Rektor der TU Chemnitz will gehen, Rektorin der Uni Leipzig soll gehen – so macht Sachsen seine Hochschulen kaputt

Es sind zwei Meldungen vom selben Tag, aber sie gehören zusammen. "Die Zeit" berichtete davon, dass der Hochschulrat der Universität Leipzig die amtierende Rektorin Dr. Beate Schücking nicht für eine zweite Amtsperiode nominieren will. Und die "Freie Presse" berichtete von der Bewerbung des Rektors der TU Chemnitz, Arnold von Zyl, an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg. Aus Chemnitz will er weg.
Anzeige

„In Sachsen, so sagt van Zyl, hätten sich in den vergangenen Jahren die Rahmenbedingungen verändert, wodurch sein Gestaltungsspielraum als Rektor immer geringer werde“, schreibt die „Freie Presse“. Und Zyl verweist auf die Pläne der jetzt regierenden CDU/SPD-Koalition, die Studierendenzahlen in Sachsen künftig auf 95.000 zu reduzieren. 2014 waren es 112.574. Da war auch die SPD geradezu überschwänglich. Man habe den Abbau von Dozentenstellen gestoppt und damit die katastrophale Politik der Vorgängerregierung beendet, verkündete man euphorisch.

Doch ein dreiviertel Jahr nach der Bildung der neuen Koalition wird deutlich, dass der Sieg keiner war. Bestenfalls ein halber. Denn niemand hat die nun mitregierende SPD gezwungen, eine Zahl wie diese 95.000 zu akzeptieren. Bis mindestens 2020 geht auch die deutsche Kultusministerkonferenz davon aus, dass die Studierendenzahlen in der Bundesrepublik nicht sinken werden. Was danach kommt, weiß niemand. Das kann man nur mutmaßen. Und bislang war es immer so, dass die Kultusministerkonferenz die alten Zahlen nach oben korrigieren musste.

Mit der FDP als Partner hatte die sächsische CDU zwar von 2009 bis 2014 einen Partner an der Seite, der bereitwillig jede Volte mitging, an die man das Schild „Sparen“ oder „Kürzen“ kleben konnte, meist verbrämt mit Marketing-Placebos wie „Effizienz“ und „Modernisierung“. Dazu gehörte auch die 2012 beschlossene Hochschulgesetzgebung, ebenso werbewirksam in die Babydecke „Hochschulfreiheitsgesetz“ gewickelt, die alles Mögliche beinhaltete, nur nicht mehr Freiheiten für die Hochschulen.

Der Kürzungsvorgaben-Irrsinn

Jede einzelne Hochschule musste sich schriftlich bereit erklären, die Kürzungsvorgaben der damaligen Wissenschaftsministerin Sabine von Schorlemer zu liefern – sonst wären die Gelder gekürzt worden. Auch die Rektorin der Uni Leipzig, Prof. Beate Schücking, musste den Knebelvertrag unterschreiben. Und sie nahm sich dennoch die Freiheit, als Vorsitzende der sächsischen Rektorenkonferenz die Kürzungsvorgaben zu kritisieren.

Seit 2013 mussten die sächsischen Hochschulen 288 Stellen abbauen. Bis 2020 standen nach von Schorlemers Vorgaben insgesamt 1.042 Stellen an den Hochschulen zur Disposition. Die CDU/SPD-Koalition hat sich in ihrem Koalitionsvertrag im Jahr 2014 auf einen Verzicht auf Stellenkürzungen ab 2017 geeinigt. Eine Einigung, die wie ein Sieg für die SPD klang.

Aber tatsächlich war es ein Kuhhandel: Eine magere Kuh wurde gegen die andere ausgetauscht. Die Hochschulen sollten im Gegenzug einem Hochschulentwicklungsplan zustimmen, der eine Studierendenzahl von 95.000 zur Grundlage hat.

