Wie Hitler zum Heiland gemacht wurde

Eine Spurensuche nach den „Deutschen Christen“ und zwei fanatischen Pfarrern im Wieratal

Für alle LeserWenn man erst mal dran zupft am Knäuel Geschichte, dann kommt so mancher Faden zum Vorschein, den man nicht unbedingt erwartet hat. Für Joachim Krause, der einst für DDR-Rockgruppen wie Lift, Klaus Lenz, die Puhdys und Panta Rhei Texte schrieb, begann alles mit dem Dachbodenfund des Briefwechsels seiner Eltern aus der Nazi-Zeit, als alle beide jung waren – und ganz anders, als sie der 1946 geborene Sohn später kennenlernte. Und ein Faden der Geschichte führt ins ach so schöne Wieratal.

Die Dörfer heißen hier Hinteruhlmannsdorf (heute Engertsdorf), Niederwiesa, Oberwiesa und Flemmingen. Dieses Gebiet dicht hinter Altenburg grenzt direkt an Sachsen. Und es wäre Krause auch nicht sonderlich aufgefallen, würde es nicht in der Literatur als Ursprungsort der „Deutschen Christen“ gelten. Was ab 1927 mit zweien der radikalsten Pfarrer der NS-Bewegung zu tun hat, die sich aus Bayern in das schon damals als deutlich rechtsradikalere Thüringen hatten versetzen lassen. Wenig später sollte Thüringen das erste Land im Deutschen Reich werden, in dem die Nationalsozialisten mitregierten. Und diese beiden Pfarrer – Siegfried Leffler in Niederwiera und Julius Leutheuser aus Flemmingen – würden sich zu diesem Zeitpunkt  längst einen Namen gemacht haben bei der Radikalisierung ganzer Kirchgemeinden.

Leffler würde sich später auch noch einen Namen machen als Mitgründer des „Instituts zur Erforschung (und Beseitigung) des jüdischen Einflusses auf das deutsche kirchliche Leben“, das die evangelischen Landeskirchen auf der Wartburg gründeten. Und Krause fragte sich zu Recht: Was war da los im Wieratal? Warum gibt es dazu keine Literatur? Warum redet niemand darüber?

Und da ist man mitten in einem Teil der ostdeutschen Geschichte, der 40 Jahre lang einfach nicht existierte. Und danach scheint sich auch kaum ein Historiker dafür interessiert zu haben. In der DDR war die Beschäftigung mit dem Nationalsozialismus nicht gefragt. Man hatte ja den Antifaschismus zur Staatsdoktrin erkoren. Man hatte auch schon seine eigenen Sauereien auf dem Kerbholz. Aber man tat einfach so, als wären all die neugebackenen Menschen, Genossen und Mitläufer niemals Nazis gewesen, Schuld trugen andere.

Nichts ist in der Geschichtsbewältigung so fatal wie das Schweigen. Denn wer die Geschichte verschweigt, setzt sich auch nicht mit ihren psychologischen Folgen auseinander. Der stellt sich auch nicht seiner Schuld und seinen eigenen Verletzungen. Ergebnis ist immer ein Volk von Duckmäusern und Schein-Heiligen. Gezwungenermaßen. Das deutet sich nur an, wenn Joachim Krause versucht, das zu rekonstruieren, was zwischen 1927 und 1945 im Wieratal passierte, wie zwei radikalisierte Pfarrer (beide erwartbar mit Erfahrung aus dem 1. Weltkrieg) darangingen, das Kirchenleben in den Dörfern radikal umzukrempeln und schon weit vor der offiziellen Gründung der „Deutschen Christen“ die Gottesdienste auf Nationalsozialismus zu trimmen – mitsamt Führerkult und Landsknechtsliedern.

Wirklich erklären kann es natürlich auch Krause nicht, wie ganze Kirchgemeinden es fertigbrachten, ihren protestantischen Glauben in diese seltsame neue Hitlerverehrung umzumünzen. Aber das liegt eher an der kargen Quellenlage. Denn schon mit den frühen Protokollen der Nachkriegszeit begegnet er dem kirchlicherseits geäußerten Willen, sich mit der Schuldfrage nicht zu beschäftigen. Man begegnet einem ganz ähnlichen Phänomen, wie man es aus der frühen „Geschichtsbewältigung“ der BRD kennt: Die Leid- und Opferrolle wurde überbetont – die Schuld wurde ganz offiziell abgewälzt auf die kleine Elite des NS-Staates, die in Nürnberg vor Gericht stand. Alle anderen waren ja nur kleine Befehlsempfänger oder waren einem anonymen Walten unterworfen, das ganz übermächtig Leid und Tod über Deutschland gebracht hatte.

