Wenn die Vorurteile einer Zeitung gleich mal zu Suggestivfragen für ahnungslose Senioren werden

Für alle LeserEs gibt längst genug kritische Artikel über Umfragen und ihre zuweilen manipulativen Wirkungen auf die Öffentlichkeit. Es gibt auch Kritik an den viel zu vielen Wahlumfragen, die oft gerade erst die Stimmung schaffen, die dann über Wählerpräferenzen entscheidet. Aber was die LVZ am Mittwoch, 15. Januar unter der Überschrift „Umfrage: Die meisten Leipziger haben Connewitz-Krawalle satt“ veröffentlichte, hat mit einer seriösen Umfrage nichts mehr zu tun.

Das in Erfurt ansässige Umfrageinstitut INSA hat, wie Auftraggeber LVZ mitteilt, vom 6. bis 10. Januar 1.000 repräsentativ ausgewählte Leipziger ab 18 Jahre telefonisch und online interviewt. Wobei das Wort „interviewt“ schon sehr mutig gewählt ist. Denn selbst der abgedruckte Frageblock zeigt, dass die Leute, die man am Telefon erwischt hat oder online erreichte und die überhaupt bereit waren, sich auf die Befragung einzulassen, gar nicht interviewt, sondern nur abgefragt wurden.

Und das mit Suggestivfragen, die in so einer Umfrage überhaupt nichts zu suchen haben.

In der Vergangenheit wurde INSA schon mehrfach kritisiert, insbesondere für seine Art und Weise, über Online-Befragungen (wie auch in diesem Fall) seriöse Ergebnisse bekommen zu wollen. Wikipedia schreibt dazu: „Aufgrund dieses Verfahrens erhielt INSA viel Kritik von Konkurrenten, die die Repräsentativität der Umfragen auf Grundlage der Online-Daten bezweifeln.“

Und trotzdem nutzt nicht nur Hauptauftraggeber BILD immer wieder die Ergebnisse von INSA, auch eher klassische Medien wie die „Süddeutsche“ tun es, obwohl sie – wie die „Süddeutsche“ 2017 selbst einmal analysierte – ihre Bauch- und Zahnschmerzen mit diesen Umfragen haben.

Das geht mit der Art der Telefonverbindung los, denn auf Festnetznummern erreicht man heutzutage fast nur noch Senioren, die kein Smartphone besitzen. Die Repräsentativität der Umfragen wird also zum Problem. Und man kann nicht jede fehlende Bevölkerungsgruppe hinterher aus den Befragungsergebnissen hochrechnen. Bei dieser Umfrage sollen auch Mobiltelefone dabei gewesen sein – wie viele bleibt unklar.

Und der Blick auf die augenscheinlich von der LVZ als Auftraggeber selbst formulierten Fragen zeigt, dass man die Antworten auf solche Fragen schon gar nicht hochrechnen kann. Denn mit so einer Aussage manipuliert man die Befragten: „Ich habe solche Ausschreitungen satt und möchte endlich ein friedliches Silvester in Connewitz erleben.“

Schwer vorstellbar, dass auch nur 10 Prozent der Befragten jemals ein Silvester am Connewitzer Kreuz erlebt haben.

Eher muten die Detailergebnisse so an, als hätte INSA da eine Menge Leute angerufen, die die Ereignisse am Connewitzer Kreuz nur aus der Berichterstattung der LVZ kennen, die selbst im Begleittext schreibt: „So sind es vor allem die über 60-Jährigen (fast 80 Prozent) und mehr als die Hälfte der 30- bis 59-Jährigen (56 Prozent), die endlich Ruhe haben wollen. Von den 18- bis 30-Jährigen äußern dies nur 30 Prozent.“

Man kann das Ergebnis nämlich auch so interpretieren: Befragte, die eher im LVZ-Informationskosmos zu Hause sind, übernehmen auch die Interpretation der LVZ, dass man es satt zu sein habe, was da am Connewitzer Kreuz passiert. Und sie stutzen nicht einmal, wenn die Zeitung einfach behauptet, es habe Ausschreitungen von den Connewitzern gegeben.

