Mit Michael Stauffer das Universum betrachten und unser seltsames Sosein hier unten auf Erden

Für FreikäuferGanz ursprünglich war das mal so eine Art Tagebuch. Nicht so eins, wie es Leute schreiben, die darin ihre Verabredungen notieren, das aktuelle Wehwehchen und dergleichen Vergängliches. Sondern so eins, in dem der Autor seine Einfälle notierte. Hinten im Anhang findet man diese Ursprungsfassungen als Faksimile. Und weiß dann zumindest eins: Mindestens drei Jahre hat dieser Stauffer an diesem Buch gearbeitet und fleißig gesammelt.

Das hätte auch schiefgehen können. Andere Leute haben ihr Leben lang nicht so viele Einfälle. Manche auch gar keine. Was auch an etwas liegt, auf das Stauffer irgendwo da auf den 350 Seiten in einer der 500 Notizen oder der 350 Anmerkungen zu sprechen kommt. Was einem, der seinen Kopf jeden Tag zum Denken benutzt, ja auffällt: Dazu braucht man Ruhe. Denkruhe. Dazu muss man sich rausnehmen können aus dem ganzen Geplärr, das die Leute ringsum ständig veranstalten. Und mit dem sie sich vor allem von einem fortwährend ablenken: vom Nachdenken, Reflektieren, Kombinieren, Beobachten, Erstauntsein.

Stauffer ist ein großer Stauner, auch wenn er erst mal ein Schweizer ist. Und zwar einer von der normalen Sorte. Also so ungefähr wie unsereins. Manchmal nicht wirklich auszuhalten, wenn man merkt, mit wie viel banalem Zeug man sich so jeden Tag beschäftigt, völlig sinnfreiem Quatsch. Der aber das Denken des durchschnittlichen Wohlstandsbürgers ausfüllt mit seiner ganzen Sorge um Steuern, Haus, Wetter, Krankheiten, Was-die-Nachbarn-Sagen, Karriere, Ja-nicht-auffallen usw. Wüsste man nicht, dass er Schweizer ist, man könnte ihn auch für einen Mittelsachsen halten – oder auch nicht. Dazu ist er nicht verbissen genug. Und die Berge fehlen wohl. Berge, die auch mal hübsch für ordentliche Täler sorgen, in denen dann eigentümliche Dialekte entstehen können, die ihre ganze Schönheit dann entfalten, wenn Stauffer darin Dialoge über Banker, Steuerhinterzieher und andere Frivolitäten der Gegenwart gestaltet.

Man merkt schon: Er löckt gern wider den eidgenössischen Stachel und gegen die Selbstgefälligkeit der Bankennation. Sind also nicht nur die Deutschen, die sich gern in den Ärmel schwindeln. Und die allerlei wattiges Zeug reden, statt über die Dinge zu reden, die wirklich wichtig sind.

Aber was ist wichtig?

Heimat zum Beispiel, die letzten Tage überall plakatiert von Leuten, die nicht eine Minute drüber nachgedacht haben. Sonst wüssten sie, dass das ein verfänglicher Begriff ist. Oder Stauffers Anmerkung Nr. 106 zitiert, die sich auf eine ganz typisch schweizer-deutsche Lebensbeziehung bezieht: „Ich mache aus meinem Portemonnaie meine zweite Wohnung. Ich öffne es und fühle mich wie zu Hause.“

Geht es Ihnen auch so?

Dann sind Sie hier richtig, Mitten in der Mitte dessen, was der Normaleuropäer als Heimat begreift: seine Pinkepinke. Und aus der Anmerkung dazu, die das ganze Gefühlige wegpustet: „Heimat sei, wenn man, ohne hinzuschauen, wisse, was da ist, respektive, was nicht da ist.“ Stauffer beschreibt das als Wahrnehmungsfaulheit.

Das macht der Bursche immer wieder. Manchmal sind es simple Feststellungen aus dem Alltag, die dann in der Anmerkung Kobolz schlagen und ihre ganze Heimtücke entfalten. Manchmal denkt er über Gehörtes oder in der Zeitung Gelesenes nach. Manchmal versucht er scheinbar banale Alltagssituationen auszuspinnen, so dass sich kleine, groteske Geschichten daraus entwickeln. Wobei man nicht weiß, ob es jetzt eine dieser phantasievollen Geschichten ist oder ein Traum, den er schnell notiert hat. Das geht bei ihm fließend ineinander über, wechselt ab mit kurzen, skurrilen Dialogen, die ihn und seine Mitwelt in seltsamer Wechselbeziehung mit einer Umwelt zeigen, die eigentlich sehr irritierend ist. Gar nicht heimatlich.

