Nur wenige Schmetterlingsarten scheinen von den Natura 2000-Schutzgebieten zu profitieren

Für alle LeserEigentlich sind auch die Natura 2000-Schutzgebiete in Europa zu klein. So wie das Leipziger Auensystem, das ebenfalls so ein Schutzgebiet ist. Und trotzdem helfen sie selbst in dieser zerstückelten Form einigen Tierarten, die gar nicht in diesen Schutzgebieten unter Schutz stehen. Das haben Forscher des iDiV jetzt zumindest erst einmal an Vögeln und Tagfaltern untersucht.
Anzeige

Das Netzwerk der Natura 2000-Schutzgebiete der Europäischen Union (EU) soll gefährdete Tier- und Pflanzenarten und deren Lebensräume schützen. Allerdings profitieren auch etliche Arten, die nicht im Fokus stehen. Nur sind diese Nutznießer ungleichmäßig über die großen Tiergruppen verteilt, berichtet ein internationales Forscher/-innen-Team, darunter Wissenschaftler des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) sowie des Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) in der Zeitschrift „Conservation Biology“.

So zieht fast die Hälfte der nicht in der Zielgruppe genannten Vogelarten Nutzen aus dem Natura 2000-Schutz, während bei den Tagfaltern nur ein gutes Viertel von einem solchen Mitnahmeeffekt profitiert.

Die Ergebnisse der Studie liefern einen weiteren Hinweis darauf, dass Insekten von den gegenwärtigen Schutzkonzepten nur ansatzweise erfasst werden.

„Wenn wir die Ziele des Naturschutzes definieren, sollten wir deshalb unseren Blick stärker als bislang auf die Insekten lenken“, schließt Prof. Josef Settele, Mitautor der Studie, aus diesem Ergebnis. Dabei denkt der Agrarökologe und Schmetterlings-Spezialist, der an UFZ und iDiv forscht, nicht nur an Tagfalter, sondern auch an andere, häufig unscheinbarere Arten wie Mücken, Ameisen oder die vielen Bodeninsekten, die in der Natur ebenfalls zentrale Rollen einnehmen.

Untersucht haben die Forscher allerdings nur die Auswirkungen der Natura 2000-Schutzgebiete auf Vögel und Tagfalter.

„Von diesen beiden Gruppen gibt es die allermeisten Beobachtungsreihen über viele Jahre“, begründet Josef Settele diese Auswahl. Ausgewertet wurden die Daten, die einige tausend Freiwillige auf über 9.500 Flächen für Vögel und über 2.000 Flächen für Tagfalter langfristig erhoben haben.

Fleißige Schmetterlingskundler und Ornithologen

In diesen Gebieten sind die ehrenamtlichen wie auch hauptberuflichen Ornithologen und Schmetterlings-Begeisterten regelmäßig unterwegs, um zu zählen, wie viele Tiere der untersuchten Arten sich dort gerade aufhalten. So laufen 318 Freiwillige in Deutschland 460 Probestrecken von Anfang April bis Ende September meist einmal in der Woche ab und zählen dort Tagfalter. Nur wenn das Wetter nicht mitspielt und zum Beispiel starke Winde die allermeisten Schmetterlinge am Fliegen hindern, pausieren auch die Beobachter. Zwischen den Jahren 2005 und 2018 zählten die Freiwilligen so allein in Deutschland 3,3 Millionen Schmetterlinge.

Der Zwergbläuling (Cupido minimus) ist der kleinste Tagfalter Mitteleuropas und ein Spezialist für Offenlandschaften. Er profitiert nicht von den Natura 2000-Schutzgebieten. Foto: Erk Dallmeyer

Der Zwergbläuling (Cupido minimus) ist der kleinste Tagfalter Mitteleuropas und ein Spezialist für Offenlandschaften. Er profitiert nicht von den Natura 2000-Schutzgebieten. Foto: Erk Dallmeyer

Auch die Ornithologen sammelten extrem viele Daten, die Vincent Pellissier von der Sorbonne-Universität in Paris, der Hauptautor der Studie, und seine Kollegen jetzt ausgewertet haben. Bei solchen Untersuchungen haben sich die meisten Forscher bisher auf die Artenvielfalt konzentriert und dabei in den Natura 2000-Gebieten oft mehr Arten als außerhalb gezählt.

Nicht nur auf seltene Fledermäuse achten

Dabei zielt Natura 2000 sehr erfolgreich auf ausgewählte Lebensräume und Arten, die von hohem Interesse für den Naturschutz in der Europäischen Union sind. So stehen zum Beispiel im Wald oft Fledermaus-Arten auf der Agenda, die in weiten Teilen der EU in Schwierigkeiten sind. In der offenen Landschaft stehen oftmals trockene und nährstoffarme Wiesen im Fokus, die Lebensraum für seltene Arten wie den Thymian-Ameisenbläuling sind.

