Reportagen aus einem gespaltenen Land

Die Reise zum Riss: Peter Maxwills Erkundungen in einem Deutschland, das das Miteinander-Sprechen wieder lernen muss

Für alle LeserJüngst ließ ich hier ein wenig meinen Unmut aus an den Expeditionskorps diverser großer deutscher Zeitungen, die meinten, den Osten mit solchen ausgesandten Forschungskollektiven noch schnell mal vor den Landtagswahlen ergründen zu können. Es gibt auch Magazine und Journalisten, die es anders gemacht haben. So wie Peter Maxwill, 1987 geboren und als Redakteur beim „Spiegel“ beschäftigt. Er ist schon seit 2015 unterwegs.

Er war zwar irritiert durch die in allen Medien im Sommer 2015 verbreiteten Ereignisse im sächsischen Freital. Er reiste auch hin – sogar mehrmals. Doch er gehört zu jenen Journalisten, denen das Dramatisieren eines seltsamen Ereignisses zu wenig ist, die auch noch wissen wollen, was danach passiert, wie die Geschichte weitergeht und was sie mit den Betroffenen anrichtet. Und er hat – vielleicht weil er so jung ist – keine Mauer im Kopf.

Er sortierte die Nachrichten nicht einfach nach Ost und West, auch weil die Ereignisse in Freital etwas deutlich machten, was auch in westdeutschen Provinzen längst zu sehen ist: Unsere Gesellschaft polarisiert sich immer mehr, zerreißt regelrecht. So wie die Diskussionen in den sogenannten „sozialen Medien“, wo übereinander hergefallen wird, als gelte es, dem anderen über kurz oder lang den Schädel einzuschlagen oder ihm jegliche Zurechnungsfähigkeit abzusprechen.

Was verloren geht, ist die Gesprächsfähigkeit unserer Gesellschaft, die Akzeptanz dafür, dass andere über die verschiedensten Dinge anderer Meinung sind. Und dass man selbst nach einem zündenden Streitgespräch nicht auseinander gehen muss mit dem Gefühl, dass man mit einem „Feind“ gesprochen hat. Es kommt im Buch auch zu einigen solcher Gespräche, auch einem aus der von den großen Medien initiierten Reihe „Deutschland spricht“, wo ganz bewusst Menschen zusammengebracht wurden, die konträre Ansichten zur Welt und zum Zeitgeschehen haben. Und auch wenn sich das in den Gesprächen bestätigte, gingen die meisten doch mit dem Gefühl auseinander, dass dieses Miteinandersprechen sie bereichert hat. Auch bestärkt.

Und trotzdem scheint das ganze Land auseinanderzudriften, werden selbst Menschen, die sonst eher zurückhaltend sind, radikaler in ihren Wortmeldungen, bekommen radikale Demonstrationen Zulauf und eigentlich sonst friedfertige Bürger reagieren mit öffentlicher Wut. Aber das begann nicht erst mit der „Flüchtlingskrise“ von 2015, die keine Krise war und auch keine unrechtmäßige „Grenzöffnung“. Auch Maxwill merkt an, wie auf einmal ein seltsamer Wortgebrauch in den öffentliche Diskurs schwappt, lauter Begriffe, die direkt dem Vokabular der NS-Zeit entstammen und natürlich ihre Quellen haben. Verblüffend ist eher, welche Renaissance sie erfahren und wie viele Menschen sich dazu verleiten lassen, dieses von Verachtung und Hass besetzte Wortwerk zu benutzen.

Das hat Ursachen. Und einigen kommt Maxwill in seinen vielen kleinen Reportagen auf die Spur, die ihn seit 2015 in fast jede Ecke der Republik geführt haben – und in einem Fall auch darüber hinaus ins belgische Mechelen, einer Stadt, die jahrzehntelang für all ihre sich immer mehr aufschaukelnden Probleme bekannt war, die irgendwie mit dem wachsenden Anteil an Migranten in der Stadt zu tun hatten.