Die Kritik hat Schücking nicht bekommen. Anders ist die Entscheidung des noch unter Schwarz/Gelb zusammengestellten Hochschulrates der Uni Leipzig nicht zu verstehen. In Chemnitz geht ein Rektor freiwillig, weil ihm in Sachsen alle Gestaltungsmöglichkeiten für eine zukunftsfähige TU genommen sind. Und in Leipzig soll eine Rektorin gehen, die zu beherzt gegen die Verunmöglichungspolitik der sächsischen Regierung gekämpft hat. Zwei Vorgänge, die für ein gewisses Erschrecken sorgen, weil sie sichtbar machen, wie verheerend sich die alte Kürzungspolitik, die schon 2012 nicht in die Zeit passte, auf die Hochschulfreiheit in Sachsen tatsächlich auswirkt.

Und die Frage steht durchaus: Hat die jetzige Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange die Kraft und die Macht, die Zerstörungen, die ihre Vorgängerin in der sächsischen Hochschullandschaft angerichtet hat, rückgängig zu machen? Oder steht sie am Ende da als verantwortliche Ministerin, die miterleben muss, wie Sachsens Hochschulen auch noch ihre Wettbewerbsfähigkeit verlieren? Von Exzellenz kann man ja nach all den Demolierungen nicht mehr sprechen.

Statements zum Fall van Zyl

Dr. Claudia Maicher, hochschulpolitische Sprecherin der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Sächsischen Landtag: „Ich bedauere diese Entscheidung sehr. Professor van Zyl hat das Amt des Rektors der TU Chemnitz 2011 mit vielen frischen Ideen für die Hochschule übernommen. Wissenschaftsministerin Dr. Eva-Maria Stange und die gesamte CDU/SPD-Koalition sollten die Entscheidung von Prof. Dr. Arnold van Zyl als Alarmsignal verstehen. Sachsens Wissenschaftspolitik bekommt damit ein wenig schmeichelhaftes Zeugnis ausgestellt.“

Sie fordert: „Die Kürzungspolitik an Sachsens Hochschulen muss ein Ende haben. Seit Jahren haben die Hochschulen einen Stellenabbau nach dem nächsten verkraften müssen – trotz gleich bleibend hoher Studierendenzahlen. Die durch die Staatsregierung  geplante, staatlich verordnete Reduzierung der Studierendenzahlen um 11.000 ist ein Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt. Der Freistaat muss endlich die Verantwortung für die Zukunft seiner Hochschulen übernehmen. Der Stellenabbau gehört gestoppt, die Finanzierung der Hochschulen muss aufgestockt werden. Das haben wir GRÜNE auch in den Haushaltsverhandlungen so gefordert. Der angedrohte Verlust von Prof. van Zyl als Rektor der TU Chemnitz zeigt, dass es höchste Zeit ist, das Ruder herumzureißen.“

Die hochschulpolitische Sprecherin der Fraktion Die Linke, Annekatrin Klepsch: „Mitten in die Verhandlungen von SMWK und Hochschulen über einen Hochschulentwicklungsplan und neue Zielvereinbarungen platzen zwei Nachrichten, die aufhorchen lassen. Gleich zwei Uni-Rektoren könnten überraschend aus ihrem Amt ausscheiden – die eine unfreiwillig, der andre freiwillig. Beate Schücking von der Uni Leipzig will um ihr Amt kämpfen, Arnold van Zyl sieht in einem vorzeitigen Wechsel an die Duale Hochschule Baden-Württemberg die Chance, sich persönlich weiterzuentwickeln.