Nur: Das scheinen die meisten Menschen gar nicht mehr zu bemerken. Ihnen fehlt dieses verdutzte Grübeln. Etwa über Statusangaben bei Facebook oder die aufdringlichen Verkaufspraktiken in den heutigen Ladengeschäften, oder ein wimmelndes Häuflein Bauarbeiter, die ein Haus bauen, Ehepaare im Zug, die um ihr Kind kämpfen, als wäre es die Bestätigung ihres Herrschaftswillens, oder die seltsamen Anforderungsprofile für eher lächerliche Jobs im Bildungswesen.

Auch wenn der Verlag andeutet, Stauffer hätte mit dem Buch etwas ganz Neues erfunden, stutzt man und fühlt sich an heimliche Verwandte dieses Autors erinnert, die aus ihrer Befremdung gegenüber dem üblichen Treiben ihrer Mitwelt dicke Bücher gemacht haben voller Gedanken, Nachdenklichkeiten, Fragmente.

Mindestens drei fallen einem beim Lesen ein. Blaise Pascal zum Beispiel, dessen „Pensées“ die Philosophen so ernst genommen haben, dass man meint, man brauche einen Doktortitel und tiefe lateinische Kenntnisse, um dessen „Gedanken“ lesen zu können. Dabei hat er es nicht anders als Stauffer gemacht und sich an vielen Tagen hingesetzt und versucht, aufzuschreiben, was ihm so durch den Kopf ging.

Das ist schon Philosophie. Aber es ist kein Denkschema. Was man merkt, wenn man die anderen beiden geistigen Verwandten Michael Stauffers bedenkt: Georg Christoph Lichtenberg mit seinen „Sudelbüchern“ und Walter Benjamin – zum Beispiel mit seiner „Einbahnstraße“. Alles Leute, die das Angeregtsein des Tages zum angeregten Nachdenken genutzt haben, zum Ausformulieren dessen, was ihnen durch den Kopf ging.

Denn darum geht es.

Denken kann jeder. Die meisten unterlassen es aber lieber, haben dafür keine Zeit. Nehmen sich nicht raus aus dem Moment und stutzen auch nicht. Was dazu führt, dass sie fortwährend nur nachplapppern, was alle plappern. Über Heimat zum Beispiel, Volk oder Autos. Sie kommen gar nicht darauf, dass man über all diese Dinge stutzen darf und über die eigene Beziehung zu sich selbst und den anderen. Und den Dingen sowieso. „Schreiben ist wie den nächtlichen Sternenhimmel anschauen“, schreibt Stauffer. Bestimmt kann man das in der Schweiz noch. In Leipzig sieht man vom nächtlichen Sternenhimmel ja nichts, weil alle möglichen Leute alle möglichen Ecken mit hellem Licht bestrahlen müssen. Könnte sich ja was verstecken im Dunkeln.

Also sehen wir nichts. Schon gar nicht den Sternenhimmel.

Oder uns selbst. „Man kann sich selber beobachten, um sich selbst auf die Spur zu kommen, um zu merken, wie wenig man eigentlich denkt und wie wichtig es wäre, sich selber noch mal neu zu erfinden.“

So ungefähr hat das auch Pascal gemacht. Deswegen lesen sich seine „Gedanken“ so schwer. Er bringt einen dazu, durchs Unterholz zu laufen, über Stock und Stein, abseits der ausgetrampelten Pfade. Anders als Goethe, dieser Spaziergänger auf gefegten Gassen: „Abseits, wer ist’s …“

Pascal natürlich. Auf der Suche nach dem, was er eigentlich wirklich denkt über die Dinge. Denn was wir meistens reden, denken wir nicht. Weil man Gedachtes eigentlich nicht hinplappern kann. Es ist so verfitzt. Und braucht meist etwas mehr Worte, Farbe und Anstrengung. Bei Stauffer merkt man die Anstrengung nicht so sehr. Dazu hat er wohl auch ein bisschen bei Lichtenberg abgeguckt, wie der das gemacht hat. So leicht, mit listigem Blinzeln, so scheinbar ganz beiläufig. Hatte Lichtenberg auch ein paar Schönschreibhefte?

Weiß man nicht.

Aber Stauffer hat seine über die Jahre gesammelten Einträge ganz sichtlich gesiebt, sortiert. So, wie man auch von Lichtenberg immer nur eine Auswahl der besten Sachen bekommt. Gibt es eigentlich von Lichtenberg irgendwo eine Komplettausgabe seiner Sudelbücher? Mir ist noch keine untergekommen. Aber Stauffer macht es ja vor: Nicht jeder Einfall ist so gut, dass er es dann vom Notizbuch auch in den Computer und dann ins gedruckte Buch finden muss. Und meistens hat er sie noch einmal durchgearbeitet, aber das schöne Zufällige gelassen. Man stolpert ja nicht jeden Tag über dasselbe.

