Der neue Bildungsmonitor der INSM

11. Platz bei der Schulabbrecherquote: Sachsens Bildungssystem ist weder erfolgreich noch sozial gerecht

Für alle LeserZumindest einer jubelte am Donnerstag, 15. August, über den von der wirtschaftsnahen „Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft“ (INSM) vorgestellten „Bildungsmonitor 2019“: Sachsens Kultusminister Christian Piwarz (CDU): „Diese Ergebnisse zeigen: Sachsen hat nicht nur das leistungsfähigste Bildungssystem in Deutschland, sondern auch das sozial gerechteste.“ Da dürften sich nicht nur viele Eltern gefragt haben: In welchem Land ist Piwarz eigentlich Minister?

Dass er keine kritische Distanz zu dem hat, was die INSM jedes Jahr als eine Art Bildungs-Ranking präsentiert, ist zumindest verständlich, denn kein anderes Bundesland versucht so diszipliniert, die Vorgaben des neoliberalen Thinktanks beim Thema Schule und Bildung zu befolgen. Motto: Mit möglichst geringem Mitteleinsatz möglichst gute Testergebnisse zu erreichen.

Aber tatsächlich bildet der „Bildungsmonitor“ mit seinen sehr reduzierten Kriterien, die dann vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln zu einer Art Punkte-Ranking zusammengeschmissen werden, überhaupt nicht ab, wie erfolgreich Kinder im jeweiligen Landesschulsystem wirklich sind. Wenn man nur den wichtigen Marker Schulabschluss nimmt, landet Sachsen tatsächlich nicht auf einem 1. Platz, sondern auf einem blamablen 11. Das hat auch mit „sozial gerecht“, wie Piwarz meint, überhaupt nichts zu tun.

Erst recht nicht, wenn die Schüler bei den diversen PISA- bzw. IQB-Tests in der 4. und 9. Klasse immer auf Spitzenplätzen landen. Entweder stimmen dann diese Testergebnisse nicht – oder die Kinder werden für ihren Leistungsstand nicht honoriert.

Beides setzt riesige Fragezeichen über die „Effizienz“ des sächsischen Schulsystems. Aber ein bisschen Zynismus gab es dann zumindest aus der Linksfraktion im Sächsischen Landtag.

***

„Pünktlich zum Wahlkampfendspurt in Sachsen publiziert die von der Wirtschaft finanzierte Initiative ihr Bildungsranking. Weil Sachsen im Ranking erneut vorn liegt, sonnen sich reihenweise Regierungspolitiker im Glanze des Ergebnisses und loben die Bildung im Freistaat über den grünen Klee. Ist ein Schelm, wer Arges dabei denkt? Eltern und ihre Kinder kämpfen gerade um die nötigen Ressourcen für einen halbwegs gesicherten Start ins neue Schuljahr“, sagte am Donnerstag die bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion im Sächsischen Landtag, Cornelia Falken.

„Die soziale Benachteiligung, die in Sachsen so gering sein soll, hat hierzulande viele Gesichter. Das belegt, um doch einmal eine Studie heranzuziehen, der regelmäßig publizierte Chancenspiegel der Bertelsmann-Stiftung. Diesem zufolge gelangt Sachsen in den Bereichen Integrationskraft und Durchlässigkeit nur auf einen Platz im Mittelfeld. Und der Bildungserfolg hängt stark davon ab, in welcher Region Sachsens man aufwächst. In sozialökonomisch benachteiligten Stadt- bzw. Landesteilen (hohe Sozialhilfedichte u.a.) ist der Anteil von Abiturienten geringer; dafür liegt der von ,bildungsarmen‘ Schulabgängern ohne Schulabschluss (vor allem ausländischer Jugendlicher) dramatisch über dem Durchschnitt.“

Sie verweist dabei auf eine Stellungnahme der damaligen Kultusministerin Brunhild Kurth zu einem Antrag der Linken aus dem Jahr 2015 (Landtags-Drucksache 6/898).

Falken: „Fazit: Wer nicht in Ranglisten denkt, die doch nur einen Durchschnitt wiedergeben, und sich einen Blick für die Realität an den Schulen bewahrt hat, der sieht erheblichen Handlungsbedarf.“

***

Natürlich zeigt auch der „Bildungsmonitor“ da und dort, wo die Fehlstellen sind. Da er freilich selbst voller Fehlstellen ist und vor allem die „Effizienz des Mitteleinsatzes“ als Maßstab nimmt, fehlen natürlich ganz grundlegende Indikatoren.

