Ein mathematisch gespicktes Plädoyer für mehr Nüchternheit in einer Welt der besoffenen Wachstums-Märchen

Manfred Hiekes „Genug Turbokapitalismus“

Für alle LeserKarl Marx ist ja in diesem Jahr wieder allerorten präsent, putzmunter der Busche. Während Dietmar Dath in der F.A.Z. die Frage stellt „Kann man Marx’ Theorien restaurieren?“ kann Jürgen Neffe in der „Zeit“ konstatieren: „Der Mensch ist zum Objekt seiner mächtigsten Schöpfung geworden – des Kapitalismus. Karl Marx war dessen hellsichtiger Analytiker. Seine Thesen sind nach wie vor aktuell.“ Dietmar Dath ist so ungefähr der Poet unter den Marx-Interpreten. Da sieht man die Revolutionspoesie und verpasst die trockene wirtschaftliche Wirklichkeit.

Ein Thema für Manfred Hieke, eigentlich Ingenieur von Beruf und zuletzt Professor für Wirtschaftsrecht an der Handelshochschule Leipzig, bevor er sich 1992 als Rechtsanwalt selbstständig machte. Einer, der notgedrungen mit Marx aufwuchs – auch wenn das in der DDR nicht unbedingt hieß, dass man sich mit dem alten Rauschebart tatsächlich intensiv beschäftigte und seine dicken und dünnen Bücher las.

Denn wenn man das tat, passierte einem eigentlich, dass man mit heiligen Kühen zusammenkrachte, die Parteilinie verließ und spätestens in Band 2 des „Kapital“ begriff, dass der Sozialismus, wie er im Osten praktiziert wurde, keine Chance hatte.

Nicht gegen diese Urgewalt, die Marx aufgrund der zentralen Rolle des Kapitals dann Kapitalismus nannte. Was mal ein Wort ist. Ein -ismus, der tatsächlich funktioniert, auch wenn sich Marx irrte, wie das gern so schön heißt. Man hätte ihn nur zu gern entsorgt. Und man reibt ihm heute noch alles, was er (noch) nicht wusste, genüsslich aufs Brot. So unermüdlich, dass einem dabei eigentlich erst klarwird: Der Bursche lebt tatsächlich.

Denn was er beim Durch-den-Wolf-drehen der Herren Smith und Riccardo und wie sie alle hießen, herausfand, war das, was heute mal wieder die meisten Politiker so ratlos macht: nämlich die Funktionsweise von Mehrwert, Profit und Kapital. Das funktioniert alles. Und Marx war der Erste, der es wissenschaftlich nüchtern beschrieben hat – und damit auch die berühmte „unsichtbare Hand“ von Adam Smith erst einmal vertrieben hat. Am Wirken des Marktes ist nichts Geheimnisvolles, wenn man sich erst einmal intensiv mit der Rolle des Geldes beschäftigt.

Was Manfred Hieke in diesem Buch sehr gründlich tut. Aus gutem Grund: Die meisten Leute mystifizieren auch das Geld. Die Lehrbücher der heutigen Wirtschaftswissenschaften, – sorry: „Wirtschaftswissenschaften“ – sind voller Märchenerzählungen über Ursprung und Rolle des Geldes.

Was daran liegt, dass die meisten Wirtschaftslehrstühle des Westens in den vergangenen Jahrzehnten eine komplette Rolle rückwärts gemacht haben und mit der Reduzierung auf die sogenannte neoklassische Wirtschaftstheorie und die Heiligsprechung des homo oeconomicus auch die „unsichtbare Hand“ wieder auf die Bühne gehoben haben. Seitdem wird wieder von den „Selbstheilungskräften“ des Marktes geschwafelt und von der Verwerflichkeit jeder staatlichen Regulation.

Meist wird der völlig sinnfreie Widerspruch aufgemacht zwischen „freiem Markt“ und „staatlicher Bevormundung“. Als hätten wir nur die Wahl zwischen Scylla und Charybdis. Was Angela Merkel so salbungsvoll „alternativlos“ genannt hat. Als dürften wir nur wählen zwischen blinder Anbetung und vernünftigem Handeln.

An vielen Stellen wird Hieke sehr mathematisch. Er hat auch die Bücher der Neoklassiker gelesen, die sich ja dadurch auszeichnen, dass sie versuchen, das komplexe Interagieren in einer Gesellschaft auf klinisch reine mathematische Formeln zu reduzieren. Die allesamt nicht aufgehen, wenn man das abstrakte Markt-Modell (den „vollkommenen Markt“) verlässt.

Was ja jüngst erst Christian Mayer in seinem Buch „Rettet die Wirtschaft … vor sich selbst!“ sehr akribisch demonstrierte. Nicht das einzige Buch, das das Grundproblem dieser Wirtschaftslehre aufzeigt: Sie mystifiziert Markt und Geld. Und Wachstum. Die Formeln gehen nicht auf, wenn am Ende kein BIP-Wachstum steht.

Dass man die Formeln auch mit den Annahmen von Karl Marx füllen kann, ist eher nicht so geläufig. Dann werden sie nämlich ein bisschen realistischer und man bekommt tatsächlich Ergebnisse, mit denen man arbeiten kann. Was Manfried Hieke seitenweise vormacht. Das Buch ist also auch was für Mathematiker, die an Wirtschaftstheorien das Mathematische lieben.