Aber auch die anderen Aussagen, zu denen die Befragten Zustimmung oder Nichtzustimmung äußern sollten, sind emotionalisierte Aussagen, die mit einer unabhängigen und objektiven Befragung nichts zu tun haben.

„Mir tun die Polizisten leid, die bei den Protesten im Einsatz sind und sich deswegen in Gefahr begeben.“ Das ist echte LVZ-Denke: Normalerweise begeben sich Polizisten bei verantwortungsvoll geplanten Einsätzen nicht in Gefahr. Sie sind gut ausgerüstet und können sich auf eine kompetente Einsatzleitung verlassen. Doch gerade diese scheint am 1. Januar in Connewitz komplett gefehlt zu haben. Was natürlich nicht in der LVZ zu lesen ist.

Aber der Schritt von dieser medialen Falschberichterstattung zum nächsten Topos ist dann kurz und damit wird dann auch gleich mal Politik gemacht: „Die Polizei muss bei solchen Ausschreitungen viel härter durchgreifen.“

Da stecken auch wieder die Ausschreitungen drin, die man einfach mal postuliert. Und wenn man schon mal das Bild einer völlig entfesselten Menge malt, die da in Connewitz „Ausschreitungen“ beging, dann denkt der befragte Stubenhocker natürlich: Da muss die Polizei doch härter durchgreifen! Da wird dann der Senior am Telefon zum Polizeichef. Wie sollte er auch anders reagieren, wenn ihm seine Leib-und-Magen-Medien kein anderes Bild zeichnen und ihn (ganz bewusst) in Angst und Schrecken versetzen?

Vielleicht nicht mal aus politischen Gründen, sondern einfach, weil man mit Schreckensbildern Quote und Aufregung verursacht.

Und auch die Auswertung bleibt dann nicht neutral. Während das Antwortangebot noch hieß „Die Polizei muss bei solchen Ausschreitungen viel härter durchgreifen“, werden daraus im Text der LVZ gleich mal wieder „linksautonome Gewalttäter“.

„Die Forderung nach härterem Durchgreifen der Polizei gegenüber den linksautonomen Gewalttätern kommt mit 57 Prozent auch deutlich stärker von den über 60-Jährigen als von den 18- bis 29-Jährigen“, kann man da lesen. Was zumindest zeigt, wo die LVZ noch in alter Treue gelesen wird und wo sie schon lange nicht mehr die wichtigste Informationsquelle ist. Weil junge Leute gelernt haben, sich auch anderswo etwas gründlicher zu informieren und die Berichterstattung der LVZ nicht mehr für eine adäquate Darstellung dessen halten, was in Leipzig wirklich passiert.

Die Umfrage ist ein ziemlich deutliches Beispiel für Vorverurteilung, Suggestion und völlig abhandengekommene Objektivität.

Was dann noch die Frage eines unserer Leser offenlässt, der auch erschreckend findet, dass nur die Hälfte „der Bevölkerung friedliche Proteste in Ordnung“ findet. „Warum steht nur die Hälfte der Bevölkerung zum Grundgesetz? Und warum verkauft man das dann noch als ein Zeichen für eine weltoffene und tolerante Stadt?“

Den Satz hat im Text tatsächlich Hermann Binkert, der Chef des INSA-Institutes, geäußert: „Die Leipziger stehen klar hinter der Polizei und fühlen mit ihr. Die Umfrage dokumentiert auch das Bekenntnis der Leipziger zur Demokratie.“

Aber auch diese Aussage war suggestiv in den Raum gestellt worden: „Ich finde, friedliche Proteste haben in Connewitz ihren Platz und sollten weiter stattfinden.“

Sie haben nicht nur in Connewitz ihren Platz, sondern überall in der Stadt. Das Demonstrationsrecht ist ein Grundrecht in der Demokratie. Eine Demokratie kennt auch keine Sonderplätze zum Demonstrieren. Auch wenn in Connewitz besonders viele Demonstrationen starten, weil dort viele Menschen wohnen, die das Demonstrationsrecht auch gern wahrnehmen. Und die auch Themen haben, die sie so auf die Straße tragen wollen.

