Wie findet man Heimat in einer Welt, die sich immer schneller verändert?

Dunja Hayalis große Streitschrift für ein modernes und tolerantes Heimatland Deutschland

Für alle LeserWir leben ja in einer Zeit, in der eine kleine Gruppe boshafter Menschen versucht, unsere Gesellschaft zu zerstören – lautstark, durchdringend, arrogant. Und das nicht nur in Deutschland. Keine politische Bewegung ist heute international so gut vernetzt wie die der Rechtsextremen, die mit alten Wörtern wie Volk und Heimat versuchen, die dümmsten aller Schafe einzufangen. Und die nicht nur das öffentlich-rechtliche Fernsehen mit ihrem Kampfbegriff „Lügenpresse“ angreifen.

Sie gerieren sich als „besorgte Bürger“, stilisieren sich selbst dann zu Opfern, wenn sie ein Leben lang im gut bezahlten Staatsdienst Karriere gemacht haben, sie sind in der Regel höheren Alters, weiß und männlich. Und sie bedienen sich ungeniert aus der Propagandakiste der Nationalsozialisten.

Denn wie man Meinungen manipuliert und Emotionen schürt, das wussten die Herren Goebbels und Kameraden schon. Sie haben das Instrumentarium ausgefeilt, bis sie damit ein ganzes Volk dahin führen konnten, wo sie es haben wollten: in den blutigsten Krieg der Weltgeschichte.

Warum dieser Abschweif?

Weil das bis heute vielen Politikern, Kommentatoren und Moderatoren nicht klar ist. Sie behandeln die menschenfeindlichen Akteure oft noch immer so, als wären das alles vertretbare Positionen innerhalb des demokratischen Spektrums, also irgendetwas, was von der Meinungsfreiheit des Grundgesetzes gedeckt ist.

In Teilen ist es das auch. Weil die Grenzen fließend sind. Und weil die Neuen Rechten längst gelernt haben, die Grenzen des Sagbaren immer weiter hinauszuschieben, die Zuhörer, Wähler und die Medien daran zu gewöhnen, dass der ersten Grenzüberschreitung bald die nächste folgt. Und sie bedienen sich professioneller als alle anderen der sogenannten sozialen Netzwerke. Sie wissen, wie man dort Themen setzt oder wie man – in konzertierter Zusammenarbeit – dafür sorgt, dass die Kommentarspalten der großen Medien von ihren Meinungen dominiert werden.

Was ja die Studie „Hass auf Knopfdruck“ exemplarisch gezeigt hat.

Die Studie erwähnt Dunja Hayali natürlich auch in dieser schönen Streitschrift, mit der sie das umsetzt, was sie sich entschlossen hat zu tun, nachdem ihr klar war, dass man das Geschrei der Menschenfeinde nicht ignorieren kann. Dass Schweigen und Wegdrücken gar nichts helfen. Im Gegenteil: Dann überlässt man den Herren mit ihrem erbensgroßen Weltbild, in dem aufgeblasene Worte wie Heimat, Nation und Identität die zentrale Rolle spielen, die ganze Bühne. Dann nehmen sie sich den Raum und schreien alles zu. Und das wirkt in einem Land, in dem die öffentliche Gesprächskultur nicht wirklich gut entwickelt ist, dann wie eine Gehirnwäsche.

Deswegen spielt das Wort Heimat ja so eine große Rolle. Ein Begriff, der ursprünglich einmal ein verwaltungstechnischer war: Er beschrieb den Wohn- bzw. Herkunftsort eines Menschen. Auch in einer Zeit, die heutige Spätromantiker wie der Maler Neo Rauch als eine noch heile Welt empfinden. Obwohl sie das nie war. Auch nicht das deutsche Biedermeier, das nur in Märchenbüchern als Idylle gemalt wird.

Tatsächlich war es genau die Zeit der beginnenden Industrialisierung und der zunehmenden Wanderschaft von Menschen, die in den Dörfern keine Arbeit mehr fanden. „Heimatlose Gesellen“, wie es auch Dunja Hayali erwähnt, die sich mit der Herkunft des Begriffes Heimat sichtlich intensiver beschäftigt hat als unsere großen „Heimatschützer“.

Was schützen sie eigentlich? Eine Frage, mit der sich die Autorin sehr intensiv beschäftigt. Immer wieder reflektiert sie zurück auf ihre eigene Familie, die einst den Irak verließ, nicht ganz feiwillig, aber getrieben von denselben Wünschen, Träumen und Hoffnungen, die jeder und jede haben, die ihren Geburtsort verlassen.

