Konrad Klek erzählt, was alles in Bachs berühmtestem Kantatenzyklus zu finden und zu hören ist

Es ist ein Fleiß-Werk, das der Kirchenmusik-Professor Konrad Klek sich da vorgenommen hat: Alle Bach-Kantaten zu erklären. Geht das überhaupt? Natürlich geht das. In weiten Teilen kann er sich dabei auch auf die Vorarbeiten des jüngst verstorbenen Leipziger Bach-Spezialisten Martin Petzoldt berufen. Und mit dem berühmtesten Kantaten-Jahrgang legt er los.

Das ist der Choralkantatenzyklus von 1724/1725. Er umfasst kein komplettes Jahr, sondern endet nach 40 Liedern. Darüber rätselten die Forscher immer wieder. Später hat Johann Sebastian Bach für einige „Lücken“ in diesem Kantaten-Zyklus weitere hinzukomponiert. Auch die sind in diesem Buch zu finden. Aber das Rätsel ist kein Rätsel, wenn man sich – wie Klek hier – intensiv mit Bachs Begeisterung für Zahlensymbolik beschäftigt. Der Öffentlichkeit bekannt ist, wie oft und gern er mit dem musikalischen Motiv B-A-C-H gespielt hat. Doch sein Name lässt sich auch in Zahlen ausdrücken (14), genauso wie alle Begriffe, die ihm in Bezug auf Glauben und Buße wichtig waren. Und in praktisch allen hier vorgestellten Kantaten kommen solche Zahlenverhältnisse als Hinweis auf Gott, Jesus, Leben, Buße oder wichtige Stellen in der Bibel vor. Gerade in der intensiven Beschäftigung mit Bachs Zahlensymbolik wird erst deutlich, wie tief gläubig der Komponist war – und wie sehr sein Komponieren für ihn ein religiöser Akt war.

Wäre es nur das, es wäre natürlich langweilig. Aber da Klek jede einzelne Kantate untersucht, wird sichtbar, wie sich das alles verwebt. Denn auch die Liedtexte wählte Bach ja nicht zufällig aus. Sie stammen zwar zumeist aus dem protestantischen Liedgut seiner Zeit, aber jedes Lied hat natürlich auch wieder Stellen aus der Bibel zum Bezug, setzt den Text in Beziehung zu wesentlichen bekannten Ur-Bildern von Buße, Gnadenerwartung, Reue, Verzweiflung, inständigem Bitten, Hoffen und Jubeln. Und das alles spielt in diesem Zyklus noch eine besondere Rolle, weil Bach damit auch Bezug nahm auf seinen bevorstehenden 40. Geburtstag. Der Kantatenzyklus, der just zu Bachs 40. Geburtstag endete, ist – so sieht es Klek – ein Bußzyklus, ein Bußakt, der darin gipfelt, das Bach mit seinem 40. Geburtstag als Sünder vor Gott tritt und um Gnade bittet.

Einige dieser Kantaten sind längst zu Hits geworden. Und auch das Wehklagen, die tiefe Verzweiflung in vielen dieser Lieder haben die Bachkenner im Ohr. Kaum ein anderer Komponist hat es derart geschafft, das lutherische Verständnis des Sünder-Seins, von Buße und Gnade zu gestalten. Dabei bleibt das Rätsel, wer eigentlich der Librettist war, der für Bach die vorgefundenen Liedertexte bearbeitet hat. Denn nicht immer konnte er die Lieder so verwenden, wie sie waren, oft wurde der Schwerpunkt des Liedes verschoben, wurde stark verknappt, um eine Botschaft deutlicher zu machen.

Dass Bach in diesem Zyklus auch die ganze Breite seines Talents hörbar werden ließ, erläutert Klek mit großer Kennerschaft. Denn auch die Art der Komposition ist Teil der Botschaft, hier taucht die Vielstimmigkeit auf, werden Instrumente, Chor- und Einzelstimmen zu Trägern der Emotionen, werden Triumph und Verzagen, Trauer und Kampf erlebbar und geradezu mit Lust instrumentiert und illustriert. Immerhin kennt man nicht nur die ersten Aufführungstermine und die Aufführungsorte – bei etlichen Kantaten ist auch bekannt, wer als Instrumentalist dabei war (und von Bach oft gezielt in den Mittelpunkt der Komposition gesetzt wurde).

Der gerade ein Jahr zuvor ins Amt gekommene Thomaskantor zeigte den Leipzigern Woche für Woche eben nicht nur, was er drauf hatte. Er legte den Menschen auch ein ganzes Programm zu Füßen, lud sie regelrecht ein in Gottesdienste, die eigentlich keine Predigt mehr brauchten, weil schon die Kantate Predigt und Gebet in einem war. Ein musikalischer Gefühlstumult sowieso. Denn so blank hat auch zuvor kein Thomaskantor demonstriert, wie er mit Gott und seinen eigenen (Ur-)Ängsten haderte. Dieses 40. Lebensjahr ist mehr als nur ein durch die Zahl bedingtes Bußejahr, das Bach auf das erhoffte Gnadenjahr danach hinschrieb. Hier legte sich einer in all seinen Widersprüchen, Nöten, Hoffnungen und Freuden offen. Was er in einem geradezu bestechenden Reichtum tat – denn von der Gregorianik bis zu den modernen Tanzmelodien aus Italien und Frankreich hatte der Bursche ja alles drauf – und er setzte sein vielstimmiges Repertoire auch gezielt ein, ließ die Kirchenbesucher regelrecht miterleben, wie er mit seiner Musik in die Hölle tauchen und jubelnd gen Himmel auffahren konnte.

