Neben uns die Sintflut, eine Buchbesprechung in zwei Teilen (1)

Deutsche Autoren können es auch. Wenn sie Mumm haben und den Mut zu klaren Worten: Den Zustand der Welt so kritisch beschreiben, wie man das bislang eher nur von Naomi Klein (Kanada), Arundhati Roy (Indien) oder französischen Autoren wie Stéphane Hessel oder Alain Badiou gewohnt war. Dabei haben Autoren wie Stephan Lessenich natürlich einen Standort-Nachteil: Sie kritisieren die irre Maschine aus dem luxuriös ausgestatteten Cockpit heraus.

Stephan Lessenich ist einer der wichtigsten Soziologen der Bundesrepublik. Seine Forschungen zur Externalisierung begann er schon an der Universität Jena, an der LMU München hat er sie nahtlos fortsetzen können.

Externalisierung – den Begriff kennt man vor allem aus der Psychologie. Er ist das Gegenstück zu Internalisierung, der Verinnerlichung von Normen, Werten, Anschauungen. Das Gegenstück Externalisierung bedeutet: Der Mensch projiziert Gefühle, Motive, Zuschreibungen auf die Außenwelt. Die anderen sind dann schuld an seinem Unwohlsein. Statt die Probleme selbst zu lösen, versucht er die Schuld auf andere – zumeist Schwächere – abzuladen. Das ist eines der starken Motive hinter dem heutigen Aufstand der „besorgten Bürger“: Sie wollen mit all dem, was ihnen da von draußen als bedrohlich erscheint, nichts zu tun haben, und schüren Ängste, Hass und Vorurteile.

Der kleine Ausflug ist wichtig, denn auch in der Gesellschaft und in der Wirtschaft funktionieren beide Begriffe ganz ähnlich. Und auch ganz substanziell, wie Lessenich feststellt, der sich in diesem Buch die Frage stellt: Warum profitieren eigentlich immer nur die reichen Gesellschaften des Westens? Warum werden die Länder des Südens nicht reicher und stabiler, obwohl doch diverse „Wirtschaftsweise“ allerorten erzählen, die Armut in der Welt sei geschrumpft? Warum hören wir von immer neuen Umweltkatastrophen an anderen Orten der Welt – nur über uns ist schöner blauer Himmel?

Ist die westliche Wirtschaftweise einfach besser? Können es die anderen nicht?

Oder ist es einfach so, dass unsere Lebensweise nur deshalb funktioniert, weil wir alle Belastungen, alle negativen Folgen unseres Wirtschaftens in andere Weltregionen exportiert haben? Externalisiert im wahrsten Sinn des Wortes: aus den Augen, aus dem Sinn. Ganze Industrien wurden in den vergangenen 40 Jahren aus den Ländern des Westens in ärmere Weltregionen ausgelagert, nicht nur schmutzige Großfabriken, deren Schlote noch bis in die 1970er Jahre den Himmel über Europa oder den USA mit Qualm verdunkelten. Auch lauter Fertigungen, die man anderswo für viel weniger Geld bekam. Berühmt sind die Textilfabriken in Indien und Bangladesh, wo auch Frauen und Kinder für Hungerlöhne arbeiten.

An Beispielen ist Lessenichs Buch reich bestückt. Aber es geht ihm gar nicht so sehr um die unzähligen Beispiele vom europäischen Computermüll, der nach Afrika exportiert wird, über die Auslagerung ganzer Callcenter nach Indien oder den Raubbau am Regenwald, damit gigantische Plantagen für Sojabohnen oder Palmöl angelegt werden können. Es geht ihm eher um die Frage: Warum ist das so? Warum beruht der gesamte westliche Wohlstand darauf, dass in den armen Ländern der Welt die Ressourcen geplündert werden – nicht nur die Rohstoffe (wie Eisen und Bauxit), ohne die die westliche Konsumgesellschaft nicht funktioniert, auch wertvolle Regenwälder mit ihrer unersetzbaren Biodiversität, wertvolle Ackerböden, auf denen billige Nahrung für den reichen Norden produziert wird, Flüsse, die vergiftet oder als Abfallkloake missbraucht werden, oder auch das so kostbare Trinkwasser.

Warum ist das so? Und warum ändert sich – trotz aller Rufe nach einer fairen Weltwirtschaft – nichts daran? Und was hat das für Folgen?