Eine Denkfigur, die bis heute lebendig ist. Denn dass heute wieder die alten nationalistischen Töne hörbar werden, hat genau damit zu tun: Mit einem Überleben der alten Stereotype und Denkweisen eines sich als auserwählt behauptenden Systems. Dieser elitäre Spuk sitzt vielen Enkeln der Täter noch immer im Kopf. Logisch, dass viele, die das damals als Kinder erlebten, lieber nicht drüber reden wollten. Eine Geschichte, mit der man sich nie wirklich auseinandersetzen konnte, wird zur Scham. Es liegt ein falsches Schweigen drüber. Die einen wollen mit den Aktionisten von damals nicht in Verbindung gebracht werden, die anderen empfinden es als unsägliches Familienkapitel. Trotzdem schaffte es Krause, einige Familien doch dazu anzuregen, auf die Dachböden zu steigen und in alten Familienalben zu kramen.

Was sogar manch erstaunliche Entdeckung mit sich brachte. Denn auch unter denen, die dem Nationalsozialismus verfallen waren, gab es einige, die es später zutiefst bereut haben – einer schrieb sogar seine Erinnerungen, die lange im Familienbesitz aufbewahrt wurden. Auch weil er über die Folgekapitel ebenfalls nicht sprechen durfte – die Inhaftierung im nun von den sowjetischen Besatzern betriebenen KZ Buchenwald, die Deportation nach Russland und die Zwangsarbeit in Kasachstan. Was übrigens zum großen Schweigen über die DDR gehörte und ihre letztlich fatale Gründungsgeschichte.

Die meisten Hinweise fand Krause dann in alten Kirchen- und Gemeindeprotokollen, in Kirchenzeitungen und dem glorifizierenden Erinnerungsbuch, das der Volksschullehrer Kurt Thieme über die Zeit noch im NS-Reich veröffentlichte und dessen Tonfall noch heute all die Selbstüberhöhung, das aufgemotzte Heldentum und die breitbrüstige Kriegerromantik enthüllt, mit der sich die NS-Sprache schmückte. Auch das kommt ja heute wieder – wo kein Inhalt ist, da wird in heroischem Ton drauflosgeschwärmt. Und hätte man nur die NS-Quellen zu der Zeit, man würde sich in einem Deutschland wiederfinden, in dem alle Männer ständig mit irrem Blick in eine lodernde Zukunft marschierten, Bauern seit Jahrhunderten wacker die Scholle beackerten und die Gegner von SPD, KPD und so weiter nur ein kleines, störendes Häuflein …

Erst die Wahlergebnisse entlarven dieses Selbstbild, das Rechtsausleger von sich heute wieder malen – mitsamt ihrer Besessenheit, sich zum Volk und zum Volkswillen hochzustilisieren. Erst der kritische Blick auf die Mitgliederlisten der Gemeinden zeigt Krause, dass ganz und gar nicht alle mitmachten. Auch wenn in diesen kleinen Dörfern der Zwang zur gegenseitigen Kontrolle groß war. Deswegen haben sich ja Nazis auf dem Land immer besonders wohlgefühlt. Hier fiel auf, wer nicht mitmachte. Und man ahnt nur, was für ein Druck es war, als die beiden nationalistischen Pfarrer ausgerechnet die Kirchgemeinde zum Ort der Gleichschaltung machten. Da werden Phrasen wie „abseits stehen“ schnell brandgefährlich, erst recht, wenn diese beiden seltsamen Pfarrer nicht nur die NSDAP salonfähig machen und die Honoratiorenschaft des Ortes zuallererst einbinden, sondern auch gleich noch einen SA-Zug gründen, der bei einigen martialischen Festveranstaltungen zum Einsatz kommt.