Aber Maxwill spricht in diesem Fall mit dem Bürgermeister von Mechelen, Bart Somers, dem es durch eine Doppelstrategie gelungen ist, das Klima in der Stadt völlig zu drehen – er hat eine harte Law-and-Order-Politik mit einer bewussten und finanzstarken Integrationspolitik verbunden mit dem Ziel, den Bürgern der Stadt das Gefühl zu geben, dass sie alle Bürger sind und dass sie alle dazu beitragen können (und müssen) ihre Stadt voranzubringen. Es geht nun einmal immer um das Thema Teilhabe. Und um Engagement. Und zwar nicht nur das von Freiwilligen (zu denen Maxwill aus ganz Deutschland ebenfalls Beispiele bringt), sondern auch der Stadt.

Spätestens beim Thema Mechelen ahnt man, welchen Anteil amtierende Politiker und Stadtverwaltungen tatsächlich haben, wenn eine Stadt in Streit und Aggression abkippt. So betrachtet – ein sächsisches Problem, dem Maxwill mit der Freitaler Stadtverwaltung und einer resoluten Sprechverweigerung der bürgerlichen Parteien exemplarisch begegnet.

Genau in solche Räume des Nicht-Stellung-Nehmens, der regierenden Sprachlosigkeit und der Feigheit, sich gegen die Aggression einer in der Regel winzigen rechtsradikalen Szene entgegenzustellen, dringen die Rechtsradikalen vor, die gern verharmlosend Rechtspopulisten genannt werden. Aber eine in Aggressionen zerfetzte Gesellschaft ist ihr Ziel. Sie säen Hass und Misstrauen. Und sie agieren mit offener Aggression, deren Zweck nun einmal die Einschüchterung ist. Auch Maxwill kennt die E-Mails dieser Leute, die vor der Androhung von Mord nicht zurückschrecken.

Und die auch deshalb immer wieder auftrumpfen, weil die Regierenden immer wieder zurückgewichen sind. Auf Hoyerswerda und Rostock-Lichtenhagen hat die Bundespolitik genauso feige reagiert wie auf die Vorfälle ab 2015. Statt den Rechtsradikalen ihre Grenzen zu zeigen, hat man die Asylgesetzgebung verschärft – und damit den Eindruck verstärkt, dass Zuwanderung unerwünscht ist und gewalttätige Übergriffe auf Menschen, die anders aussehen, tolerierbar. Deswegen kommt auf Maxwills Deutschlandkarte auch Solingen vor, nebst etlichen anderen westdeutschen Städten, die er besucht, weil er wirklich wissen will, warum die Gemüter so überkochen.

Liegt es an der falschen bzw. fehlenden Integration? Warum werden Asylsuchende zu Mördern oder radikalisieren sich gar binnen kürzester Zeit? Hat das vielleicht genau mit der nicht ausgesprochenen Unwilligkeit deutscher Behörden zu tun, Menschen aus (Bürger-)Kriegsländern wirklich eine Chance zu geben? Selbst dann, wenn sie hochmotiviert sind? Und was geht dann in diesen jungen Menschen vor, wenn ihnen immer wieder auf die schöne amtliche Art der Stinkefinger gezeigt wird? Eine Art, hinter der sich die eigentlichen Rassisten ja so gern verstecken, wenn sie dann auf einmal anfangen, von Werten, Kultur und Identität zu reden.

Wobei Maxwill auch zeigen kann, dass bei all den Geschichten, die er erzählt, immer auch das Thema Heimat mitschwingt. Die einen glauben ihre Heimat, so wie sie sie kennen, bedroht, die anderen suchen einen neuen Ort, an dem sie zuhause sein können und akzeptiert werden. Aber dahinter schwingt noch etwas anderes mit, das Maxwill auch bei den Entwicklungen in den USA, Großbritannien oder Italien am Werk sieht.