Und damit öffnet sie den Blick auf etwas, was unsere Heimatbürger nicht sehen wollen. Oder nicht können. Da ja ihre Vorstellung von Heimat nun einmal ist, dass alles so bleibt, wie es ist. Und dass auch alle da bleiben, wo sie geboren wurden.

Und da ist man bei diesem verstörten deutschen Osten, wo so viele Dagebliebene so leicht empfänglich sind für dieses Heimatgeschwätz. Erst recht seit 2015, als sie auf einmal direkt konfrontiert wurden mit den Katastrophen da draußen in der Welt und der (völlig ignorierten) Tatsache, dass Deutschland heute in der Welt eines der beliebtesten Zuwanderungsländer ist.

Und zwar nicht wegen der von den rechten Narren so gern beschworenen Sozialsysteme, sondern weil hier Menschen mit guter Bildung eine echte Chance sehen, ihren Lebenstraum zu verwirklichen. So wie Hayalis Vater, der im Ruhrpott die Chance sah, seinen Arztberuf auszuüben.

Und genau dieselben Gründe haben seit 1990 Millionen junge Ostdeutsche dazu gebracht, in den Westen zu migrieren. Sie hatten es einfacher als die jungen Leute aus Syrien, Afghanistan oder Irak. Sie beherrschten die Sprache, sie unterschieden sich äußerlich nicht von den anderen, sie hatten meist Qualifikationen, die sofort anerkannt wurden. Sie fielen nicht auf.

Erst 2018 hat ja bekanntlich der bayerische Ministerpräsident mitgekriegt, dass auch hunderttausende Ostdeutsche nach Bayern eingewandert sind – und die wählen augenscheinlich nicht CSU. Das gerade in Bayern so beliebte Heimattümeln funktioniert nicht mehr in einer globalisierten Welt.

Wobei Hayali daran erinnert, dass diese Globalisierung für Deutschland auch nicht erst mit den „Gastarbeitern“ in den 1960er Jahren begann, sondern schon mitten im 19. Jahrhundert: Da wanderten (gerade nach der gescheiterten Revolution von 1848) Millionen Deutsche aus – nach Amerika, dem gelobten Land, wo sie die Chance sahen, ihre Träume vom Leben zu erfüllen. Längst spielt Deutschland genauso eine Rolle als Traumland für Millionen Menschen weltweit.

Und Hayali weist auch liebevoll darauf hin, dass es die Deutschen selbst sind, die diesen Traum weltweit verbreiten – da muss jeder Afrikaner, Araber oder Asiate nur auf sein Smartphone schauen und sieht die Verheißungen einer funktionierenden Demokratie, von Millionen deutscher Handynutzer freudestrahlend verbreitet.

Wer ist hier eigentlich doof? Sind es die Deutschen, die so stolz sind auf ihren Wohlstand? Sind es die Menschen anderswo, die Teil dieses Versprechens werden wollen? Die auch – zu Recht – die Botschaft herauslesen: Wir brauchen euch!? Denn alle wirklichen deutschen Probleme von heute erzählen vor allem von einem: Personalmangel.

Überall fehlen die Lehrer, die Ärzte, die Pflegekräfte, die Facharbeiter, die Lkw-Fahrer, die Busfahrer usw. Deutschland schreit in alle Welt, dass es Arbeitskräfte braucht.

Nur so als kleiner Abschweif. Wie aber passt das ganze Gejammer vom Abgehängtsein dazu? Auch dazu macht sich Hayali Gedanken. Sie hat ja etwas gemacht, was in deutschen Medien bislang eher die Ausnahme war: Sie hat mit den Leuten, die sie beschimpften und trollten, versucht, ins Gespräch zu kommen.

Sie hat sie angerufen oder direkt das Gespräch gesucht, nachdem sie lange überlegt hat, wie sie mit diesen ständigen Beleidigungen, Hassaufrufen, Erniedrigungen und Verächtlichmachungen umgehen sollte, die sie als Tochter von Migranten und Frau im deutschen Fernsehen gleich doppelt trafen. Denn der Hass auf Ausländer verbindet sich ja für die wütenden Trolle in unserem Land in der Regel mit tiefster Verachtung für kluge Frauen.

Aber sie hat sich dem gestellt. Und sie hat dadurch auch erfahren, dass bei vielen dieser wütenden Menschen tatsächlich persönliche Verletzungen und das Gefühl des Zurückgesetztseins dahinterstecken. Auch und gerade bei Ostdeutschen, die oft auch die ganzen 28 Jahre nicht genutzt haben, um die alte Erwartungshaltung des Untertanen abzustreifen.

