Stehe ich hier und kann nicht anders oder geht die Zeit der Standhaften gerade wieder zu Ende?

Der Mann hat das Land verändert und geprägt. Einfach, weil er so war, wie er war, und die Mauscheleien der römischen Kirche einfach nicht richtig fand. Dieser Luther, der eigentlich nur über Missstände disputieren wollte. Und dann setzte er ein Zeichen für eine neue Haltung, die bis heute Bewunderung hervorruft: Nicht mehr wegducken und bereuen, sondern hinstellen und sagen: Ich kann nicht anders.

Das hat die mittelalterliche Ständegesellschaft gründlich verändert. Das Denken in Europa sowieso. Und irgendwie steht diese Haltung vorbildhaft bis heute – als Maßstab und Herausforderung. Denn die Zeiten haben sich zwar gründlich gewandelt, der Papst in Rom erschreckt heute niemanden mehr, einen Kaiser, der seinen Willen vollstrecken könnte, gibt es auch nicht mehr. Aber Mächtige, Anmaßende, Rücksichtslose und Gleichgültige gibt es noch immer. Da fallen Menschen natürlich nach wie vor auf, wenn sie zu ihrer Sache stehen, sich nicht verbiegen und auch einmal ganz uneigennützig tun, was getan werden muss. Oder was ihnen am Herzen liegt, was sie für wichtig halten. So wie Dr. Martin Luther am 31. Oktober 1517, als er hinging und seine Thesen anschlug: Darüber müssen wir reden!

Etwas anderes war die Botschaft ja nicht.

Aber seine Gegenüber wollten nicht reden, sondern Recht behalten. Und als der grimmige Professor nicht widerrief auf jenem legendären Reichstag in Worms 1521, da war er über Nacht Freiwild. Und das wusste er auch. Auch wenn seine Worte dort erst im Nachhinein die deftige Verknappung erhielten: „Ich kann nicht anders …“

Natürlich findet auch ein eifrig suchender Thomas Mayer heutzutage nicht 30 Luthers, die er porträtieren könnte. Das muss wohl auch nicht wirklich sein. Denn der Anspruch verwirklicht sich im Leben vieler Menschen auf völlig unterschiedliche Weise. Manchmal auch ganz und gar, ohne einer lernunwilligen Gesellschaft die Stirn zu bieten. Manchmal reicht es auch, einfach tapfer zu tun, was getan werden muss, Partner und Unterstützer zu suchen und ein wichtiges Anliegen zum Anfang einer Aktion zu machen. So wie bei José Carreras, dem Sänger, der sich wie kein anderer bemühte, der Leukämie mit einer großen Stiftung den Kampf anzusagen, oder Rupert Neudeck, der einst die große Rettungsaktion für die Boatpeople in Vietnam auf den Weg brachte und sich bis heute engagiert, um die Welt besser zu machen.

Manche der von Mayer Porträtierten haben einfach in ihrem Leben gezeigt, wie wichtig es ist, standhaft zu bleiben und nicht einzuknicken, wenn die Mächtigen drohen: Der Sänger Stephan Krawczyk findet sich da genauso wie die Künstlerin Katrin Hattenhauer, der Rechtsanwalt Günter Kröber und der Wissenschaftler Cornelius Weiß. Sie stehen neben Persönlichkeiten, die zeigen, dass die Sache mit dem aufrechten Gang 1989 keineswegs erledigt war – auch die Gegenwart erfordert immer wieder Standhaftigkeit und den Mut, sich für Menschwürde einzusetzen – so wie es Prinzen-Sänger Sebastian Krumbiegel tut oder der Künstler Klaus Staeck, der sich zu Recht wundert, warum seine scharfen Plakat-Montagen aus den 1970er Jahren heute noch (oder wieder) genauso aktuell wirken wie damals. Auch die Bundesrepublik hat ihre retardierenden Momente, in denen wichtige Werte und Errungenschaften aufgegeben oder verkuhhandelt werden.