Der Rechtsruck ist nicht nur ein deutsches Thema. Maxwill fügt jedem Kapitel in seinem Buch auch noch eine eigene Erörterung bei, in der er Erklärungsansätze sucht für das, was er gefunden hat. „Es gibt ein grundsätzliches Problem: eines, das vermutlich viel mit ökonomischen Krisen im Kapitalismus und den gebrochenen Versprechungen von Politikern und Wirtschaftsexperten zu tun hat“, schreibt er in seiner Analyse zum Abschluss des Buches.

Gerade die unterschiedlichen Sichtweisen, die in seinem Buch lebendig werden, zeigen im Grunde, dass das Problem jede Menge mit Sprachlosigkeit zu tun hat, auch und gerade in Sachsen, wo die Rechtsradikalen zwar immer wieder mit schlagzeilenträchtigen Übergriffen auffallen – aber selbst in Freital konnten immer nur 300 Aktive beobachtet werden. Aber wo blieben die anderen Freitaler? „Die vielleicht gar keine Meinung zu einem Thema haben, in Ruhe gelassen werden wollen oder sich in politischen Debatten nach etwas sehnen, das verloren gegangen ist: Gelassenheit und Pragmatismus statt hasserfülltes Lagerdenken.“

Dabei beobachtet Maxwill so wohl, dass die wachsenden liberalen Milieus in den Großstädten eine Herausforderung sind. Die Menschen in diesen Milieus wachsen ganz selbstverständlich mit Vielfalt, Toleranz und Weltoffenheit auf. Es ist für sie selbstverständlich, während Menschen in ländlichen Räumen einem enormen Kontrolldruck unterliegen: „In Kleinstädten und Dörfern ist es schwieriger, sich den Entscheidungen einer Mehrheit zu widersetzen und einen eigenen Weg zu gehen: weil sich kaum jemand in die Anonymität der – nicht vorhandenen – Massen zurückziehen kann. Dieser Gruppenzwang kann positive Auswirkungen haben, so wie in Werpeloh, aber eben auch negative, so wie in Freital.“

Maxwill versucht zu vermeiden, mitgebrachte Wertungsmuster über das zu legen, was er vorfindet. So wird sichtbarer, dass die Gemengelage durchaus komplexer ist, als üblicherweise in Medien und politischem Showdown wahrzunehmen. Dort dringen fast immer nur die Vereinfacher durch, die Zuspitzer, die Politik letztlich zu einem großen Zirkus machen, in dem es persönlich und aggressiv zugeht. Da besetzen Populisten ziemlich erfolgreich einen Raum, in dem Politik sichtlich nicht mehr stattfindet. Denn wo Politik nicht mehr erklärt wird und Politiker sich hinter „der Wirtschaft“ verstecken, wird eine Gesellschaft sprachlos, ratlos und offen für Vermutungen, Verschwörungstheorien und Angst. Auch das wird deutlich. Denn die Angst verschwindet nur dort, wo Menschen wirklich beteiligt sind und handeln. Wo der Ort, an dem sie leben, ein Ort ist, den sie selbst gestalten und beeinflussen können.

Die Herausforderungen sind groß, wie Maxwill im sich zunehmend entleerenden Tangerhütte erfährt. Aber er findet auch Beispiele unvermuteter Solidarität, von gelingender Integration in Hamburg oder von Richtern, die den Rechtsradikalen von Freital die Leviten lesen. Freilich begegnet er auch Menschen, die den geschürten Ängsten in ihrem Leben Raum geben – einem Prepper, der sich wirklich auf die Große Katastrophe vorbereitet, und „Reichsbürgern“, die die Republik und die Demokratie zutiefst verachten. Er findet aber auch Heimatliebe und Pragmatismus.