Denn natürlich hat das Folgen. Man kann nicht mit aller Macht ganzen Regionen die Existenzgrundlagen entziehen und dann erwarten, dass die Menschen es dort weiterhin aushalten. Oder dass sich die Konflikte nicht irgendwo entladen oder Staaten regelrecht in sich zusammenbrechen, wenn ihnen die wirtschaftliche Grundlage fehlt oder gar die herrschenden Eliten mit den großen Konzernen paktieren. Das Wörtchen Korruption fällt an einer Stelle. Aber auch Bürgerkriege, Terror, Mord und Totschlag sind Folgeerscheinungen, die in westlichen Medien gern einem finsteren Bösen zugeschrieben werden. Als wäre der seit 2001 viel beschworene „Terrorismus“ aus dem Nichts gekommen und hätte nicht genau in dieser Zerstörung der Lebensgrundlagen ganzer Völker und Regionen seinen Ursprung. Arundhati Roy hat das schon 2001 deutlich gesagt. Wer nicht zugehört hat, waren die eitlen Staatsmänner des Westens.

Denn natürlich bedeutet diese Analyse, dass man das Problem nicht lösen kann, wenn man einen „Krieg gegen den Terror“ erklärt, die Armeen aufrüstet und die Grenzkontrollen verstärkt. Zumindest für alle diese Menschen da unten, die Armen, die Chancenlosen.

Und dann kommen sie trotzdem, versuchen übers Mittelmeer nach Europa zu gelangen oder über die zugerammelte Balkanroute.

Man muss nur schauen, wie eigentlich die seltsamen „Alternativen“ in Europa groß wurden, diese neuen Parteien, die den Wählern das Heil darin versprechen, dass sie die Grenzen wieder verrammeln und den „Islam“ draußen halten. Obwohl es gar nicht um den Islam geht. Der Grund für den polternden Lärm dieser radikalisierten Bürger ist weder Religion noch Terrorgefahr. Die Menschen, die diesen Parteien ihre Stimme geben, sind nichts als renitente Wohlstandsbürger, deren zentrale Forderung eigentlich ist: „Die da“ sollen alle draußen bleiben. Sie wollen ihren Wohlstand behalten, ihre Privilegien, die sie qua Geburt und Pass bekommen haben. Sie reden als Elite und tun so, als seien sie keine.

Aber sie sind eine. Sie leben genauso wie die richtig Reichen und die nicht ganz so Reichen in Deutschland davon, dass die westlichen Nationen ihren Reichtum allesamt auf der Ausplünderung der restlichen Welt aufgebaut haben. Sie wollen es nur nicht wissen. Sie wollen es auch nicht sehen. Und schon gar nicht als echten lebendigen Flüchtling direkt vor ihrer Haustür.

Aus ihrem ganzen Auftreten sprechen ein unterdrücktes Schamgefühl und eine elitäre Ignoranz gegenüber den Leiden der Welt, die mehr mit uns zu tun haben, als es selbst die emsigsten Hilfsorganisationen erzählen können.

Dass es so ist, das ist fest in unsere Produktionsweise eingebaut, in einen seit nun 27 Jahren ungezügelt um den Erdball jagenden Kapitalismus, der immer neue renditeträchtige Anlagen sucht und immer neue Ressourcen, die er möglichst billig kaufen und ausbeuten kann. Und Lessenich arbeitet einen Aspekt dabei heraus, den auch die großen Kritiker des Kapitals (zuletzt ja Thomas Piketty mit seinem Bestseller „Das Kapital im 21. Jahrhundert“) selten bis nie herausarbeiten: Dass der „Erfolg“ des westlichen Wirtschaftens darin besteht, dass die störenden Kosten und Begleiterscheinungen möglichst externalisiert werden, auf andere abgewälzt, die dann entweder die negativen Folgen zu tragen haben (vergiftetes Grundwasser, Ölkatastrophen, austrocknende Seen, verseuchte Flüsse …) oder kostenlos arbeiten, damit der Laden läuft. Das ist nicht neu, stellt Lessenich fest, das gehört zum westlichen Wirtschaften, seit der Kapitalismus seine Erfolge feiert und den Wohlstand in westlichen Ländern in ungeahnte Höhen geschraubt hat.

Und spätestens mit der zweiten Welle der Globalisierung im 19. Jahrhundert haben die westlichen Staaten umfassend begonnen, die Kosten ihres Wirtschaftens in andere Weltgegenden auszulagern. Und zwar mit Gewalt. Der Kolonialismus war eine Orgie der Gewalt und bestand vor allem darin, andere Weltregionen als billige Rohstofflieferanten für die Fabriken Europas dienstbar zu machen. Und was Lessenich gar nicht groß ausführen muss: Diese Strukturen existieren bis heute. Auch wenn heute keine Kolonialtruppen mehr die billigen Rohstoffländer besetzt halten und die diversen Boxer-, Sepoy- und „Hottentotten“-Aufstände niederkartätschen. Heute regeln das die internationalen Schuldverhältnisse. Denn nicht die reichen Europäer und Amerikaner sind bei den Ländern verschuldet, aus denen sie billig Rohstoffe und Fertigwaren importieren – die Armen sind bei den Reichen verschuldet. Und damit sind die Regierungen von über 100 Ländern erpressbar. Oder werden erpresst, wenn sie aus der Reihe tanzen.

