Neue LZ bietet seit 11. März wieder Kopffutter für wache Leipziger

An vielen Verkaufsstellen war die „Leipziger Zeitung“ im Februar nach zwei Tagen ausverkauft. Seit dem heutigen Freitag, 11. März, ist die März-Ausgabe draußen. Und wie das so ist, wenn unsere Autoren unterwegs sind: Manchmal stolpern sie auch über Antworten, nach denen sie gar nicht gefragt haben. Oder über berühmte Leipziger, deren Ruhm so gar nicht schön ist - wie den Hamburger Frauenmörder Fritz Honka.

Die Spuren seiner kriminellen Karriere führen ins alte Leipziger Seeburg-Viertel in einer Zeit, in der Armut in Leipzig noch öffentlich sichtbar war und sich die großen Bürger der Stadt noch animiert fühlten, helfend tätig zu werden. Lang ist das her, das alte Seeburg-Viertel – wenn nicht vom Krieg verzehrt – inzwischen blankgeputzt und zu Mieten am Markt, die sich die heutigen Armen in der Regel nicht mehr leisten können. Auch das ein Thema, das auf Lösungen harrt.

In dieser Ausgabe der LZ hagelt es einige berechtigte Kritik an der Verschieberitis und Aussitzerei der sächsischen Regierung in der Vergangenheit. Denn wenn man Probleme nicht sieht oder sehen will, warum sollte man da handeln? Da ist doch ein neues Überwachungszentrum viel wichtiger, wie es scheint. Oder ist das nur eine weitere Seite der Medaille: Probleme lieber ignorieren und dann mit staatlichen Sanktionen reagieren, wenn sich die Folgen zeigen?

Das hatten wir doch irgendwie schon?

Genauso wie den Hang einiger Politiker, die Welt durch ideologische Raster zu betrachten. Und die Ideologie der Gegenwart ist eben nicht, wie einige Wirrköpfe glauben, der „Linksextremismus“, sondern der Neoliberalismus. Er beherrscht die Personaldebatten in Sachsen längst genauso wie die Bildungspolitik.

Zwei Artikel beschäftigen sich in der aktuellen Ausgabe direkt mit der Frage, wie neoliberales Denken in Sachsen die Bildungslandschaft okkupiert hat und fatale Folgen zeitigt.

Vier der größeren Themenschwerpunkte in der Ausgabe 29, die am 11. März erschien:

Natürlich Buchmesse

Wie immer im März prägt die Buchmesse unsere Stadt und wirft ihre Schatten voraus. Immer häufiger haben wir in der Vergangenheit gehört, wie bedroht das gedruckte Wort sei, wie sehr Leipzig unter dem Schwund seiner Buchkultur leide. Dies stimmt irgendwie nicht so ganz. Leipzig ist eine Buchstadt – immer noch, nur anders. Es gibt eine Menge kleiner Verlage, einer davon ist der größte Sachsens und Deutschlands ältester Kunstbuchverlag. Es gibt die Buchwissenschaften, das Deutsche Buch- und Schriftmuseum, ein Druckmuseum, die Deutsche Nationalbibliothek und die Hochschule für Grafik und Buchkunst. Mehr Buch geht eigentlich nicht. In der neuen LZ haben wir nicht nur in der Beilage diesem Phänomen nachgespürt. Entstanden sind dabei neben Verlagsporträts auch Artikel zur Frage nach der Entwicklung des Werkstoffs Papier. Auch ein Massenmörder und ein rechtspopulistisches Magazin haben ihren Platz gefunden. Zudem gibt es Vorabdrucke und jede Menge Verlosungen von Büchern.

Ich hab Polizei

Immer wieder stehen die sächsische Polizei und ihr Chef, Innenminister Ulbig, in der Kritik. Zu wenig Beamte, die schlecht ausgebildet sind, die Journalisten bei Legida-Demonstrationen nicht genug schützen und die auf dem rechten Auge blind sein sollen. Beneiden möchte man die Beamten derzeit nicht. Aber es gibt auch kritische Polizisten. Wie diese aussehen und was sie zu sagen haben, findet der Leser in der neuen LZ. Einen Artikel über den Bildungsnotstand der sächsischen Polizei und zur Frage, ob Leipzig ein Überwachungszentrum werden soll, komplettieren den Themenkomplex.

Warm und grau

Immer wieder gefordert, doch nie so ganz ernst genommen: Sozialer Wohnungsbau. Nun wurde ein Förderprogramm in Angriff genommen, das den Kommunen helfen soll, sozialverträglichen Wohnraum zu schaffen. Derzeit können Mieten auf KDU-Niveau im Neubau durch die hohen Baukosten nicht realisiert werden. Das soll sich nun bald in Sachsen und damit auch in Leipzig ändern. Wir haben bei vielen Stellen nachgefragt, wie es mit dem Programm aussieht. Zudem gibt es einen wohnphilosophischen Exkurs zu lesen und zwei Artikel über nicht so schöne Abrisse.

Pädagogische Nacht oder neuer Morgen

Frontalunterricht und Gleichschritt sind die Kampfbegriffe der neoliberalen Bildungsideologie, die im Zuge totaler Individualisierung des Lernens den Lehrer zu einem Lernbegleiter degradiert und eine Gesellschaft spiegelt und formt, die hübsch die Standards einer deregulierten Arbeitswelt einübt. Gelernt wird dabei recht wenig. Die Folgen werden katastrophal sein. Oder kehrt der Lehrer zurück? Wendet er sich gegen sein auferlegtes Schicksal und erteilt dem deregulierten Klassenzimmer eine Absage? Antworten hierauf liefert Christoph Türcke im großen LZ-Interview. Ein Lehrer hat zudem sein neues Buch gelesen und seine Eindrücke zu Papier gebracht. Dazu haben wir auch noch nachgeschaut, was eigentlich eine digital gut ausgestattete Hochschule sein kann und haben festgestellt, dass digital nicht immer besser ist.

Und wie bekommt man nun die „Leipziger Zeitung“?

Die einfachste Variante: Abo abschließen. Dann kommt die „Leipziger Zeitung“ mit der Post nach Hause.

Und wer das Kombi-Abo nimmt, kann auch alle Angebote der L-IZ wahrnehmen.

Alle Angaben zum Abonnement der Leipziger Zeitung und der Leipziger Internet Zeitung findet man hier.

Die Variante für Spaziergänger: Man bekommt die Zeitung natürlich auch im Pressevertrieb und vielen attraktiven Verkaufsstellen im Stadtgebiet.

Eine Übersicht über die Verkaufsstellen findet sich hier.

Und wenn die LZ ausverkauft ist? Einfach den Händler fragen. Oder: Abo abschließen. Siehe oben.

BuchmesseNeoliberalismusLeipziger ZeitungSozialer Wohnungsbau
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