Aber der Bundesrepublik bescheinigt er eben doch eine gewaltige Identitätskrise, eben weil über die Themen, die alle beunruhigen, nicht gesprochen wird. Schon gar nicht respektvoll. Selbst in einigen der „alten Parteien“ greift ja das „Diskutieren mit Schaum vor dem Mund“ zusehends um sich, auch wenn er dieser Frage im Speziellen nicht nachgeht. Aber augenscheinlich herrscht in einigen Parteiverbänden auch schon so eine Dorfatmosphäre und die offene, respektvolle Diskussion ist nicht mehr möglich.

Aber das ist jetzt meine Vermutung. Maxwill überfrachtet sein Buch nicht mit Erklärungen, auch wenn er, was er sah, ausgiebig analysiert und einordnet, wie man das als Journalist immer machen sollte. Man weiß nicht alles, aber wenn man so aufmerksam durch die ganze Republik reist, werden Zusammenhänge sichtbar, sieht man Verwandtschaften und Ursachen besser und kann auch den Lesern (einige der Geschichten kennt man ja schon aus dem „Spiegel“) einen Faden in die Hand geben, mit dem Dinge verständlicher werden.

Denn wo Politik im Erklären versagt, müssen Journalisten noch mehr erklären und erkunden. Und wenn sie gut sind, kommt am Ende so ein Buch dabei heraus, das zwar von tiefen Spaltungen erzählt, aber auch Denkansätze bietet, woher diese Spaltungen rühren. Und auch, was das mit den in etlichen Medien gepflegten arroganten Gruppenzuweisungen zu tun hat. Wer’s schnell und billig macht, richtet auch in der Medienwelt riesigen Flurschaden an. Mit dramatischen Folgen bis in die politische Landschaft hinein.

Da geht die Frage, was wir mit diesem Deutschland eigentlich sein und werden wollen, völlig unter. Dabei ist das die entscheidende Frage, die man aber nicht mit Wut und Zorn oder gar Ausgrenzung löst, sondern mit Pragmatismus, Geduld und Zuversicht. Deswegen sieht man im Buch nicht nur den Riss, sondern auch einige von jenen, die sich beim Reparieren nicht entmutigen lassen.

Peter Maxwill Die Reise zum Riss, Ullstein, Berlin 2019, 11 Euro.

Hinweis der Redaktion in eigener Sache: Eine steigende Zahl von Artikeln auf unserer L-IZ.de ist leider nicht mehr für alle Leser frei verfügbar. Trotz der hohen Relevanz vieler unter dem Label „Freikäufer“ erscheinender Artikel, Interviews und Betrachtungen in unserem „Leserclub“ (also durch eine Paywall geschützt) können wir diese leider nicht allen online zugänglich machen.

Trotz aller Bemühungen seit nun 15 Jahren und seit 2015 verstärkt haben sich im Rahmen der „Freikäufer“-Kampagne der L-IZ.de nicht genügend Abonnenten gefunden, welche lokalen/regionalen Journalismus und somit auch diese aufwendig vor Ort und meist bei Privatpersonen, Angehörigen, Vereinen, Behörden und in Rechtstexten sowie Statistiken recherchierten Geschichten finanziell unterstützen.

Wir bitten demnach darum, uns weiterhin bei der Erreichung einer nicht-prekären Situation unserer Arbeit zu unterstützen. Und weitere Bekannte und Freunde anzusprechen, es ebenfalls zu tun. Denn eigentlich wollen wir keine „Paywall“, bemühen uns also im Interesse aller, diese zu vermeiden (wieder abzustellen). Auch für diejenigen, die sich einen Beitrag zu unserer Arbeit nicht leisten können und dennoch mehr als Fakenews und Nachrichten-Fastfood über Leipzig und Sachsen im Netz erhalten sollten.

Vielen Dank dafür und in der Hoffnung, dass unser Modell, bei Erreichen von 1.500 Abonnenten oder Abonnentenvereinigungen (ein Zugang/Login ist von mehreren Menschen nutzbar) zu 99 Euro jährlich (8,25 Euro im Monat) allen Lesern frei verfügbare Texte zu präsentieren, aufgehen wird. Von diesem Ziel trennen uns aktuell 500 Abonnenten.