Denn wie man interveniert, wenn ein Regierungschef „da unten“ nicht spurt, das wissen die großen Militärmächte alle noch. Nur: Das geht unübersehbar immer öfter schief, wie an Irak und Syrien zu sehen. Die Sache wird immer unbeherrschbarer.

Und zwar nicht nur die menschliche Seite. Auch die anderen Folgen unserer Externalisierungsgesellschaft bekommen wir mittlerweile zu spüren.

Dazu mehr im Teil 2 der Buchbesprechung auf L-IZ.de.

Stephan Lessenich Neben uns die Sintflut, Hanser Berlin, München 2016, 20 Euro.

In eigener Sache – Wir knacken gemeinsam die 250 & kaufen den „Melder“ frei

https://www.l-iz.de/bildung/medien/2016/10/in-eigener-sache-wir-knacken-gemeinsam-die-250-kaufen-den-melder-frei-154108

RezensionenWirtschaftswachstumSoziologieExternalisierungsgesellschaftWohlstandRessourcen
Print Friendly, PDF & Email
 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr


Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Gastkommentar von Christian Wolff: Mikrosa, Pfingsten und die Aufgabe der Kirche
Christian Wolff (beim Brückenfest 2018). Foto: Michael Freitag

Foto: Michael Freitag

Für alle LeserDer Traditionsbetrieb Schaudt Mikrosa GmbH in Leipzig-Plagwitz soll stillgelegt werden (dort werden spitzenlose Außenrundschleifmaschinen für die Autoindustrie hergestellt). Die 165 Beschäftigten legten am Donnerstag, 28. Mai 2020, die Arbeit nieder und gingen auf die Straße. Arbeitnehmer/innen anderer Unternehmen schlossen sich dem Protestzug durch den Stadtteil Plagwitz an.
Der Stadtrat tagte: Große Zustimmung für „RuDi“ und digitale Ratlosigkeit in der AfD-Fraktion + Video
Straßenbahn in Stötteritz. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserAm Donnerstag, 28. Mai, entschied der Leipziger Stadtrat auch zu einem neuen Förderprojekt „Ruhenden Verkehr digitalisieren – RuDi“, das die LVB als Pilotprojekt in Stötteritz umsetzen sollen. Kurz vor Sieben kam es da zu einer kleinen Debatte, nachdem AfD-Stadtrat Christian Kriegel noch einmal dieselben falschen Bedenken vorgebracht hatte, die zuvor schon die LVZ veröffentlicht hatte. Er mutmaßte ein „Abkassieren von Autofahrern jetzt auch bis zum Stadtrand“.
Fridays for Future Leipzig ruft jetzt erstmals am Dienstag zum großen Protest gegen die Abwrackprämie auf
Fridays-for-Future-Demo im April 2019. Foto: L-IZ

Foto: L-IZ

Für alle LeserEs ist tatsächlich so: Weil deutschlandweit die Corona-Berichterstattung dominiert, hat die Bundespolitik augenscheinlich den fatalen Eindruck bekommen, dass die Klimakrise vergessen ist und die Deutschen nur zu bereit sind, den Wirtschaftsaufschwung nach Corona mit dem Kauf von neuen Verbrennern zu erwirtschaften. Zumindest scheinen die Bosse der großen Autokonzerne mit dieser Botschaft durchzudringen, obwohl die Mehrheit der Deutschen ganz und gar nicht vergessen hat, wie drängend die Lösung der Klimakrise ist.
Leipziger Gruppe schafft trotz erhöhter Zahlungen an die LVB auch 2019 ein positives Konzernergebnis
Seit 2016 firmiert die Leipziger Gruppe mit dem gelben L. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserIn normalen Jahren gab es immer im Mai eine große Pressekonferenz mit Oberbürgermeister und allen Managern der Leipziger Kommunalbetriebe, auf der stolz die Konzernergebnisse des Vorjahres bekannt gegeben wurden. Die fiel nun wegen Corona natürlich aus. Und die Zahlen wirken wie aus der Zeit gefallen, erzählen von einem regelrecht normalen Jahr, in dem sich der Leipziger Kommunalkonzern weiter stabilisierte und es auch schaffte, mehr Geld für die LVB zu erwirtschaften.
Leipziger Animal Rebellion-Gruppe protestiert mit „Schließung“ von Fastfood-Filialen gegen Billigfleischproduktion
Abgesperrte McDonald's-Filiale. Foto: Animal Rebellion Leipzig

