Lehrer-Leben (6): Andernorts mit einer Klasse – Angst und Schrecken und vorher auch ein wenig Lehrerfrust

Sommerferien, endlich. Arbeit für die Schule nur so wie ich es will. Bis eine E-Mail vom Reisebüro in meinem Postfach landet. Die Fährgesellschaft braucht Passnummern und Geburtsdaten der Teilnehmer – bis zum 25. Juli. Ach, und überprüfen Sie noch Ihren Reiseablauf. Vielleicht hat sich etwas geändert. Aber auch wenn sich beim Reiseablauf nichts geändert hat, meine Gutmütigkeit gegenüber dem Reisebüro hat sich geändert, denn auch hier muss man quasi „nebenbei“ noch aufpassen wie ein Schießhund. Ganz so wie während der Reise selbst. Es droht latent Gefahr durch Busfahrer und Passanten...

Meine erste Klassenfahrt als Lehrer ist eigentlich eine Kursfahrt. Nach Brighton soll es gehen. Keine englische Vorzeigestadt, aber immerhin Strand und eine nicht wegzudiskutierende Nähe zur englischen Hauptstadt. Immerhin. Eine Kollegin hat mir ein Dresdner Reisebüro empfohlen, was sich auf Klassenfahrten spezialisiert hat und sich auf seiner Homepage damit feiert, dass Qualitätssiegel „Servicequalität Deutschland“ erhalten zu haben. Klingt nach einer guten Adresse.

Mittlerweile haben wir 51 E-Mails ausgetauscht. Ein Hoch auf die digitale Kommunikation. In den Pausen noch mit dem Reisebüro zu telefonieren, abends Briefe zu schreiben, die zur Post zu bringen sind: Es wäre eine Katastrophe. Die Gesamtverantwortung trägt auch hierfür der Lehrer, und er macht das Portemonnaie auf, wenn es Probleme gibt. Ja, zum Beispiel wenn er die Reise schon mal bucht, obwohl er noch nicht alle Elternbriefe zurückbekommen hat, das Reisebüro aber das Angebot nicht länger aufrecht erhalten will. Und wenn dann eine Schülerin meint, sie kommt nicht mit, weil sie jetzt erst mal in die USA geht, dann bleiben die Stornogebühren am Lehrer hängen. Auf Kulanz des Reisebüros konnte ich hier lange warten, aber das war nachvollziehbar, wenn auch unschön.

Hierhin soll es gehen: Der Brighton-Pier. Foto: Marko Hofmann

Hierhin soll es gehen: Der Brighton-Pier. Foto: Marko Hofmann

Nach E-Mail 51 kommen trotzdem Zweifel auf, ob die Reise-Braut die richtige Wahl ist. Das Reisebüro, was dankenswerterweise jeden Teilnehmer direkt abklappert, um an den Reisepreis zu kommen, bittet um die Übersendung der nächsten Teilnehmerliste. Diesmal will die Fährgesellschaft wissen, wer denn in sechs Wochen auf ihrem Schiff Platz nimmt. Von jedem Teilnehmer wird unter anderem die Nummer des Personalausweises und das Geburtsdatum benötigt. E-Mail 51 kommt übrigens in der ersten Sommerferienwoche, in der sich Kollegen gern schon mal zum vierwöchigen Trip nach Australien oder Thailand abgemeldet haben. Ich will nur in die Oberlausitz. Trotzdem ist mir beinahe das Herrengedeck umgekippt.

Wo soll ich denn zu diesem Zeitpunkt die Passnummern herbekommen? Außerdem werde ich aufgefordert, alle Teilnehmer an die Überweisung der Restzahlung zu erinnern. Jetzt. In den Sommerferien. Abgesehen davon, dass zwei Kurse gemeinsam nach England fahren und ich die anderen Schüler nur teilweise kenne. Die Antwort an das Reisebüro fällt deutlicher aus.

Ursprünglich war nur verabredet, sechs Wochen vorher noch einmal den Reiseplan festzuzurren. Aber den schaue ich mir lieber noch mal genauer an und siehe da: Als Leistungen sind neben zwölf weiteren Dingen unter anderem „300 Freikilometer“ und ein „Ganztagsausflug nach London im Reisebus“ aufgeführt. Für mich war das eine klare Sache: Wir haben 300 Freikilometer UND fahren nach London. Wie ich nun lernte, werden die Fahrtkilometer nach London von den Freikilometern abgezogen, obwohl beides als gesonderte Leistung aufgeführt wird…und der Lehrer ist der Hauptverantwortliche. Undenkbar, was ich mir von allen Seiten, vor allem von den Eltern, anhören müsste, wenn ich in England den Schülern Geld für eventuelle Mehrkilometer hätte aus der Tasche ziehen müssen.