Man darf die Selbstbeweihräucherung aus den Schriften der Zeit nicht unhinterfragt lassen. Die Nazis sind ja bis zuletzt nicht heruntergekommen von ihrem pathetischen Wagnerton. Ihre „Weltanschauung“ funktioniert nur als geschlossene Blase. Das ist heute immer noch so. Und dass sie vor allem mit dieser gestiefelten Bedrohung agierten und das Feigste im Menschen herausforderten, wird selbst da sichtbar, wo es um die Zahlen der „Deutschen Christen“ und der ihnen anhängenden Pfarrer geht. In Sachsen war der Anteil sehr hoch – reichsweit aber eher überschaubar. Auch wenn der Rest der Kirche nicht wirklich widerständig war. Das waren nur die wenigsten – solche Aufrechten wie Dietrich Bonhoeffer, die auch bereit waren, für ihre Menschlichkeit mit dem Leben zu bezahlen. Selbst die „Bekennende Kirche“ war keine Widerstandsbewegung. Darauf geht Krause am Ende noch dezidiert ein, wo es um die Frage geht, wie die protestantische Kirche selbst mit ihrer Mitschuld umging. Denn sie war – Martin Niemöller hat es ja auf den Punkt gebracht – eine der wenigen Institutionen, die ab 1933 überhaupt noch widersprechen konnte. Und es nicht tat.

Nicht umsonst bemühten sich die Nationalsozialisten, auch die Kirche gleichzuschalten. Es fiel ihnen viel zu leicht. Und auch deshalb herrschte wohl im Wieratal so lange Schweigen, denn wer sich noch ein Herz bewahrt hat, der war sich seines Mitschuldigwerdens durchaus bewusst. Weder die nahen Außen-KZs mit ihren Zwangsarbeitern waren den Menschen entgangen, noch die Todesmärsche, die die SS noch 1945 veranstaltete. Aber wohin mit den Schuldgefühlen, wenn schon die neuen Machthaber ihre Weltsicht über alles stülpen und nicht mal die Kirche darüber reden will?

Aber was zeigt das Beispiel Wieratal eigentlich? Dass die Menschen hier besonders nazistisch waren? Oder eher doch, wie wichtig es ist, wie Pfarrer, Lehrer und Bürgermeister agieren? Denn sie haben sehr viel Einfluss auf die Stimmung im Dorf. Vielleicht wurden die uniformierten Mai-Umzüge und Lindenpflanzungen ja von den Menschen damals anders empfunden. Heute wirken sie nur noch martialisch, gleichgeschaltet und wie ein Zwang, dem sich niemand entziehen konnte.

Da denkt man natürlich an Krauses Buch „Fremde Eltern“, wo man authentisch miterleben kann, wie das Denken der Nazi-Zeit selbst in den Briefen der Jungverliebten aufscheint. Wie es selbst ihre Lebensentscheidungen beeinflusst und sie eifrigst bemüht sind, den Erwartungen zu genügen, die der uniformierte Staat überall postuliert. Im Grunde zeigt Krauses Spurensuche im Wieratal gerade zwischen 1927 und 1933, wie sich ideologische Gleichschaltung eigentlich abspielt, wie sie sich einpflanzt ins Dorfleben, Denkweisen prägt und Menschen dazu bringt, sich anzupassen.

Noch so eine Schattenseite vom „Volk“. Denn tatsächlich möchten ja Menschen akzeptiert und respektiert sein. Die wenigsten halten es aus, ausgegrenzt und angefeindet zu werden.

Nur so ein Gedanke, der einem kommt, wenn man sich vorstellt, in so einem 1.000-Einwohner-Dorf wie Oberwiera zu leben – und der Pfarrer wird zum Nazi, der Bürgermeister wird zum Nazi, die Lehrer werden zu Nazis und auf einmal werden Kriegslieder gesungen in der Kirche und das Gerede beginnt und das Tuscheln, wer nicht dabei ist …

Und allein schon das 70-jährige Schweigen zeigt Krause noch etwas anderes, nämlich wie lange solche Prägungen durch eine Ideologie nachwirken und wie schwer sich die Betroffenen tun, sich dem Thema zu stellen, wenn das in der „neuen Zeit“ auch wieder nicht opportun ist.

Und es bleibt natürlich frappierend, wie leicht es Leuten wie Leffler und Leutheuser fiel, einfach das alte protestantische Selbstverständnis in ihren Gemeinden zu entkernen und anstelle der Christusverehrung den Hitlerkult zu setzen. Am Ende erlosch das Kirchenleben sogar komplett. Einige wichtige Veröffentlichungen im Westen der Republik haben sich durchaus schon mit diesem ziemlich finsteren Kapitel der Evangelischen Kirche beschäftigt. Im Osten gibt es dazu noch nicht wirklich viel Material. Zumindest zeigt Krause hier anhand historischer Dokumente sehr anschaulich, dass Ostdeutschland auch im NS-Reich kein unbeschriebenes Blatt war. Und dass es auch hier Orte und Regionen gab, die sich nicht gegen die Einvernahme durch die Nazis wehrten.