So wie am heutigen Samstag wieder, wie dieser Meldung der Stadt zu entnehmen ist.

Verkehrseinschränkungen rund um Demo am 18. Januar

Unter dem Motto „Sozialer Wohnungsbau jetzt! – Kein Mensch soll in Leipzig mehr auf der Straße landen!“ ist für Samstag, 18. Januar, ein Aufzug der Initiative für mehr sozialen Wohnungsbau mit etwa 100 Teilnehmern angezeigt.

Zwischen 14 und 17 Uhr ist auf folgender Route mit Verkehrseinschränkungen zu rechnen: Bornaische Straße (Ecke Hildebrandstraße), Hildebrandstraße, Thierbacher Straße, Meusdorfer Straße, Wolfgang-Heinze-Straße, Selneckerstraße, Windscheidstraße, Scheffelstraße, Kochstraße, Gustav-Freytag-Straße, Karl-Liebknecht-Straße, Bornaische Straße, Wiedebachstraße, Wiedebachplatz.

Wie man man eine Serie von Baustellenanschlägen zu Linksterrorismus aufbläst und in Leipzig damit OBM-Wahlkampf macht

Hinweis der Redaktion in eigener Sache (Stand 1. November 2019): Eine steigende Zahl von Artikeln auf unserer L-IZ.de ist leider nicht mehr für alle Leser frei verfügbar. Trotz der hohen Relevanz vieler unter dem Label „Freikäufer“ erscheinender Artikel, Interviews und Betrachtungen in unserem „Leserclub“ (also durch eine Paywall geschützt) können wir diese leider nicht allen online zugänglich machen.

Trotz aller Bemühungen seit nun 15 Jahren und seit 2015 verstärkt haben sich im Rahmen der „Freikäufer“-Kampagne der L-IZ.de nicht genügend Abonnenten gefunden, welche lokalen/regionalen Journalismus und somit auch diese aufwendig vor Ort und meist bei Privatpersonen, Angehörigen, Vereinen, Behörden und in Rechtstexten sowie Statistiken recherchierten Geschichten finanziell unterstützen und ein Freikäufer-Abonnement abschließen.

Wir bitten demnach darum, uns weiterhin bei der Erreichung einer nicht-prekären Situation unserer Arbeit zu unterstützen. Und weitere Bekannte und Freunde anzusprechen, es ebenfalls zu tun. Denn eigentlich wollen wir keine „Paywall“, bemühen uns also im Interesse aller, diese zu vermeiden (wieder abzustellen). Auch für diejenigen, die sich einen Beitrag zu unserer Arbeit nicht leisten können und dennoch mehr als Fakenews und Nachrichten-Fastfood über Leipzig und Sachsen im Netz erhalten sollten.

Vielen Dank dafür und in der Hoffnung, dass unser Modell, bei Erreichen von 1.500 Abonnenten oder Abonnentenvereinigungen (ein Zugang/Login ist von mehreren Menschen nutzbar) zu 99 Euro jährlich (8,25 Euro im Monat) allen Lesern frei verfügbare Texte zu präsentieren, aufgehen wird. Von diesem Ziel trennen uns aktuell 400 Abonnenten.