Und zu vielen hat er Anmerkungen geschrieben, die oft viel länger sind als der Text, zu dem sie stehen. Denn manchmal kommt man ja, wenn man später über seine zuweilen recht absonderlichen Einfälle stolpert, erst recht auf Gedanken, tun sich Folgerungen auf, das Gehirn kommt in Schwung und hat lauter neue Assoziationen.

Das Ungewöhnliche regt zum Weiterdenken an. Deswegen sind die Anregungen oft noch viel spannender, zum Beispiel, wenn er über den Satz noch einmal nachdenkt: „Was dem Teilhaben schadet? Nicht teilzuhaben aus Angst, Ärger, Zorn, Wut, Missgunst – all das kann Teilhabe blockieren.“

Wie gesagt: Es geht den Schweizern nicht viel anders als den Sachsen. Wir kriegen nur meist nicht viel davon mit, weil auch hier beiderseits gilt: Man weiß über die Anderen meist nur die üblichen Vorurteile. Und die üblichen Medien werden meist nur munter, wenn die üblichen Vorurteile bedient werden.

Wer freilich erwartet, Stauffer legt sich – wie der Buchtitel verspricht – jeden Morgen hin und guckt erst einmal, wie sich das Firmament erleuchtet, der wird nicht fündig. Es sei denn, er akzeptiert, dass sich das Universum auch in uns und unserer alltäglichen Umgebung auftut, die wir meistens nicht sehen, weil wir damit umgehen wie mit dem Begriff Heimat. Siehe oben.

Die Buchpremiere findet übrigens erst am 1. November in Zürich statt. Aber zur Buchmesse ist Michael Stauffer mit seinem Verlag in Frankfurt präsent. Und das Buch ist sowieso schon da. Für alle, die so das Gefühl haben, dass es auch in unseren Zeiten mal wieder einen Lichtenberg braucht. Ganz ohne Attitüde. Mit aufmerksamem Blick für die Details, die jeden Tag sichtbar machen, wie seltsam wir uns eigentlich verhalten. Und das meistens nicht mal merken, wenn es uns keiner sagt.

Michael Stauffer Jeden Tag das Universum begrüssen, Voland & Quist,Dresden und Leipzig 2017, 22 Euro.

Die LEIPZIGER ZEITUNG ist da: Seit 15. September überall zu kaufen, wo es gute Zeitungen gibt

RezensionenSchweiz
Print Friendly, PDF & Email
 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr


Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Talsperre Pirk: Azubis sichern Burgruine Stein: Projektwochen zur nachhaltigen Werterhaltung von Anlagen
Montage. L-IZ.de

Montage. L-IZ.de

An der Talsperre Pirk (Vogtlandkreis) finden derzeit Arbeiten an der Burgruine Stein statt. Diese werden durch die Auszubildenden Wasserbauer der Landestalsperrenverwaltung Sachsen ausgeführt. Dabei lernen sie, Schäden an Bruchsteinmauern zu beheben. Die Arbeiten laufen noch bis zum 2. Oktober 2020. Für Besucher ist die Ruine in dieser Zeit gesperrt.
Landesdirektion Sachsen erleichtert über Aufhebung der Quarantäne für Dölzig
Erstaufnahmeeinrichtung in Dölzig im Sommer 2015. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

In der Landesdirektion Sachsen ist das Ergebnis der Corona-Testreihe für die Aufnahmeeinrichtung in Dölzig und die damit verbundene Aufhebung der Quarantäne mit großer Erleichterung zur Kenntnis genommen worden.
Beltretter-Aktion zum Prozessauftakt in Leipzig: Dieser monströse Tunnel darf auf keinen Fall gebaut werden!
Beltretter-Aktion vor der Kongresshalle am 22. September. Foto: Beltretter

Foto: Beltretter

Für alle LeserSchon am 9. September machte der Beltretter e. V., mit einer großen Lichtprojektion am Bundesverwaltungsgericht auf den jetzt endlich beginnenden Prozess um den Ostseetunnel unterm Fehmarnbelt aufmerksam. Am Dienstag, 22. September, begann der Prozess tatsächlich. Und die Hoffnung ist groß, dass dieses derzeit größte Umweltrechtsverfahren auch endlich einmal im Sinne eines unersetzlichen Lebensraumes ausfällt.
Leipziger Wohnungsgenossenschaften befürchten Überversorgung auf dem Leipziger Wohnungsmarkt
Wolf-Rüdiger Kliebes (Vorsitzender des Vorstandes der VLW Vereinigte Leipziger Wohnungsgenossenschaft eG), Mirjam Luserke (Vorstand VSWG Verband Sächsischer Wohnungsgenossenschaften e. V.) und Jörg Keim (Vorstandsvorsitzender der Wohnungsbau-Genossenschaft Kontakt eG). Foto: IMMOCOM

