Acht Karzer, eine Sternwarte und ein Eckchen für Günter Grass

Mit Heine, Lichtenberg und Steffi Böttger in der beschaulichen Universitätsstadt Göttingen

Für alle LeserEs gibt Städte in Deutschland, da glaubt man schon mal gewesen zu sein, wenn man sich mit Steffi Böttger einen Tag lang durch die Altstadt tummelt. Göttingen ist so eine Stadt. Natürlich war auch Goethe da. Er hätte hier nur zu gern studiert. Aber der gestrenge Papa wollte das nicht. Er musste nach Leipzig, um Jura zu pauken. Aber in Göttingen hängen eh schon über 300 Tafeln, die an berühmte Bewohner erinnern.

Und die meisten kamen seit dem 18. Jahrhundert natürlich, weil der Kurfürst von Braunschweig-Lüneburg hier 1734 eine Universität nach dem Vorbild der Uni Halle gründete – naturwissenschaftlich und aufklärerisch gedacht, sodass es reihenweise Dichter, Naturwissenschaftler, Mathematiker nach Göttingen zog.

Auch einen Studenten namens Heinrich Heine, der Göttingen in seiner „Harzreise“ besonders würdigt. Denn von hier aus ist er losgegangen. Und hat derbe Sätze über die Universitätsstadt geschrieben, die ihm durchaus etwas provinziell vorkam.

„Die Stadt Göttingen, berühmt durch ihre Würste und Universität, gehört dem König von Hannover, und enthält 999 Feuerstellen, diverse Kirchen, eine Entbindungsanstalt, eine Sternwarte, einen Karzer, eine Bibliothek und einen Ratskeller, wo das Bier sehr gut ist. Der vorbeifließende Bach heißt ‚die Leine‘, und dient des Sommers zum Baden; das Wasser ist sehr kalt und an einigen Orten so breit, daß Lüder wirklich einen großen Anlauf nehmen mußte, als er hinübersprang. Die Stadt selbst ist schön, und gefällt einem am besten, wenn man sie mit dem Rücken ansieht“, schreibt er. Steffi Böttger zitiert nur den letzten Satz. Die anderen waren ihr wohl zu heftig.

Es kommt ja noch deftiger: „Im allgemeinen werden die Bewohner Göttingens eingeteilt in Studenten, Professoren, Philister und Vieh; welche vier Stände doch nichts weniger als streng geschieden sind. Der Viehstand ist der bedeutendste.“

Ein Duell war es, das ihm den Verweis von der Universität eintrug. Und dabei hatte er schon drei missglückte Berufsausbildungen geschmissen, wie Steffi Böttger feststellt. Manchmal muss das einfach sein, sonst wird einer kein Dichter. Wer nichts erlebt hat, hat nichts zu erzählen.

Dabei war Göttingen mal für kurze Zeit das Zentrum der deutschen Literatur-Avantgarde: das war mit dem Göttinger Hainbund, zu dem Dichter wie Voß und Hölty gehörten – und so am Rande auch Gottfried August Bürger, den Steffi Böttger für seine Balladen ehrt, aber „Die Abenteuer des Freiherrn von Münchhausen“ nicht erwähnt. Was schade ist.

Denn seit wir Heine nun erwähnt haben, hat unser Gang durch die Stadt mit ihren alten prächtigen Fachwerkhäusern so etwas Renitentes. Als müsste man hier unbedingt ein bisschen rebellisch werden. Denn dazu regt die Stadt an, trotz der berühmten Wissenschaftler, die hier wirkten. Was Nobelpreisträger betrifft, liegt Göttingen weit vor Leipzig. 40 Stück hat man gezählt, die irgendwie mal da waren.

Und hätte Alfred Nobel 100 Jahre früher gelebt, wären es noch mehr – Leute wie Gauß und Weber zum Beispiel, die hier die erste Telegrafenstrippe der Welt quer durch die Stadt legten. (Wilhelm Weber kennt man von den Göttinger sieben, den sieben Göttinger Professoren, die der Kurfürst einfach rausschmiss, weil sie der von seinem Vater gegebenen Verfassung nicht abschwören wollten – die Brüder Grimm gehörten auch dazu).

Gauß und Weber haben wenigstens ein Denkmal bekommen und auch der berühmteste deutsche Physiker hat eins bekommen. Nein, nicht Heisenberg (auch wenn er trotzdem da war), sondern Lichtenberg, Georg Christoph Lichtenberg, bei dem auch Goethe in einer Vorlesung gastierte. Da wusste auch Goethe noch nicht, dass der kleine Physikprofessor in seinen Schmierheften noch viel schönere Sachen niedergeschrieben hatte.

Lichtenbergs Sudelbücher aber wurden erst nach seinem Tod veröffentlicht, obwohl er schon zu Lebzeiten eifrig auch fürs „Göttinger Musen-Almanach“ schrieb. Das erschien bei Johann Christian Dieterich, dessen Haus man beim Rundgang mit Steffi Böttger natürlich kennenlernt – obwohl es heute Lichtenberg-Haus heißt. Der Mieter (der gar keine Miete zahlen musste) ist heute berühmter als sein berühmter Verleger. Schreibt Epigramme, Leute! Schreibt eure besten Geistesblitze auf!

