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Die neue Woche startet mit einem hohen Umleitungs-Bogen der Straßenbahn im Nordosten der Stadt. Nahezu magisch verbinden sich im Kunstkraftwerk Tanz, Licht und Musik. Ein Rundgang durch eine einstige Heilanstalt widmet sich den Verbrechen, die dort unter dem Deckmantel der Medizin von den Nazis vor den Augen der Gesellschaft begangen wurden. Und auf der Anreise über die A72 gibt es in den nächsten Tage ein „geschäftliches“ Problem.
Große Umleitung für kurze Zeit
Wegen Gleisbauarbeiten in der Riesaer Straße müssen Fahrgäste im Leipziger Osten ab heute Umwege in Kauf nehmen. Betroffen sind die Straßenbahnlinie 7, die Baulinie 38 und die Nachtlinie N17. Die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) haben die Einschränkungen für den Zeitraum von Montag, 4 Uhr, bis Samstag, 24. Oktober, 0.30 Uhr, angekündigt. Während dieser Zeit wird die Straßenbahnlinie 7 in beiden Fahrtrichtungen zwischen Wiebelstraße und Paunsdorf-Nord umgeleitet.
Die Bahnen fahren stattdessen über Torgauer Platz, Torgauer Straße und Portitzer Allee. Für den regulär bedienten Abschnitt richten die LVB einen Schienenersatzverkehr mit Bussen ein, der zwischen Wiebelstraße und Paunsdorf-Nord über die Riesaer Straße und die Heiterblickallee verkehrt. Dabei müssen Fahrgäste eine zusätzliche Einschränkung beachten: In Richtung Wiebelstraße können die Ersatzbusse die Haltestellen Paunsdorf, Straßenbahnhof und Barbarastraße nicht bedienen.
Auch auf der Baulinie 38 ändert sich der Fahrtweg. Die Bahnen verkehren nur bis beziehungsweise ab Sellerhausen, Emmausstraße. Darüber hinaus ist die Nachtlinie N17 von den Bauarbeiten betroffen. Zwischen Lausen und Paunsdorf-Nord wird der Nachtverkehr über den Hauptbahnhof mit Bussen abgewickelt. Hintergrund der Verkehrseinschränkungen sind Instandhaltungsarbeiten an den Gleisanlagen vor und im Straßenbahnhof Paunsdorf. Die Arbeiten werden während der zweiten Herbstferienwoche durchgeführt. Da das stadtauswärts führende Gleis in der Riesaer Straße zeitweise nicht befahren werden kann, ist die Umleitung der Straßenbahnlinie 7 erforderlich.
Besonders für Berufspendler und Fahrgäste mit Fahrtzielen in Paunsdorf ergeben sich durch die geänderten Streckenführungen und die nicht bedienten Haltestellen Abweichungen von den gewohnten Verbindungen. Die genauen Abfahrtszeiten der Ersatzbusse, aktuelle Verbindungen und mögliche kurzfristige Änderungen können Fahrgäste über die Internetseite der LVB unter www.l.de/verkehrsbetriebe/fahren/ sowie über die App LeipzigMOVE abrufen.
Magie aus Tanz, Licht und Musik
Am Freitag landete der Kleine Prinz im Leipziger Kunstkraftwerk (LZ berichtete). Und wenn er dort den ganzen Tag auf Reisen ist, macht ihn das ziemlich müde. So legt er sich nach Ende der Ausstellungszeit schlafen. Und wird das, was in den Räumen in der Saalfelder Straße 8b am Abend passiert, für einen Traum halten …
Mit „VOLT[AGE]“ bringen Kunstkraftwerk und Musikalische Komödie heute um 19 Uhr eine außergewöhnliche Verbindung von Ballett, digitaler Kunst und elektronischer Musik auf die Bühne. Die rund 60-minütige Inszenierung beschäftigt sich mit dem Verhältnis zwischen Mensch und Technologie. Sie untersucht, wie digitale Systeme menschliche Bewegungen erfassen, verändern und in neue künstlerische Ausdrucksformen übersetzen.