Beide Male handelt es sich offenbar nicht um bloße Personalien. In Sachsen, erklärt van Zyl, hätten sich die Rahmenbedingungen verändert, wodurch sein Gestaltungsspielraum als Rektor immer enger werde. Als Vorsitzende der Landesrektorenkonferenz hatte Frau Schücking stets genau dagegen gekämpft. Ihre Aussagen lassen die Vermutung zu, dass das ihrer erneuten Kandidatur abträglich sein könnte. Beide Fälle zeigen, dass es mit der viel beschworenen Autonomie der Hochschulen offenbar nicht weit her ist: Erstens schwächt die straffe Hochschulsteuerung gemäß §12 des Hochschulfreiheitsgesetzes die Verhandlungsposition der Hochschulen im Zielvereinbarungsprozess. Zweitens besteht die Gefahr, dass vom Wissenschaftsministerium bestellte, universitätsfremde Vertreter im Hochschulrat einen zu starken Einfluss auf hochschulinterne Personalentscheidungen ausüben. Beide Probleme haben sich durch das schwarz-gelbe Hochschulfreiheitsgesetz verschärft.

Deutlich wird das erhebliche Machtungleichgewicht zwischen den Hochschulen und der Landespolitik in den Verhandlungen über die Hochschulentwicklung und die Zielvereinbarungen. Wer jedoch den Wettbewerb um die besten Köpfe will, der muss ihnen auch beste Bedingungen bieten. Sparen allein hilft da nicht.“

Statements zum Fall Schücking

Dr. Ilse Lauter, Sprecherin für Stadt und Wissenschaft der Linksfraktion im Leipziger Stadtrat: „Durch nichts zu rechtfertigen ist die Entscheidung des Hochschulrates der Universität Leipzig, der amtierenden Rektorin Beate Schücking, eine Kandidatur für eine weitere Amtszeit zu verbauen. – Frau Schücking hat in ihrer bisherigen Amtszeit besonnen, umsichtig und verantwortungsbewusst agiert. Ihr Amt ist es, die Interessen und die Unabhängigkeit der alma mater lipsiensis zu verteidigen. Dass sie dabei zunehmend in Konflikte mit der destruktiven und kurzsichtigen Hochschulsparpolitik der sächsischen Landesregierung geriet, liegt in der Natur der Sache. Offenbar bewies Frau Schücking dabei mehr Charakter, als es der Dresdner Ministerialbürokratie und anderen, angepassteren Kollegen lieb war.

Und offenbar wird ihr daraus ein Strick gedreht. Noch dazu von einem Gremium – dem Hochschulrat – , das mehrheitlich direkt vom (alten) Ministerium besetzt wurde und noch ist. Die demokratische Legitimation des Hochschulrates, solch schwerwiegende Entscheidungen für die Leipziger Universität vorab zu treffen, ist fragwürdig. Freiheit der Wissenschaft und Autonomie der Hochschulen? Die sieht anders aus.

Der Senat hat nur noch die Wahl zwischen zwei externen Bewerbern. Falls er sich dieses Verfahren gefallen lässt. Es bleibt zu hoffen, dass der Bürgersinn Leipzigs nicht an den Hochschultoren Halt macht. Hier ist Protest angesagt. Seitens der Wissenschaft und der Stadtgesellschaft.“

Dr. Claudia Maicher, hochschulpolitische Sprecherin der Grünenfraktion im Sächsischen Landtag: „Diese Entscheidung ist alles andere als transparent und hinsichtlich des Umgangs mit der Rektorin der Universität Leipzig Prof. Schücking wenig überzeugend. Es ist mir unverständlich, welche Gründe gegen eine erfolgreiche zweite Amtszeit sprechen. Was bewegt den Hochschulrat, in dem Vertreter der Hochschule in der Minderheit sind, zu dieser Entscheidung?

Frau Prof. Schücking hat als Leipziger Rektorin sowie als Vorsitzende der Landesrektorenkonferenz ihre Stimme stets im Sinne des sächsischen Hochschulsystems gegen die zukunftsfeindlichen Stellenkürzungen der Staatsregierung erhoben. – Es wird noch in dieser Wahlperiode darüber zu sprechen sein, wie die demokratisch legitimierten Gremien der Hochschulen, auch in Fragen der Wahl der Hochschulleitungen, wieder gestärkt werden können. Der Hochschulrat sollte mit seinem externen Sachverstand eine strategische Beratungsfunktion erhalten, für Vorauswahlen von Rektoratskandidaten fehlt ihm allerdings jede demokratische Grundlage.“