Mit Blick auf solche Lebensräume und Arten schützen bereits seit 2013 in der Europäischen Union 27.700 dieser Natura 2000-Gebiete rund 18 Prozent der Landfläche und etwa sieben Prozent der Meeresgebiete – und machten das Netzwerk zu einer der weltweit erfolgreichsten Naturschutzinitiativen.

In der Natur spielen aber nicht nur diese ausgewählten, sondern auch viele andere Arten eine wichtige Rolle, von denen man annimmt, dass sie von der Einrichtung der Natura 2000-Gebiete gleichermaßen profitieren. Schwinden ihre Bestände, können Nahrungsnetze zerreißen und sich ökologische Muster mit manchmal enormen Auswirkungen auf die Natur stark verändern. Der Blick auf diese weniger beachteten Arten ist daher durchaus wichtig – und zeichnet zwischen Vögeln und Tagfaltern ein sehr unterschiedliches Bild.

Zahl von Natura-2000-Gebieten stärkt Vogelpopulationen

So ist die Häufigkeit bei fast der Hälfte der untersuchten 155 Vogelarten in Regionen mit vielen Natura 2000-Gebieten wesentlich höher, sehr viele davon sind typische Wald-Bewohner. Bei den Tagfaltern profitieren dagegen gerade einmal 27 der 104 untersuchten Arten von diesem Schutz. Und nur zwei dieser Schmetterlingsarten leben in Wäldern. Das überrascht zunächst einmal nicht allzu sehr, schließlich flattern die Tagfalter Europas viel häufiger über sonnige Wiesen als durch Wälder. Obendrein sind viele Forste hierzulande angepflanzt.

„Dort wachsen Bäume gleichen Alters, deren Kronen ein dichtes Dach bilden, durch das kaum Sonnenstrahlen dringen“, erklärt Martin Musche, ebenfalls Insektenforscher am UFZ und Mitautor der Studie. Am düsteren Waldboden aber finden die allermeisten Tagfalter keinen Lebensraum. „Aus der Sicht der Tagfalter bräuchten wir also erheblich mehr lichtdurchflutete Wälder“, schließt der Biologe.

Aber auch außerhalb der Wälder scheint die Situation nicht allzu gut zu sein. Spezialisten für offene Landschaften wie der Zwergbläuling fliegen in den Natura 2000-Gebieten keineswegs öfter.

Das Grünland ist zum Problemland geworden

„Die Gründe dafür haben wir noch nicht untersucht, wir haben aber einen dringenden Verdacht“, erklärt Martin Musche: Anscheinend geht es dem Grünland und anderen offenen Lebensräumen in den Natura 2000-Gebieten nicht allzu gut. So werden trockene Wiesen mit wenig Nährstoffen vielerorts häufig von Büschen überwuchert – und die Spezialisten unter den Schmetterlingen verlieren ihre Lebensgrundlage.

Andere Wiesen werden zum Beispiel gedüngt und dann – statt ein- oder zweimal – häufiger im Jahr gemäht. Das aber verschlechtert die Bedingungen für viele Schmetterlinge enorm.

„Anderen Insekten, die wir noch nicht untersucht haben, könnte es durchaus ähnlich gehen“, erklärt Martin Musche. Werden neue Schutzgebiete ausgewiesen oder wird ein Managementplan für bestehende entwickelt, sollten daher die bisher vernachlässigten Insekten viel besser als bisher beachtet werden. Eine Forderung, die sowohl für die laufende Reform der europäischen Agrarpolitik (GAP) als auch die Formulierung von Zielen der Biodiversitätskonvention (CBD) für die Zeit nach 2020 von Bedeutung sind, um den anhaltenden Insektenschwund zu mildern.