Die Verantwortung erstreckt sich selbstverständlich nicht nur auf die Organisation der Klassenfahrt, sondern auch auf das Verhalten der Schüler. Ehrlich gesagt mache ich mir bei dieser 12. Klasse keine Sorgen, doch kann man als Lehrer in eine unangenehme Vermittlerrolle gelangen, wenn beispielsweise ein Schüler bei der Exkursion ins Schulmuseum meint, er müsste auf den 100 Jahre alten Holzbänken wie ein Wahni trommeln und die Mitarbeiterin des Schulmuseums noch vor Beginn unserer Unterrichtsstunde „wie im Kaiserreich“ droht, sie breche jetzt hier ab. 25 Schüler sind im Klassenzimmer aus der Kaiserzeit, einer ist, wie er mir später sagt, „in Partylaune“,  und die gesamte Unterrichtsstunde soll platzen, Anfahrt und Bezahlung für drei Minuten Gesäß parken in einer alten Holzbank und dann raus?

Ich lasse die Tirade über mich ergehen, auch wenn sie noch so undifferenziert ist: „Die benehmen sich ja wie Affen“, schimpft es vom Katheter. Nach einem Zwiegespräch mit der Lehrerin für die Stunde aus der Kaiserzeit und einer Ermahnung des Schülers geht es trotzdem noch los. Aber es war knapp und ich frage mich, wie ich das hätte verhindern sollen. Natürlich gab es eine Belehrung, aber bestimmte Verhaltensweisen muss ich doch auch voraussetzen können, zumal niemand die Zeit hat, alles aufzulisten, was man mit alten Holzbänken aus Dummheit anstellen könnte. Nein, es geht hier um Werte, es geht um Achtung vor Gegenständen und Respekt vor anderen, fremden Personen. Werte, die Kinder doch schon etwas früher als in der 8. Klasse gelöffelt haben müssten.

Keine Trommeln, sondern Bänke im kaiserzeitlichen Klassenzimmer im Schulmuseum. Foto: Marko Hofmann

Keine Trommeln, sondern Bänke im kaiserzeitlichen Klassenzimmer im Schulmuseum. Foto: Marko Hofmann

Doch neben vereinzelten Schülern, die den Pulsschlag auswärts in die Höhe treiben können, haben auch die unwägbaren Rahmenbedingungen bei Exkursionen und Klassenfahrt Einfluss auf die Anspannung. Mit 25 Schülern auf Reisen, zumal im öffentlichen Nah- und Fernverkehr, da kann einiges passieren. Da bellt der Busfahrer des Überlandbusses von Dresden nach Dippoldiswalde auch mal „Habt ihr eure Gruppe überhaupt angemeldet?“ als wir noch nicht mal eingestiegen sind. Selbstverständlich hatten wir, auch wenn das nicht zur Besänftigung aller Gemüter im Bus beitrug. Schon nach der zweiten Haltestelle wurde ein Fahrgast handgreiflich gegenüber einem Schüler, der – und das mag man gar nicht glauben – gar nichts Gravierendes gemacht hatte. Offenbarer Grund für die Boxeinlage waren die Lautsprecher, die vier Reihen weiter vorne beim Lehrerteam gar nicht mehr gehört wurden, dem Fahrgast in den Reihen zwischen uns aber dermaßen auf die Ketten gingen, dass er nach einer rhetorischen Aufforderung („Wenn du das Ding nicht ausmachst, kracht’s!“), direkt einen Schüler gegen den Oberkörper boxte. Der Mann war nicht 20, er war nicht 30 oder 40. Er war über 60. Was reitet einen Mann, der mit Sicherheit auch gern gegen die „Jugend von heute“ blökt, ein derartiges „Vorbild“ abzugeben. Und vor allem: Was tut man als gerade mal halb so alter Lehrer?