So vergibt das IW an Sachsen im Punkt „Bildungsarmut“ tatsächlich einen 1. Platz und die INSM erklärt dazu: „Die guten Bedingungen zur Verbesserung der sozialen Teilhabe machen sich beim Ziel der Vermeidung von Bildungsarmut bezahlt. Bei früheren IQB-Vergleichsstudien waren die Risikogruppen im Lesen und in Mathematik in Sachsen besonders gering. Verbesserungspotenzial besteht jedoch noch bei der Schulabbrecherquote. Dieser steht aber eine sehr hohe Erfolgsquote bei der Berufsvorbereitung gegenüber.“

Aber tatsächlich rührt das IW unter Bildungsarmut nur drei zusammenhanglose Zahlen zusammen: Erfolgsquote Berufsvorbereitungsjahr, IQB Risikogruppe Lesen 4. Klasse und die Schulabbrecherquote. Das mindeste, was man hier erwarten könnte, wären die Quote an Bildungsempfehlungen fürs Gymnasium, die Quote an Studienanfängern und die Quoten für Studienabbrecher und Abbrechern in der Berufsausbildung. Da würde sich das Bild nämlich konkretisieren.

Dass ein Schulabgang ohne qualifiziertes Zeugnis keine Erfolgsnachricht ist, betont sogar die INSM selbst: „In der Bildungspolitik geht der Trend in die falsche Richtung. Die Schulabbrecherquote stieg allein binnen eines Jahres von 5,7 auf 6,3 Prozent an – unter Ausländern sogar von 14,2 auf 18,1 Prozent.“

„Dieser Fehlentwicklung dürfen die zuständigen Politiker in Bund und Ländern nicht tatenlos zusehen. Die bisherigen Anstrengungen reichen offensichtlich nicht aus. Wenn in Mecklenburg-Vorpommern, Berlin und Sachsen-Anhalt prozentual fast doppelt so viele Jugendliche die Schule ohne Abschluss verlassen wie in Hessen, Hamburg und Bayern, ist nicht nur die Chancengerechtigkeit in Gefahr“, erklärte INSM-Geschäftsführer Hubertus Pellengahr.

***

Ob das sächsische Bildungssystem so leistungsfähig ist, wie die INSM meint herauslesen zu können, erschließt sich aus den verwendeten Daten nicht wirklich.

Es legt nur die Vermutung nahe, dass Sachsen vor allem von einer kommunal mit großem Mitteleinsatz geschaffenen Förderkulisse profitiert.

Bei der vom IW bewerteten „Förderinfrastruktur“ ist der 1. Platz wahrscheinlich sogar gerechtfertigt. Die INSM dazu: „Sachsen weist hohe Ganztagsquoten in den Kindertageseinrichtungen und Grundschulen auf. So besuchten in Sachsen 87,3 Prozent der Grundschüler im Jahr 2017 eine offene oder gebundene Ganztagsschule (Bundesdurchschnitt: 41,6 Prozent). Dies ist die zweithöchste Quote aller Bundesländer. Deutlich überdurchschnittlich fiel mit 73,8 Prozent auch der Anteil der Schüler an Ganztagsschulen im Sekundarbereich I aus (Bundesdurchschnitt: 44,8 Prozent). Darüber hinaus wurden im Jahr 2018 von den Drei- bis Sechsjährigen 82,1 Prozent der Kinder in Sachsen ganztägig betreut (Bundesdurchschnitt: 45,9 Prozent). Im Jahr 2018 hatten außerdem 11 Prozent des Personals in Kindertageseinrichtungen einen Hochschulabschluss (Bundesdurchschnitt: 7,1 Prozent).“

Aber es sind eben die Kommunen, die hier investieren und die Betreuungsmöglichkeiten immer weiter ausbauen. Damit können sie aber nicht alles auffangen. Schon gar nicht die soziale und sprachliche Benachteiligung vieler Kinder. Dazu braucht es Extra-Unterstützung in der Schule. Das betont übrigens sogar die INSM: „So sollten zur Stärkung der Integration und Durchlässigkeit des Bildungssystems die Bildungsausgaben stärker nach einem Sozialindex differenziert und Sprachförderung systematisch mit Beginn der KITA über die Bildungslaufbahn hinweg gestärkt werden.“

