Geschichte zum Selbstzusammenbasteln

Wie ein CDU-Antrag Karl Marx kurzerhand zum Urvater des Terrorismus gemacht hat

Für alle LeserDass man Dr. Marx kritisch umgehen darf und muss – keine Frage. Mein Kollege Giulio Reger schrieb zwar, die Stadträte, die am Mittwoch, 18. Oktober, ans Rednerpult gingen, hätten sich wohl alle gerühmt, „Das Kapital“ gelesen zu haben. Aber das bezweifle ich. Das Pech des Dr. Karl Marx ist: Die meisten Leute haben nicht gelesen, was er alles geschrieben hat. Auch nicht „Das Kapital“. Deswegen war auch der CDU-Ergänzungs-Antrag so peinlich.

Ob man bei einem Marx-Jubiläum (der Mann wäre 2018 schon 200 Jahre alt geworden) unbedingt „ausdrücklich auch die Folgen der von Marx begründeten Ideologie während der über 40-jährigen SED-Diktatur berücksichtigen“ muss, wie die CDU-Fraktion beantragte und tatsächlich die Mehrheit des Stadtrates befürwortete, ist natürlich eine berechtigte Frage.

Aber ich bin mir sicher: Echte Forschung dazu wird es auf Jahre nicht geben. Also auch keine fundierte Diskussion. Der Grund ist ganz simpel: Das Thema spielt in der Forschung zur DDR keine Rolle. So wie die meisten Forschungsthemen zur DDR-Geschichte brachliegen. Es geht immer nur um Verfolgung, Bespitzelung und Diktatur, nie um das tatsächliche Funktionieren des SED- und Staatsapparates. Und auch nicht um die tatsächliche Rezeption von Karl Marx. Selbst für die DDR gilt: Nur die wenigstens Spezialisten haben Marx tatsächlich gelesen. Außer als Ikone spielte er im gesellschaftlichen Diskurs keine Rolle.

Und wenn es einen „sozialistischen“ Vordenker gab, der die Funktionsweise der DDR bestimmte, dann ganz bestimmt nicht Karl Marx. Nur zur Erinnerung für die Vergesslichen. „Marxisten“ wurden in der DDR gern kaltgestellt, verdammt und verfehmt. Von Georg Lukasz bis Ernst Bloch. Und – gern vergessen – Rudolf Bahro, der in seinem Buch „Die Alternative“ die Funktionsweise der Wirtschaft im Osten mit den Analysemethoden eines gewissen Dr. Marx untersuchte – und damit den Zusammenbruch des Ostens schon zu einer Zeit voraussagte, als die SED-Führung noch stur an den Sieg des Sozialismus glaubte.

Kommt natürlich alles nicht im Geschichtsunterricht vor.

Und was die CDU-Fraktion dann für ihren Änderungsantrag zum Marx-Jubiläum herausklaubte als Marx-Zitat, das zeugte dann nicht nur von Unkenntnis, sondern von bewusster Geschichtsverdrehung.

Die Begründung zum CDU-Antrag lautete so: „Von Leipzig ging am 9. Oktober 1989 das zentrale Signal für die Friedliche Revolution aus, als sich weit mehr als 70.000 Menschen aus allen Teilen der DDR trotz drohenden Schießbefehls friedlich dem SED-Regime entgegenstellten. Für die SED war der Marxismus eine der zentralen Grundlagen zur Legitimation ihrer Diktatur. Karl Marx hat nicht nur ‚Das Kapital‘ verfasst, sondern im Jahr der bürgerlichen Revolution von 1848 auch das gegen deren freiheitlich-demokratische Ideen gerichtete totalitäre ‚Kommunistische Manifest‘. Ebenfalls im Jahr 1848 schrieb Karl Marx in der Neuen Rheinischen Zeitung:

‚Die resultatlosen Metzeleien seit den Juni- und Oktobertagen, das langweilige Opferfest seit dem Februar und März, der Kannibalismus der Konterrevolution selbst wird die Völker überzeugen, daß es nur ein Mittel gibt, die mörderischen Todeswehen der alten Gesellschaft, die blutigen Geburtswehen der neuen Gesellschaft abzukürzen, zu vereinfachen, zu konzentrieren, nur ein Mittel – den revolutionären Terrorismus.‘

Diese Seite von Karl Marx muss in Leipzig, der Stadt der Friedlichen Revolution, ebenso kritisch berücksichtigt werden wie die Auswirkung seiner Ideologie bis in die Gegenwart, wenn es um die Aufnahme des Themas ‚Marx und Leipzig‘ in die Erinnerungskultur der Stadt Leipzig geht.“

1848? Da war in Deutschland Revolution. Und zwar keine sozialistische, sondern eine bürgerliche Revolution. Mit Nationalversammlung in Frankfurt, Aufständen in Berlin, Dresden, Wien.