Foto: Animal Rebellion Leipzig

Für alle LeserEs wird ja jede Menge rebelliert in diesen Tagen. Die einen rebellieren gegen Corona-Maßnahmen, die nächsten gegen Atomkraftwerke, andere gegen eine neue Abwrackprämie oder gegen die fossile Klimapolitik. Alles Zeichen dafür, dass sich gerade grundlegend einige Dinge ändern. In der Nacht zum Freitag rebellierte auch eine Leipziger Gruppe von Animal Rebellion. In diesem Fall gegen das Geschäftsmodell von Fastfood-Ketten und damit auch gegen das viel zu billige Fleisch.
Pfingsten ohne Gruftis? Tag 3 – Das Darkstream Festival zeigt Düster-Pop aus Leipzig + Livestream
David Gray und "Kruppe" bei der gemeinsamen Moderation in der Moritzbastei. Screen Livestream

Screen Livestream

Für alle LeserPfingsten ohne ein schwarzes Leipzig? Geht gar nicht, waren sich Dave, Kruppe und Christian einig, als Corona mehr und mehr drohte, das 2020er „Wave-Gotik-Treffen“ zu kippen. Am Ende musste das WGT in diesem Jahr ausfallen, noch immer ist es nicht möglich, Konzerte durchzuführen. Dafür haben die drei mit weiteren Szenefreundinnen etwas auf die Beine gestellt, was sie selbst am Beginn nicht für möglich gehalten hätten. Das gesamte Pfingsten 2020 gibt es erstmals mit dem „Darkstream-Festival“ einen nahezu durchgehenden Livestream mit Moderation aus der Moritzbastei, Eindrücken aus Leipzig, über 60 Bands, DJs und Autorenlesungen.
Leipzig Automobil: 140 Jahre Leipziger Auto-Geschichte und ein mutiger Blick in die mögliche Mobilitätszukunft
Kulturstiftung Leipzig (Hrsg.): Leipzig Automobil. F

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEigentlich ist ja „Jahr der Industriekultur“. Aber davon war aufgrund der Corona-Beschränkungen bislang wenig zu spüren. Außer, man besucht zum Beispiel die bis August verlängerte Ausstellung „Silber auf Glas“ im Stadtgeschichtlichen Museum, die eine Menge Fotos aus der frühen Zeit der Leipziger Industrialisierung zeigt. Oder man schnappt sich jetzt diesen Themen-Sonderband, den die „Leipziger Blätter“ herausbringen und der die Leipziger Automobilgeschichte einmal in hunderten Bildern und vielen Facetten zeigt.
Freitag, der 29. Mai 2020: Experten buddeln am Bahnhof und Tierschützer „schließen“ Filialen + Video
Fastfood-Filiale in der Leipziger Innenstadt nach der symbolischen Schließung. Foto: Animal Rebellion Leipzig

Foto: Animal Rebellion Leipzig

Für alle LeserIn der Nacht von Donnerstag auf Freitag gab es in der Leipziger Innenstadt viel Aktivität. Während Expert/-innen am Hauptbahnhof eine vermeintliche Bombe untersuchten, die sich als Brunnen herausstellte, starteten Tierschützer/-innen eine Aktion gegen Fastfood-Filialen. Rund um Zwickau wiederum war die Polizei gegen Neonazis aktiv. Die L-IZ fasst zusammen, was am Freitag, den 29. Mai 2020, in Leipzig und Sachsen wichtig war.
Panometer Leipzig: Veränderte Öffnungszeiten ab 1. Juni
CAROLAS GARTEN mit Insektenmodellen. Foto: Tom Schulze © Panometer

Foto: Tom Schulze © Panometer

Ab Pfingstmontag, den 1. Juni 2020, verändern sich die Öffnungszeiten des Panometer Leipzig temporär für die kommenden Monate. Das Panorama CAROLAS GARTEN ist ab nächster Woche montags bis freitags von 10 – 16 Uhr und an Wochenenden und Feiertagen von 10 – 17 Uhr geöffnet.
Leipziger Forschungsergebnis: Frauen mit Neandertaler-Gen bringen mehr Kinder zur Welt
Svante Pääbo mit dem Schädel eines Neandertalers. Foto: MPI für evolutionäre Anthropologie

