1.1 C
Leipzig
0,00 EUR

Es befinden sich keine Produkte im Warenkorb.

Wie man mit einer phantasievoll gepackten Box die Pausen in Schule und Büro retten kann

Anzeige

Mehr zum Thema

Mehr
    Anzeige
    Anzeige

    Manchmal braucht es so ein kleines Büchlein, um einem wieder bewusst zu machen, wie sehr die Vielfalt aus aller Welt längst unseren Alltag bestimmt. Auch wenn Bento wohl noch nicht bei vielen Sachsen zum Alltag gehören dürfte - es ist wohl eher nur eine Frage der Zeit, bis es auch da ankommt, wo Manga und Pokémon schon sind. Auch wenn's mal kein Comic ist.

    Sondern – da drücken sich auch Wikipedia und die Autorin des kleinen Buches doch etwas vorsichtig aus – eine Form der Nahrungsdarreichung. Nämlich in der Box. Nicht zu verwechseln mit der deutschen Stullenbüchse, wie Marianne Harms-Nicolai betont. Auch wenn das Prinzip dasselbe ist, nämlich für unterwegs was Leckeres mitzunehmen. Selbst das ist ja für viele Zeitgenossen schon museale Vergangenheit, da sie sich (zumindest in den größeren Städten des Landes) darauf verlassen können, an fast jeder Ecke ein Fastfood-Angebot zu finden. Da packt sich kaum mehr einer das Frühstück oder gar das Mittagessen in die Aktentasche.

    Oder vielleicht doch?

    Die Autorin spricht auch die nur zu berechtigte Sorge der Eltern an, die ihre Kinder in die Schule schicken und ganz genau wissen, dass  die Knirpse ihr Taschengeld leider doch viel zu oft für Süßigkeiten, Kuchen und Fastfood ausgeben und die gesunden Schnitten und Apfelschnitze in der Brotdose nicht anrühren. Oder nur mal kurz reinbeißen. Was aber irgendwie normal ist. Egal, ob große oder kleine Menschen: Man hat einfach nicht immer auf dieselben Dinge Appetit. Und dann kommt ja noch dieser anstrengende Unterricht dazu, wo man haufenweise Energie beim Knobeln verbrennt – da lechzt der Körper nach was Süßem.

    Was also tun?

    Und da werden viele Eltern sich mit Bento wiedererkennen, denn wenn sie erfahren sind in dem Geschäft, wissen sie, dass man auch die Schulknirpse jeden Tag ein bisschen überraschen muss – mit immer neuen Abwechslungen, einer Menge Kreativität und immer neuen Erfindungen, die den Kleinen auch nach anstrengenden Mathe- und Sportstunden Lust auf das Eingepackte machen. Und das sollten dann wirklich nicht nur Kekse und Schoko-Riegel sein. Sondern auch leckere Vollkornbrote mit bunten Auflagen, pfiffig zugeschnittene Gurken, Radieschen, Äpfel, Birnen, Nektarinen usw.

    Es gibt ja haufenweise gesunde und leckere Dinge, die die Kinder gerne essen – wenn sie denn auch noch lustig zubereitet sind. Darauf kommt es auch bei Bento an. Es gibt die Schachteln dazu heute auch zu kaufen – klassisch in Holz-und-Lack-Ausführung, modern und spülmaschinenfest aus Kunststoff. Der bekannten Brotbüchse auf den ersten Blick ganz ähnlich. Aber im Inneren unterscheiden sich beide: Die Bento-Box hat Unterteilungen, die es ermöglichen, die unterschiedlichen Teile des Eingepackten voneinander zu trennen. Was vor allem mit der Geschichte zu tun hat, denn Brot gehörte im alten Japan nun wirklich nicht zu den Dingen, die man sich einpackte. Dafür wurden Reis, Gemüse, Fleisch- und Fischhäppchen eingepackt. Und nicht nur von Bauern und Holzfällern, sondern auch von Soldaten.

    Womit Bento auch noch so etwas wie eine Marschration ist und quasi das asiatische Gegenstück zur Kelle Suppe aus der Gulaschkanone.

    Und natürlich auch eine Idee für Dienstreisende, Büromenschen und andere Leute, die in der Morgenfrühe außer Haus gehen und wissen, dass sie entweder keine Kantine vorfinden oder mit den Kantinenangeboten so ihre Sorgen haben.

    Dem kann man vorbeugen, indem man Gesundes und Frisches einfach schon abends vorbereitet und morgens einpackt. Und das kann – muss aber nicht – asiatische Häppchenfreude sein. Dazu findet man im Rezeptteil einige klassische Vorschläge mit Reis, Wan-Tan-Taschen, Röllchen und Spießchen. Aber wenn man sich das Ganze genauer beschaut, merkt man, dass es eigentlich auch immer um Fingerfood geht. Auch das wissen Eltern und verzweifelte Büromenschen: Ordentliche Brotstullen sind oft viel zu groß. Das Auge isst mit. Da bietet es sich geradezu an, die Box eben auch mit Fingerfood aus anderen Kulturen zu füttern – mit kleinen Blätterteigtaschen, mit Muffins (gern auch herzhaft), mit Mini-Quiches oder Pfannkuchenröllchen, immer lecker gefüllt mit allerlei Käse, Quark oder Gemüsefüllungen.

    Die Rezepte sind hilfreich, weil sie der Phantasie auf die Sprünge helfen. Auch das weiß ja jeder: Wenn man seine Box packt in der Früh, hat man ja meist noch keinen Hunger. Da fehlt die hungrige Anregung direkt aus dem Magen. Also ist es ganz gut, die Abwechslung einfach schon mal vorzubereiten – entweder abends, wo man dann mal ein Viertelstündchen auf Rollen, Rühren, Füllen und Braten verwendet. Oder morgens, wo man sich dann einfach eine Routine zulegt, zum Beispiel leckeres frisches Brot in Bissgröße zuzuschneiden und mit allerlei Belägen zu beschichten, so dass man dann ebenfalls, wenn der berühmte kleine Hunger kommt, nicht zur eingewickelten Kalorienbombe aus dem Süßigkeitenregal greift, sondern zu seiner Lunchbox, die dann eine Bento-Box sein kann oder eine europäische Brotbüchse.

    Was natürlich wieder eine Idee ist für ein nächstes Buch: Die kreative Lunchbox.

    Marianne Harms-Nicolai Bento. Genuss ‚to go, Buchverlag für die Frau, Leipzig 2015, 5 Euro.

    Anzeige
    Werbung

    Mehr zum Thema

    Mehr
      Anzeige
      Werbung

      Topthemen

      - Werbung -

      Aktuell auf LZ

      Anzeige
      Anzeige
      Anzeige