Verblüffend, dass CDU-Stadtrat Michael Weickert am Rednerpult schmettern konnte: „Wenn Sie schon abenteuerliche historische Bögen ziehen, wieso kommen Sie dann nicht auf den Gedanken, dass Marx ebenso für die Millionen Toten des Stalinismus verantwortlich ist?“

Das ist abenteuerlich.

Und dann dieses Zitat im Antrag, das suggerierte, dass Marx quasi der Anstifter für den Terrorismus des 20. Jahrhunderts war. Dass Marx und Engels als Redakteure der „Neuen Rheinischen Zeitung“ sehr scharf formulierten und die Zeitung tatsächlich zum Sprachrohr der 1848er Revolution machten, ist bekannt. Aber sie haben dort nicht irgendwelche wilden Aufrufe verfasst.

Und der Artikel, in dem das Zitat steht, entstand nicht irgendwann im Jahr 1848. Er erschien am 7. November 1848. Und er bezog sich ganz konkret auf die Ereignisse – in Österreich, genauer: in Wien. Die im Zitat zu lesenden „Juni- und Oktobertage“ sind ganz konkrete Ereignisse in Prag und Wien, die deutschlandweit für Aufsehen sorgten. Juni, das ist die Niederschlagung des Prager Pfingstaufstandes durch die Truppen von Alfred Fürst zu Windischgrätz. Nur in deutschen Geschichtslehrbüchern wird die 1848er Revolution gern verharmlost.

Es floss tatsächlich Blut und die alten Mächte (und damit waren ganz bestimmt nicht die braven Bürger gemeint) setzten überall auf Waffengewalt, um die Aufstände niederzuschlagen. Oder – wie in Berlin: niederzukartätschen. Es war Prinz Wilhelm Friedrich Ludwig von Preußen, der das Kartätschenfeuer auf die (friedlich) Demonstrierenden eröffnen ließ und dafür den Spitznamen „Kartätschenprinz“ bekam, heimlich fliehen musste und später just jener Wilhelm I. wurde, der sich in Versailles zum deutschen Kaiser krönen ließ.

Geschichte.

Geschichte ist meist viel komplexer, als es deutsche Geschichtslehrer in ihrer Naivität vermitteln.

Und was waren die „Oktobertage“ in Wien? Das war der Oktoberaufstand, der ausbrach, als österreichische Truppen zur Niederschlagung des ungarischen Aufstands losmarschieren sollten. Der Wiener Aufstand wurde zwischen dem 26. und 31. Oktober blutig niedergeschlagen. Windischgrätz war natürlich wieder dabei. Ergebnis: 2.000 Tote. Im Artikel von Marx ist ja eindeutig von „österreichischer Völkerkatzenmusik“ zu lesen.

Der Artikel ist direkt unter dem Eindruck dieser Ereignisse geschrieben. Aber worauf bezieht sich eigentlich der „revolutionäre Terrorismus“, den Marx als Pointe setzt?

Das müssten Geschichtslehrer eigentlich wissen

Denn im 19. Jahrhundert verband man das genau mit jenem Ereignis, das den Terrorismus als revolutionäres Element auf die Bühne der Geschichte gesetzt hatte: die Französische Revolution von 1789, genauer: ab 1793, als sich die Revolution zusehends radikalisierte. Und wer den Artikel von Marx liest, der merkt, dass sich die Wortwahl genau darauf bezog und dass er von einer Radikalisierung der Revolution, die ja 1848 auch in Paris brodelte, eine Kehrtwende erwartete.

Denn genau das geht dem Zitat voraus: „Mit dem Siege der ‚roten Republik‘ zu Paris werden die Armeen aus dem Innern der Länder an und über die Grenzen ausgespieen werden und die wirkliche Macht der ringenden Parteien wird sich rein herausstellen. Dann werden wir uns erinnern an den Juni, an den Oktober, und auch wir werden rufen: Vae victis.“

(Nur zur Gutgläubigkeit von Karl Marx: Nicht nur 1848 träumte er davon, dass von Paris die „Weltrevolution“ ausgehen würde, sondern auch 1871 wieder …)

Selten wurde im Leipziger Stadtrat ein Zitat so aus dem Zusammenhang gerissen und falsch verwendet. Das ist nicht nur Geschichtsvergessenheit, das ist schon Manipulation.

