriege auf dem Gewissen, sondern auch die bis dahin größte Wirtschaftskrise, ausgelöst 1929, einer der Hauptauslöser für die Machtübernahme der Nazis in Deutschland. Bretton Wood und die Wirtschaftsprinzipien eines John Maynard Keynes und eines Ludwig Erhard waren die Folgen: Beide wusste genau, dass man die Exzesse des großen Kapitals nur zähmen kann, wenn man Volkswirtschaften und Märkten Regeln auferlegt, die für alle gelten und die vor allem auch den freien Wettbewerb für alle sichern. Das Ergebnis war das größte Wohlstandswachstum, das jemals ganze Gesellschaften auf Erden erlebt haben.

Das alles galt bis ziemlich genau 1973, dem Jahr des Ausbruchs der Ölkrise, das Trabold in Zusammenhang bringt mit dem rabiaten Richtungswechsel, der damals in den westlichen Gesellschaften stattfand. Aber zwei andere Ereignisse aus diesem Jahr fallen einem natürlich auch ein, die viel klarer machen, wo und wie damals die Weichen umgestellt wurden. Das eine ist die Watergate-Affäre, die den US-Präsidenten Richard Nixon 1974 zum Rückzug zwang – und dem amerikanischen Großkapital deutlich zeigte, dass Demokratien noch über starke Selbstheilungskräfte verfügten. Und das andere ist der Pinochet-Putch in Chile, der den Weg ebnete zum ersten Großexperiment der Chicago-Boys und dem radikalen Umbau einer Wirtschaft im Sinn der neoliberalen Ideen eines von Hayek und eines Friedman ganz im Sinne des großen (US-)Kapitals.Trabold nennt einen Faktor, den seitdem die meisten Ökonomen völlig ausgeblendet haben. Er kommt in ihren meist völlig in sich geschlossenen Theorien von idealen Märkten gar nicht vor: das ist der Faktor Macht.

Die meisten der an den Wirtschaftslehrstühlen verbreiteten Theorien gehen von vernünftigen Akteuren auf den Märkten aus, gehen auch von fast idealistischen Annahmen aus von einer echten freien Konkurrenz, den gleichen Chancen und Risiken für alle Marktteilnehmer. Ihr Marktmodell ist fast immer das neoliberale – ein Markt, auf dem es auch keine Staaten, keine Ressourcenprobleme, keine gesellschaftlichen Bedürfnisse gibt. Stattdessen schreiben sie ihren Märkten eine quasi eingebaute Intelligenz zu. – Hayek natürlich vorneweg, der den Marktteilnehmern sogar die Fähigkeit abspricht, überhaupt zu verstehen, wie ein Markt funktioniert und „die Dinge regelt“. Mit diesem – auch schon in der Generation von Adam Smith auftauchenden Wunderglauben an die Macht des Marktes oder gar die „unsichtbare Hand“ hat sich ja schon Thomas Sedlacek in seinem Buch „Die Ökonomie von Gut und Böse“ ausgiebig beschäftigt und recht gründlich gezeigt, dass das Märchen vom intelligenten Markt sehr viel damit zu tun hat, dass die Wirtschaftstheoretiker die eigentlichen Beweggründe für menschliches Handeln einfach herausamputiert haben aus ihren Theorien. Und dass sie bis heute verleugnen, dass ihre scheinbar so theoretischen Marktmodelle selbst moralische Kategorien setzen. Sie bestimmen nämlich, was gut und was schlecht ist – auf ihrem Markt und für die Gesellschaft.

Der Schwanz wedelt mit dem Hund, kann man dazu sagen.

Denn dahinter steckt natürlich ein ganzes Modell der Umdeutung, wie es Trabold in seinem Buch nach und nach aufblättert. Denn wenn Kapitalismus eben nicht gleich Marktwirtschaft ist (sie aber dringend braucht zum Agieren), dann beginnt man erst zu sehen, wie er funktioniert. Und dass er auch mit den alten Vorstellungen über seine Triebkräfte nicht gefasst werden kann. Es geht den großen Kapitalbesitzern nicht (nur) um Geld oder Wohlstand. Oder gar Fortschritt und Investitionen, wie ihre Lautsprecher gern verkünden. Wäre dem so, die Staaten der Welt hätten kein Problem, Investitionen zu bekommen. Noch nie in der ganzen Menschheitsgeschichte war so viel Kapital rund um den Globus unterwegs. Auf der Suche nach Investitionsmöglichkeiten, behaupten die Priester des Kapitals. Aber das ist falsch. Es sucht nach Renditen, nach Gelegenheiten, sich in einem rasenden Tempo noch viel stärker zu vermehren.

Und um sich weltweit die Möglichkeiten für die völlig enthemmte Vermehrung zu verschaffen, verändert das große Kapital auch die Gesellschaften, aus denen es kommt. Es hat die Macht dazu.

Was man mit einer Gesellschaft alles anstellen kann, wenn man jede Menge Geld zur Verfügung hat, das besprechen wir gleich in Teil 2.

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