Noch bevor die Linke heute in die medial stark erwartete Wahl des neuen Bundesvorstandes gehen konnte, stand eine Verkleinerung des Bundesvorstandes von 44 Mitgliedern – entstanden aus der Zusammenführung der WASG und PDS vor 15 Jahren – auf nun 26 ins Haus. Maßgebend auch für die nachfolgende Wahl eben dieses neuen Vorstandes.

Die Abstimmung über den satzungsändernden Antrag, statt 44 ehrenamtliche Parteiarbeiter/-innen im höchsten Gremium der Linkspartei war am 25. Juni um 14:28 Uhr abgeschlossen. Dabei ergaben sich 394 Ja-Stimmen für die Verschlankung, welche auch mit einer steigenden Arbeitsfähigkeit begründet wurde.

Damit hatten 75,6 Prozent, also mehr als 2/3 des Saales der Verkleinerung des Bundesvorstandes zugestimmt. Die Kritik an diesem Entscheid ließ im Nachgang nicht lange auf sich warten.

Somit sei es nun für Minderheiten innerhalb der Linkspartei wie Behinderte, Hartz-IV-Empfänger/-innen, aber auch Schwule und Lesben noch schwieriger, in diesen Bundesvorstand gewählt zu werden. Was die Menge der Beteiligten an der Qualität der Arbeit in diesem neuen Vorstand ändern wird, ist offen. Dies jedoch erhofft man sich bei der Linken, mit einem Vorstand, der jetzt in seiner Größe eher mit anderen Parteien vergleichbar ist.

Nach einer kleinen Pause war es dann so weit: Die Bewerbungsreden der drei kandidierenden Frauen für den Bundesvorsitz standen an.

Aufgrund der vorgegebenen Quotierung standen hier mit Julia Bonk (Sachsen), Janine Wissler (Landesverband Hessen) und Heidi Reichinnek (Niedersachsen) drei Frauen auf einer rein weiblichen Liste zur Auswahl.

Kurz danach folgte die gemischte Liste, auf welcher sich die beiden Favoriten Martin Schirdewan (Berlin) und der Leipziger Vorstandskandidat Sören Pellmann befanden. Beide Bewerbungsreden wurden als ähnlich stark eingeschätzt, hier war der Wahlgang auf jeden Fall offener als bei den Frauen.

Bei diesen setzt sich Janine Wissler mit 319 Stimmen deutlich, mit mehr als 100 Stimmen Vorsprung und damit 57,5 Prozent auf Heidi Reichinnek (199 Stimmen, 35,8 Prozent) und die aus Sachsen kandidierende Julia Bonk (14 Stimmen) durch. Sehr zur Enttäuschung einiger junger Linkenmitglieder, die hierin eher ein Weiterso als einen Neustart vor allem in der Sexismusfrage sahen.

Damit ist in der Linken auf Bundesebene die seit 14 Monaten amtierende Bundesvorsitzende auch die neue für die kommenden zwei Jahre. Spannender war dann doch die gemischte Liste, auf welcher es allein wegen der höheren Anzahl der Bewerbungen eng werden konnte.

Zumindest darin enttäuschte die Linke, es war rasch eine klare Geschichte: 341 Stimmen waren es am Ende für Martin Schirdewan, welcher für den Landesverband Thüringen angetreten war und nun gemeinsam mit Janine Wissler die neue Doppelspitze der Linkspartei bilden wird.

176 Stimmen entfielen auf den Herausforderer Sören Pellmann, welcher einer der ersten war, der Schirdewan und Wissler gratulierte.

Vor der Wahl hatten am heutigen 25. Juni 2022 mit Amira Mohamed-Ali und Gregor Gysi zwei weitere Schwergewichte ihrer Partei Reden gehalten, die den neuen Zusammenhalt der Partei beschworen.

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