Warum das im Einzelnen genau so war, dazu fehlt noch manche Studie. Auch zur Psychologie der Geschichte, die von vielen Historikern gern als übermächtiges Fatum geschildert wird, ohne wirklich auf Machtverhältnisse und Abhängigkeiten zu schauen. Im Wieratal wird einiges davon sichtbar. Nicht alles. Aber so viel, dass man ein Gefühl dafür bekommt, wie leicht neue Bevormundungen und Anpassungszwänge eine Dorfgemeinschaft verändern. Erst recht, wenn bombastische Worte wie „Volksgemeinschaft“ und „Heldentum“ fallen. Diese ganzen Verführungsvokabeln, mit denen Menschen zum Mitmachen gedrängt werden, die ohne all die pathetischen Verführer einfach ihre Felder bestellt und das Vieh gefüttert hätten. Ohne den Drang in sich zu verspüren, ihre Knochen gleich wieder im nächsten Krieg hinzuhalten.

Joachim Krause Im Glauben an Gott und Hitler, Sax Verlag, Beucha und Markkleeberg 2018, 12 Euro.

Zurück in die Zukunft oder doch lieber endlich drüber reden? – Die neue LZ Nr. 53 ist da

RezensionenLandesgeschichteNS-ZeitKirchengeschichte
Print Friendly, PDF & Email
Leserbrief

Hinweise zum Leserbrief: Bitte beachten Sie, dass wir einen Leserbrief nur veröffentlichen, wenn dieser nicht anonym bei uns eintrifft. Außerdem möchten wir darauf hinweisen, dass eine Teilnahme an Verlosungen des L-IZ Leserclubs mit dem Leserbrief nicht möglich ist.

Ihr Name *

Ihre E-Mail-Adresse *

Betreff

Ihre Nachricht *

Bild/Datei hochladen

Wären Sie mit der Veröffentlichung als Leserbrief einverstanden? *

 

Kommentar schreiben



Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
16 Millionen Euro aus ehemaligem SED-Vermögen für Kunst- und Kultur-Projekte in Sachsen
62 Millionen Euro aus ehemaligem DDR-Parteivermögen für Sachsen: Kabinett beschließt Projektliste
Kabinett beschließt neue Förderkonditionen für den Städtebau im Freistaat Sachsen
Schaper/Falken (Linke): Gesetzliche Garantie für gesunde Ernährung der Kinder in sächsischen Kitas und Schulen gefordert
Polizeibericht, 14. August: Denkmal beschmiert, illegal Müll gelagert, Unfallflucht
Flohmarkt im Scheibenholz am 18. und 19. August
Wegen Brückenneubau: Dieskaustraße Freitagnacht vollgesperrt
Schöffen und Jugendschöffen dringend gesucht: Bewerbungen bis 31. August möglich
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr





Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Neubau der Haltestelle Baaderstraße in Gohlis beginnt
Die künftige Haltestelle Baaderstraße in der Virchowstraße. Visualisierung: LVB

Visualisierung: LVB

Für alle LeserDer SPD-Ortsverein Leipzig-Nord freute sich schon mal Anfang Juli vor, dass endlich die geplante LVB-Haltestelle an der Baaderstraße in Gohlis gebaut wird. Am Dienstag, 14. August, wurden nun die Autofahrer in der Virchowstraße überrascht – denn ganz ohne Ankündigung war schon mal eine Fahrbahn gesperrt worden. Eiligst schickte dann die LVB am Dienstagnachmittag die Meldung raus: Jetzt wird die um ein Jahr verschobene Haltestelle tatsächlich gebaut.
Das gute alte Wort Mäßigung und die erstaunliche Entdeckung von Freiheit in einer fast vergessenen Tugend
Thomas Vogel: Mäßigung. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserUm so einen Titel geht man erst mal vorsichtig herum wie eine Katze: Thomas Vogel hat recht. Das Wort Mäßigung klingt ein bisschen verstaubt. Eigentlich ist es sogar noch schlimmer: Das Wort klingt verboten. Es klingt nach Verzicht, Bevormundung, Dinge-Wegnehmen, Darben, Selbstkasteiung. Da schreit der freiheitliche Mensch in uns auf. Obwohl: Nein. Eigentlich schreit nicht der freie Mensch auf. Nur der eh schon in Panik versetzte Bewohner einer irre gewordenen Welt.
Tod in der Öffentlichkeit: Mann in Bornaischer Straße leblos zusammengebrochen
Alkoholisierte Passanten legen sich mit Polizisten an. Im Hintergrund liegt der Verstorbene auf dem Gehweg. Foto: Martin Schöler