Offensichtlich scheint die bloße Anwesenheit von Schulklassen schon für verhärtete Halsschlagadern zu sorgen. Bei einer Reise in einem gemieteten Bus brüllte ein Busfahrer zum Abschluss saftig ins Mikrofon, weil er meinte, nicht alle 48 Kinder würden ihm während seiner mit wenig Herzblut vorgetragenen Abschlussansprache an der letzten Ampel zuhören. Er bezeichnete sie als „unerzogene Wänster“ und wünschte nach einer aus Lehrersicht gut verlaufenen Busreise, dass „eure Lehrer euch endlich mal was beibringen.“ Ich verstehe sehr wohl, dass gerade Busfahrer angespannt sind, wenn sie mit Kindern reisen, denn sie tragen die Verantwortung, was die Unversehrtheit des Busses und die Reisesicherheit aller angeht. Ich verstehe allerdings nicht, wieso sowohl der Busfahrer als auch der Fahrgast nicht auf den Lehrer zukommen und ihn darauf hinweisen, dass ihnen etwas gegen den Strich geht. Schüler sind doch kein Freiwild. Darüber hinaus beschwören diese Wild-West-Methoden nur Reaktionen der Lehrer herauf, die viel besser einschätzen können, welches Verhalten man von 48 Schülern einer 7. Klasse erwarten kann. Aber hier leitet der alte Sinnspruch „Bei uns früher hätte es so was nicht gegeben“, die Gefühle. Niemand war in der Schule irgendwie auffällig, alle waren schon immer Deckchen und Autoritäten stets aufgeschlossen. Da musste der Lehrer nur einmal was sagen. Die Störenfriede waren immer die anderen. Immer.

Doch verbreiten Schulklassen andernorts nicht immer nur Angst und Schrecken bei Unbeteiligten. Als ich mit einer fünften Klasse auf einem Grillplatz am Kulkwitzer See nach zahlreichen Schwimmrunden das Abendessen einnehme und wenig später alle Schüler wild auseinander rennen, weil sie noch im Aktivitätsmodus sind, mache ich mir kurz Sorgen, um die armen Senioren und deren kurzfristig arrangiertes Melange aus Topfpflanzen und Wohnwagen, keine 15 Meter entfernt . „Jungs, schaut mal, dass ihr nicht Federball im Vorfeld dieses Ehepaars spielt“, rufe ich vorsichtshalber hinterher. Andere haben einen Fußball dabei, die Mädchen hocken auf einer Picknick-Decke beieinander und giggern laut. Aufgescheucht von den geringen Frustrationstoleranzen Außenstehender bei Schulklassen bedanke ich mich am Ende bei den Senioren für ihre Nachsicht. „Ach, die waren doch ganz nett. Eine liebe Klasse haben Sie da.“

LehrerKlassenfahrtSchulmuseum
Print Friendly, PDF & Email
 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr


Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Der Stadtrat tagt: Sofortmaßnahmenprogramm zum Klimaschutz beschlossen
Stadtrat Michael Neuhaus (Die Linke). Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserBereits im vergangenen Oktober hatte Leipzig den „Klimanotstand“ ausgerufen. Dieser Feststellung sollen nun konkrete Maßnahmen folgen. Vor allem mit den Stimmen von Linken, Grünen, SPD und Freibeutern hat der Stadtrat am Mittwoch, den 15. Juli, ein Sofortmaßnahmenprogramm beschlossen. Dieses enthält unter anderem Pläne für Solaranlagen, neue Stadtquartiere und den Radverkehr in Leipzig.
Der Stadtrat tagt: Die zweite Fortsetzung der Juli-Sitzung im Livestream und als Aufzeichnung
Congress Center Leipzig. Foto: Leipziger Messe

Foto: Leipziger Messe

Für alle Leser/-innenDie Sommerpause ist in greifbarer Nähe, doch vorher müssen die Stadträt/-innen noch einmal über wichtige kommunalpolitische Themen diskutieren und abstimmen. Am Mittwoch, den 15. Juli, findet im Congress Center der Leipziger Messe die zweite Fortsetzung der in der vergangenen Woche gestarteten Juli-Ratsversammlung statt. Die L-IZ wird über ausgewählte Themen berichten. Ab circa 14 Uhr ist zudem ein Livestream verfügbar.
Wie 14 deutsche Städte versuchen, gegen einen wild gewordenen Markt Sozialwohnungen zu bauen
Dieter Rink, Björn Egner (Hrsg.): Lokale Wohnungspolitik. Cover: Nomos Verlag