Katharina Schenk, Vorsitzende der Jusos Sachsen: „Einmal mehr zeigt sich die Machtfülle des Hochschulrates. Es ist schlicht undemokratisch, einer amtierenden Rektorin nicht einmal die Chance einzuräumen, erneut zu kandidieren. Dieses Gremium muss dringend reformiert, wenn nicht gar abgeschafft werden. Dass vorwiegend externe Leute über eine neue Hochschulleitung befinden, indem sie eine Vorauswahl treffen und Kandidatinnen nicht zulassen, widerspricht unserem Grundverständnis für demokratische Wahlen an Hochschulen.

Die im Koalitionsvertrag festgeschriebene ausgewogene Kompetenzverteilung muss besser heute als morgen hergestellt werden. Nur so werden interne Diskussionen und Gremien gestärkt, die dann gruppenübergreifend zur Hochschulautonomie beitragen. Eine Novelle zur Demokratisierung des Hochschulgesetzes ist mehr als überfällig.“

KSS kritisiert Hinterzimmerpolitik der Hochschulräte

Die bekannt gewordene Entscheidung des Hochschulrates der Universität Leipzig, Rektorin Beate Schücking nicht erneut zur anstehenden Rektoratswahl zu nominieren, sorgt auch für Unverständnis bei der Konferenz Sächsischer Studierendenschaften (KSS). Dem Senat der Universität Leipzig werden nun durch ein externes Gremium zwei externe Kandidierende zur Wahl des Rektorats aufgezwungen.

“Dies zeigt nur erneut, dass Sachsen ein Demokratiedefizit aufweist. Solche einflussreichen Schattengremien gehören abgeschafft!”, fordert Paul Hösler, Sprecher der KSS. “Die durch die ehemalige schwarz-gelbe Landesregierung eingebrachten Änderungen im SächsHSFG zeigen erneut, dass Freiheit und Demokratie Fremdwörter für die damalige Regierung waren als sie das Hochschulgesetz novellierten”, so Hösler.

Der Großteil der Mitglieder des Hochschulrats wird durch das SMWK bestimmt – somit sitzen zu einem großen Teil Externe in diesem Gremium. An der Universität Leipzig ist dies noch unter der ehemaligen Regierung vonstatten gegangen. “Dass Rektorin Schücking durchaus eine streitbare Person ist, steht nicht zur Debatte. Jedoch ist dies eine Diskussion, welche in den universitätsinternen Gremien geführt werden muss. Wir als KSS schätzen ihre klaren Worte zu den Kürzungen des Landes sehr!”, so Hösler weiter.

Nach §86 Abs.1 S.3 Nr.1 SächsHSFG ist es unter anderem Aufgabe der Hochschulräte, eine Liste von Vorschlägen für das Amt der Rektor/in im Benehmen mit dem Senat im Erweiterten Senat vorzulegen. “Sollte sich herausstellen, dass der Hochschulrat Rektorin Schücking hier abstraft, da sie sich aktiv in die Kürzungsdebatte einbrachte, wäre dies ein Skandal. Jetzt sind die Mitglieder des Hochschulrates gefordert, ihre Entscheidungen offen zu legen und zu begründen”, so Felix Ramberg, Koordinator der KSS.

“Die KSS hat ein generelles Problem mit Hochschulräten. Diese im Schatten agierenden Gremien gehören nicht zum Prinzip der gläsernen Hochschule wie ihn Staatsministerin Stange propagiert. Hochschulräte haben einen enormen Einfluss auf die Geschicke der Hochschulen. Umso unverständlicher ist es für uns, dass dieses Gremium hauptsächlich extern besetzt ist und im Geheimen tagt”, so Hösler und Ramberg abschließend.