Aber wer macht das schon in unserer Zeit, wo Geistesblitze erst einen Übersetzer brauchen, damit sie vom TV-Publikum verstanden werden. Oder so ein Regie-Schild: „APPLAUS! LACHEN!“

Das mit dem Schild würde wohl funktionieren. Aber ob so ein Spruch verstanden wird? – „Die größten Dinge in der Welt werden durch andere zuwege gebracht, die wir nichts achten, kleine Ursachen, die wir übersehen, und die sich endlich häufen.“

Dutzende Verlage leben heute davon, dass sie Lichtenbergs beste Epigramme in immer neuer Auswahl veröffentlichen. Packt man sich seinen Lichtenberg ein, wenn man nach Göttingen fährt? Liegt ja zum Glück nicht in Bayern, sodass man wohl ungeschoren über die Grenze kommt. An Göttingen faszinieren ja die Gegensätze. All diese schmuck hergerichteten Fachwerkhäuser, die man eher in Quedlinburg, Goslar oder Wernigerode vermutet. Hier stehen sie auch. Bis in Heines Zeit war Göttingen wirklich ein Nest. Und die Universität kam nur deshalb hierher, weil es so billiger war. Die Braunschweiger waren schon immer ein sparsames Volk.

Da verblüfft eher, dass die Stadt schon damals einen großen Ruf hatte. Wem Berlin zu laut war, der studierte in Göttingen. Bismarck zum Beispiel, dessen Studentenbude man zumindest von außen bewundern kann. Das war kurz nach Heine. Alle beide landeten ja dann bekanntlich doch wieder in Berlin.

Zwischen lauter Fachwerk taucht beständig ein neues Stück Universität auf, hier ein Auditorium Maximum, dort die zur Bibliothek umgebaute Paulinerkirche, der alte Botanische Garten (wo man Albrecht von Haller begegnet), die Sternwarte nicht zu übersehen, deren Bau Gauß noch miterlebte, zwischendurch lauter Kirchen. Und wer mit Steffi Böttger schon unterwegs war, weiß: Sie ist auf jeden zugänglichen Kirchturm geklettert. Denn von oben, da, wo früher der Türmer wohnte, sieht man in der Regel alles, was wichtig ist an so einem Städtchen. Bestimmt auch den Mühlgraben, an dem die Pilgerstätte aller Günter-Grass-Freunde liegt: das Literarische Zentrum mit dem Steidl-Verlag.

Am Ende der Tour ist man eh voller Bilder, hat acht Karzer besichtigt (etwas, was sich in Leipzig niemals erhalten hätte) und beinah auch die Wirkungsstätte eines bekannten Leipzigers besucht, denn nach seiner Verhaftung und der Zuchthausstrafe in Bautzen ging Wolfgang Natonek nach Göttingen und wurde dort Gymnasiallehrer am Max-Planck-Gymnasium.

Studenten prägen die Stadt noch heute. Die Universität hat sich ihr starkes naturwissenschaftliches Profil bewahrt. Und das prägt auch das Straßenbild mit vielen schönen Freisitzen. Und wem es zu warm wird, der steigt zur Gewölbekellerführung in die hunderte Jahre alten Keller unter den alten Häusern hinab. Das kann man in Leipzig tatsächlich nicht.

Wen haben wir vergessen? – Natürlich die Frauen: Dorothea Schlözer, Tochter des Staatsrechtlers August Ludwig von Schlözer, der beweisen wollte, dass Frauen zur selben Bildung fähig sind wie die Männer. 1787 erwarb sie den ersten Doktortitel einer Frau in Philosophie. Das war Aufklärung in praxi. Viele Männer können bis heute nicht begreifen, dass Frauen mindestens genauso klug sind wie sie.

Und die andere im Rundgang erwähnte Frau ist Therese Forster-Huber, die mit dem berühmten Naturforscher Georg Forster verheiratet war (dem wir jüngst als Rebellen in Mainz begegneten) und die selbst als Schriftstellerin erfolgreich war. Und wenigstens im Lauf-Text gewürdigt wird die in Göttingen geborene Caroline Schlegel-Schelling, geborene Michaelis.

Wahrscheinlich hat man nach dem Rundgang durch Göttingen einfach nur noch einen steifen Nacken, weil man ständig die Tafeln mit den berühmten Bewohnern an den Häusern studiert. Oder man ärgert die ganzen heutigen Smartphone-Gucker, indem man wahlweise beim Spazieren seinen Lichtenberg liest oder Forsters Reisebeschreibung aus der Südsee. Das lohnt sich nämlich, bevor man in die Ethnologische Sammlung der Universität abbiegt, wo die gesammelten Reisefundstücke nicht nur von Georg Forster, sondern auch die seines Kapitäns James Cook zu besichtigen sind.

Es ist so ein Örtchen, an dem die deutsche Spätaufklärung mit ihrem stürmischen Übergang zu Sturm und Drang zu erleben ist. Und wo man bestimmt viele Freunde findet, wenn man Heines „Harzreise“ ganz laut vorliest …

Steffi Böttger Göttingen an einem Tag, Lehmstedt Verlag 2018, 5 Euro.

RezensionenStadtführerGöttingen
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