Foto: Martin Schöler

Für alle LeserTragischer Todesfall in Connewitz. Am späten Dienstagnachmittag, 14. August, ist in der Bornaischen Straße ein Mann leblos zusammengebrochen. Der herbeigeeilte Notarzt konnte nur noch den Tod feststellen. Die Hintergründe sind bislang unklar. Die Polizei ermittelt.
LVB rechnen mit großen Herausforderungen durch Altersabgänge in den nächsten Jahren
Freie Fahrt für freie Bürger! Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserWer fragt bekommt Antworten. Die LVB haben uns nun zugearbeitet, warum es derzeit so wahrnehmbare Personalprobleme gibt. Und auch die korrekten Zahlen: Nicht nur 461 Männer und Frauen sind für das Unternehmen am Steuer, sondern 1.150, der Großteil bei den LVB-Tochterunternehmen LeoBus und LSVB. Da sehen 32 nicht besetzte Stellen schon ein bisschen anders aus – und trotzdem macht sich das im Fahrbetrieb bemerkbar.
Wie Stieleichen sich im Lauf ihres Lebens ein ganzes Arsenal an Resistenzgenen zulegen
150 Jahre alte Eichen in der Forêt domaniale de Bercé. Foto: INRA / Didier Bert

Foto: INRA / Didier Bert

Für alle LeserBevor der Mensch die Erde besiedelte, waren die Wälder schon da. Die Kontinente waren mit riesigen Waldgemeinschaften besiedelt. Und darin standen Baumexemplare, die problemlos hunderte, wenn nicht gar Jahrtausende alt werden konnten. Aber wenn ein Lebewesen so alt werden kann, braucht es besondere Abwehrkräfte, besondere Resistenzen auch gegen Schädlingsbefall aller Art. Ein Thema, mit dem sich auch Wissenschaftler des Umweltforschungszentrums Leipzig/Halle (UFZ) beschäftigen.
Über Deiche, Eschen und Hochwasserfluten
Die Neue Luppe nach einem kleinen Hochwasser. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserAb und zu liest auch „framo“ bei uns mit und schickt uns dann einen Leserbrief, der sich wie eine gut durchdachte Gegenposition zu dem liest, was wir gerade geschrieben haben. Etwa zum notwendigen anderen Umgang mit dem Auenwald. Motto: „Das ist ja alles schön und gut, aber…“ – Aber tatsächlich ist es jedes Mal ein hübsches Beispiel für selektives Lesen. Aber vielleicht ist das typisch für unsere Zeit. Versuch einer kurzen Einordnung.
Realisierungswettbewerb zum Neubau des IfL am Leuschnerplatz ist gestartet
Die Grünfläche, auf der das neue IfL entstehen soll. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserIm Leipziger Stadtrat kochte das Thema 2017 noch einmal richtig hoch, Wirtschaftsbürgermeister Uwe Albrecht warf sich noch einmal richtig in die Schlacht: Es ging um den Verkauf des Grundstücks zwischen Windmühlenstraße und Brüderstraße, heute eine kleine Grünfläche – künftig aber Standort für das Leibniz-Institut für Länderkunde. Das sitzt heute noch in Mieträumen draußen am Paunsdorf-Center, kämpft aber seit 15 Jahren für einen Rückzug in die Innenstadt.
Was brachte die Ermittler eigentlich dazu, eine kriminelle Vereinigung zu suchen?
Telefonüberwachung im Umfeld von Chemie Leipzig. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserNatürlich ging es bei der ausufernden und am Ende sich als so völlig sinnlos erweisenden Kommunikationsüberwachung im Umfeld von Chemie Leipzig nie wirklich um eine kriminelle Vereinigung im Sinn des Strafgesetzbuches. Auch wenn der viel kritisierte § 129 genau so etwas scheinbar zulässt: Die Strafermittler, die bei der Ausermittlung einiger durchaus nicht harmloser Straftaten nicht weiterkommen, nutzen diesen Schwamm-Paragraphen einfach – und scheitern trotzdem. Aber worum ging es tatsächlich? Valentin Lippmann hat nachgefragt.
Gastkommentar von Christian Wolff: Von irrlichternden Figuren und sozialdemokratischer Erleuchtung – doch wo bleibt sie?
Mal wieder Wirbel bei der SPD. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserInnenminister Horst Seehofer (CSU) irrlichtert seit Wochen – doch die SPD redet darüber, den Grünen nicht nachrennen zu wollen. Hitzeperiode und Klimawandel machen Bürgerinnen und Bürger mehr als nachdenklich – doch Finanzminister Olaf Scholz (SPD) pfeift Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) zurück, die den CO2-Verbrauch von Neuwagen bis zum Jahr 2030 um 50 Prozent senken will.
Es gibt keinen Grund, den rumpeligen Marienweg zur Fahrradstraße umzubauen
Marienweg im Rosental. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserMan muss schon ein gewisses Rumpelpotenzial haben, um auch nur auf die Idee zu kommen, auf dem südlichen Marienweg mit dem Fahrrad fahren zu wollen. Zumindest verblüffte im Frühjahr der Vorstoß der Leipziger AfD-Fraktion, den Marienweg im Rosental als Fahrradstraße ertüchtigen und dann auch gleich noch die Bahnstrecke unterqueren zu wollen. Man hatte da so was gehört von einer Baumaßnahme an der Strecke.
Wo bitte findet man zur digitalen Baustellenkarte der Stadt Leipzig?
Leipziger Verkehrsinformationssystem mit City-Baustellen. Screenshot: L-IZ