Publikation: V. Pellissier, R. Schmucki, G. Pe’er, A. Aunins, T.M. Brereton, L. Brotons, J. Carnicer, T. Chodkiewicz, P. Chylarecki, J.C. del Moral, V. Escandell, D. Evans, R. Foppen, A. Harpke, J. Heliölä, S. Herrando, M. Kuussaari, E. Kühn, A. Lehikoinen, Å. Lindström, C.M. Moshø, M. Musche, D. Noble, T.H. Oliver, J. Reif, D. Richard, D.B. Roy, O. Schweiger, J. Settele, C. Stefanescu, N. Teufelbauer, J. Touroult, S. Trautmann, A.J. van Strien, C.A.M. van Swaay, C. van Turnhout, Z. Vermouzek, P. Voříšek, F. Jiguet, R. Julliard: Effects of Natura 2000 on nontarget bird and butterfly species based on citizen science data, Conservation Biology

iDiV-Forscher fordern: Europa braucht wieder große, unzerschnittene Naturräume

Hinweis der Redaktion in eigener Sache

Natürlich werden auch die L-IZ.de und die LEIPZIGER ZEITUNG in den kommenden Tagen und Wochen von den anstehenden Entwicklungen nicht unberührt bleiben. Ausfälle wegen Erkrankungen, Werbekunden, die keine Anzeigen mehr schalten, allgemeine Unsicherheiten bis hin zu Steuerlasten bei zurückgehenden Einnahmen sind auch bei unseren Zeitungen L-IZ.de und LZ zu befürchten.

Doch Aufgeben oder Bangemachen gilt nicht ;-) Selbstverständlich werden wir weiter für Sie berichten. Und wir haben bereits vor Tagen unser gesamtes Archiv für alle Leser geöffnet – es gibt also derzeit auch für Nichtabonnenten unter anderem alle Artikel der LEIPZIGER ZEITUNG aus den letzten Jahren zusätzlich auf L-IZ.de ganz ohne Paywall zu entdecken.

Unterstützen Sie lokalen/regionalen Journalismus und so unsere selbstverständlich weitergehende Arbeit vor Ort in Leipzig. Mit dem Abschluss eines Freikäufer-Abonnements (zur Abonnentenseite) sichern Sie den täglichen, frei verfügbaren Zugang zu wichtigen Informationen in Leipzig und unsere Arbeit für Sie.

Vielen Dank dafür.

 

BiodiversitätSchmetterlingeInsektenschwundNatura 2000
Print Friendly, PDF & Email
 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr


Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Donnerstag, der 29. Oktober 2020: FDP, Linke und Gaststätten kritisieren Corona-Politik
Rico Gebhardt, (MdL, Die Linke). Foto: Michael Freitag

Foto: Michael Freitag

Für alle LeserBundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsident/-innen haben sich gestern auf einen „Lockdown light“ verständigt. FDP und Linke kritisieren unter anderem fehlende Parlamentsbeteiligung und die Gaststätten wollen ihre Schließung nicht einfach hinnehmen. Außerdem: Der ehemalige Unirektor Cornelius Weiss ist tot. Die L-IZ fasst zusammen, was am Donnerstag, den 29. Oktober 2020, in Leipzig und Sachsen wichtig war.
Bertolts Bruch und Friedrichs Fiasko: Zwistigkeit im Glanz der Freiheit
Screenshots: www.duden.de, Montage: LZ

Screenshots: www.duden.de, Montage: LZ

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 84, seit 23. Oktober im Handel„Zwist“. Beinahe schon ein veraltetes Wort, aus dem Niederdeutschen übernommen, das steht für „Streit“ oder „Zerwürfnis“. Dieser Fast-Archaismus schien mir aber als Ersatzwort in der Silbenparallele wesentlich besser zu passen, als „Einigkeit und Recht und Freiheit“ zum 30. Jahrestag des Beitrittsjubiläums hinauszuposaunen.
Mit dem richtigen Hygienekonzept und guter Belüftung könnten Hallenveranstaltungen auch in Corona-Zeiten stattfinden
Konzert mit Tim Bendzko am 22. August in der Quarterback Immobilien Arena Leipzig. Foto: SC DHfK Handball

Foto: SC DHfK Handball

Für alle LeserAm 2. November sollen die neuen verschärften Allgemeinverfügungen zur Corona-Pandemie in Kraft treten. Und die Sportvereine und -verbände in Mitteldeutschland meldeten sich sofort nach Verkündung mit heftiger Kritik zu Wort, denn sie haben in der Regel alles getan, damit der Verein nicht zum Hotspot für das Virus wurde. Und mit dem großen Experiment RESTART-19 im August haben die Universitätsmedizin Halle (Saale) und der SC DHfK gezeigt, dass auch Sportveranstaltungen mit dem richtigen Hygienekonzept machbar sind.
Mehr als ein Stück Ernährungswende in Taucha: Kooperative Landwirtschaft vor den Toren Leipzigs
Kohlernte bei KoLa mit Spaßfaktor. © Frank Willberg