Tänzerinnen und Tänzer des Balletts der Musikalischen Komödie bewegen sich dabei in einer virtuellen Bildwelt, die unmittelbar auf ihre Aktionen reagiert. Möglich wird dies durch Motion-Tracking, eine Technik zur digitalen Bewegungserfassung. Die aufgezeichneten Bewegungsdaten steuern Projektionen in Echtzeit, sodass sich Körper, Raum und digitale Bilder zu einer ständig wandelnden Gesamtkomposition verbinden. Großflächige 360-Grad-Projektionen erweitern den Bühnenraum und lassen die Grenzen zwischen realer Bewegung und virtueller Umgebung verschwimmen.

Die musikalische Gestaltung verbindet elektronische Klänge mit orchestralen Elementen. So entsteht eine Inszenierung, in der Tanz, Musik und visuelle Effekte nicht unabhängig voneinander ablaufen, sondern sich gegenseitig direkt beeinflussen. Für die Choreografie zeichnen Mirko Mahr, Sara Cornelia Brandão und Lolita Valau verantwortlich. Die digitalen Bildwelten und das Sounddesign stammen vom französischen Digitalkünstler Nicolas Landrieux. Die Produktion wurde unter anderem bei den Creative Awards International und beim Numix Festival Canada ausgezeichnet.
Die Aufführung wird für Besucher ab 14 Jahren empfohlen. Aufgrund der intensiven visuellen Effekte weist der Veranstalter auf mögliche gesundheitliche Risiken für Menschen mit Epilepsie hin. Einlass ist heute ab 18:30 Uhr. Weitere Vorstellungen sind für Dienstag, 20. Oktober, um 18:30 und 20:30 Uhr sowie für Mittwoch, 21. Oktober, um 19:00 Uhr angekündigt.
Wichtig: Für den Besuch wird dringend empfohlen, Eintrittskarten bereits vorab online zu erwerben, um sich rechtzeitig einen Platz in der gewünschten Kategorie zu sichern. Eine Garantie, an der Abendkasse ein Ticket zu bekommen, besteht nicht. Der offizielle Ticketverkauf ist über die Internetseite des Kunstkraftwerks unter www.kunstkraftwerk-leipzig.com/exhibitions/voltage/ möglich. Dort können Interessierte die verfügbaren Aufführungen und Platzkategorien auswählen.
Stehplätze kosten 17 Euro, reguläre Sitzplätze ab der zweiten Reihe 29 Euro und Premium-Sitzplätze in der ersten Reihe 39 Euro. Bereits erworbene Eintrittskarten sind übertragbar, grundsätzlich jedoch weder umtausch- noch umbuch- oder erstattbar. Weitere Informationen zur Produktion gibt es HIER ONLINE.

Erinnerung an Kindermorde in der NS-Zeit
Mit einem Rundgang durch die ehemalige Heil- und Pflegeanstalt Leipzig-Dösen wird heute an die Opfer der nationalsozialistischen Krankenmorde erinnert. Anlass ist der 86. Jahrestag der Eröffnung der ersten Leipziger sogenannten „Kinderfachabteilung“ am 19. Oktober 1940. Was nach fachärztlicher Hilfe klingt, bezeichnet ein ausgesprochen dunkles Kapitel der Medizingeschichte: Hinter dieser Bezeichnung verbarg sich eine Einrichtung, in der Kinder und Jugendliche mit Behinderungen und Erkrankungen systematisch ermordet wurden.
Die Gruppe „erinnerungs.orte“ organisiert die zweistündige Führung, bei der neben der Geschichte der Anstalt auch die nationalsozialistische Rassenhygiene, Zwangssterilisationen und die Beteiligung medizinischer Einrichtungen an den Verbrechen behandelt werden. Der Treffpunkt liegt an der Haltestelle Pahlenweg. Die Veranstaltung beginnt um 17 Uhr auf dem Gelände an der Chemnitzer Straße 50 und dauert bis 19 Uhr. Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung nicht notwendig. Der Rundgang ist für Menschen im Rollstuhl geeignet.