Freilich fordert die INSM dann wieder mehr Vergleichstests zwischen den Schulen länderübergreifend und mehr Digitalisierung. Obwohl die Punkte im „Monitor“ überhaupt nicht begründen, was die INSM gleich mit Bekanntgabe der neuen Zahlen forderte, betonte die Lobby-Initiative dann doch ihre rein aus Wirtschaftsinteressen herrührenden Forderungen: „Um die digitale Grundbildung zu sichern, sollte der Digitalpakt zügig umgesetzt, die digitale Infrastruktur dauerhaft sichergestellt und ein Ideenwettbewerb um die besten digitalen Lehrmethoden entfacht werden. Ferner sind bestehende soziale Unterschiede bei der ökonomischen Bildung zu verringern und eine ökonomische Grundbildung bundesweit sicherzustellen. Lehrkräfte sind in den Bereichen Integration, Digitalisierung und ökonomische Bildung entsprechend zu qualifizieren.“

***

Und dass die INSM ihr elitäres Denken in der Bildung einfach nicht loswird, bestätigt Hubertus Pellengahr, wenn er erklärt: „Mehr Geld allein macht noch keine gute Bildung. Auch wenn die Bildungsausgaben zunehmen und der Staat mehr in Kita und Ganztagsschule investiert – das Geld muss vor allem effektiver eingesetzt werden. Der in den vergangenen Jahren im Bildungsmonitor beobachtete Rückschritt in wichtigen Handlungsfeldern ist alarmierend. Wir schlagen daher vor: Mehr bundesweit vergleichbare Tests und mehr Handlungsfreiheit für die Schulen, um einen Ideenwettbewerb zu entfachen sowie gleichzeitig mehr nach einem, die familiären Hintergründe der Schüler erfassenden, Sozialindex differenzierte Mittel für die Bildungspolitik, um die Schwächsten besser zu fördern. Die Herausforderungen an ein modernes Bildungssystem reichen dabei von Durchlässigkeit und Integration bis zur Sicherung von digitaler und ökonomischer Grundbildung.“

Man macht ein Bildungssystem aber nicht durchlässiger, wenn man noch einen Sozialindex in die Bildungslandschaft einführt. Denn eines kann der „Bildungsmonitor“ gar nicht erfassen: Wie diskriminierend das in den Ländern unterschiedlich sortierte Schulsystem mit seiner frühen Trennung der Kinder eigentlich wirkt. Denn die PISA- und IQB-Ergebnisse der 4. Klassen erzählen von einer völlig anderen Welt als die der 9. Klasse, wo eigentlich streng zwischen Hauptschul- und Gymnasialzweig getrennt werden müsste. Dann würde man auch deutlicher sehen, wie Bildungsbarrieren in Deutschland funktionieren und Kinder aus „bildungsfernen“ Familien systematisch benachteiligt werden.

Da das aber nicht passiert, helfen auch die Ratschläge von Studienleiter Prof. Dr. Axel Plünnecke vom IW nicht die Bohne: „Wir brauchen dringend einen weiteren Ausbau von Kita-Plätzen und Ganztagsschulen, mehr Qualität in der frühkindlichen Bildung, Investitionen in digitale Bildung und mehr Mittel zur individuellen Förderung in sozialen Brennpunkten. Aktuell werden von Staat und Privat in Deutschland gut neun Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Bildung und Forschung ausgegeben – diese Marke sollte auf zehn Prozent steigen. Durch mehr gezielte Ausgaben in Forschung und Bildung können Wirtschaftswachstum und Teilhabe gestärkt und dadurch der Wohlstand langfristig gesichert werden.“

Nein. Das klingt zwar gut, bietet aber nicht den geringsten Ansatz, „Teilhabe“ wirklich zu stärken. Dazu müsste man so mutig sein, die wirklichen Barrieren im elitären Schul-Kasten-System zu benennen. Wer das nicht tut, zementiert die Benachteiligungen weiter.

Wenn die INSM sich um die Ausbildung der Schulkinder im Umgang mit Geld sorgt

Hinweis der Redaktion in eigener Sache: Eine steigende Zahl von Artikeln auf unserer L-IZ.de ist leider nicht mehr für alle Leser frei verfügbar. Trotz der hohen Relevanz vieler unter dem Label „Freikäufer“ erscheinender Artikel, Interviews und Betrachtungen in unserem „Leserclub“ (also durch eine Paywall geschützt) können wir diese leider nicht allen online zugänglich machen.

