In der Halle 14 in Leipzigs Spinnerei fühlt man sich ermutigt: Das Kunstvermittlungsprogramm des Leipziger Kunstzentrums HALLE 14 wurde jetzt in Dresden mit dem begehrten Medienpädagogischen Preis der Sächsischen Landesmedienanstalt (SLM) und des Sächsischen Kultusministeriums geehrt. Am Montag, 25. November, nahmen die beiden Kunstvermittlerinnen Ina Nitzsche und Paula Kanefendt die mit 3.000 Euro dotierte Auszeichnung in der Kategorie "Bestes außerschulisches Medienkompetenzprojekt" aus den Händen von Sachsens Kultusministerin Brunhild Kurth entgegen.

Der Medienpädagogische Preis zeichnet Medienprojekte aus, die auf kreative und nachhaltige Weise den jeweiligen Teilnehmern einen kritischen, reflektierten und selbstbestimmten Medienumgang vermitteln. In diesem Jahr wählte die Jury in den Kategorien “Bestes außerschulisches Medienkompetenzprojekt”, “Bestes schulisches Medienkompetenzprojekt” und “Bestes multi-/crossmediales Medienkompetenzprojekt” aus 62 Einsendungen insgesamt sieben Preisträger aus. Die HALLE 14 erhielt die Auszeichnung für das Projekt: “The Sound of Greed – Auf der Suche nach dem Klang der Habgier”.

“Der Preis ist eine verdiente Anerkennung für die engagierte Arbeit unserer Kunstvermittlerinnen”, sagt HALLE 14-Geschäftsführerin Sophia Littkopf. “Mit dem Preisgeld können wir das knapp bemessene Budget für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen kräftig aufstocken.”

Greed – zu deutsch: Habgier, aber auch Heißhunger, Geldgier, Habsucht, Raffgier: Schülerinnen und Schüler im Alter von 11 bis 17 Jahren der International School Leipzig, dem Friedrich-Schiller-Gymnasium und der Rahn Schule Leipzig erstellten in drei Workshops in der Ausstellung “To Have and Have Not” der HALLE 14 digitale Klang-Collagen. Wichtige Unterstützung erhielten die Workshop-Teilnehmer von der Medienkünstlerin Anna Schimkat.Am Beginn stand die Begegnung mit dem Werk “Don’t beat around the Bush” von Fabio Cifariello Ciardi. Hier sammelten die Workshop-Teilnehmer erste Erfahrungen über die Möglichkeiten, die in der “Übersetzung” von Sprache und abstrakten Begriffen in Töne und Klänge liegen. Anschließend gingen die Schülerinnen und Schüler in Kleingruppen der Frage nach, wie für sie “Haben-wollen” klingen könnte und begaben sich auf eine experimentelle Suche nach Geräuschen. Die gesammelten Sounds wurden anschließend am Computer weiter bearbeitet und zu Klangcollagen – den Sounds of Greed – zusammengesetzt. Am Ende der Workshops konnten die Schülerinnen und Schüler ihre individuellen Klang-Collagen vorstellen, die sich jeweils eigenständig im Feld zwischen narrativen Klang-Geschichten und abstrakten Stücken positionieren. Die Ergebnisse wurden im Herbst in einer Sendung auf Radio Blau ausgestrahlt.

Das Kunstvermittlungsprogramm der HALLE 14 bietet Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen die Möglichkeit, sich intensiv und praktisch-künstlerisch mit den Ausstellungen der HALLE 14 auseinanderzusetzen. In einem auf die Ausstellungsthemen zugeschnittenen Angebot werden gemeinsame Begegnungen mit den Kunstwerken initiiert und künstlerische Prozesse erprobt. Darüber hinaus bietet das Programm freie Kurse und Workshops für Schulklassen, Unternehmen und interessierte Gruppen an. Oft findet in diesem Rahmen eine Zusammenarbeit mit Künstlern und Leipziger Kunsträumen statt. Der jeden Donnerstag stattfindende Zeichenzirkel läuft unabhängig von den Ausstellungen und ist offen für jeden, der Lust hat, sich zeichnerisch auszuprobieren. Begleitet wird er von Leipziger Künstlern, die ihre Kenntnisse gern weitergeben und den Teilnehmern mit individuellen Tipps zur Seite stehen. Auf der Agenda stehen außerdem langfristige Projekte im Feld der zeitgenössischen Kunst in Kooperation mit Leipziger Schulen und Institutionen.

www.halle14.org/kunstvermittlung.html

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