Alle Artikel & Erklärungen zur Aktion Freikäufer“

ConnewitzSilvesterUmfrageLVZINSA
Print Friendly, PDF & Email
 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr


Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Dienstag, der 7. April 2020: Einmal Chemnitz und zurück
Erstaufnahmeeinrichtung in Dölzig im Sommer 2015. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserNachdem ein Bewohner der Asylunterkunft in Dölzig nahe Leipzig die hygienischen Zustände in der Einrichtung kritisiert hatte, wurde er nach Chemnitz verlegt. Nun ist er offenbar zurück in Dölzig. Das Oberverwaltungsgericht Bautzen klärt unterdessen darüber auf, wo und mit wem man sich außerhalb der Wohnung bewegen darf. Die L-IZ fasst zusammen, was am Dienstag, den 7. April 2020, in Leipzig und Sachsen wichtig war.
Sächsische Studierendenvertretung fordert ein „Solidarsemester“
Universität Leipzig, Seminargebäude. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserIn Sachsen hat am Montag, den 6. April, die Vorlesungszeit begonnen. Weil die Hochschulen wegen der Coronakrise aber geschlossen sind, stehen Studierende und Lehrende vor großen Herausforderungen. Ein bundesweites Bündnis, an dem sich auch die sächsische Studierendenvertretung beteiligt, hat deshalb einen umfangreichen Forderungskatalog veröffentlicht. Vieles, was darin steht, fordern auch Linke, SPD und Grüne im sächsischen Landtag.
Freizeitaktivitäten in Coronazeiten: 15 Kilometer Umkreis laut OVG Bautzen
Das alles bestimmende Thema der letzten Wochen - als Graffiti in Leipzig verewigt. Foto: Marko Hofmann

Foto: Marko Hofmann

Für alle LeserSeit Wochen drehen sich nun die Debatten um die Frage, was die sächsische Staatsregierung in ihrer erst als Allgemeinverfügung und seit dem 31. März als Verordnung verfassten Ausgangsbeschränkung mit dem „Wohnbereich“ gemeint haben könnte, in welchem man sich zu Spaziergängen, Sport oder Ausflügen bis mindestens zum 20. April 2020 aufhalten müsse. Was die Staatsregierung in ihrer Krisenmaßnahme gegen eine weitere Ausbreitung des Coronavirus tunlichst vermied, tat heute das Oberverwaltungsgericht (OVG) Bautzen. Bei der Entscheidung eines Eilantrages eines Dresdners benannte das OVG eine Kilometerzahl für die Bewegung zu Freizeitzwecken in Sachsen. Und klärte zudem die Begleitung von Menschen, die nicht zum eigenen Hausstand gehören.
Ob Beiersdorf sächsische Fördermittel für das neue Werk bekommt, ist noch offen
Traditionsmarke „Florena“. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserFür Leipzig wird es eine neue Unternehmensansiedlung mit 280 Arbeitsplätzen im Leipziger Norden, wenn Beiersdorf dort seine neue Florena-Fabrik baut. Für Waldheim wird es ein echter Verlust. Ob Beiersdorf für den 220 Millionen Euro teuren Neubau im Leipziger Norden auch sächsisches Fördergeld bekommt, ist noch nicht entschieden, teilt Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) auf Anfrage der Landtagsabgeordneten Marika Tändler-Walenta und Nico Brünler (Die Linke) mit.
Linksfraktion fordert Überbrückungszahlungen für Leipzigs Honorarkräfte
Musikschule „Johann Sebastian Bach“. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDie vielen zusammengeschusterten Hilfsprogramme in der Coronakrise machen etwas sichtbar, was sonst völlig der Wahrnehmung der fest angestellten Öffentlichkeit entzogen ist: Sie zeigen, wie löcherig die Absicherungen für Solo-Selbstständige und Honorarkräfte tatsächlich ist und wie sehr gerade sie durch die Sparorgien der letzten Jahrzehnte in ihren Honoraren gedrückt wurden. Und jetzt, wo gerade sie schnelle Unterstützung brauchen, sind sie völlig aus dem Blick der Politik verschwunden. Das betrifft auch Honorarkräfte der Stadt Leipzig, sagt Marco Götze.
Nach Lockerung der Kontaktbeschränkungen: „Wir sollten uns stark an Südkorea orientieren“
Prof. Dr. Markus Scholz. Foto: Universität Leipzig