HochschulpolitikUni LeipzigBeate SchückingTU Chemnitz
Print Friendly, PDF & Email
 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr


Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Morlok (FDP): Zum Kitaplatz durch die ganze Stadt hat nun ein Ende! Kitaplatztauschbörse ist gestartet

Foto: L-IZ.de

Die Fraktion Freibeuter im Leipziger Stadtrat begrüßt den von ihr initiierten Launch der Tauschbörse für Kitaplätze auf www.meinkitaplatz-leipzig.de, dem Elternportal für die Platzsuche in Kitas und Tagespflege der Stadt Leipzig. „An dem Elternportal für Kitaplätze kommen Eltern auf der Suche nach einem Betreuungsplatz in Leipzig nicht vorbei. Der ideale Treffpunkt für tauschwillige Eltern.“
„Ich hatte einst ein schönes Vaterland“ – Jüdisches Leben in Gohlis und der äußeren Nordvorstadt
Michaeliskirche. Foto: Ernst-Ulrich Kneitschel

Foto: Ernst-Ulrich Kneitschel

Noch bis zum 29. Oktober ist die Ausstellung „Ich hatte einst ein schönes Vaterland“ – Jüdisches Leben in Gohlis und der äußeren Nordvorstadt – in der Michaeliskirche am Nordplatz täglich von 15 bis 18 Uhr zu sehen.
Von Panik zur Ruhe: Wird ein Vertrauensverlust zum Problem in der zweiten Infektionswelle?
Die oft bemühte weltweite Corona-Diktatur hier auf einem Schild eines mehrfachen Redners bei „Bewegung Leipzig“. Foto: Michael Freitag

Foto: Michael Freitag

Für alle LeserDie Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen der Bundesregierung im August 2020 in Berlin können als Alarmsignal für die zweite Infektionswelle gesehen werden. Als die Protestierenden dicht gedrängt ohne Rücksicht auf die Virusverbreitung an den Reichstag klopften, kündigten sie jedoch nicht nur einen Anstieg von Corona-Erkrankungen, sondern auch von Frustration und Misstrauen an.
Leipzig als Wirtschaftsmotor, Gutverdienerstadt und Schuldenhauptstadt in Sachsen
Schuldenstand der Gemeinden in Sachsen. Karte: Freistaat Sachsen, Statistisches Landesamt

Karte: Freistaat Sachsen, Statistisches Landesamt

Für alle LeserMehrere Karten in der neuen Veröffentlichung des Statistischen Landesamtes „Sachsen in Karten“ zeigen die Stadt Leipzig so ganz nebenbei in ihrer Funktion als Metropole. Die sie nicht ganz ausfüllt, weshalb meist der Begriff Metropole für die kleine große Stadt an der Pleiße vermieden wird. Aber sie erfüllt dennoch wichtige zentrale Aufgaben, die mit den Finanzzuweisungen in Sachsen nicht wirklich abgebildet sind.
Bürgerinitiative möchte Flughafenausbau verschieben lassen und 2021 wird eine neue Abstellfläche für bis zu vier Flugzeuge gebaut
Das Vorfeld 2 des Flughafens Leipzig Halle. Quelle: Google Maps / Screenshot: L-IZ

Quelle: Google Maps / Screenshot: L-IZ

Für alle LeserAm 17. Oktober wandte sich die Bürgerinitiative „Gegen die neue Flugroute“ mit einem „Antrag auf Terminverschiebung“ an die Staatsregierung. Das Schreiben machte sie auch öffentlich. Sie verwies dabei auch auf die Petition gegen den weiteren Ausbau des Frachtflughafens Leipzig/Halle. Die Petition wendet sich gegen die Pläne, den Frachtflughafen für rund 500 Millionen Euro auszubauen. Jetzt gibt es erst einmal eine kleinere Baumaßnahme, bestätigt der Flughafen.
Warum gibt es eigentlich keine öffentliche Debatte über wichtige Petitionen im Leipziger Stadtrat?
Der Stadtrat tagt im Neuen Rathaus. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserPetitionen sind ein nicht unwichtiger Bestandteil unserer Demokratie. Mit ihnen können Bürger abseits der üblichen politischen Entscheidungsprozesse ihre Anliegen artikulieren – und die demokratisch gewählten Gremien müssen sich damit beschäftigen. Aber so, wie sich das derzeit eingebürgert hat, wirkt das eher wie eine Klatsche für die Petenten und die Unterstützer. Bürgerbeteiligung ist das auch in Leipzig nicht wirklich. Der Grünen-Stadtverband kritisiert das Verfahren.
Farbe für Schönefeld: Fassadengestaltung der Turnhalle der 20. Oberschule in der Bästleinstraße nimmt Gestalt an
Motiv an der Turnhalle der 20. Oberschule. Foto: Wir für Schönefeld e.V.