Eigentlich hätte Mayer auch reihenweise Politiker porträtieren können, die sich mit den Verhältnissen und Hierarchien angelegt haben. Aber das ist ein Minenfeld. Mehrheiten können sich über Nacht in Luft auflösen, wichtige Anliegen schon an der Engherzigkeit der eigenen Leute scheitern. Mit der ehemaligen Grünen-Politikerin Antje Hermenau und der ehemaligen Thüringer Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht hat Mayer zwei Frauen gewürdigt, die am Ende für ihre Position keine Mehrheit mehr fanden.

Andere Porträtierte erzählen vom langen und oft auch zermürbenden Weg, ihre Projekte umzusetzen – und von der Freude, wenn es tatsächlich gelingt – wie beim Wiederaufbau der Dresdner Frauenkirche, für die der Trompeter Ludwig Güttler am Ende so etwas wie der weltbekannte Botschafter wurde, oder Dietger Niederwieser, der in Leipzig die Forschung zur Bekämpfung der Leukämie mit vorantreibt.

Mittendrin gibt’s freilich auch Personen, die einfach erzählen, wie die klare Kante in ihrem Leben aussieht – vom neuen sächsischen Landesbischof Carsten Rentzing bis zum Papst-Maler Michael Triegel. Der eigentlich Katholik ist – wie auch einige andere der Porträtierten. Da müsste man sich eigentlich an einem Luther reiben. Und das tun auch Katholiken, denen der Standpunkt des kritischen Professors durchaus vertraut ist. Am Ende geht es nicht um die richtige Religion, sondern das richtige Verhältnis zu sich selbst und seinem Tun. Wer es geschafft hat, das in Einklang zu bringen – wie die Skisportlerin Magdalena Neuner oder der Bergsteiger Reinhold Messner – der hat trotzdem was zu erzählen: nämlich über den Weg dorthin und die Gründe für die jeweiligen Lebensentscheidungen.

Denn darum geht es ja am Ende: den Einklang finden mit seinem eigenen Leben, den eigenen Maßstäben und Erwartungen. Da kann es einen – wie den Karikaturisten Tomi Ungerer – auch nach Irland verschlagen, einen Barkas-Bauer aus Chemnitz an die Spitze des Leipziger Porsche-Werks – so wie Siegfried Bülow. Oder einen Freiherrn mit berühmten Ahnen nach Leipzig, wo er nun – so wie Wolf-Dietrich Freiherr Speck von Sternburg – so eine Art ehrenamtlicher Botschafter geworden ist. Solche Leute braucht es allerorten, die sich bekennen, einbringen und auch treu bleiben. Oder die Visionen haben wie der Zoodirektor Jörg Junhold, der 1997 die Chance bekam, seine Vision vom „Zoo der Zukunft“ in Leipzig auch umzusetzen.

Was dann vielleicht die andere, eher selten bis nie benannte Seite der Geschichte benennt: Visionäre brauchen immer auch Unterstützer und Ermöglicher, Menschen, die ihnen keine Steine in den Weg legen, sondern die Mittel an die Hand geben, Ideen auch Wirklichkeit werden zu lassen.

Deswegen wird ja im Fall Luther selten vergessen, auch den Ermöglicher Friedrich der Weise zu nennen.

Ohne Ermöglicher gibt es keine aufsehenerregenden Projekte – nicht die Neubearbeitung der Luther-Bibel, mit der sich Christoph Kähler beschäftigt, nicht das Archäologische Museum in Bozen, wo sich Angelika Flechsinger um „Ötzi“ kümmern kann, und auch kein niveauvolles Kabarett im deutschen TV, wie es einst der hier porträtierte Werner Schneyder zusammen mit Dieter Hildebrandt auf die Bühne brachte.

Man bekommt so ein seltsam flaues Gefühl, wenn man diese Porträts liest, in denen vor allem die Grauhaarigen und Höherbetagten noch von einer Gesellschaft erzählen, in der Vieles möglich war, was heute an knappen Zuständen und zunehmender Unlust am Neuen scheitert. Typen, die der Haltung Luthers was abgewinnen können, gibt es noch immer. Aber die weisen Friedriche sind rar geworden. Sodass die 30 Lebensbilder zum Teil Ermutigung sind, zum Teil fröhliche Wiederbegegnung mit Leuten, die man schon immer gemocht hat für ihr Standvermögen – und eine zumindest leise Unruhe aufkommt, was die Frage betrifft, ob das noch Zukunft hat und 2017 dann nicht mehr das „Hier stehe ich …“ zu feiern ist, sondern das „Och nee, geht mich doch nichts an“ das Land regiert.