Trotz aller Bemühungen seit nun 15 Jahren und seit 2015 verstärkt haben sich im Rahmen der „Freikäufer“-Kampagne der L-IZ.de nicht genügend Abonnenten gefunden, welche lokalen/regionalen Journalismus und somit auch diese aufwendig vor Ort und meist bei Privatpersonen, Angehörigen, Vereinen, Behörden und in Rechtstexten sowie Statistiken recherchierten Geschichten finanziell unterstützen.

Wir bitten demnach darum, uns weiterhin bei der Erreichung einer nicht-prekären Situation unserer Arbeit zu unterstützen. Und weitere Bekannte und Freunde anzusprechen, es ebenfalls zu tun. Denn eigentlich wollen wir keine „Paywall“, bemühen uns also im Interesse aller, diese zu vermeiden (wieder abzustellen). Auch für diejenigen, die sich einen Beitrag zu unserer Arbeit nicht leisten können und dennoch mehr als Fakenews und Nachrichten-Fastfood über Leipzig und Sachsen im Netz erhalten sollten.

Vielen Dank dafür und in der Hoffnung, dass unser Modell, bei Erreichen von 1.500 Abonnenten oder Abonnentenvereinigungen (ein Zugang/Login ist von mehreren Menschen nutzbar) zu 99 Euro jährlich (8,25 Euro im Monat) allen Lesern frei verfügbare Texte zu präsentieren, aufgehen wird. Von diesem Ziel trennen uns aktuell 500 Abonnenten.

Alle Artikel & Erklärungen zur Aktion Freikäufer“

INSMBildungsmonitor
Print Friendly, PDF & Email
Leserbrief

Hinweise zum Leserbrief: Bitte beachten Sie, dass wir einen Leserbrief nur veröffentlichen, wenn dieser nicht anonym bei uns eintrifft. Außerdem möchten wir darauf hinweisen, dass eine Teilnahme an Verlosungen des L-IZ Leserclubs mit dem Leserbrief nicht möglich ist.

Ihr Name *

Ihre E-Mail-Adresse *

Betreff

Ihre Nachricht *

Bild/Datei hochladen

Wären Sie mit der Veröffentlichung als Leserbrief einverstanden? *

 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr





Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Vom 28. November – 1. Dezember im Westflügel: Der Hobbit oder Dorthin und wieder zurück
Foto: Meike Lindek

Foto: Meike Lindek

Bilbo Beutlin, ein Hobbit in den besten Jahren, ist gar kein Freund von Aufregungen. Wenn er daher geahnt hätte, was der Zauberer Gandalf bei seinem überraschenden Besuch im Schilde führte, wer weiß – vielleicht hätte er ihm die Tür seiner beschaulichen Höhle vor der Nase zugeschlagen.
Thüringer Rostbratwurst, Parkplatz oder gar ein kleiner grüner Park zum Verschnaufen?
Der Südteil des Johannisplatzes mit Blick durch die Johannisgasse zum City-Hochhaus. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserIm August schlug Leipzigs Verwaltung Alarm. Auf ihre Art. Denn für gewöhnlich begrüßt auch das Baudezernat, wenn in Leipzig neue Wohn- und Geschäftshäuser gebaut werden sollen. Aber es gibt ein paar Stellen, wo auch die Verwaltung das Gefühl hat, dass hier vielleicht doch mal anders über den Stadtraum nachgedacht werden sollte. So eine Stelle ist der Parkplatz auf der Südseite des Johannisplatzes.
Bis 2021 bekommen die LVB noch 38 neue XL-Straßenbahnen
XL-Straßenbahn auf der Messekehre. Foto. Ralf Julke