Und da wir gerade bei der Niederschlagung des Wiener Aufstands sind, der sich in diesem Artikel von Karl Marx spiegelt: Im Nachgang der militärischen Niederschlagung wurden nicht nur etliche Anführer des Aufstands verurteilt und hingerichtet, sondern auch zwei Journalisten – Hermann Jellinek und Alfred Julius Becher. Und – nicht zu vergessen – der Leipziger Abgeordnete der Nationalversammlung Robert Blum.

Wer das Marx-Zitat als Begründung nimmt, dem „bedeutende Philosophen“ (Michael Weickert) Karl Marx die blutigen Jahrzehnte des Stalinismus ans Bein zu binden, der betreibt ganz bewusste Geschichtsklitterung. Oder der hat beim Schulstoff „bürgerliche Revolutionen in Europa 1848/1849“ schlicht geschwänzt.

Der Ergänzungsantrag der CDU-Fraktion.

Die neue LZ Nr. 48 ist da: Zwischen Weiterso, Mut zum Wolf und der Frage nach der Zukunft der Demokratie

 

StadtratKarl Marx
Print Friendly, PDF & Email
Leserbrief

Hinweise zum Leserbrief: Bitte beachten Sie, dass wir einen Leserbrief nur veröffentlichen, wenn dieser nicht anonym bei uns eintrifft. Außerdem möchten wir darauf hinweisen, dass eine Teilnahme an Verlosungen des L-IZ Leserclubs mit dem Leserbrief nicht möglich ist.

Ihr Name *

Ihre E-Mail-Adresse *

Betreff

Ihre Nachricht *

Bild/Datei hochladen

Wären Sie mit der Veröffentlichung als Leserbrief einverstanden? *

 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr





Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Polizei durchsucht Wohnungen der „Thügida“-Anführer – auch Alexander Kurth betroffen
Alexander Kurth (Die Rechte) bei LEGIDA. Foto: Alexander Böhm

Foto: Alexander Böhm

Für alle LeserUnter den zahlreichen rechtsradikalen „Bürgerbewegungen“, die sich in den vergangenen Jahren im Osten Deutschlands gegründet haben, gehört „Thügida“ zu den bekanntesten und aktivsten. Doch die mittlerweile als „Volksbewegung“ auftretende Organisation könnte weiter an Bedeutung verlieren. David Köckert, eine der Führungsfiguren, sitzt seit Monaten in Untersuchungshaft. Am Dienstag, den 19. Februar, durchsuchte die Polizei im Zusammenhang mit den Ermittlungen gegen Köckert mehrere Wohnungen – auch die des Leipziger Neonazis Alexander Kurth.
365 Euro im Jahr: Ökolöwe sammelt Unterschriften für Wiener Modell im Leipziger ÖPNV
Moderne XL-Straßenbahn am Augustusplatz. Foto:Ökolöwe

Foto: Ökolöwe

Für alle LeserDie jüngste Vorlage zum Luftreinhalteplan hat es wieder vor aller Augen geführt: Mit kosmetischen Maßnahmen löst Leipzig weder seine Luftschadstoffprobleme noch die im Verkehr. Und im ÖPNV ist seit dem letzten Luftreinhalteplan 2009 viel zu wenig passiert. Jetzt hängt auch der neue Nahverkehrsplan wieder nach. Und der Ökolöwe Leipzig appelliert dafür, in Leipzig das attraktive Wiener Modell einzuführen.
Ulf Schirmer macht 2022 Schluss: Oper Leipzig sucht neuen Intendanten
Intendant und Generalmusikdirektor Ulf Schirmer. Foto: Alexander Böhm