Thomas Mayer: Hier stehe ich … 30 Lebensbilder von Menschen mit Haltung, Evangelische Verlagsanstalt, Leipzig 2016, 19,90 Euro.

RezensionenMartin LutherEngagementSinn des LebensPorträtsMenschenwürde
Print Friendly, PDF & Email
 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr


Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Autobesitz in Leipzig nimmt nicht ab und Radfahrer haben ihre eigene Meinung über die Radverkehrspolitik
Die Verkehrsmittelwahl der Leipziger/-innen zu unterschiedlichen Wegen. Grafik: Stadt Leipzig, Bürgerumfrage 2018

Grafik: Stadt Leipzig, Bürgerumfrage 2018

Für alle LeserBeim Verband der Automobilindustrie (VDA) hofft man noch. Nach dem Einbruch wegen des Corona-Shutdowns würden die deutschen Autoverkäufe zwar gegenüber dem Vorjahr deutlich zurückgehen. Aber vielleicht werden zum Jahresende ja doch noch 2,8 Millionen neue Autos verkauft, seufzt der Verband in einem „Zeit“-Beitrag. Aber auch der VDIK meldet: „Der deutsche Pkw-Markt hat im ersten Halbjahr 2020 infolge der Coronakrise ein Minus von 35 Prozent verzeichnet.“ Auch der Juni brachte keine Entspannung.
Staatsregierung gibt alle Nase lang andere Zahlen zum Bedarf an Sozialwohnungen in Leipzig heraus
Ein Baukran in Leipzig - aber noch nicht für sozialen Wohnungsbau. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDie Zahlen können nicht stimmen. Die Linksfraktion im Sächsischen Landtag fragt zwar regelmäßig die Bedarfe der sächsischen Kommunen an Sozialwohnungen bei der Staatsregierung ab, aber die gibt jedes Mal völlig andere Auskünfte. Mal sind es 4.437 Sozialwohnungen, die in Leipzig fehlen, mal 10.353, nun wieder 7.758 in der Antwort auf eine Grünen-Anfrage. Kein Wunder, dass die Linke mit ihren Anträgen bisher gegen Mauern rennt.
Nadine Stitterich und Peter Bär fordern Amtsinhaber Jens Spiske heraus
Nadine Stitterich. Foto: Alexander Sens

Foto: Alexander Sens

Für alle LeserEs war auf jeden Fall ein mutiger Schritt, als Nadine Stitterich im Mai als unabhängige und parteilose Bürgermeisterkandidatin ihren Hut in den Ring warf und am 20. September versuchen will, Amtsinhaber Jens Spiske zu besiegen. Oder doch Peter Bär von der CDU? Fällt Markranstädt doch wieder zurück an die CDU, die Jens Spiske 2012 mit breiter Unterstützung aus dem Feld geschlagen hat?
Sind Fleischesser extrovertiert, weil das in ihrer Natur liegt? Oder brauchen sie mehr Beifall für ihr Essverhalten?
Es ist nicht alles Wurst ... Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserMitte Juni gab das Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften die Ergebnisse einer Studie bekannt, die zumindest nachdenklich macht: „Vegetarier sind schlanker und weniger extrovertiert als Fleischesser“ war sie betitelt. Je weniger tierische Produkte man zu sich nimmt, desto geringer der Body-Mass-Index und desto weniger neigt man zu Extrovertiertheit, meinten die Studienautoren. Aber vielleicht ist es ja andersherum?
Gastkommentar von Christian Wolff: „Die Basis bröckelt leise“ – Anmerkungen zu den Kirchenaustritten
Die Säule der mitteleuropäischen Kultur – das Christentum. Foto: Ernst-Ulrich Kneitschel