Alle Artikel & Erklärungen zur Aktion Freikäufer“

RezensionenReportage
Print Friendly, PDF & Email
Leserbrief

Hinweise zum Leserbrief: Bitte beachten Sie, dass wir einen Leserbrief nur veröffentlichen, wenn dieser nicht anonym bei uns eintrifft. Außerdem möchten wir darauf hinweisen, dass eine Teilnahme an Verlosungen des L-IZ Leserclubs mit dem Leserbrief nicht möglich ist.

Ihr Name *

Ihre E-Mail-Adresse *

Betreff

Ihre Nachricht *

Bild/Datei hochladen

Wären Sie mit der Veröffentlichung als Leserbrief einverstanden? *

 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr


Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Am 8. November im Haus Auensee: Apocalyptica & Epica – The Epic Apocalypse Tour
Apocalyptica. Quelle: Semmel Concerts

Quelle: Semmel Concerts

Im Herbst spielen zwei Bands, die perfekt zusammenpassen, eine gemeinsame Doppel-Headliner-Show: Die Cello-Metaller von Apocalyptica kommen zusammen mit den Symphonic Rockern von Epica auf Tour in Deutschland.
230. Bürgerkonzert im Gohliser Schlösschen
QuadrigaQuartett. Foto: Privat

Foto: Privat

Am Sonntag, den 23. Februar 2020, 15 Uhr, lädt der Freundeskreis „Gohliser Schlösschen“ e.V. im Rahmen der Gohliser Bürgerkonzert-Reihe zum 230. BÜRGERKONZERT mit dem QuadrigaQuartett des Mitteldeutschen Rundfunks in den Festsaal des Hauses herzlich ein.
„Vielfalt erleben“ – Museumsnacht in Halle und Leipzig am 9. Mai
Quelle: Kulturamt

Quelle: Kulturamt

In 80 Tagen ist es soweit: Eintauchen in die Museumsnacht in Halle (Saale) und Leipzig und „Vielfalt erleben“. Zum zwölften Mal laden die beiden Städte am 9. Mai ein, einen Samstagabend mit Freunden, dem Partner, der Familie oder allein unter dem Nachthimmel durch die Straßen und Gassen von Halle und Leipzig zu schlendern, sich von den Lichtern der teilnehmenden Einrichtungen locken zu lassen, in andere Welten einzutreten und bekannte Welten neu zu entdecken.
Leipzig hat keine rechtliche Handhabe, Laubbläser in der Stadt zu verbieten
Laubbläser bei der Arbeit. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEigentlich war die Petition zu den von der Leipziger Stadtreinigung verwendeten Laubbläsern eine ziemlich derbe, ein Appell an die Faulheit der Leute, die mit den lauten Geräten herumfuhrwerken. Einen Appell, den das Amt für Umweltschutz so ernst nahm, dass es quasi eine neue Regel zur Anschaffung von Laubbläsern formulierte. Die gefiel augenscheinlich auch dem Petitionsausschuss des Stadtrates, sodass der sie als Beschlussempfehlung übernahmen.
Leipzigs Verwaltung will zusammen mit der Leipzig Netz GmbH erstmals Panoramabilder fürs gesamte Straßennetz aufnehmen lassen
Blick in die Lützner Straße. Archivfoto: Marko Hofmann

Archivfoto: Marko Hofmann

Für alle LeserDie Leipziger werden in diesem Jahr etwas erleben, was es so lange nicht gab. Jedenfalls nicht seit den Tagen, als Google für sein Streetview-Angebot Kamerawagen mit hochaufragender Kamerastange durch Leipzig fahren ließ. Denn solche Fahrzeuge werden auch 2020 fahren, wenn der Stadtrat kurzerhand zustimmt. Nur dass es keine Google-Fahrzeuge sein werden, sondern Fahrzeuge der Leipzig Netz GmbH, der Netz-Tochter der Leipziger Stadtwerke.
Die Leipziger Buchmesse gibt zum ersten Mal allen Balkanstaaten eine gemeinsame Plattform
Das Blaue Sofa. Foto: Leipziger Messe, Tom Schulze