Foto: Wir für Schönefeld e.V.

Für alle LeserNach dem „Projekt 2017 – Fassadengestaltung Turnhalle der Astrid-Lindgren-Schule Teil1“ am „Rewe“-Markt in der Löbauer Straße war vom Schönefelder Stadtteilverein Wir für Schönefeld e. V. seit dem vergangenen Jahr die Gestaltung weiterer Fassaden dort geplant. „Leider – oder besser glücklicherweise – hat das Schulamt sich nun doch endlich entschlossen, in den nächsten Jahren aus den beiden DDR-Schulen einen neuen Schulcampus mit neuer Turnhalle zu gestalten“, freut sich Vereinsvorsitzender Stefan Lünse.
Leipzig-Gohlis: Ordnungsamt macht heute endlich eine Sicherheitsbefahrung in der Krochsiedlung
Querparker in der Krochsiedlung. Foto: Alexander John

Foto: Alexander John

Für alle LeserÄrger um die zugeparkten engen Straßen in der Krochsiedlung in Gohlis-Nord gab es schon länger. Denn dafür waren diese Straßen ursprünglich nicht gebaut. Im Gegenteil: Die Siedlung war sogar so gebaut, dass in den ruhigen Innenbereichen überhaupt keine Autos fahren sollten. Doch in den letzten Jahren zogen immer mehr Familien hin, die auf das Auto nicht verzichten wollen. Ergebnis: ein selbst für Rettungsfahrzeuge völlig verstopftes Stadtquartier.
Mittwoch, der 21. Oktober 2020: Corona zwingt Leipzig zu weiteren Einschränkungen
Zum Bundesliga-Auftakt der DHfK-Handballer kamen 1.917 Zuschauer in die Arena Leipzig. Am Donnerstagabend dürfen nur 999 rein. Archivfoto: L-IZ.de

Archivfoto: L-IZ.de

Für alle Leser/-innenLeipzig hat am Mittwoch den Inzidenzwert von 20 erreicht. Das bedeutet unter anderem, dass das Handball-Spiel des SC DHfK morgen nur vor 999 Zuschauer/-innen stattfinden darf. Auch für Verwaltung, Messe und ein anderes Sportevent gibt es Konsequenzen. Außerdem: Nach dem tödlichen Angriff auf Touristen in Dresden ermittelt nun der Generalbundesanwalt. Die L-IZ fasst zusammen, was am Mittwoch, den 21. Oktober 2020, in Leipzig und Sachsen wichtig war.
Festtage Leipziger Romantik 2020
Paulinum der Universität Leipzig. Foto: René Loch

Foto: René Loch

Nachdem die Festtage Leipziger Romantik auf Grund der Corona-Einschränkungen nicht wie geplant vom 10. bis zum 22. Mai 2020 stattfinden konnten, sollen sie nun in verkleinerter Form am 5., 6. und 7. November und in Kooperation mit der Felix-Mendelssohn-Bartholdy-Stiftung nachgeholt werden. Da das Platzangebot nach wie vor beschränkt ist, werden die Konzerte mehrfach aufgeführt.
SC DHFK: Das wird am Spieltag anders + Update
Karsten Günther, SC DHfK-Geschäftsführer und Initiator von „Teamsport Sachsen“ - derzeit eher mit Absprachen mit dem Gesundheitsamt beschäftigt. Foto: Jan Kaefer