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserEigentlich hätte eine Schockwelle zumindest durch die Kirchen gehen müssen, als vor wenigen Tagen die neuesten Zahlen zur Mitgliedschaft in der evangelischen und katholischen Kirche veröffentlicht wurden: 2019 haben 273.000 Menschen die katholische und 270.000 Menschen die evangelische Kirche verlassen, zusammen über eine halbe Millionen Menschen. Damit gehören nur noch knapp über 50 Prozent der Bevölkerung einer christlichen Kirche an.
„Planmäßiger“ Kohleausstieg bis 2038 oder doch ein völlig anderes Szenario?
Landschaftsidylle Braunkohletagebau mit Kraftwerk Lippendorf. Foto: Michael Freitag

Foto: Michael Freitag

Für alle LeserWährend die Politiker sich selbst auf die Schultern klopften, demonstrierte draußen „Fridays for Future“. Nur wenige Stunden nach dem Deutschen Bundestag stimmte am Freitag, 3. Juli, der Bundesrat dem Kohleausstiegsgesetz und dem Strukturstärkungsgesetz Kohleregionen zu. Somit sind die Rahmenbedingungen für den Ausstieg aus der Kohleverstromung geschaffen worden, freute sich Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig. Und liegt wohl ziemlich daneben.
Alle Sting-Konzerte in Deutschland und der Schweiz auf 2021 verschoben
Sting © Martin Kierszenbaum

© Martin Kierszenbaum

Nach den bereits zuvor angekündigten Terminverschiebungen der „My-Songs“-Tour von Sting sind jetzt auch die für Oktober 2020 vorgesehenen Konzerte in Deutschland und der Schweiz in den Herbst 2021 verlegt worden. Dies ist auf die Fortdauer der Verbote von Großveranstaltungen zurückzuführen. Die Auftritte in Leipzig, Oberhausen, Hamburg und Zürich finden jetzt zwischen dem 6. und dem 15. Oktober 2021 statt.
Kino der Jugend: Konzeptverfahren für künftiges Kulturzentrum startet endlich
Die IG Fortuna demonstrierte 2016 vor der Ratsversammlung für ihr Anliegen. Foto: Michael Freitag

Foto: Michael Freitag

Für alle LeserVielleicht bekommen die Leipziger/-innen ja alle irgendwann die Medaille in Gold für geduldiges Abwarten. Es gibt kaum einen wichtigen Beschluss im Stadtrat, der wirklich schnell umgesetzt wurde. Jede Umsetzung dauert Jahre. Meist weil es an Planungspersonal fehlt oder an Geld. Auch beim „Kino der Jugend“ in Volkmarsdorf dauerte es vier Jahre bis zum nächsten Schritt, den am Freitag, 3. Juli, das Liegenschaftsamt bekannt gab.
In der Leipziger Stadtgeschichte fehlt nach wie vor das Kapitel Kolonialismus
Bilderschmuck an der Stadtbibliothek: Exotischer Blick auf "primitive" Völker. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserMit der Diskussion um den Leipziger Zoogründer Ernst Pinkert hat die Debatte um die koloniale Vergangenheit Leipzigs endlich eine Stufe der Aufmerksamkeit erreicht, auf der sich auch Stadt und Stadtrat nicht mehr wegducken können. Nicht weil nun ausgerechnet Pinkert einer der herausragenden Vertreter des Kolonialismus war. Aber dass ausgerechnet er nun im Mittelpunkt der Debatte steht, zeigt ja nur zu deutlich, dass die eigentliche koloniale Vergangenheit Leipzigs nach wie vor im Dunkeln liegt.
Stadtbezirksbeitrat beantragt die Änderung der Verkehrsorganisation trotzdem noch 2020
Plandarstellung des umgestalteten Lindenauer Marktes. Grafik: Stadt Leipzig