Und da er zumeist mit Textmaterial arbeitete, das die Gläubigen aus dem Gesangsbuch kannten (allen voran die Luthertexte), konnte er seine Zuhörer mitnehmen in die neuen Hör-Welten. Denn für viele der streng lutherischen Leipziger war das, was Bach bot, dennoch unerhört. Ganz zu schweigen davon, dass sie wohl vorher nie ahnen konnten, ob er sie mit der nächsten Kantate nun in tiefe Verzweiflung und inniges Gnadenflehen mitnehmen würde oder ob er einfach mal forsch die Emotionen von vor drei Wochen aufgreifen und auf offener Bühne gegen alle Trübsal anfechten würde. Möglich, dass er damit gerade die wichtigen Ratsvertreter regelrecht erschreckte. Statt einer stillen, fein gedimmmten Andacht bekamen sie ein Furioso der Gefühle, das sie wohl oft genug als modern, avantgardistisch und wohl auch ein Stück weit ketzerisch betrachteten.

Und so etwas ruft ja bekanntlich die Schulmeister und Korrektoren auf den Plan, die alle ihre Amtspusseligkeit darauf verwenden, die Dinge wieder „in Ordnung zu bringen“. Wie 1735 der neue Thomasschulrektor Johann August Ernesti, der den unbotmäßigen Thomaskantor mit seiner Ordnungsseligkeit bis aufs Blut piesackte und dafür wohl in der Kantate „Wär Gott nicht mit uns alle Zeit“ verewigt wurde.

Solche Typen hat Bach wohl zeitlebens nicht gemocht. Schon die Kantaten von 1724/1725 greifen den tief empfundenen Widerspruch zwischen Bewundern und Begreifen, Gottnähe und Gottferne, Glauben und Vernunft auf. Ein Gegensatz, der heute verblüfft, denn ein Frömmler war dieser Bach ja nicht. Ein Pedant aber auch nicht. Aber er lebte eindeutig auch in einer Zeit, in dem der noch aus Luthers Zeit geltende Gegensatz zwischen Glauben und Vernunft aufgebrochen wurde. Wobei man Vernunft durchaus auch als Gegensatz begriff von Wissen und Verstehen (was heute immer noch gilt). Und vieles von dem, was wir heute der (Früh-)Aufklärung zurechnen, wirkt nicht nur trocken, mehlig und pedantisch – es wirkt auch geist- und lusttötend. Vieles ist schlichtweg ausgewalzte Besserwisserei, oft genug gepaart mit einer Verachtung für alles Emotionale, Mystische, Ungezügelte. Eine Welt, in der sich dieser Bach ganz bestimmt nicht zu Hause gefühlt hat.

Hat er deshalb die Vernünftigen und Ungläubigen so oft musikalisch in die Hölle gestürzt? Quasi unter dem Motto: Wer sich nicht ganz hingeben kann, der kann auch nicht lieben? Der bekommt auch Gottes Gnade nicht?

So betrachtet, krachten mit Bach und Ernesti auch zwei völlig konträre Moralvorstellungen aufeinander. Und natürlich die Grundtöne des Zeitalters, das auch die Spannweite zwischen Vernunft und Glauben neu ausmaß. Da kommt man schon auf Gedanken, vor allem, weil Klek recht anschaulich zeigt, dass Bach sehr vernünftig und kalkulierend arbeitete beim Komponieren – und trotzdem alle Emotionen rauschen, jubeln und trompeten ließ, wenn es dran war, in vollem Vertrauen darauf, dass der, dem die Botschaft galt, auch zuhörte. In seinem Fall Gott und nicht der Leipziger Rat. Vielleicht ist er deshalb so oft mit Pfennigfuchsern wie Ernesti zusammengerasselt. Da wirkt er oft wie Don Camillo, wie er händeringend am Altar steht und zu seinem Allerobersten fleht: „Wie soll ich das nur aushalten, sag’s mir!“ – „Hab Geduld, Don Camillo. Hab nur Geduld.“

Dabei hat Bach schon 1724 das Grundthema dazu gestaltet in „Was frag ich nach der Welt“, wo er die Erdverhaftung mit ihren „hocherhabnen Leuten“ in musikalischen Gegensatz setzt zum Himmelreich. Nur dummerweise fragt die Welt immer wieder nach Herrn Bach, ob er seine Rechnungen schon bezahlt hat und seinen Wochenbericht geschrieben und seine Rundfunkgebühr und die Steuern bezahlt. Wenn nicht, dann muss man Schritte einleiten, Herr Bach. Und dem Leipziger Rat erst mal Bericht erstatten, so ginge das nicht. Wo käme man da hin?!

Deswegen gibt es so wenige Bachs. Und so viele Schulmeister.

Konrad Klek „Dein ist allein die Ehre. Johann Sebastian Bachs geistliche Kantaten erklärt. Band 1: Choralkantaten, Evangelische Verlagsbuchhandlung, Leipzig 2015, 19,90 Euro

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