Foto: MPI für evolutionäre Anthropologie

Für alle LeserEs war nur eine kleine Meldung, die das Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie am Dienstag, 26. Mai, herausgab. Aber sie macht doch nachdenklich. Denn dass die späte Vermischung von modernen Menschen und Neandertalern vor ungefähr 47.000 bis 65.000 Jahren in Europa Folgen bis in unser Erbgut hatte, das haben schon mehrere Untersuchungen aus dem Institut belegt. Aber selbst auf die Fruchtbarkeit von Frauen soll eine kleine genetische Veränderung aus dem Erbe der Neandertaler Auswirkungen haben.
Die neue Leipziger Zeitung Nr. 79: Von Gier, Maßlosigkeit, Liebe und Homeschooling in Corona-Zeiten
Leipziger Zeitung Nr. 79: Liebe in Zeiten von Corona. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserZeitungen leben davon, dass sie den Blick schärfen, dass sie uns aufmerksam machen – und zwar ohne Geschrei, ohne das bunte Flackern im Internet und das dortige Gebuhle um Aufmerksamkeit. Zeitungen könnten der Ruhepol in einer zunehmend irrelaufenden Welt sein. Wenn sie denn nicht selbst auch noch anfingen, die Welt irre zu machen und jedes Problemchen zum Skandal aufbliesen, wie es die LVZ jüngst mit dem Brief einer empörten Mutter eines Schulkindes tat.
Im Juni soll der Stadtrat zum Entwurf des Bebauungsplans für den Wilhelm-Leuschner-Platz entscheiden
Die große Brachfläche Wilhelm-Leuschner-Platz / Markthallenviertel im Modell des Stadtplanungsamtes. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserLange hat der Stadtrat darauf gewartet. Am Dienstag, 26. Mai, gab das Dezernat Stadtentwicklung und Bau den Ratsfraktionen endlich den Entwurf des Bebauungsplanes Nr. 392 „Wilhelm-Leuschner-Platz“ in die Hände, nachdem Oberbürgermeister Burkhard Jung am 19. Mai schon seine Zustimmung gegeben hatte, dass der Entwurf endlich an die Öffentlichkeit darf. Jetzt bekommt man so eine Ahnung, wie sich die Stadt das künftige Quartier wirklich vorstellt.
Mitteldeutsches Bündnis entwickelt jetzt mit Bundesunterstützung ein Konzept für die Wasserstofftransferregion Leipzig
Teilnehmer zum Zukunftsworkshop H2-Chancendialog. Foto: Fraunhofer IAO

Foto: Fraunhofer IAO

Für alle LeserEs geht nicht nur um den „Wandel in strukturschwachen Regionen“, wenn das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Programm „WIR! – Wandel durch Innovation in der Region“ jetzt das HYPOS-Projekt in der Region Leipzig fördert. Denn mit HYPOS wird Wasserstoff zum künftigen Energieträger in der Braunkohleregion, deren Ende spätestens 2035 eingeläutet wird, wahrscheinlich aber noch viel früher.
Im März und April ging die Stimmung der Leipziger Wirtschaft durch die Corona-Krise erst einmal in den Keller
Wie bewerten die Leipziger Unternehmen die sächsische Exit-Strategie? Grafik: IHK zu Leipzig

Grafik: IHK zu Leipzig

Für alle LeserDas hat reingehauen. Das hat die Weltwirtschaft so noch nicht erlebt, dass praktisch alle wichtigen Industrienationen fast zwei Monate ihre Wirtschaft herunterfahren, um den Ausbruch einer Pandemie in den Griff zu bekommen. Mit durchaus unterschiedlichem Erfolg. Sachsen ist dabei noch relativ glimpflich davongekommen. Aber zumindest im März und April sorgt der Shutdown für eine massive Eintrübung der Stimmung in der Wirtschaft.
Ökolöwe zur Zukunft des Auenwaldes: Die Leipziger Aue braucht exklusiven Schutz
Bärlauchblüte im Auenwald. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserIn Deutschland sind 63 Prozent der zu schützenden Arten in einem ungünstigen Erhaltungszustand. 69 Prozent der geschützten Biotope sind in einem schlechten Zustand. Zu diesen ernüchternden Ergebnissen kommt der Bericht „Lage der Natur Deutschlands“, den das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) Mitte Mai veröffentlicht hat. Das betrifft auch den Leipziger Auenwald, zu dem der Stadtrat am 20. Mai endlich einen grundlegenden Beschluss gefasst hat.