Foto: Jan Kaefer

Für alle LeserWegen der steigenden Infektionszahlen im Einzugsgebiet gelten beim Spiel des SC DHfK am Donnerstag, 22.10. gegen Göppingen andere Regeln für Zuschauer. Die Stadt Leipzig ist mit einer Rate von knapp 18 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen 7 Tagen (7 Tage-Inzidenz) noch eines der weniger betroffenen Gebiete. Im Landkreis Nordsachsen mit 37,4 Neuansteckungen sieht es schon anders aus.
Kürzungspläne des sächsischen Finanzministers zielen zuallererst auf die Niedriglöhner-Stadt Leipzig
Soziale Mindestsicherung in Sachsen. Karte: Freistaat Sachsen / Statistisches Landesamt

Karte: Freistaat Sachsen / Statistisches Landesamt

Für alle LeserAm 20. Oktober feierten auch Sachsens Statistiker den Weltstatistikertag auf ihre Weise. Sie veröffentlichten ein Sonderheft mit dem schönen Titel „Sachsen in Karten“. Denn im Geografie-Unterricht dereinst in der Schule waren die angehenden Statistiker/-innen jene Kinder, die beim Aufschlagen der bunten Karten im Lehrbuch glänzende Augen bekamen. Denn Karten können eine Wirklichkeit zeigen, gegen die das politische Geplänkel regelrecht albern wirkt.
Zur „Grassimesse“ gibt es jetzt erstmals einen Stadtplan der Leipziger Handwerkskunst
Instrumentenbauer Matthias Vogt. Foto: Freundeskreis des GRASSI Museums für Angewandte Kunst Leipzig e.V. / Nick Putzmann

Foto: Freundeskreis des GRASSI Museums für Angewandte Kunst Leipzig e.V. / Nick Putzmann

Für alle LeserVom 23. bis 25. Oktober kann man wieder die „Grassimesse“ 2020 im GRASSI Museum für Angewandte Kunst erleben. Ein jährliches Ereignis, bei dem man sehen kann, dass Handwerk auch Kunst ist und vor allem: wie viele Kunst-Handwerker in Leipzig tätig sind. Und pünktlich zur Messe gibt es jetzt erstmals einen Stadtplan, auf dem Leipzigs Kreativ-Handwerker zu finden sind – als Faltvariante und online zum Anklicken.
Premiere am 29. Oktober in der Kinobar Prager Frühling: Drifter-Drama „FLUTEN“ von Georg Pelzer
Filmstill aus Georg Pelzers Film "FLUTEN". Foto: FLUTEN

Foto: FLUTEN

Für alle LeserAm 29. Oktober ist Kinopremiere für den ungewöhnlichen Film eines jungen Leipziger Regisseurs in der Kinobar Prager Frühling: „FLUTEN“ heißt er und ist improvisiertes Drama. Eines, das von einem Drama erzählt, das viele junge Menschen in diesem Corona-Jahr ebenfalls erlebt haben: Der gerade erst so glücklich erworbene Arbeitsplatz wird gekündigt. Es fühlt sich wie eine Niederlage an. Alle schlechten Selbstwertgefühle kommen auf einmal hoch. Und wie sagt man das den Menschen, deren Achtung man nicht verlieren will?
In dieser Woche beginnen die Bauarbeiten zur Öffnung des Deichs am Ratsholz
Stopp: Baustelle am Ratsholzdeich. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDie Bauzäune stehen, Stoppschilder untersagen das Betreten der Baustelle. In dieser Woche beginnt ein Projekt am Ratsholzdeich im Leipziger Süden, das zukunftsweisend ist. Zum ersten Mal wird ein Deich geöffnet, damit künftig auch kleinere Hochwasser ins Ratsholz im südlichen Leipziger Auenwald gelangen können. Im April hatte die Landesdirektion Sachsen das Planfeststellungsverfahren abgeschlossen. Die Landestalsperrenverwaltung hat Baurecht und kann jetzt loslegen.