Auch eine Gesellschaft wie unsere geht nicht ohne Verletzungen ab. Aber wer sie nur erduldet, der ändert nichts. Und wer sich nicht einbringt und wirklich kämpft, der ändert auch nichts. Der läuft auch 30 Jahre nach ultimo so zerknautscht und griesgrämig herum wie die besorgten Bürger von Dresden.

Eigentlich macht die Fernsehjournalistin in ihrem Buch vor, wie es geht, wie man sich mit den Fragen konfrontiert, die nun einmal da sind. Und mit den Leuten spricht – sofern sie erreichbar sind und nicht völlig abgetaucht in ihrer Blase aus Vorurteilen und Hass. Da kann man dann nicht mehr reden.

Aber mit den anderen kann man reden, mit denen, die sehr wohl eine Sehnsucht verbinden mit Worten wie Heimat. Denn es gilt für alle Menschen, was Dunja Hayali für ihre eigene Familienerfahrung sagen kann: Menschen brauchen Orte, an denen sie sich geborgen fühlen, wo sie sich nicht bedroht fühlen und wo sie bei jeder Rückkehr das Gefühl haben, dass sie sich hier akzeptiert fühlen.

Und das ist bei einigen Menschen der Ort ihrer Kindheit, bei sehr vielen Menschen aber ist es der Ort ihrer Wahl – die Stadt, in die sie gezogen sind, um zu studieren, zu arbeiten, eine Familie zu gründen. Wo sie Freunde gefunden haben und Vereine, in denen sie willkommen sind.

Alles Dinge, die Menschen ja zurücklassen, wenn sie vor einem Krieg oder blindwütigen Diktatoren fliehen, weil ihr Leben bedroht ist. Niemand verlässt freiwillig seine Heimat, stellt auch Hayali fest. Ihre Eltern wären gern in den Irak zurückgekehrt. Aber als die dortige Diktatur immer schlimmer wurde, begruben sie diesen Traum.

Auch das ist wichtig: Die meisten Menschen, die fliehen müssen, versuchen in der Nähe zu bleiben, in der Nachbarregion oder im Nachbarland – in der Hoffnung, irgendwann zurückkehren zu können. Und auch die „Gastarbeiter“ kamen ursprünglich, um eine Zeit lang zu arbeiten und dann zurückzukehren. Aber dann wurden sie weiter gebraucht, gründeten Familien, hatten die Sprache gelernt und sahen nun, dass ihre Kinder mehr Chancen hatten als in der ehemaligen Heimat.

Und der Mensch kann mehrere Heimaten haben, findet die Autorin, mehrere Orte, an denen er sich zu Hause fühlt. Es lohnt sich also, über den Heimatbegriff nachzudenken. Nur landet man dann nicht bei diesem Schmalspurdenken der Neurechten, die das Wort Heimat als Schlachtwort benutzen und Flüchtlinge als Objekte ihrer Teile-und-Herrsche-Strategie. Denn wer Menschen so radikal ausgrenzt, der spaltet die Gesellschaft, der zerstört ihren Konsens.

Migration verlangt allen etwas ab. Das stimmt. Und nicht nur Dunja Hayali findet es fatal, dass Angela Merkel nach ihrem „Wir schaffen das“ so klammheimlich umgedreht ist und längst schon eine rigide Abschottungspolitik in ganz Europa unterstützt. Während vieles in Deutschland in Sachen Integration mehr schlecht als recht funktioniert hat. Da hätte sich mehr Engagement gelohnt.

Oder besser: Es wäre zwingend notwendig. Denn der simple Blick auf unsere Geburtenzahlen zeigt: Deutschland wird ein Land bleiben, das ohne Zuwanderung nicht funktioniert. Es wäre nie zum Exportweltmeister geworden, wenn die „Gastarbeiter“ in den 1970er Jahren wieder nach Hause gegangen wären. Ein Großteil der deutschen Unternehmen hätte dichtmachen müssen – oder abwandern. So wie es England mit seinen Industriebetrieben passiert ist.

Und noch heute dominieren auch in den großen Medien irre Vorstellungen davon, wie die Zukunft aussehen soll – von der kompletten Digitalisierung, die Menschen zu Anhängseln intelligenter Technik macht, bis hin zur völligen Mobilisierung der Arbeitskräfte, die ihre „Heimat“ nur noch über Karriere und Einkommen definieren.

Darauf geht Hayali im Abspann ihre Buches ein, wo sie erörtert, was eigentlich aus Gesellschaften wird, in denen Menschen keine Heimat mehr haben. Oder wo die Schollen-Verteidiger den Globalisierern unversöhnlich gegenüberstehen und die Gesellschaft zerstören.