Foto. Ralf Julke

Für alle LeserIm Februar bekam der Designer des neuen XL-Fahrzeugs der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB), Jochen Dittrich, zusammen mit den LVB den German Design Award. Das extra für Leipzig designte Fahrzeug rollt seit 2017 durch Leipzig und viele LVB-Fahrgäste haben sich mittlerweile daran gewöhnt, dass die Fahrzeuge im Einsatz sind und auch immer neue dazukommen. Oder doch nicht?
Verpasst Leipzig, genug ÖPNV-Projekte für die neue Bundesförderung zu beantragen?
LVB-Baustelle in der KarLi 2014. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEigentlich war die Anfrage der SPD-Fraktion ja ganz einfach: Mit ihrem Klimaschutzpaket will die Bundesregierung auch mehr Geld für den Ausbau des kommunalen ÖPNV geben. Was ja wie die Faust aufs Auge für Leipzig passen würde, wo ja mit dem „Nachhaltigkeitsszenario“ ein deutlicher Ausbau des ÖPNV bis 2030 geplant ist. Aber das Problem an den Förderprogrammen, die sich deutsche Regierungen so gern ausdenken, ist: Die Regeln sind oft so, dass das Geld nur schwer abgerufen werden kann.
Reporter auf drei Rädern: Karl Heinz Mai jetzt auch in der Fotoedition des Lehmstedt Verlages
Karl Heinz Mai: Reporter auf drei Rädern. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEs gibt Zeiten, da muss man die Fotos einer anderen Zeit immer wieder zeigen. Auch als Warnung an all jene, die schon wieder innerlich von einem unberatenen Nationalismus besoffen sind und völlig ausblenden, dass der immer wieder im Extrem endet: in Kriegen, Katastrophen und einer zerstörten Stadt. Wenn man Karl Heinz Mais Bilder aus dem Leipzig der Nachkriegszeit sieht, ist man verdammt froh, in dieser harten Zeit nicht gelebt haben zu müssen.
Vom 21. – 23. November im Westflügel: Frauen in gehobenen Positionen
Samira Wenzel, Franziska Merkel, Stefan Wenzel. Foto: Stefan Hurtig

Foto: Stefan Hurtig

Diese Show beschäftigt sich mit komplizierten Hebefiguren und erfolgreichen Frauen. Unterhaltsam, emanzipierend und provokativ. Wir wagen den Versuch, bedienen uns bekannter Frauenfiguren und ihren Tieren und fragen uns: Warum ist Erfolg männlich und Emotion weiblich? Und wer steht eigentlich hinter der liebenden Frau, hinter dem starken Mann? Die Familie, die Gewohnheit oder Zeus im Rinderkostüm?
Am 22. November im Gohliser Schlösschen: Komödien Harmonists
Komödien Harmonists. Quelle: Freundeskreis "Gohliser Schlösschen" e.V.

Quelle: Freundeskreis "Gohliser Schlösschen" e.V.

Am Beginn der Komödien Harmonists steht die Erfolgsproduktion „Capriolen - Eine Lindenauer Palastrevue“ an der Musikalischen Komödie Leipzig. Darin verkörpern die fünf Herren des Ensembles seit 2016 die originalen Comedian Harmonists zu Beginn ihrer Karriere. Schon während der Revue-Proben ist man sich einig: „Da geht mehr!“ Also wird langsam und stetig das Repertoire erweitert und ein fester Pianist für das Ensemble gesucht. Dieser „Pianist“ wird dann eine Pianistin: Kyung Hee Kim.
Viola da gamba und Cembalo: Leipziger Originalinstrument der Bach-Zeit erklingt im Sommersaal

Foto: Todo Groth

Am Sonntag, dem 17. November, 15 Uhr, steht die Viola da gamba im Fokus eines Kammerkonzerts im historischen Sommersaal des Bach-Museums Leipzig. Gambist Hartwig Groth und Cembalistin Mimoe Todo musizieren unter anderem Sonaten von Johann Sebastian Bach und dessen Sohn Carl Philipp Emanuel. Tickets sind an der Tageskasse sowie an allen bekannten Vorverkaufsstellen erhältlich.
Grüne starten einen zweiten Anlauf, um die Geheimniskrämerei des Leipziger OBM zu beenden
Neues Rathaus bei Nacht. Foto: Michael Freitag

Foto: Michael Freitag

Für alle LeserIm Leipziger Verwaltungshandeln ist noch vieles altbacken, beruht auf der Vorstellung einer Lokalpolitik, bei der die Verwaltung ein großer Geheimnisträger ist und der Bürger gern als unmündig betrachtet wird – oder als gefährlich. Er könnte ja zu viel erfahren über manche Entscheidungsgründe. Entsprechend beißen sich die Stadtratsfraktionen in Sachen Transparenz immer wieder die Zähne aus an einer Verwaltung, die lieber ihr eigenes Ding macht.
Puppentheater Premiere »Oh, wie schön ist Panama« am 22. November
Theater der Jungen Welt. Foto L-IZ.de