Foto: Frank Willberg

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 84, seit 23. Oktober im HandelEine Gemüsewurzelrevolution vor den Toren der Stadt. KoLa Leipzig steht für Kooperative Landwirtschaft. Die Genossenschaft mit aktuell 976 Mitgliedern ist im Mai 2018 entstanden und hat einen überaus verheißungsvollen Auftakt hingelegt. Aber was macht solidarische Landwirtschaft besser als gewöhnlicher Ökolandbau? Wie hat sich die Idee von KoLa bislang entwickelt? Und was bewegt hauptsächlich junge Menschen, diesen nicht unbedingt einfachen Weg einzuschlagen?
SPD fasst ihren Antrag zum Wilhelm-Leuscher-Platz neu: Das neue Quartier braucht mehr Grün, mehr Spielplätze und Radabstellanlagen
Blick auf den Nordteil des Geländes Richtung Rossplatz. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEigentlich sollte die zukünftige Bebauung des Wilhelm-Leuschner-Platzes in der Ratsversammlung am 7. Oktober debattiert und beschlossen werden. Doch eine lange Latte an Änderungsanträgen ließ schon ahnen, dass die Diskussion um diesen Platz heftig werden würde. Jetzt soll die Verwaltungsvorlage am 11. November diskutiert werden. Und auch die SPD-Fraktion attestiert den städtischen Planern hier ein Denken von vorgestern und fordert die Schaffung erlebbarer Grünflächen.
Nach Aus für B 178-Verlängerung in der Lausitz: ADFC fordert endlich mehr Einsatz für Radwegebau in Sachsen
Und wo fahren die Radfahrer? Foto: Marko Hofmann

Foto: Marko Hofmann

Für alle LeserAls Sachsen vor über einem Jahr seine Projekte für das „Strukturstärkungsgesetz Kohleregionen“ anmeldete, waren auch reihenweise teure Straßenneubauten drin, die vorher nie eine Chance auf Realisierung gehabt hätten. Aber der Glaube ist unerschütterlich, dass über Staatsstraßen und Autobahnen endlich die florierende Wirtschaft käme. Auch in die Lausitz. Am 23. Oktober aber vermeldete das Verkehrsministerium das Ende eines dieser Traumprojekte.
Verkehrsdezernat lehnt Linke-Antrag ab: Am Cottaweg können wir nichts ändern
Die neu montierten Geländer an der Einmündung Cottaweg. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDas Herumgeeier um den Cottaweg und seine gefährliche Einmündung in die Jahnallee zeigt recht exemplarisch, wie schwer sich Leipzigs Verkehrsplaner tun, altes Autostraßendenken zu verlassen und wirklich moderne Lösungen für den Stadtverkehr zu finden. Die neuen Geländer an der Einmündung stehen geradezu für dieses Denken von Vorgestern. Gibt ja nun keine Unfälle mehr, meint das Planungsdezernat zu einem Antrag der Linksfraktion.
Klares Ergebnis der Vorlesestudie 2020: Schenkt den Kindern Bücher! Viele Bücher!
Es gibt genug wirklich schöne Vorlesebücher. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserAm 20. November ist wieder Bundesweiter Vorlesetag. Ein Tag, der daran erinnert, dass Lesen und Vorlesen für Kinder nicht einfach nur Luxus sind. Denn frühes Vorlesen öffnet den Kindern den Weg in Welten, die ihnen sonst ein Leben lang verschlossen bleiben. Denn Bildung erschließt sich durch Lesen erst in ihrer ganzen Komplexität. Aber warum lesen dann so wenige Eltern vor, wollte die Stiftung Lesen wissen?
„Wenn man spürt, wie die Luftkräfte einen tragen“: In Eilenburg können Kinder Skispringen lernen
Blick von der 1999 neu gebauten Josef-Dotzauer-Schanze in Eilenburg. Foto: Michael Billig

Foto: Michael Billig

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 84, seit 23. Oktober im HandelDas Land ist flach, der erste Schnee noch in weiter Ferne. In Eilenburg schnallen sich die Jungadler des SV Lok dennoch ihre Ski an und stürzen sich an einem Oktobernachmittag die Josef-Dotzauer-Schanze hinunter. Bereits seit 1958 hat das Skispringen in der Kleinstadt, rund 20 Kilometer nordwestlich von Leipzig, ein Zuhause. Doch außerhalb von Eilenburg wissen nur wenige davon, wie Lok-Trainer Stephan Kupke (44) gegenüber der „Leipziger Zeitung (LZ)“ sagt.
Warum Kompromisse schließen? Andreas Weber zeigt, warum nur gute Kompromisse Überleben erst möglich machen
Andreas Weber: Warum Kompromisse schließen? Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserVon den beiden Händen, die sich da auf dem Cover drücken, darf man sich nicht irritieren lassen. Das erinnert eher an eine der kompromisslosesten Parteien, die es in Deutschland mal gab. Und um die DDR geht es schon gar nicht. Es geht um unser Jetzt und unsere heutige Unfähigkeit, echte Kompromisse zu schließen. Faule Kompromisse sehen wir überall. Auch deshalb ist die Stimmung derzeit so aggressiv wie in einer völlig aus dem Ruder gelaufenen Ehe.
1. FC Lok Leipzig vs. Meuselwitz 1:0 – Arbeitssieg vor dem Lockdown
Das Leipziger Siegtor fiel bereits in der ersten Spielminute. Foto: Jan Kaefer