Cover: Nomos Verlag

Für alle LeserEs ist ganz sicher ein hilfreiches Buch. Aber eher nicht, was die vielen Beispiele aus 14 deutschen Großstädten betrifft, die Wissenschaftler aus Leipzig und Darmstadt bei ihrem Umgang mit der Wohnungspolitik schildern in ihrem Buch „Lokale Wohnungspolitik“, sondern in den Schlussfolgerungen. Denn wenn wertvoller Grund und Boden zum Spekulationsobjekt werden, wird Wohnungspolitik regelrecht absurd.
Fraktionen von SPD, Linken und Grünen beantragen, aus dem Projekt Lebendige Luppe ein richtiges Naturschutzgroßprojekt zu machen
An der Neuen Luppe. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserWenn schon, dann richtig, dachten sich die Fraktionen von Linken, Grünen und SPD, als sie den 2. Änderungsvorschlag des Umweltdezernats zum Planungsbeschluss „,Lebendige Luppe‘ – Projekterweiterung und Kostenentwicklung“ lasen. Denn wenn die Projektmitarbeiter von „Lebendige Luppe“ jetzt ein „Integriertes Auenentwicklungskonzept für die Nordwestaue“ erarbeiten sollen, dann hat das Auswirkungen – auch auf die Politik der Stadtverwaltung.
Mit dem Gesetzentwurf von CDU, Grünen und SPD ist das Bündnis Gemeinschaftsschule in Sachsen nicht wirklich glücklich
Die Vertreter des Bündnisses "Gemeinschaftsschule in Sachsen" im Sächsischen Landtag. Foto: Bündnis „Gemeinschaftsschule in Sachsen“

Foto: Bündnis „Gemeinschaftsschule in Sachsen“

Für alle LeserDer Volksantrag „Längeres gemeinsames Lernen in Sachsen“ mit dem „Gesetz zur Einführung der Gemeinschaftsschule im Freistaat Sachsen“ (Landtags-Drucksache 7/522) steht am Mittwoch, 15. Juli, als Tagesordnungspunkt 3 zur Beratung und abschließenden Beschlussfassung im Sächsischen Landtag an. Eine ganz diffizile Sache, denn wenn der Landtag den Gesetzesantrag annimmt, weicht er in wesentlichen Punkten vom Volksantrag ab.
Misstraut den Denkmälern: Wer gab eigentlich die Genehmigung, den Findling an den Friedhofsweg zu setzen?
Der nächtlich veränderte Kolonialstein. Foto: privat

Foto: privat

Für alle LeserEin Denkmal, bei dem man sich nichts denkt, ist natürlich sinnlos. Wenn dann einfach nur die Schrift getilgt ist, bleibt so ein Klops in der Landschaft stehen, wird zum Stein des Anstoßes und fordert regelrecht heraus zu einer nächtlichen Aktion, wie sie eine Gruppe Politischer Interventionisten in der Nacht vom 13. zum 14. Juli vollbracht hat. Der als Kolonialstein bekannte Findling am Friedhofsweg nah am Völkerschlachtdenkmal bekam die Aufschrift „Deutsche, erinnert eurer Kolonialverbrechen“.
Zwischen: Eine echte Zwischen-Austellung mit Michael Zettlers nachdenklichen „Masken“-Bildern
Eröffnung der Ausstellung „Zwischen“. Foto: ODP Galerie

Foto: ODP Galerie

Für alle LeserKunst ist manchmal schneller als die Welt da draußen. Während noch heftig über Maskenpflicht diskutiert wurde, machte sich der Leipziger Fotograf Michael Zettler an die Arbeit und verwandelte das ganze Maskenproblem in ein Kunst-Projekt. Seit dem 10. Juli ist es in der Ausstellung „Zwischen“ in der ODP Galerie in der Rolf-Axen-Straße 35 in Kleinzschocher zu sehen. Und das auch nur bis Donnerstag, 16. Juli. Ein echtes Zwischen-Projekt eben.
Sommerferienprogramm: Kreative Luftbotschaften, geheime Fächersprache und verzauberte Gartenstunden
ußenansicht des Eingangsbereichs zum Gelände des Schillerhauses. Foto: Markus Scholz

Foto: Markus Scholz

Im Juli und August werden die jungen Besucherinnen und Besucher des Stadtgeschichtlichen Museums Leipzig beim bunten Ferienprogramm auf facettenreiche Weise kreativ tätig. Die sommerlichen Temperaturen verbringen die Kinder mit vielseitigen Workshops im Freien und sammeln bei Angeboten wie dem Gestalten von Luftbotschaften, dem Kennenlernen der rätselhaften Fächersprache und Kalligraphie-Schrift sowie einer Entdeckungstour im Bauerngarten des Schillerhauses ganz neue Erfahrungen.
Was ist gut für die Prostata?