Die Verbrechen in Dösen gehörten zu einem reichsweiten Mordprogramm, das die Nationalsozialisten unter dem zynischen Begriff „Euthanasie“ betrieben (aus dem Altgriechischen für schöner/guter Tod). Auf Grundlage ihrer rassistischen und sozialdarwinistischen Ideologie wurden Menschen mit körperlichen oder geistigen Behinderungen sowie psychischen Erkrankungen entrechtet, zwangsweise unfruchtbar gemacht, in Tötungsanstalten verschleppt oder direkt in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen ermordet.
Allein zwischen 1934 und 1939 wurden in Leipzig-Dösen 583 Patienten zwangssterilisiert. Am 5. Oktober 1940 verfügte das Sächsische Innenministerium die Einrichtung einer Station für kleine Kinder. Noch im selben Monat entstand auf Initiative des Leipziger Kinderarztes und Universitätsprofessors Werner Catel die sogenannte Kinderfachabteilung. Unter der Leitung des Arztes Arthur Mittag wurden dort Kinder und Jugendliche gezielt getötet. Unter den Opfern befanden sich auch Minderjährige aus anderen Regionen Deutschlands und Kinder aus Familien ausländischer Zwangsarbeiter. Im Dezember 1943 wurde die Abteilung nach Großschweidnitz verlegt, wo die Morde fortgesetzt wurden.
Während der NS-Zeit bestanden in Leipzig zwei sogenannte Kinderfachabteilungen, eine in Dösen und eine an der Universitätskinderklinik. Wie viele Kinder dort tatsächlich ermordet wurden, lässt sich aufgrund unvollständiger Überlieferungen nicht abschließend feststellen. Die Ankündigung des heutigen Rundgangs spricht von mehr als 650 Kindern, die bis Ende 1943 allein in Dösen getötet worden seien. Ein Gedenkort im Leipziger Friedenspark erinnert heute an die ermordeten Kinder.
Der Rundgang in Dösen soll die historischen Ereignisse am Ort des Geschehens nachvollziehbar machen und verdeutlichen, welche Verantwortung staatliche Behörden, Ärzte und Pflegekräfte bei der Organisation und Durchführung der Verbrechen trugen. Für morgen, 20. Oktober, ist eine weitere Führung vorgesehen. Sie beginnt um 16 Uhr und wird ebenfalls kostenlos auf dem Gelände an der Chemnitzer Straße 50 angeboten.

Rastplatz an der A72 dicht
Wer es richtig eilig hat, fährt gern über die Autobahn. Und wer dann ausgerechnet mal noch dringend …, der freut sich über einen Parkplatz mit Rastanlage und Sanitärbereich. Reisende auf der A72 in Richtung Leipzig müssen sich ihr Bedürfnis jedoch die nächsten Tage verkneifen. Die Autobahn GmbH des Bundes sperrt die PWC-Anlage Hainer See wegen Arbeiten an den Parkplätzen und der Rastanlage vollständig. Die Maßnahme beginnt gegen 8 Uhr und soll am Donnerstag, 22. Oktober, gegen 15 Uhr abgeschlossen sein.
Damit steht die Anlage drei Tage lang auch nicht für Ruhepausen zur Verfügung. Von der Sperrung betroffen sind insbesondere Fernfahrer, Berufspendler und andere Reisende, die auf diesem Abschnitt der A72 einen Zwischenstopp einplanen. Für Fernfahrer, die von der A72 auf die A38 wechseln, gibt es Richtung Göttingen am Rastplatz Am Pösgraben West 14 Lkw-Stellplätze und weiter westlich an der Fuchsaue West 9 Stellplätze. In Richtung Dresden bietet Am Pösgraben Ost 15 Lkw-Stellplätze; alle drei Anlagen sind mit Toiletten ausgestattet. Tröstlich: Die erlösende Leipziger Stadtgrenze ist nach gut 10 Kilometern erreicht.
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