Grafik: Stadt Leipzig

Für alle LeserIm Schatten des für September geplanten EU-China-Gipfels in Leipzig hatte die Stadt einige Pläne storniert, die eigentlich zwingend umgesetzt werden sollten. Dazu gehört auch die schon 2017 vom Stadtrat beauftragte Umgestaltung des Lindenauer Marktes. Die Geschichte kocht seit 2015 und im Stadtbezirksbeirat Alt-West fragt man sich jetzt zu Recht, warum die Stadt nach Absage des Gipfels am Lindenauer Markt vor 2021 trotzdem nichts tut.
Auch hinter dem neuen Verfassungsschutz-Skandal steckt augenscheinlich organisierte Schlamperei
Welche Politiker beobachtet der Verfassungsschutz in Sachsen? Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDer Zweifel bleibt, auch nachdem Sachsens Innenminister Dr. Roland Wöller (CDU) am Donnerstag, 2. Juli, im Innenausschuss des Sächsischen Landtages den neuen Präsidenten des Landesamtes für Verfassungsschutz vorgestellt hat und auch Stellung nahm zu den Vorwürfen, dieser habe von seinem Vorgänger zu Unrecht die Löschung der Daten von AfD-Abgeordneten verlangt. Nach der Sitzung freilich stand nicht mehr das Ob im Fokus, sondern die alte Frage nach dem schlampigen Wie.
Turnfest-Geschäftsführerin Kati Brenner: „Wir sind gerade dabei, etwas Einzigartiges auf die Beine zu stellen.“
Die Stadiongala, wie hier in Berlin, wird auch 2021 in Leipzig ein absolutes Highlight des Turnfestes sein. Foto: DTB, Volker Minkus

Foto: DTB, Volker Minkus

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 80, seit 26. Juni im HandelDas Turnen hat Kati Brenner bereits von klein auf begleitet. Lange Zeit war die gebürtige Rostockerin dabei selbst leistungssportlich aktiv – zunächst im Gerätturnen, später dann in der Sportakrobatik. Als Schülerin machte sie 1983 in Leipzig erstmals selbst bei einem Turnfest mit. „Wer einmal an einem Turnfest teilgenommen hat, will meist auch wieder dabei sein“, versichert sie im Interview mit der LEIPZIGER ZEITUNG (LZ) und sollte einige Jahre später enger mit dem alle vier Jahre stattfindenden Spektakel verbunden sein als je zuvor.
It is like it is: Corona-Mahnmal auf dem Augustusplatz
Ein Mahnmal zur Coronakrise vor dem Leipziger Gewandhaus. Foto: Pia Benthin

Foto: Pia Benthin

Für alle LeserAus der Ferne wirkt es ein wenig als sei der Augustusplatz an diesem Freitag einfach nur voller Menschen. Es könnte eine Demo sein, vielleicht Fridays for Future? Aber dafür ist die Masse sehr rot-weiß angezogen. Bei genauerem Hinsehen wird klar, dass es sich hierbei auch nicht um Menschen handelt, sondern um Schaufensterpuppen. Genauer gesagt 111 Stück umwickelt mit rot-weißem Absperrband.
Freitag, der 3. Juli 2020: Polizei, Kritik und Volksverhetzung
Die Graffitiwand am Streetballplatz in Connewitz mit einem der vielen Gesichter der vergangenen Jahre. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle Leser/-innenNach der langen Debatte um eine „taz“-Kolumne, die sich um Polizei und Müllentsorgung drehte, gibt es nun einen neuen Aufreger: Die Polizei in Thüringen prüft nach eigenen Angaben, ob sich eine Ortsgruppe von „Fridays for Future“ mit scharfer Polizeikritik strafbar gemacht hat. Der Vorwurf lautet: Volksverhetzung. Auch die Graffitiwand in Connewitz ist wieder ein Thema. Die L-IZ fasst zusammen, was am Freitag, den 3. Juli 2020, in Leipzig und Sachsen wichtig war.
Corona-Demos in der Oberlausitz: Mit Reichsflaggen für die Demokratie
Corona-Demonstration an der B96. Foto: Luise Mosig

Foto: Luise Mosig

Für alle Leser/-innenSeit April demonstrieren in Leipzig regelmäßig Menschen gegen die Corona-Maßnahmen, darunter auch einige Reichsbürger/-innen und Neonazis. In anderen Teilen Sachsens ist der Anteil der offenkundig rechtsradikalen Teilnehmer/-innen bei „Corona-Demos“ viel höher; Gegenprotest gab es dort aber lange Zeit nicht.