Foto: IMMOCOM

Für alle LeserAuch bei der letzten Auswertung 2019 hatten die Leipziger Wohnungsgenossenschaften schon gemahnt: Man darf die Lage am Leipziger Wohnungsmarkt nicht überspitzen und dramatisieren. In ihren Wohnungsbeständen gäbe es jedenfalls noch genug freie Wohnungen. 2020 haben sich die Rahmenbedingungen noch weiter verändert. Die Bevölkerungszahl stagniert seit einem halben Jahr – auch durch Corona bedingt. „Leipzig verfügt über einen bezahlbaren Wohnungsmarkt ohne Anspannung“, meldeten die Wohnungsgenossenschaften am Montag.
Das Amt für Umweltschutz plant tatsächlich neue Schilder im Naturschutzgebiet Elster-Pleiße-Auwald
Die Paußnitz im südlichen Auwald. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserIn diesem Jahr haben viele Leipziger/-innen nicht nur coronabedingt ihren Urlaub daheim verbracht, sie nutzten die sommerlichen Tage auch zum Aufenthalt im Auenwald. Und sie sahen einen Wald, dem es sichtlich schlecht geht. Nicht nur durch die anhaltende Trockenheit, auch durch die Rücksichtslosigkeit vieler Zeitgenossen, die den Wald zertrampeln und zerfahren. Was Stadtrat Marcus Weiss (Die PARTEI) ja dazu bewegte, einen entsprechenden Antrag zu stellen.
Erster Schritt zu einer neuen Straßenbahntrasse: Studie soll mögliche Straßenbahntangente Südsehne untersuchen
Heute bedienen noch die Buslinien 70 und 74 die mögliche künftige Straßenbahntrasse. Foto: Marko Hofmann

Foto: Marko Hofmann

Für alle LeserAm 16. September wurde zwar die Beschlussfassung im Stadtrat aus Zeitgründen vertagt. Aber das Planungsdezernat macht jetzt tatsächlich ernst mit seinen Vorschlägen zu den Erweiterungen im Netz der Leipziger Straßenbahn. Eine der priorisierten Netzerweiterungen ist ja die sogenannte Südsehne. Und zu der ist jetzt eine Machbarkeitsstudie beauftragt.
Auszüge aus Francis Neniks „Tagebuch eines Hilflosen“ #45
Überlandleitung. Foto: Michael Freitag

Foto: Michael Freitag

Für alle LeserWenn die Historiker eines Tages ein Resümee dieser Präsidentschaft ziehen und mit ihren Worten die großen Linien aufs Papier malen, wird es in puncto Umwelt- und Klimaschutz so aussehen, als habe die Trump-Regierung eine Rückwärtsrolle nach der anderen gemacht. Und doch finden sich unter dem ganzen Rückwärtsgekuller hier und da vorsichtige Kriechbewegungen in die andere Richtung.
Ein kontemplatives Erlebnis frei nach „Maria Stuart“: MARIANNE hat Premiere im WERK 2
MARIANNE. Foto: Cammerspiele, Mim Schneider

Foto: Cammerspiele, Mim Schneider

Für alle LeserZu einer recht ausgefallenen Inszenierung laden die Cammerspiele Leipzig am heutigen 22. September ein. Das Jahr 2020 steht ganz im Zeichen der Industriekultur in Leipzig. In diesem Rahmen rückt der Leipziger Künstler Sven Glatzmaier die Halle A der WERK 2 – Kulturfabrik in ein ganz neues Licht. In Anlehnung an Motive des Gefangenseins und der Freiheit aus Schillers Drama „Maria Stuart“ entsteht mit der interdisziplinären Messe MARIANNE ein kontemplatives Erlebnis.
Eine Wiese für alle: Wie lernt man als kleines Schaf, sich von den Angstmachern nicht feige machen zu lassen?
Hans-Christian Schmidt, Andreas Német: Eine Wiese für alle. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserSind wir Schafe? Vielleicht ist das Bild gar nicht so falsch, das Hans-Christian Schmidt und Andreas Német hier gewählt haben, um Kindern zu zeigen, wie schafsmäßig sich Menschen benehmen können, wenn es um die Rettung anderer Menschen geht. Sie haben eine dunklere Fellfarbe? Och nee, dann gehören die nicht zu uns. Das Kinderbuch entstand übrigens vor den jüngsten Ereignissen in Moria.
Verschiebung der Irish Christmas Tour 2020 von Angelo Kelly & Family nach 2021
Quelle: Semmel Concerts