Foto: Jan Kaefer

Für alle LeserDer nächste Heimsieg für den 1. FC Lok. Gegen den ZFC Meuselwitz obsiegten die Blau-Gelben am Mittwochabend mit 1:0 (1:0). Vor 999 Zuschauern traf Tom Nattermann schon nach 50 Sekunden zur Führung. Danach bot das Spiel Kampf und Krampf. Lok und Meuselwitz wollten, konnten allerdings kaum Angriffe durchspielen.
LockdownLight: Zankapfel Gastronomie
Was vom Sommer blieb, endet in der Schließung im November 2020. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserWas sich bereits im Laufe des Tages anbahnte, wird durch eine Pressemitteilung der sächsischen Industrie- und Handelskammern zu den neuen Corona-Maßnahmen Gewissheit. Die Gastronomien und Tourismusunternehmen fühlen sich ungerecht behandelt, die „Verhältnismäßigkeit ist nicht gewahrt“, so die IHK Leipzig, Dresden und Chemnitz in einer gemeinsamen Erklärung. Für einen Monat sollen alle Kneipen, Bars und Restaurants, aber auch Freizeit,- Tourismus,- und Veranstaltungsstätten ab 2. November 2020 schließen. Erste Klageandrohungen dagegen waren bereits vereinzelt schon vor den Beschlüssen vom heutigen 28. Oktober zu hören, die IHKs warnen nun vor steigenden Insolvenzzahlen.
Mittwoch, der 28. Oktober 2020: Lockdown light ab Montag
Kultureinrichtungen wie das Gewandhaus dürfen im November wohl nicht öffnen. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserDeutschland wird wohl ab Montag in einen „Lockdown light“ gehen. Das haben Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsident/-innen heute beschlossen. Wie genau die Situation in Sachsen sein wird, ist noch nicht offiziell bekannt, doch der Bund wird 10 Milliarden für Umsatzausfälle auch bei Soloselbstständigen, Gastronomien und der Eventbranche zur Verfügung stellen. Außerdem: Sachsen fördert ein Forschungsprojekt für Coronatests und Chemnitz wird Kulturhauptstadt Europas. Die L-IZ fasst zusammen, was am Mittwoch, den 28. Oktober 2020, in Leipzig und darüber hinaus wichtig war.
Coronavirus: Einmal Weihnachten retten + Update Lockdown light
Weihnachten retten, Weihnachtsmarkt beerdigen? Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserSeit dem heutigen Morgen geht es bereits rund in den deutschen Medien. Noch vor der Videokonferenz des Bundes mit den Ministerpräsident/-innen der Länder kursierte ein Entwurf der Bundesregierung, in welchem die Vorschläge der neuen Corona-Maßnahmen ab 4. November 2020 beschrieben werden. Seit wenigen Stunden heißt es nun, dass diese sogar bereits ab Montag, 2. November 2020 in Kraft treten sollen und es weitgehende Einigkeit der Länder mit dem Bund dazu gibt. Der Katalog liegt neben anderen Medien auch der L-IZ.de vor. Informationen, die in der Pressekonferenz der Bundesregierung bestätigt wurden.
Südtiroler Pestizidprozess: Landesgericht Bozen beendet Strafverfahren gegen Verleger des Münchner oekom Verlags und weitere Mitglieder des Umweltinstituts München
Alexander Schiebel: Das Wunder von Mals. Cover: Oekom Verlag

Cover: Oekom Verlag

Für alle LeserDas Landesgericht Bozen bestätigte in seiner Entscheidung vom heutigen 28. Oktober den Antrag der Staatsanwaltschaft, die Ermittlungen gegen oekom-Verleger Jacob Radloff und die Mitglieder des Umweltinstituts aus Mangel an Beweisen einzustellen. Die Betroffenen begrüßen die Entscheidung als einen bedeutenden Teilsieg für das Recht auf freie Meinungsäußerung.