Und weil Hieke – mit Marx im Nacken – auch andere heilige Kühe wie die Profit-Rate infrage stellt, entsteht auf einmal eine andere Sicht auf Wirtschaft. Dann ist der Markt nichts Heiliges und Unantastbares mehr. Nicht weil da irgendwelche durchgeknallten Revoluzzer mit Schießgewehr auftauchen, sondern weil sich die Marktakteure selbst nicht dran halten.

Auf dem „vollkommenen Markt“ herrscht Hauen und Stechen. Und wo der Staat nicht regulierend eingreift, gewinnt nicht der Beste, sondern der Rücksichtsloseste. Der, der es schafft, die meisten Steuern zu vermeiden, die Konkurrenz niederzudumpen, die Löhne ins Unterirdische zu drücken und die Preise für seine Produkte selbst bestimmen zu können, weil er sein Stück Markt in ein Monopol verwandelt hat.

Die heutigen Beispiele heißen Amazon, Facebook, Google.

Und wo bleibt der rational handelnde homo oeconomicus?

Es gibt ihn nicht. Er ist ein Fake. Sonst bräuchte es keine Werbung, die mit großer Professionalität dafür sorgt, dass die Menschen lauter Dinge kaufen, die sie gar nicht brauchen, die völlig überteuert sind, oft auch völlig nutzlos und vor allem: umweltschädlich. Und die Werbung funktioniert. Sie macht die Menschen zu Getriebenen und ihre Umwelt zu einem Berg völlig nutzlosen Krimskrams und Mülls.

Was die eigentlich wirksamen Gesetze des Kapitals nicht außer Kraft setzt. Sie wirken unbarmherzig weiter. Selbst dann, wenn die Unternehmen auch noch das letzte Mittel zur Profitmaximierung einsetzen – die Menschen durch Roboter ersetzen. Es ist richtig prickelnd, wie Hieke „seinen Marx“ jetzt auch noch ins Digitalzeitalter holt, wo er einfach vorrechnet, was passieren wird, wenn die Maulhelden der Digitalisierung, die ja nun augenscheinlich auch noch ganze Mannschaften von Journalisten für ihre blendenden Ideen trommeln lassen, dafür sorgen, dass der Mensch aus der Produktion verschwindet.

Sie haben eben Marx nie gelesen, der sich ja die durchaus knifflige Frage gestellt hat: Woher kommt den eigentlich der Mehrwert? Heckt Geld tatsächlich Geld? Daran glauben ja überbezahlte Kapitäne des großen Reibach noch immer. Aber deswegen ist die Beschäftigung mit dem Wesen des Geldes so wichtig. Geld funktioniert nur, wenn ihm in der realen Wirtschaft auch ein realer Produktionswert gegenübersteht.

Also auch ganz reale menschliche Arbeit. Wenn man die menschliche Arbeit aus der Produktion entfernt, verschwindet logischerweise auch der Käufer. Die Profitrate fällt. Die Produktion ist nicht mehr absetzbar. Das ganze System kollabiert.

Das sind jetzt meine Worte. Hieke geht da etwas besonnener heran, kommt aber auch zu dem Schluss: „Das Profit-System erodiert“. Das Kapital akkumuliert zwar in den Händen einiger weniger immer reicherer Menschen – aber Beschäftigung und Profitrate sinken. Und zwar gerade da, wo sich der Staat aus der Regulierung der Märkte zurückgezogen hat. Die haben sich vielleicht mal in historischen Zeiten selbst reguliert.

Schon Karl Marx beschrieb ja, wie Märkte kollabieren, wenn die freie Konkurrenz aus dem Gleichgewicht gerät, weil sich ein ganzes Marktsegment immer mehr monopolisiert. Was eben nicht nur heißt, dass ein einziger Konzern Preise und Löhne diktiert, sondern auch die Politik erpresst und korrumpiert wird.

Aber auch das geht schon über das Büchlein hinaus. Wer erst einmal an einem Faden zieht, merkt, wie schnell sich das ganze Gewebe auflöst. Und dabei sind die großen Tech-Konzerne gerade erst dabei, auch noch den letzten verbliebenen Bereich der kompletten Verwertung zuzuführen: die persönlichen Daten aller Menschen. Dass die derzeit betriebene Digitalisierung die Probleme löst, glaubt Hieke nicht.

Im Gegenteil: So werden sich wohl alle Probleme noch verschärfen. Denn die neoklassische Art, Wirtschaft zu denken, ist längst in ihrer Sackgasse angekommen. „Das Grundproblem – höhere Produktion, weniger menschliche Arbeit, weniger Wertschöpfung, weniger Einkommen und stagnierender Absatz – wird sich kaum lösen lassen“, schreibt Hieke.

Unsere Art, über Wirtschaft nachzudenken, muss sich also ändern. Das alte Märchen von „Angebot und Nachfrage“ funktioniert nicht mehr. Und die gesellschaftliche Unwucht, die entsteht, wenn immer mehr Menschen samt ihrer Arbeitskraft aus den Produktionsprozessen entfernt werden, kann man längst auch in den westlichen Staaten beobachten.

Sie hat den Brexit befeuert und die Wahl Donald Trumps ermöglicht. Ein Büchlein also, aus dem man etwas lernen kann. Und das zu denken gibt. Gerade jetzt, wo so viele Narren meinen, sie müssten den Menschen aus allen Produktionsprozessen entfernen, weil er sie bei der Steigerung der Profitrate stört. Na holla. Das kann nicht gutgehen.

 

Manfred Hieke „Genug Turbokapitalismus“, Passage-Verlag,Leipzig 2018, 8,90 Euro

Ein Gespenst geht grinsend um in Europa, ein Gespenst namens Karl Marx

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