Das kann es alles nicht sein. Und das würde Deutschland und Europa nicht nur für Zuwanderer völlig unattraktiv machen, sondern auch für die Europäer selbst, denen meist gar nicht bewusst ist, dass hinter dem ganzen Gerede von „unseren Werten“ und „unserer Kultur“ im Grunde auch wieder eine Welt von Heimaten steckt, etwas, was man eigentlich nicht vermissen möchte – weder die schwer erkämpften Grundrechte aus dem Grundgesetz noch die Möglichkeit, in genau dieser nach wie vor gut ausgestatteten Kultur zu leben – mit starken, noch handlungsfähigen Staaten, mit guten Infrastrukturen, funktionierenden Städten und der Möglichkeit, jederzeit überall hinreisen zu können.

Auch die Welt der europäischen Kulturen ist vielen von uns Heimat – und garantiert auch vielen der Rechtspopulisten. Nur dass sie in ihrer ganzen Miesepetrigkeit gerade diese Vielfalt und diesen Reichtum verächtlich machen. Ständig schlechtreden – bis dahin, dass sie von Staatsversagen schwadronieren, wo die Deutschen 2015 eine ihrer größten Hilfsaktionen geleistet haben. Ehrenamtliche und Kommunen vorneweg, die aber leider oft genug merkten, dass Landesregierungen und BAMF ihre Bemühungen nicht unterstützen oder gar torpedierten. Das hätte anders laufen können.

Aber es ist auch so gelaufen, weil die Fremdenfeinde schon im Herbst 2015 die kommunikative Hoheit im Land erobert haben und Hass und Beleidigung alle traf, die nicht auf dieser Linie waren. Es bringt nicht viel, auf die Argumente der Rechtsradikalen einzugehen. Man findet dahinter nicht viel.

Aber die aufgeblasenen Worte sorgen dafür, dass wir die eigentlichen Probleme nicht mehr sehen. Auch nicht unsere eigenen. Und es gibt wahrlich andere Probleme, die gelöst werden müssen – von der Bildung über den Wohnungsbau bis zum Nahverkehr, der Rentenabsicherung und den Kommunalfinanzen.

Und dazu brauchen wir eigentlich jeden, der mitmacht, diese Dinge in Ordnung zu bringen. Auch und gerade die Menschen, die das als Botschaft verstehen, in Deutschland ihren neuen Arbeits- und Lebensort zu suchen.

Hayali spricht von mehreren Heimaten. Und auch von unterschiedlichen Heimaten, in denen wir alle zu Hause sind und – wie im letzten Kapitel die Frau auf der Bank in Berlin – das Gefühl haben, jetzt, in diesem Moment, mit allen Gefühlen zu Hause zu sein. Selbst wenn das eigentliche Zu Hause im fernen Zürich liegt. In diesem Fall ist es Musik von George Gershwin und ein Gedichtband von Rilke. Wir haben auch literarische und musikalische Heimaten.

Und um das akzeptieren zu können, ist es ganz gut, auch die anderen als Menschen in verschiedensten Heimaten zu begreifen. Manchmal trifft sich das. Dann öffnen sich die Türen zu Freundschaften und tiefem Verständnis. Und es passiert noch etwas, was viele der erbitterten Gesprächspartner von Dunja Hayali augenscheinlich vermissen: Es entsteht das Gefühl, verstanden und akzeptiert zu sein. Selbst im Internet.

Und das fehlt heute augenscheinlich vielen Menschen, die sich von der Heimattümelei der konzeptlosen Parteien angelockt fühlen. Ganz bestimmt in der Hoffnung, das ließe sich so irgendwie wieder herstellen. Aber das trügt. Die „Heimatschützer“ schützen nichts, sie bringen nur Angst und Zwietracht in die Dörfer und Städte, machen Menschen zu Sündenböcken und Freiwild.

Und sie lenken die tatsächlich Ratlosen davon ab, ihre wirkliche Heimat zu suchen. Denn dazu muss man losgehen – zumindest gedanklich – und suchen. Wer weiß, dass es so ist, der wird aktiv. Der überlässt die Heimat nicht den Kraftmeiern von rechts, sondern schafft sich eine eigene und beginnt, für seine Dinge zu kämpfen und sich Menschen zu suchen, die ihn verstehen. Der letzte Satz aus Hayalis vehementer Streitschrift für ein richtiges Beheimatetsein: „Die Evolution echter Toleranz beginnt in unseren Köpfen und Herzen. Wir müssen es nur wollen.“

Und drüber reden. Das gehört zwingend dazu.

Dunja Hayali Haymatland, Ullstein, Berlin 2018, 16 Euro.

Leipziger Zeitung Nr. 60: Wer etwas erreichen will, braucht Geduld und den Atem eines Marathonläufers

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