Quelle: Semmel Concerts

Aufgrund des Beschlusses der Bundesregierung Ende September 2020, Großveranstaltungen bundesweit bis Ende Dezember 2020 weiter auszusetzen, sehen wir uns schweren Herzens gezwungen, die für den November/Dezember 2020 geplante „Irish Christmas Tour 2020“ von Angelo Kelly & Family auf das kommende Jahr zu verlegen.
Montag, der 21. September 2020: Feuer frei bei der Polizei
Ein Beamter in Dresden greift zur Pistole. Fotoscreen des Videos von @Pixel_Roulette (Twitter)

Fotoscreen des Videos von @Pixel_Roulette (Twitter)

Für alle Leser/-innenDer sächsische Ex-LKA-Mitarbeiter, der nicht ins Gesicht gefilmt werden wollte, hat einen würdigen Nachfolger: Bei einer Demonstration in Dresden drohte ein Polizist einem Teilnehmer damit, dass dieser sich „eine Kugel fangen“ könnte. Außerdem: Wir haben Fotos und Videos von den Leipziger Demonstrationen am Wochenende zusammengetragen. Die L-IZ fasst zusammen, was am Montag, den 21. September 2020, in Leipzig und Sachsen wichtig war.
Gastkommentar von Christian Wolff: Gefährliches Geschwurbel
Wo man singt, da lass Dich nieder - "ganz Mitteldeutschland" sind heute 200 Teilnehmerinnen bei Querdenken. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserAm vergangenen Samstag, 19.09.2020, haben sie sich wieder einmal getroffen – die Coronamaßnahmen-Gegner von den Initiativen „Bewegung Leipzig“ und „Querdenken 341“. Ca. 300 Menschen versammelten sich auf dem Leipziger Marktplatz. Darunter einige mir bekannte Gesichter. Zwei Stunden lang hörten sie sich geduldig, begierig, andächtig an, dass die Coronamaßnahmen der Bundes- und Landesregierungen nur einem Ziel dienen: die Grundrechte sollen ausgehebelt und die Menschen für eine wie auch immer geartete Diktatur gefügig gemacht werden.
GlobaLE Kino diese Woche in Grünau, Gohlis & Lindenau
Plakat zum GlobaLE Filmfestival 2020. Grafik: GlobaLE

Grafik: GlobaLE

Diese Woche lädt das Leipziger GlobaLE Filmfestival die Leipzigerinnen und Leipziger wieder an drei Abenden zu Dokumentarfilmen und Diskussionen ein. Diesmal ist die Reihe in Gohlis, Grünau und Lindenau zu Gast und zeigt Dokumentarfilme aus aller Welt im Neuen Schauspiel, im Heizhaus sowie im Garten des Hausprojekts „Goase“.
Der Stadtrat tagte: Grüne, Linke und SPD setzen ihren Änderungsantrag zur neuen Stadtwerke-Zentrale durch + Video
Tim Elschner (B90/Die Grünen) im Stadtrat. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserAuch diese Angelegenheit beschäftigt uns nun schon seit neun Monaten. Ende 2019 kündigten die Leipziger Stadtwerke an, ihre neue Zentrale auf dem ihr gehörenden Gelände zwischen Richard-Lehmann-Straße und Arno-Nitzsche-Straße ansiedeln zu wollen. Seither purzelten etliche Änderungsanträge auf die Tische des Stadtrats. Am Mittwoch, 16. September, ging es in der Ratsversammlung dann munter in die Debatte.
The Inner Land: Fünf Künstler zeigen in der Galerie Reiter ihre schöpferischen Landschaften
Stephan Huber: 1952 - 2019. (Detail). Foto: Reiter Galerie

Foto: Reiter Galerie

Für alle LeserSage niemand, Künster/-innen würden sich nur mit lauter Provokationen und kryptischen Konstruktionen beschäftigen. Die meisten stellen sehr irdische Themen ins Zentrum ihres Schaffens. Und etliche schauen auch – wie alle anderen Menschen auch – neugierig nach, was sie eigentlich in ihren inneren Landschaften so alles entdecken. Am Samstag, 26. September, eröffnet in der Galerie Reiter die Ausstellung „The Inner Land“.