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Ein Fussballriese greift nach einem kleinen Wäldchen. Dagegen richtet sich heute eine Kundgebung. An Opfer der Nazi-Diktatur erinnern neue Stolpersteine, die im Tagesverlauf verlegt werden. Und als Alternative zu den beliebten Wochenmärkten gibt es heute wieder einen der seltenen Abendmärkte in der City, die sich vor allem an ein Publikum wenden, dass tagsüber malochen ist.
Widerstand gegen Waldverkauf
Eine überwucherte, einstige Kleingartenanlage ist in den letzten Tagen Lokalgespräch und zum Streitpunkt geworden. Die Stadt möchte das etwa 5,7 Hektar große zwischen Kleinmessegelände und Straßenbahnhof Angerbrücke an den Erstligisten RB Leipzig verkaufen, der dort Trainingsflächen schaffen will (LZ berichtete).
Für heute Abend haben Umweltverbände und Bürgerinitiativen zu einer Demonstration gegen dieses Vorhaben aufgerufen. Nach ihrer Auffassung gehört das inzwischen als Waldstück eingestufte Areal zu einer der letzten schmalen Verbindungen zwischen dem nördlichen und südlichen Leipziger Auwald. Kritiker führen außerdem an, dass in dem Gebiet mehr als 30 brütende Vogelarten nachgewiesen worden seien, darunter auch geschützte Arten. Der Wald erfülle wichtige Funktionen für das lokale Klima, die Artenvielfalt und die Vernetzung von Lebensräumen.
Die Stadtverwaltung und Befürworter des Vorhabens verweisen dagegen darauf, dass 27 Alternativstandorte für die Kleinmesse untersucht worden seien. Durch den Verkauf könne der traditionsreiche Festplatz an seinem bisherigen Standort erhalten bleiben, während RB Leipzig sein Trainingszentrum erweitern könne, ohne dass ein neuer Standort für die Kleinmesse erschlossen werden müsse.
Die Kundgebung beginnt heute um 18 Uhr an der Jahnallee/Ecke Capastraße. Hintergrund des Zeitpunkts der Aktion ist die bevorstehende Stadtratssitzung am 1. Juli, bei der Verwaltungsvorschlag abgestimmt werden soll.
Gedenken an Opfer des Nazi-Terrors
Mit neuen „Stolpersteinen“ erinnert Leipzig heute an Menschen, die Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung wurden. Im Rahmen der Jüdischen Woche werden an mehreren Orten im Stadtgebiet Gedenksteine verlegt. Im Mittelpunkt steht dabei um 14 Uhr die Verlegung von zehn Stolpersteinen für die jüdische Familie Rosenstein am Ranstädter Steinweg 15. Eine Stunde später folgt in der Karl-Liebknecht-Straße 95 ein Stolperstein für Heinz Robert Brau.
Die Familie Rosenstein gehörte zu den Opfern der sogenannten Polenaktion. Am 28. Oktober 1938 wurde die Familie mit ihren acht Kindern gemeinsam mit Tausenden weiteren jüdischen Menschen aus dem Deutschen Reich gewaltsam nach Polen abgeschoben. Die reichsweite Aktion richtete sich gegen Juden mit polnischer Staatsangehörigkeit und gilt als wichtiger Schritt auf dem Weg zur weiteren Radikalisierung der nationalsozialistischen Verfolgungspolitik noch vor den Novemberpogromen von 1938. Nach dem deutschen Überfall auf Polen setzte sich das Leid der Familie fort. Mehrere Familienmitglieder wurden ermordet oder gelten bis heute als verschollen, lediglich zwei der Kinder überlebten die Verfolgung.
Gewürdigt wird außerdem Heinz Robert Brau, der als homosexueller Mann Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung wurde. Nach Aufenthalten im Jugendgefängnis Hoheneck und in der Heil- und Pflegeanstalt Waldheim fiel er schließlich der sogenannten „Euthanasie“-Politik des Regimes zum Opfer. 1940 wurde er in Brandenburg ermordet.
Die „Stolpersteine“ sind Teil des europaweiten Erinnerungsprojekts des Künstlers Gunter Demnig. Sie werden vor den letzten frei gewählten Wohnorten von NS-Opfern verlegt und machen deren Namen und Lebensgeschichten im öffentlichen Raum sichtbar. Leipzig zählt seit Jahren zu den besonders aktiven Städten innerhalb des Projekts.
Markttag in der Abendkühle
In der Abendsonne welken die Radieschen langsamer! Mit zusätzlichen Händlern, Familienangeboten und einem Schwerpunkt auf regionale Produkte lädt der Leipziger Abendmarkt heute erneut vor´s Alte Rathaus ein. Von 16 bis 21 Uhr verwandelt sich der Platz in einen Treffpunkt für Einkauf, Gastronomie und Freizeit. Anders als der reguläre Wochenmarkt richtet sich das Format vor allem an Besucher nach Feierabend. Neben Marktständen und gastronomischen Angeboten soll auch die Aufenthaltsqualität im Stadtzentrum gestärkt werden.
Für den zweiten Abendmarkt des Jahres wurde das Angebot nach Angaben der Stadt erweitert. Neu dabei sind unter anderem die Käserei Lehmann, seit Jahrzehnten berühmt für ihren Edelschimmelkäse „Der Blaue“ und das Plauderstübchen Leipzig (Weine ohne tierische Klärung mit Gelatine, Fischblasenprotein oder Hühnereiweiss). Hinzu kommen weitere Anbieter wie ein Imker aus Pegau sowie die Seifenmanufaktur „Schaumwerkstatt“ aus dem Erzgebirge. Begleitet wird der Markt von einem Programm für Familien. Die Mobile Bücherei der Leipziger Städtischen Bibliotheken, das Spielmobil und das Familienbüro des Amtes für Jugend und Familie gestalten Mitmachangebote für Kinder und Erwachsene.
Für die musikalische Umrahmung sorgt Andreas Güstel mit einem Klavierprogramm. Mit der Verbindung von Handel, Gastronomie und Freizeitangeboten setzt die Stadt auf ein Format, das über die klassische Funktion eines Wochenmarktes hinausgeht und zusätzliche Besucher in die Innenstadt ziehen soll.
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Es gibt 2 Kommentare
Esattamente! Allerdings: zugesichert als Parkplatz, wie Lucas Grothe und Antje Henselin-Rudolph heute im Lokalteil der LVZ festhalten. Das mit den Wünschen nach weiterer Spielfelderfläche kommt oben drauf.
Könnte man eigentlich nicht auch den Cottaweg selbst auf einem halben Kilometer als Kleinmesseplatz – jeweils temporär, versteht sich – ausweisen?
> „Ein Fussballriese greift nach einem kleinen Wäldchen.“
Och nö liebe L-IZ, habt ihr Clickbait so nötig? In dem verlinkten Artikel habt ihr doch korrekt geschrieben was Phase ist. Nicht RB greift, die Stadt hat angeboten. Als „Ersatz“ für das Kleinmessegelände, welches RB seitens der Stadt vertraglich zugesichert wurde.