Beim Bundesparteitag der Linken in Erfurt ist der Leipziger Stadtrat und Bundestagsabgeordnete Sören Pellmann nicht zum Vorsitzenden gewählt worden. Nun will er über seine politische Karriere nachdenken. Außerdem: Auch in Sachsen musste die Feuerwehr in den vergangenen Tagen mit Waldbränden kämpfen. Zudem ist in Dresden ein Club von einem Feuer bedroht. Die LZ fasst zusammen, was am Wochenende, 25./26. Juni 2022, in Leipzig, Sachsen und darüber hinaus wichtig war.

Der Leipziger Linkspolitiker Sören Pellmann ist – deutlicher als erwartet – mit seiner Kandidatur für den Vorsitz seiner Partei gescheitert. Auf dem Bundesparteitag der Linken in Erfurt holte er nur halb so viele Stimmen wie der Europaabgeordnete Martin Schirdewan, der die Partei jetzt gemeinsam mit der bisherigen Vorsitzenden Janine Wissler führen wird. Diese hatte sich zuvor ebenfalls in einer Kampfabstimmung durchsetzen können.

Kein großer Direktmandat-Bonus

Pellmann hatte den Fokus in seiner Rede vor allem auf soziale Konflikte und Themen wie Kinderarmut gerichtet und für eine starke Präsenz im Lokalen geworben – sicher keine Verliererthemen in der Linkspartei. Zudem hatte Pellmann als „Retter“ der Linkspartei einen Bonus – nur seinem und zwei weiteren Direktmandaten war es zu verdanken, dass die Linke erneut in den Bundestag eingezogen ist.

Möglicherweise ein Nachteil war seine tatsächliche oder unterstellte Nähe zu Sahra Wagenknecht, deren Lager auf dem gesamten Parteitag wenig erfolgreich war. Das betrifft sowohl Personalentscheidungen als auch Abstimmungen zu Sachthemen. Beim Leitantrag zur Außenpolitik beispielsweise konnte sich der Bundesvorstand durchsetzen.

Offen ist nun, ob und wie es für Pellmann in der Linkspartei weitergeht. Im „Spiegel“ beklagte er nach der Wahl, dass die neue Parteispitze persönliches Engagement „mit Füßen treten“ würde und bislang nicht dialogbereit sei. Er wolle in den kommenden 14 Tagen über „persönliche Konsequenzen“ und sein „weiteres Engagement in der Partei“ nachdenken.

Waldbrand in Sachsen und Brandenburg

Ein weiteres Topthema am Wochenende war die frühsommerliche Hitze mit über 30 Grad in Leipzig, aber schlimmen Auswirkungen in anderen Teilen des Freistaates. Bereits am Donnerstag war auf dem Gebiet der Gohrischen Heide an der Grenze zu Brandenburg ein Großbrand ausgebrochen, der sich später auch in das benachbarte Bundesland verlagerte.

Samstagvormittag meldete die Feuerwehr schließlich, den Brand unter Kontrolle zu haben – ein Zustand, der über das Wochenende andauerte. Rund 800 Hektar Wald standen in Flammen; mehrere hundert Feuerwehrleute waren im Einsatz. Bereits zu Beginn der Woche hatten Brände in Brandenburg für Schlagzeilen gesorgt.

Einen Großbrand gab es am Wochenende auch im Industriegelände in Dresden. Selbst am Sonntagnachmittag dauerte der Brand noch an. Glück im Unglück hatte offenbar der Club „Sektor Evolution“, der zwar teilweise in Mitleidenschaft gezogen wurde, aber sich wohl nicht über den Verlust der Band-Proberäume ärgern muss.

Falschparken und Hitzebelastung

Worüber die LZ am Wochenende berichtet hat: über und vom Bundesparteitag der Linken in Erfurt, über Falschparken in der Küchenholzallee und über eine neue Karte auf der Homepage der Stadt, die Informationen zur Hitzebelastung in den Stadtteilen enthält.

Was am Wochenende außerdem wichtig war: Bundeskanzler Olaf Scholz hat sich offenbar für eine weitere „Entlastung“ ausgesprochen, von der Selbständige und Student/-innen wohl nicht profitieren werden, der Protest gegen den G7-Gipfel fiel kleiner aus als erwartet und beim tödlichen Angriff auf einen queeren Club in Oslo vermuten die Ermittler/-innen einen islamistischen Hintergrund.

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