Foto: Universität Leipzig

Für alle LeserIn Leipzig ist die Epidemie zum Erliegen gekommen, auch die Werte für Sachsen und Deutschland lassen hoffen. Die Nettobasisproduktionsrate sinkt, die Maßnahmen der vergangenen Wochen zeigen Wirkung. Das sind Ergebnisse der Berechnung von Prof. Dr. Markus Scholz vom Institut für Medizinische Informatik, Statistik und Epidemiologie der Universität Leipzig.
Grüne schlagen temporäre Fahrradstraßen, Öffnung der Radläden und freie Fahrt in der City vor
Radfahrer auf dem Burgplatz. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserMit dem Radverkehr hat es Leipzigs Verwaltung nicht so. Das merkt auch jeder, der derzeit aufgrund von Corona seine Wege in der Stadt mit dem Fahrrad zurücklegen will. Radwege sind mit Baustellen zugebaut, Umleitungen nicht ausgeschildert. An Hauptverkehrsstraßen fehlen sichere Überwege. Und die Chance, Leipzig gerade in dieser Zeit ein wenig fahrradfreundlicher zu machen, sitzt Leipzigs Verkehrsdezernat einfach aus. Nun machen die Grünen ein paar berechtigte Vorschläge.
Sportdezernat: Leipzigs Verwaltung hat RB Leipzig kein Verkaufsangebot für das Schwimmstadiongrundstück gemacht
Der Parkplatz auf der Fläche des ehemaligen Schwimmstadions. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserKaum einen Monat liegen die Leipziger Oberbürgermeisterwahl und der knappe Wahlsieg von Burkhard Jung zurück. Fast vergessen ist schon, dass CDU und LVZ auch versucht hatten, den Verkauf eines Grundstücks am Sportforum an RB Leipzig zu instrumentalisieren. Dabei wurde dann eine Zusage konstruiert, die die Verwaltung gar nicht gegeben hatte. Das alarmierte auch die Freibeuter-Fraktion, die sehr genau wissen wollte, was da tatsächlich abgesprochen worden war.
Geburten wegen Corona ohne Begleitperson: Petiton appelliert an Stadt und Krankenhäuser
Petition an OBM Jung gegen das Verbot von Begleitpersonen bei Geburten. Screenshot change.org

Screenshot change.org

Für alle LeserSeit mehreren Wochen schon gilt in Leipzigs Krankenhäusern der Besucherstopp. Bisher ausgenommen waren Geburten. Nun allerdings wird es Partner/-innen verwehrt, bei der Entbindung dabei zu sein. Zu groß sei das Risiko. Betroffene richten sich mit einer Petition an Oberbürgermeister Burkhard Jung sowie die Leitungen der Geburtenkliniken des Universitätsklinikums Leipzig und des St.-Georg-Klinikums und St. Elisabeth-Krankenhaus.
Aktuell sind 58 Eisenbahnbrücken in Sachsen dringend sanierungsbedürftig
Die alte Bahnbrücke an der Cunnersdorfer Straße. Foto: Deutsche Bahn

Foto: Deutsche Bahn

Für alle LeserDie Eisenbahnbrücken sind für den sächsischen Bundestagsabgeordneten Torsten Herbst (FDP) so eine Art Sport geworden. Jedes Jahr fragt er bei der Bundesregierung nach, wie es um die Eisenbahnbrücken in Deutschland steht. Da stecken dann auch die sächsischen Brücken mit drin. Aus denen macht der um Aufmerksamkeit ringende Abgeordnete dann jedes Mal so eine Art kleine Alarmmeldung.
Belastungsprobe Corona: Wie gehen Ärzte und Pfleger mit dem Druck um?
Prof. Stengler. Foto: Christian Hüller

