Mit ihrer aktuellen Klimapolitik scheint die Regierungskoalition gesetzte Klimaziele zu verfehlen. Laut Expert*innenrat für Klimafragen sinken die hiesigen Treibhausgasemissionen nicht schnell genug. Außerdem: Eine Gruppierung von Studierenden und Mitarbeitenden der Universität Leipzig werfen der Leitung die Duldung von Israelfeindlichkeit und antisemitischen Tendenzen vor. Die LZ berichtet, was am Montag, dem 18. Mai 2026, in Leipzig, Sachsen und darüber hinaus wichtig war. 

Israelfeindlichkeit? Kritik an Uni Leipzig

Aufruhr an der Leipziger Universität: In den Sozialen Medien kritisiert die Gruppe „Associazione Sapere Aude Leipzig“ (asa Leipzig) die Austragung einer – so die Gruppe – „vermeintlichen“ Vollversammlung der Studierendenschaft der Uni Leipzig am heutigen Montagnachmittag. Laut asa sei diese Versammlung allerdings weder von der Hochschulleitung oder der Studierendenvertretung organisiert – Organisator*innen soll die Gruppe „Students for Palestine“ (SfP) sein.

„Es ist davon auszugehen, dass die versammelte israelfeindliche Szene dort beschließen wird, dass die Uni nicht mehr mit israelischen Unis kooperieren soll“, befürchten die Mitglieder von asa, welche sich selbst als „einem Zusammenschluss von Studierende und Mitarbeitenden der Uni Leipzig, die mit Sorge auf die steigende Aktivität reaktionärer Gruppen blickt“, bezeichnen.

Sie werfen der Uni vor, die Aktionen von SfP zu unterstützen. Auch der StuRa erkenne die Gruppe an und bewerbe außerdem besagte Veranstaltung. Auch jüdische Hochschullehrende hatten sich bereits vor fast einem Monat an die Unileitung gewandt.

In einem Offenen Brief vom 28. April heißt es: „mit großer Sorge beobachten wir seit letztem Herbst die Ausbreitung antisemitischer Propaganda an der Universität Leipzig. Es erfüllt uns mit Entsetzen, dass Gruppen wie „Students vor Palestine Leipzig“ universitäre Räume nutzen dürfen, um unter dem Deckmantel von Kolonialismuskritik antiisraelische Hetze zu verbreiten und für einen Boykott israelischer Hochschulen und des Staates Israel insgesamt zu werben.“

Diese hätten – zumindest öffentlich, so asa – keine Antwort bekommen.

Internationaler Besuch zu OT World in Leipzig

Im Rahmen des internationalen Fachaustausches im Bereich Medizin und Rehabilitation ist seit dem heutigen Montag eine vietnamesische Delegation – aus Ho-Chi-Minh-Stadt und Hanoi – zu Gast in Leipzig. Bis Freitag sind sowohl Vertreterinnen und Vertreter der Abteilung Militärmedizin im vietnamesischen Verteidigungsministerium und aus dem Militärkrankenhauses als auch Fachleute aus den Bereichen Kardiologie, Rehabilitation und Krankenhausmanagement für Fachgespräche in der Stadt.

Auch umfasst das Programm Besuche bei Leipziger Gesundheitseinrichtungen, wie dem Klinikum St. Georg, dem Evangelischen Diakonissenkrankenhaus und dem Universitätsklinikum Leipzig. Darüber hinaus nimmt die Delegation an der internationalen Fachmesse OT World auf der Leipziger Messe teil.

Die OT World ist sowohl international führende Messe als auch ein Kongress, der sich den neuesten Entwicklungen und Innovationen im Bereich Orthopädietechnik und Rehabilitationstechnologie widmet. Dort wird ebenso eine ukrainische Delegation aus 16 Klinikdirektoren und medizinischen Verwaltungsfachleuten erwartet.

Schlechtes Zeugnis für schwarz-rote Klimapolitik

Bisherige Bilanz der Koalitionspolitik in puncto Klimaschutz: negativ. Laut Berechnungen des Expertenrats für Klimafragen sinken die Treibhausgasemissionen in Deutschland zu langsam. Dadurch seien die bis 2030 gesetzten Klimaziele in Gefahr.

Als Gründe gibt das Expert*innengremium unter anderem das in der vergangenen Woche beschlossene neue Gebäudemodernisierungsgesetz an sowie das unzureichende Klimaschutzprogramm der Bundesregierung, welches im März vorgestellt worden war. Die Experten warnen die Regierung vor weiteren Klagen gegen ihre Klimapolitik.

Werden Zwischenziele auf dem Weg zur Klimaneutralität bis 2045 verfehlt, drohen ab 2030 Strafzahlungen auf EU-Ebene.

Widerstand, „Brunnos“ und das EnWG

Worüber die LZ heute berichtet hat:

Karl-Wilhelm-Fricke-Preis 2026: Große Ehre für Leipziger Widerstands-Archiv

Kommentar: Warum Julia Klöckner bezüglich der Kirche recht hat, aber eben doch nicht

„Brunnos on Tour“: Mobile Trinkbrunnen im Leipziger Stadtgebiet

Änderung im EnWG macht zahlungsunfähigen Menschen das Leben schwer: Fragen an Juliane Nagel (Die Linke)

Public Climate Week und Notsituation in Kuba

Was heute außerdem wichtig war: An der Universität Leipzig begann heute die Public Climate Week. Bis zum 22. Mai lädt ein vielfältiges Programm aus Workshops, Vorträgen etc. zu Themen rund um Klimaschutz alle Interessierten ein, sich zu beteiligen.

In Kuba scheint ein Angriff der USA befürchtet: So hat der kubanische Zivilschutz ein Handbuch mit Richtlinien für die Bevölkerung im Falle einer militärischen Aggression veröffentlicht. So solle die Bevölkerung einen Rucksack mit Lebensmitteln und Medikamenten bereithalten und sich bei Luftalarm sofort an einen sichereren Ort begeben. Das Problem: Seit Monaten verschlechtertet sich die Versorgungslage in Kuba. Durch die durch US-Präsident Donald Trump verhangenen Öltransport-Blockaden und Sanktionen mangelt es derzeit an Lebensmitteln, Strom, Medikamenten etc.

Diversity-Tag und Mahnwache gegen Polizeigewalt

Was morgen wichtig wird: Im Nachgang zum gestrigen Internationalen Tag gegen Homo-, Inter- und Transfeindlichkeit wird am morgigen Dienstag am Neuen Rathaus die sogenannte Inter Inclusive Progess Pride Flag gehisst. Es ist außerdem der 14. Diversity-Tag und steht unter dem Motto „Wenn Vielfalt gewinnt, gewinnen wir alle.“ 

Die Linksjugend ruft zum morgigen 19. Mai um 15 Uhr zu einer Mahnwache an der Polizeistation auf der Eisenbahnstraße sowie auf der Sachsenbrücke auf. Anlass ist ein Vorfall, welcher sich vor einem Jahr abspielte: Nach einer Demonstration in Solidarität mit Palästina waren Teilnehmende in einer Straßenbahn durch Polizeikräfte festgehalten worden. „Stundenlang wurden Personen in der Straßenbahn eingekesselt, verprügelt und mit Pfefferspray auf übelste verletzt. Zwei Personen verloren ihr Bewusstsein, unzählige wurden verletzt und sehen sich jetzt weiteren Repressionen ausgesetzt“, so die Organisator*innen.

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