Foto: Leipziger Messe, Tom Schulze

Für alle LeserDer Frühling naht. Und damit jene kleine Zeitspanne, in der das Buch wieder für ein paar Tage die Hauptrolle spielen darf in der einstigen Buchstadt Leipzig. Und nicht ganz grundlos betont die Leipziger Buchmesse: „Leipzig liest und debattiert 3.700 Mal“. Denn bei „Europas größtem Lesefest Leipzig liest vom 12. bis 15. März“ wird Leipzig für drei Tage wieder zu der Stadt in Deutschland, in der wirklich einmal über die vielen Probleme der Gegenwart diskutiert wird. Und zwar auf anderem Niveau als in den deutschen TV-Talkshows.
Zahl der bewaffneten Rechtsextremisten in Sachsen hat 2019 wieder zugenommen
Zahl der bewaffneten Rechtsextremisten in Sachsen sinkt nicht. Montage L-IZ.de

Montage L-IZ.de

Für alle LeserNatürlich konnte auch Kerstin Köditz, innenpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Sächsischen Landtag, noch nicht ahnen, dass es am Wochenende vom 15. zum 16. Februar Haftbefehle gegen zwölf Mitglieder einer rechtsextremen Terrorzelle namens „Gruppe S.“ hageln würde. Erst am 17. Januar hatte es in Dresden deutliche Urteile für die Mitglieder der „Freien Kameradschaft Dresden“ gegebenen. Da fand erstmals tatsächlich auch die CDU klare Worte, was schon überraschte.
Diagnose: Paranoide Schizophrenie – Wie eine Krankheit ein ganzes Leben aus den Angeln hebt
Mara Majeskie: Diagnose: Paranoide Schizophrenie. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserMara Majeskie ist ein Pseudonym. Verständlicherweise. Wenn es um Krankheiten, Behinderungen und das Nicht-so-Sein wie die anderen geht, dann beginnen in unserer Gesellschaft die Tabus und Aversionen. Sie liegen ganz dicht unter der Oberfläche. Denn mit den Nicht-Perfekten und Normierten kann unsere Eliten-Gesellschaft nichts anfangen. Da wird sie abweisend und verachtend. Und so schreibt Mara von sich auch lieber in der dritten Person.
Ein Schelm und sein Helfer + Video
Werbung für „Mein Kampf“ von Adolf Hitler im Nachdruck. Screenshot Schelm Verlag 2016

Screenshot Schelm Verlag 2016

Für alle LeserAufmerksame L-IZ.de & LEIPZIGER ZEITUNG-Leser kennen den Namen bereits. „Der Schelm“, ein Online-Versandhandel von Adrian Preißinger, der die L-IZ.de bereits 2016 und 2018 beschäftigte und bis heute neonazistische und antisemitische Literatur als „wissenschaftliche Schriften“ im Netz vertreibt. Illegal versteht sich. Dem NDR ist nunmehr zuzurechnen, dass herauskommt, dass der ebenfalls bekannte Leipziger Neonazi und Ex-NPD-Stadtrat Enrico Böhm den Laufburschen für den Gewohnheitskriminellen Preißinger macht. Was zwischen 2016 und 2018 Ahnung war, bestätigt sich durch eine Recherche der Hamburger Kollegen.
Wasserwerke verleihen Wassi-Wanderpokal an Kita St. Martin in Grünau
Foto: Leipziger Gruppe

