Nach der Amokfahrt in Leipzig hat sich die frühere Frau des mutmaßlichen Täters in einer Nachricht an die Öffentlichkeit gewandt. Und: Der Discounter Mäc Geiz meldete Insolvenz an, nun stehen Filialen und Arbeitsplätze auf dem Spiel. Die LZ fasst zusammen, was am Dienstag, dem 12. Mai 2026, in Leipzig, Sachsen und darüber hinaus wichtig war.

Amokfahrt von Leipzig: Botschaft an die Öffentlichkeit

Acht Tage nach der tödlichen Amokfahrt in Leipzig haben sich die Ex-Frau des mutmaßlichen Täters Jeffrey K. sowie deren Familie jetzt erstmals öffentlich geäußert. Darüber berichtete zuerst der MDR.

Neben tiefer Erschütterung über die Tat und Anteilnahme für die Opfer und Angehörigen sowie ausdrücklichem Dank an die Einsatzkräfte wird zugleich Kritik an den Behörden geäußert: Man habe sich trotz einer eskalierenden Situation über lange Zeit weitgehend allein gelassen gefühlt. Die letzten Monate hätten tiefe Spuren hinterlassen, derzeit kursierten auch familiäre Details in der Öffentlichkeit, obwohl man diese nie herausgab, heißt es. Der klare Appell lautet, die Privatsphäre der Familie zu respektieren. Weitere öffentliche Stellungnahmen werde es von ihr nicht geben.

Bei der Amokfahrt wurden zwei Menschen in der Leipziger City getötet, weitere teilweise schwer verletzt und Augenzeugen traumatisiert. © Lucas Böhme
Bei der Amokfahrt wurden zwei Menschen in der Leipziger City getötet, weitere teilweise schwer verletzt und Augenzeugen traumatisiert. © Lucas Böhme

Der 33 Jahre alte Jeffrey K. war am Nachmittag des 4. Mai 2026 mit einem VW Taigo durch die Fußgängerzone in der Grimmaischen Straße gerast, zwei Menschen wurden erfasst und getötet, weitere teils schwer verletzt und traumatisiert. Aktuell sitzt der Leipziger, gegen den unter anderem wegen zweifachen Mordes ermittelt wird, auf richterliche Anordnung in einer psychiatrischen Klinik. Es gäbe momentan Hinweise auf eine Beeinträchtigung seiner Steuerungsfähigkeit zum Tatzeitpunkt, was auch sein Anwalt bestätigte.

Da Jeffrey K. offenbar schon vorher auffiel, kurz vor der Amokfahrt in stationärer Behandlung war und seine Tat sogar konkret angedeutet haben soll, wird die Frage des behördlichen Informationsaustauschs im Vorfeld inzwischen aufgearbeitet.

Insolvenz von Mäc Geiz: Bekannter Discounter ist pleite

Jeder kennt den grünen Schriftzug auf rotem Untergrund – nun hat der Discounter Mäc Geiz am Dienstag, dem 12. Mai, Insolvenz angemeldet: Ein Antrag beim Amtsgericht Halle/Saale durch die MÄC GEIZ Handelsgesellschaft mbH wurde heute auf der amtlichen Seite Insolvenzbekanntmachungen.de kommuniziert. Auch die für Verwaltung zuständige MTH Retail Services (Germany) GmbH soll betroffen sein.

Erst im Februar hatte die Kodi Beteiligungs GmbH, zu welcher der Wettbewerber Kodi gehört, den angeschlagenen Discounter Mäc Geiz mit 1.200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern übernommen. Dem Vernehmen nach läuft der Geschäftsbetrieb vorerst weiter und es soll ein dreimonatiges Insolvenzgeld geben. Jedoch kommen die mehr als 180 Filialen im Bundesgebiet hinsichtlich Profitabilität auf den Prüfstand. Damit scheinen auch Schließungen und Entlassungen möglich.

Mäc Geiz hatte 1994 in Halle/Saale seine erste Filiale eröffnet, ist überwiegend in Ostdeutschland ansässig und bietet Schreibwaren, Deko-, Haushalts- und Drogerieartikel an. Der Non-Food-Discounter unterhält allein in Leipzig acht Standorte. Doch wirtschaftliche Unsicherheit und Kaufzurückhaltung der Kundschaft sind auch im Niedrigpreissegment angekommen und zumindest einer der Insolvenzgründe.

Worüber die LZ heute berichtet hat:

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Was sonst noch so los war:

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Es ist aus heutiger Sicht ein Meilenstein der Technikgeschichte, der damals aber – wohl der Kriegssituation geschuldet – ohne größere Resonanz daherkommt: Am 12. Mai 1941 stellt der Bauingenieur Konrad Zuse (1910–1995) in Berlin die Rechenmaschine Z3 vor, die als erster funktionstüchtiger Computer der Welt gilt. Das sperrige, etwa eine Tonne schwere Modell, dessen Original später bei einem Bombenangriff verlorenging, ermöglicht auf binärer Basis mit rund 2.000 Relais die Ausführung grundlegender Rechenoperationen.

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