Foto: Christian Hüller

Für alle LeserSeit nunmehr knapp drei Wochen ist das öffentliche Leben, wie wir es kennen, massiv eingeschränkt. Die Krise ist für alle eine Belastung - auf dem einen oder anderen Wege. Isolation und fehlender sozialer Kontakt werden zur Belastungsprobe für die Psyche vieler Menschen. In den Krankenhäusern und Kliniken sieht man sich vor ganz anderen Herausforderungen. Unter welchem Druck stehen Ärzte und Pfleger/-innen? Wir haben mit Prof. Dr. med. Katarina Stengler, Chefärztin der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie am Helios Parkklinikum Leipzig, gesprochen.
Die Bodenständigen: Der Blick der staunenden Soziologin auf die Mitte unserer Gesellschaft
Barbara Thériault: Die Bodenständigen. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserWir haben ja an dieser Stelle schon etliche Bücher besprochen, deren Autor/-innen sich mit der viel beschworenen „Mitte“ beschäftigen – von der „Schweigenden Mitte“ bis zur „Enthemmten Mitte“. Jede/-r hat auf seine oder ihre Weise versucht, überhaupt erst einmal zu definieren, was sich hinter dieser schwammigen Masse eigentlich verbergen soll. Aber oft führt das geradezu in den Nebel. Anders als Barbara Thériaults ganz reale Erkundungen da, wo die Menschen tatsächlich leben. In Erfurt zum Beispiel.
Wie weiter mit der Fußballsaison? Wieso Abbruch und „Weiter so“ nicht so einfach sind
Die Leidenschaft in der Leidenszeit - kluge Lösungen dringend gesucht. Foto: Jan Kaefer

Foto: Jan Kaefer

Für alle LeserEgal ob Bundesliga oder Kreisklasse: Der Ball ruht bis auf Weiteres. Niemand weiß, wann es weitergeht und vor allem weiß niemand, was passiert, wenn es nicht weitergehen kann. Eine solche Situation kennt der deutsche Fußball nicht, die Unwissenheit quält auch die Fußballklubs in Sachsen und in Leipzig. Was wird aus den Früchten der bisherigen Arbeit? Verschiedene Möglichkeiten sind denkbar, aber bei allen würden die Beteiligten gegen Wände laufen.
Montag, der 6. April 2020: Ordnungsamt registrierte mehr als 1.000 Verstöße gegen Corona-Regeln
Das Ordnungsamt kontrolliert, ob die Corona-Regeln eingehalten werden. Archivfoto: L-IZ.de

Archivfoto: L-IZ.de

Für alle LeserPolizei und Ordnungsamt kontrollieren weiterhin eifrig, ob sich die Leipziger/-innen an die strengen Ausgangsregeln halten. Das Ordnungsamt hat heute eine Zwischenbilanz veröffentlicht. Außerdem gibt es neue Regeln für den Wochenmarkt, ein abgesagtes Bachfest und einen gescheiterten Eilantrag gegen die sächsische Allgemeinverfügung. Die L-IZ fasst zusammen, was am Montag, den 6. April 2020, in Leipzig und Sachsen wichtig war.
Vorwürfe gegen Asylunterkunft nahe Leipzig: Fehlende Hygiene und „Bestrafung“ für Bewohner
Erstaufnahmeeinrichtung in Dölzig im Sommer 2015. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserBewohner/-innen der Asylunterkunft in Dölzig nahe Leipzig haben in den vergangenen Wochen mehrmals die hygienischen Zustände vor Ort kritisiert. Ein Wortführer wurde mittlerweile nach Chemnitz verlegt – angeblich aus medizinischen Gründen. Er selbst fühlt sich dafür „bestraft“, Missstände angesprochen zu haben. Zudem wurde ein MDR-Team, das vor Ort drehte, von der Security bedrängt und festgehalten. Die zuständige Landesdirektion will den Vorfall prüfen.