Screenshot: L-IZ

Für alle LeserDie kleine Idee hatten wir am 4. August formuliert, als wir über die stillschweigende Freigabe des nach zwei Jahren endlich fertigen Peterssteges berichteten. „Aber jeder Leipziger wünscht sich eigentlich, dass es irgendwo im Kosmos der Stadt eine Seite gäbe, auf der jederzeit aktuell nachlesbar wäre, was gerade gebaut wird, was demnächst kommt und was fertig ist“, schrieben wir. Und auch in der SPD-Fraktion vermisst man ein so selbstverständliches Informationsangebot. Gibt es denn gar keins?
Linke will lieber den Regierungswechsel in Sachsen als eine Koalition mit der CDU
Wen wählen in Sachsen 2019? Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserAm Wochenende schwappte ja so eine Diskussion durch die Medien, in der schon einmal der Sachsenwahlkampf 2019 durchschimmerte. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Günther (CDU) hatte seinen Parteikollegen im Osten vorgeschlagen, sich auch für Koalitionen mit der Linkspartei zu öffnen. Worauf es ja bekanntlich aus der sächsischen CDU-Spitze ein heftiges „Nein!“ hagelte.
Haben die LVB tatsächlich den Zeitpunkt für die Personalrekrutierung verpasst?
Straßenbahnhaltestelle Hauptbahnhof. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserAm 8. August haben wir an dieser Stelle über den akuten Fahrermangel bei den Leipziger Verkehrsbetrieben (LVB) berichtet. Als erste direkte Folge wird ja die Linie 10 ab heute, zu Schuljahresbeginn, weiter im Ferienmodus fahren. Und erstmals gibt es am 14. und 25. August zwei Fahrer-Rekrutierungstage der LVB. Für Menschen, die wirklich „gern was bewegen wollen“, tatsächlich ein ernst gemeintes Angebot, wie uns LVB-Pressesprecher Marc Backhaus bestätigt.
Was Dublin, Stacheldraht und Ausgrenzung mit Respektlosigkeit und Zukunftsverweigerung zu tun haben
"Real Life" im Schumachergässchen. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserMan liest ja derzeit allerlei Einschätzungen und Kommentare über das, was die von Sahra Wagenknecht initiierte Sammlungsbewegung #aufstehen vielleicht mal soll, will oder ist. Wirklich an den Start gehen soll die ja erst im September. Nur die Website ist freigeschaltet und präsentiert lauter kleine Clips von Leuten, die darin erzählen, was sie sich von #aufstehen eigentlich erwarten.
Das berührende Schicksal mitteldeutscher Sinti und Roma in den Fotos von Hanns Weltzel
Radio Django. Foto: RadioDjango

Foto: Radio Django

Für alle LeserEine ganz besondere Ausstellung wird am Donnerstag, 16. August, im Felsenkeller eröffnet. „… vergiss die Photos nicht, das ist sehr wichtig …“ heißt sie und widmet sich der Verfolgung mitteldeutscher Sinti und Roma im Nationalsozialismus. Die Eröffnungsveranstaltung am 16. August beginnt um 20 Uhr mit der Sintiswingband Radio Django.