Foto L-IZ.de

Wen das Fernweh packt, wen die Sehnsucht nicht mehr loslässt, der sollte sich tunlichst auf den Weg machen und das Land seiner Träume suchen. Nicht anders geht es da dem kleinen Tiger und dem kleinen Bären – diesen sympathischen lebensbejahenden Alltagsgenießern aus dem Janosch Universum.
Warum bekommen Gewerbetreibende nicht einfach ordentliche Parkscheine fürs Waldstraßenviertel?
Parkautomat im Waldstraßenviertel. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserBesonders Gewerbetreibende hatten so ihrem Kummer mit den Regelungen, die die Stadtverwaltung für das Bewohnerparken im Waldstraßenviertel ausgedacht hat. Sie kamen irgendwie nicht drin vor. Aber die Aussetzung des Bewohnerparkens zeigt auch: Tagsüber gibt es im Waldstraßenviertel eigentlich keine Stellplatzprobleme. Man kann die Gewerbetreibenden also problemlos mit unterbringen. Einen Vorschlag macht dazu jetzt die Freibeuter-Fraktion.
CDU-Fraktion beantragt bessere Radialverbindungen am Leipziger Stadtrand
Buslinie 76 in Probstheida. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDie CDU-Fraktion hat ein bisschen gezögert, bis sie jetzt ihren zweiten Änderungsantrag zur Vorlage des neuen Nahverkehrsplans formuliert hat. Wahrscheinlich war es der Fraktion auch nicht ganz geheuer, was die anderen Fraktionen da auf einmal alle zu bemängeln hatten an einem Nahverkehrsplan, der eigentlich nur den Stand des fernen Jahres 1999 widerspiegelt, aber nicht ansatzweise die Erfordernisse der Verkehrswende, die auch die CDU für Leipzig sieht.
An der Kreuzung Rödelstraße sind keine Änderungen geplant und der Schleußiger Weg bleibt Zukunftsmusik
Die Situation an der Rödelstraße direkt vorm „Olymp“. Foto: Marko Hofmann

Foto: Marko Hofmann

Für alle LeserDerzeit liegt zwar die Petition von Thomas Gentsch beim Petitionsausschuss des Leipziger Stadtrates. Aber wenn man die Antwort des Dezernats Stadtentwicklung und Bau auf die parallele Anfrage der SPD-Fraktion zur Rödelstraße danebenlegt, wird es wohl keinen positiven Bescheid für die Petition geben. Denn der Schleußiger Weg steht noch gar nicht in irgendeinem Plan.
Der größte Crash aller Zeiten: Warum ein nicht reformiertes Geldsystem in nächster Zukunft scheitern muss
Marc Friedrich, Matthias Weik: Der größte Crash aller Zeiten. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserIm Video ist Marc Friedrich happy: Das neue Buch, das er zusammen mit Matthias Weik geschrieben hat, ist gleich auf Platz 1 der „Spiegel“-Bestseller-Liste gelandet. Die beiden sind Vermögensberater. Und im zweiten Teil des Buches erzählen sie auch, was sie Menschen mit Vermögen jetzt raten, wie sie es irgendwie noch sicher anlegen können. Denn dass das Hazard-Spiel der Finanzpolitik noch lange gutgehen kann, das glauben die beiden jetzt nicht mehr.
Wirtschaftsdezernat will bis Ende 2020 ein Gesamtkonzept für Leipzigs Landwirtschaftsflächen vorlegen
Leipzig wächst auf wertvollstem Ackerboden. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserSieben Anträge hatte die Grünen-Fraktion im Stadtrat im Februar geschnürt, um die Stadt und ihr Liegenschaftsamt dazu zu bringen, auf Leipziger Landwirtschaftsflächen endlich die schon vor Jahren beschlossene Biolandbau-Politik auch umzusetzen. Aus Sieben mach Eins, dachte sich das Dezernat Wirtschaft, Arbeit und Digitales und schlägt jetzt alternativ vor, bis Ende 2020 ein Gesamtkonzept für die Leipziger Landwirtschaft zu erarbeiten.