Foto: silviarita/Pixabay

Solange sie eine gesunde Prostata haben, denken Männer wenig über dieses wichtige Organ nach. Dabei lassen sich Tipps zur Gesunderhaltung ganz einfach in den Alltag integrieren. Wir haben recherchiert und einige einfache Regeln zusammengetragen, mit denen Sie sich etwas Gutes tun können.
Die Oper der Stunde: Donizettis „RITA“
Quelle: Nicole Rundo

Quelle: Nicole Rundo

Dank der Initiative von Ugo D'Orazio, Studienleiter an der Oper Leipzig, und Mitgliedern des Solistenensembles, ist erstmals wieder seit dem Lockdown in Leipzig eine komplette Oper zu hören: „RITA“ – ein sprudelnder Einakter von Donizetti mit allen emotionalen Zutaten: Liebe, Betrug, Prügel und einer Braut, die zuerst keiner haben will, bis sich doch alles fügt.
Dienstag, der 14. Juli 2020: Stadtrat, Coronaregeln und Sommerpause
Oberbürgermeister Burkhard Jung wird am Mittwoch zum letzten Mal vor der Sommerpause eine Ratsversammlung leiten. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle Leser/-innenDie politische Sommerpause steht kurz bevor und ob es inmitten der Coronakrise eine erholsame werden kann, ist völlig offen. Morgen verabschiedet sich zumindest der Leipziger Stadtrat für zwei Monate von der Bildfläche. In der Ratsversammlung geht es unter anderem um Klimaschutz. Einen Tag später sind AfD-Ultrarechte in Altenburg zu Gast. Protest gibt es auch aus Leipzig. Die L-IZ fasst zusammen, was am Dienstag, den 14. Juli 2020, in Leipzig und darüber hinaus wichtig war.
Sachsen will Großveranstaltungen ab dem 1. September wieder erlauben
Sozialministerin Petra Köpping (SPD). Foto: Pawel Sosnowski

Foto: Pawel Sosnowski

Für alle Leser/-innenFußballstadien mit mehreren tausend Menschen und ähnliche Großveranstaltungen sind seit Monaten nur noch als Erinnerung präsent. Doch das könnte sich bald ändern. Sachsen will solche Veranstaltungen ab dem 1. September wieder erlauben. Zudem hat das Kabinett eine ab Samstag geltende Corona-Schutzverordnung erarbeitet, die weitere Lockerungen enthält. Während die Maskenpflicht bestehen bleibt, verabreden sich Corona-Leugner/-innen zum Einkaufen ohne Maske.
Corona-Effekt: Leipzig verlor im zweiten Quartal über 600 Einwohner/-innen
Kassensturz. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDer Corona-Shutdown sorgte nicht nur dafür, dass viele Leipziger auf einmal im Homeoffice festsaßen, Urlaubsreisen ausfielen und viele Geschäfte geschlossen hatten. Er brachte das Umzugsgeschehen fast komplett zum Erliegen. Wer kein Studium beginnt oder eine neue Arbeitsstelle antritt, der bleibt da lieber, wo er ist. Und das machte im zweiten Quartal 2020 sehr gut sichtbar, wie sehr das Leipziger Bevölkerungswachstum vom Zuzug abhängt.
Ein Managementplan für wilde Vögel in Leipzig wäre wohl keine schlechte Idee
Tauben auf dem Leipziger Markt. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserVielleicht hätten die Grünen in ihrer Anfrage doch weniger nach der Taubenvergrämung in Leipzig fragen sollen als nach den Plänen der Leipziger Verwaltung, wilde Vögel in der Stadt tatsächlich zu schützen. Denn über Vergrämung weiß man im Rathaus recht viel – beim Schutz der Vögel aber hat man nur lauter stumpfe Instrumente und nicht wirklich einen Plan.
Warum man die Rietzschke wohl lieber nicht verrohrt hätte und bald wieder freilegen sollte
Ausschnitt der Starkregen-Gefahrenkarte zwischen Paußnitz und Wundstraße. Karte: Stadt Leipzig, Amt für Geoinformation und Bodenordnung, Verkehrs- und Tiefbauamt

Karte: Stadt Leipzig, Amt für Geoinformation und
Bodenordnung, Verkehrs- und Tiefbauamt

Für alle LeserSo tauchen Flüsse wieder auf und am Ende bleibt völlig rätselhaft, warum Leipzigs Verwaltung sich gar nicht so richtig gemeint fühlt von den Ergebnissen der am Montag, 13. Juli, vorgestellten Starkregen-Gefahrenkarte. Auch wenn Peter Wasem, Leiter des Umweltschutzamtes, erklärte: „Der Schutz vor Überflutung durch Oberflächenwasser ist Gemeinschaftsaufgabe von Kommune, Bürgern und weiteren Akteuren.“ Bürgerinnen und Bürger könnten durch die Entsiegelung von Flächen in Höfen oder Einfahrten oder die Begrünung von Dächern auch selbst aktiv werden. Und die Stadt?