Foto: Leipziger Gruppe

Die Schwimmkinder der christlichen Kita St. Martin in Leipzig-Grünau erhalten den Wassi-Wanderpokal 2019. Engagement der Eltern, verlässliche Zusammenarbeit mit der Kita und die Freude der Kinder am Schwimmenlernen waren am Ende ausschlaggebend für die Auszeichnung. In diesem Jahr übergeben die Leipziger Wasserwerke diese Auszeichnung gemeinsam mit dem SC DHfK Leipzig zum 15. Mal. Ausgezeichnet wird dabei eine Kindereinrichtung, die mit besonderem Ehrgeiz und Erfolg an den Schwimm-Lernkursen des Vereins teilgenommen hat.
Geschichten erzählen & Geschichten spielen – ein neuer Kurs für Seniorinnen und Senioren im Budde-Haus
Heinrich-Budde-Haus in Gohlis. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Ab 13. März lädt das Budde-Haus in Leipzig-Gohlis jeweils freitags von 10.00 bis 11.30 Uhr neugierige Seniorinnen und Senioren zu einem besonderen Kurs ein.
Am 25 April im Haus Auensee: In Extremo
In Extremo © Jens Koch

© Jens Koch

Vom Akustik-Trio zu einer der erfolgreichsten deutschen Rockbands. Von einer Idee, harter Arbeit, unbeirrtem Glauben zumehreren Top-10-und drei Nr.-1 Alben. Zu ausverkauften Tourneen, bebenden Burgen und treuesten Fans auf der ganzen Welt. Vom neuesten Album „Kompass zur Sonne“ zu einem aufregenden Meilenstein: 25 Jahre In Extremo!
Was Zinkisotope im Zahnschmelz über prähistorische Pflanzen- und Fleischfresser verraten
Fossile Zähne eines Leierhirsches (Rucervus eldii) aus der Fossiliensammlung der Höhle von Tam Ham Marklot. Foto: Nicolas Bourgon

Foto: Nicolas Bourgon

Für alle LeserWie bekommt man eigentlich heraus, was Menschen in der grauen Vorzeit gegessen haben? Und prähistorische Tiere? Denn der Mageninhalt hat sich ja in der Regel nie erhalten. Nur Teile des Skeletts überdauern unter günstigen Voraussetzungen, und davon auch nur die widerstandsfähigsten Teile. Die Zähne zum Beispiel. Aber da fällt Leipziger Forschern schon was ein, wie man selbst aus Zähnen die Ernährungsgewohnheiten herauslesen kann.
12. Notenspur-Salon Richard Wagner – “Ich glaube an Gott, Mozart und Beethoven”
Alte Handelsbörse © Stadt Leipzig

© Stadt Leipzig

Hochwertige Musik in angenehmer Atmosphäre, geistige Anregungen, kulinarische Genüsse: Das waren schon im 18. und 19. Jahrhundert die Ingredienzien der bürgerlichen Musiksalons, wie es sie auch in Leipzig gab. In dieser Tradition lädt der 12. Notenspur-Salon „Richard Wagner“ Musikfreunde und -interessierte in die Alte Handelsbörse am Leipziger Naschmarkt zu gemeinsamen Klangerlebnissen und guten Gesprächen ein.
Leipzig bekommt immer mehr Förderabsagen für kommunale Straßenbauvorhaben
Straßenbau in der Lützner Straße. Archivfoto: Gernot Borriss

Archivfoto: Gernot Borriss

Für alle LeserJetzt dürfen sich alle mal aufregen. Am Montag, 17. Februar, regte sich auch Steffen Wehmann, Sprecher für Haushalt und Finanzen der Linksfraktion im Leipziger Stadtrat, ein bisschen auf. Denn mittlerweile merken auch die Leipziger Ratsfraktionen, was es bedeutet, wenn die Sächsische Staatsregierung lieber Milliardenrücklagen bildet, aber die Förderung für kommunale Investitionen so knapp hält, dass selbst eine Stadt wie Leipzig keine Fördergelder mehr bekommt.