Foto: Alexander Böhm

Für alle LeserDie Oper Leipzig sucht einen neuen Intendanten. Wie die Stadt am Montag mitteilte, wird Ulf Schirmer seinen Vertrag über Juli 2022 hinaus nicht verlängern. Die Trennung sei im Einvernehmen erfolgt und trage der weiteren privaten Lebensplanung des Opernchefs Rechnung.
Fluglärmaktivisten stellen ihre Minimalforderungen für die Leipziger Stadtratswahl vor
Flugzeug beim Flug übers Leipziger Stadtgebiet. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserNicht nur Landtagswahlen sind in diesem Jahr in Sachsen. Leipzig wählt in diesem Jahr am 29. Mai auch einen neuen Stadtrat. Und es gibt gefühlt noch viel mehr große und schwierige Themen, die den Leipzigern auf den Nägeln brennen, als zur letzten Stadtratswahl. Einfach auch deshalb, weil in den vier Jahren nichts wirklich Helfendes passiert ist. So geht es auch beim Fluglärm zu. Und augenscheinlich haben das mittlerweile mehrere Parteien auf der Liste und fragen bei den Fluglärminitiativen an, was denn nun eigentlich gemacht werden soll.
Grüne schnüren ein richtiges Bio-Landwirtschafts-Paket für Leipzig
Im Projektgebiet von „stadt PARTHE land“. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserSeit Jahren laufen die Diskussionen um die Umweltschäden in der und durch die intensive Landwirtschaft, zuckt der Landwirtschaftsminister die Schultern, wenn es um Nitrat im Grundwasser, belastete Flüsse, schwindende Artenvielfalt und Bodenverluste geht. Und tut nichts. Leipzig als Besitzer von immerhin noch 1.800 Hektar landwirtschaftlicher Fläche könnte etwas tun. Mit acht Stadtratsanträgen wollen die Grünen die Leipziger Verwaltung dazu bewegen, es auch wirklich zu tun.
Chance auf renommierte Literaturpreise für zwei sehr aufmerksame Autorinnen
Luise Boege. Foto: Tobias Neumann

Foto: Tobias Neumann

Für alle LeserManchmal klappt es, da erreichen auch Bücher, die in der L-IZ besprochen wurden, die Aufmerksamkeit der großen Buchpreis-Jurys. Das ist gerade in zwei sehr eindrucksvollen Fällen der Fall: Anke Stelling wurde mit ihrem Roman „Schäfchen im Trockenen“ für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert. Am 22. Februar kann man die Autorin auch im Schauspiel Leipzig erleben. Und der kleine Leipziger Verlag Reinecke & Voss freut sich über die Nominierung seiner Autorin Luise Boege für den BDI-Literaturpreis „Text und Sprache“.
Grüne wollen wissen, warum die Stadt die Beschlüsse zur Biolandwirtschaft einfach nicht umsetzt
Schöner saftiger Ackerboden im Leipziger Norden. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEs war in den vergangenen Jahren immer wieder Thema im Stadtrat: Der Leipziger Stadtrat beschloss mutige Vorgaben zum Ausbau des Biolandbaus, zu Hecken und Biotopschutz. Sogar im Integrierten Entwicklungskonzept (INSEK) der Stadt tauchen die Ziele auf. Aber die Realität zeigt das Gegenteil: Augenscheinlich fühlt sich kein einziges Leipziger Amt bemüßigt, die Stadtratsbeschlüsse auch umzusetzen. Die Grünen legen deshalb ein dickes Antragspaket vor. Und wir reisen zurück ins Jahr 2007.
Linke-Stadträtin: Es ist zynisch, Geflüchtete gegeneinander auszuspielen
Die Mission Lifeline Crew am 4. August 2018 bei der Seebrücke-Demo in Leipzig. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserErst stutzt man, dann schüttelt man den Kopf – und dann fragt man sich: Ist diese CDU-Fraktion jetzt endgültig durchgedreht? Was treibt eine biedere Bürgerfraktion in Leipzig dazu an, einen menschlichen Antrag der Linksfraktion einfach völlig auszuhöhlen und aus einem Hilfsantrag für Menschen, die aus dem Mittelmeer gerettet wurden, einen ideologischen Antrag zu machen, mit dem nun aus Venezuela Geflüchtete in Leipzig aufgenommen werden sollen? Was hat das miteinander zu tun?
„Kästner2019“: Schaubühne startet Themenreihe zu Erich Kästner
Die Schaubühne Lindenfels in der Karl-Heine-Straße. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Am 23. Februar, zu Erich Kästners 120. Geburtstag, startet die Schaubühne Lindenfels eine Themenreihe zu dem bedeutenden Künstler. Bis zur Europawahl am 23. Mai und auch darüber hinaus werden Kästners Werke auf Bühne und Leinwand, aber auch in die Stadtgesellschaft getragen. Den Auftakt macht die erste Verfilmung von „Emil und die Detektive“.
Neandertaler ernährten sich am liebsten von Rentieren und Pferden
Zahn einer erwachsenen Neandertalerin aus Les Cottés in Frankreich. Foto: MPI f. evolutionäre Anthropologie/ A. Le Cabec

Foto: MPI f. evolutionäre Anthropologie/ A. Le Cabec

Für alle LeserImmer wieder brandet unter Wissenschaftlern der Streit auf, ob denn nun der Mensch am Verschwinden der großen Säugetiere schuld sei, als er sie nach dem Ende der letzten Eiszeit massiv bejagte. Denn da starben sie alle aus – ob Riesenhirsch, Wollnashorn oder die Festlandspopulationen des Mammuts. Zu viele Jäger sind des Mammuts Tod, könnte man sagen. Nun stellt sich heraus: Auch der Neandertaler hat zu seinen Lebzeiten fleißig mitgejagt.
Polizei behindert Medien am Rande einer Neonazidemo in Dresden
Gegendemonstranten 15. Februar in Dresden. Foto: Marco Arenas

Foto: Marco Arenas

Für alle LeserSchon im vergangenen Jahr sah sich die Polizei nach einer rechtsradikalen Demonstration rund um den 13. Februar in Dresden mit schweren Vorwürfen konfrontiert. Unter anderem soll ein Beamter die Hinweise von Journalisten auf Gewalt gegen Gegendemonstranten ignoriert haben. In diesem Jahr waren es die Journalisten selbst, die während ihrer Arbeit von Polizisten behindert wurden. Zahlreiche Videos belegen das. Die Opposition bekräftigt deshalb ihre Forderung nach einer Kennzeichnungspflicht.
Meineid-Prozess gegen Ex-AfD-Chefin Petry hat begonnen
Frauke Petry,hier noch bei einer AfD-Veranstaltung. Foto: Alexander Böhm

Foto: Alexander Böhm

Für alle LeserDie ehemalige AfD-Bundesvorsitzende Frauke Petry möchte im kommenden Spätsommer mit ihrer „Blauen Partei“ erneut in den sächsischen Landtag einziehen. Laut Wahlumfragen stehen die Chancen dafür nicht gut. Ein am Montag, den 18. Februar, gestarteter Prozess am Landgericht Dresden könnte ihre Chancen sogar auf Null reduzieren. Sollte Petry wegen Meineids zu einer Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr verurteilt werden, dürfte sie bei der Wahl nicht antreten.
Auch Leipzigs „verbrannte Orte“ bekommen jetzt ein Gesicht
Das Volkshaus in der Karl-Liebknecht-Straße. Archivfoto: Ralf Julke

Archivfoto: Ralf Julke

Für alle LeserIn die historische Erzählung eingegangen als tiefer Sturz der einstigen Dichternation Deutschland ist der 10. Mai 1933, als in Berlin und mehreren Hochschulstädten Deutschlands mit großem Pomp Bücherverbrennungen inszeniert wurden. Oft ist nur diese Inszenierung im Gedächtnis der Menschen noch lebendig. Und in Leipzig galt lange Zeit die Feststellung, hier habe es am 10. Mai keine Bücherverbrennung gegeben. Eben weil es die Buchstadt Deutschlands war. Aber das Projekt „Verbrannte Orte“ kann jetzt eine etwas andere Geschichte erzählen.
Baumfällungen von Sachsenforst bei Gundorf und Dölzig waren mit den Naturschutzbehörden abgestimmt
Baumfällungen im Kanitzsch. Foto: NuKLA e.V.

Foto: NuKLA e.V.

Für alle LeserFür eine gewisse Aufregung sorgten in jüngster Zeit die Baumfällungen im Kanitzsch bei Gundorf und im Dölziger Waldgebiet, beide bewirtschaftet vom Staatsbetrieb Sachsenforst. Beide Waldgebiete aber liegen auch im geschützten Leipziger Auensystem. Da kann man doch nicht einfach die Eichen fällen, fand der NuKLA e.V., der die gefällten Baumriesen mit einigem Entsetzen sah, und Anzeige erstattete. Aber so funktioniert das nicht, teilt uns Sachsenforst mit.
Warum härteres Vorgehen gegen Suchtbetroffene die Sucht nicht aus der Welt schafft
360 Kilogramm Drogen, gefunden im Fall Shiny Flakes. Foto: Alexander Böhm

Foto: Alexander Böhm

Für alle LeserWer sich auch nur ein bisschen mit unserer Wirtschaftsweise beschäftigt hat, der weiß, dass sie davon lebt, immer neue Süchte und Begehren zu erzeugen. Ein Großteil aller Waren sind reine Lustprodukte. Und viele lösen Süchte aus, die nur noch mit immer größeren Dosen kurzfristig beruhigt werden können. Umso schizophrener ist die Unterscheidung von legalen und illegalen Drogen und der Glaube sächsischer Ordnungspolitiker, die illegalen Süchte mit Polizeigewalt „bekämpfen“ zu können. Ein Thema für René Jalaß.