Einen kleinen Erfolg hat der Leipziger Ökolöwe in der vergangenen Woche beim Kampf um den Wald am Hafen Zöbigker am Cospudener See geschafft. Eine Art Kompromiss. Der Markkleeberger Stadtrat hat in dieser Woche den Bebauungsplan für den Hafen Zöbigker am Cospudener See beschlossen. Darin enthalten ist nach wie vor die Rodung von 1,3 Hektar Wald für einen Großraumparkplatz, obwohl die bestehenden Parkplätze in Nähe des beliebten Pier 1 längst nicht ausgelastet sind.
Den Bebauungsplan haben – so kritisiert der Ökolöwe – die Markkleeberger Verwaltungsgremien in den letzten Wochen unter Ausschluss der Öffentlichkeit ausgearbeitet. Dann sollte der Stadtrat den Plan ganz schnell beschließen. Auch wenn die Pläne, hier Wald für einen noch größeren Parkplatz zu fällen, schon mehrfach für Protest gesorgt haben.
Die Stadt Markkleeberg will hier perspektivisch Wald fällen, um 220 neue Parkplätze direkt am Cospudener See zu bauen. Irgendwie in der Absicht, noch mehr Gäste an den See zu locken.
„Sie missachtet den Willen der Bürger/-innen und plant stur in die Übernutzung des Sees hinein. Das ist ein Schlag ins Gesicht für alle, die am Cossi Ruhe und Naherholung suchen“, kritisiert der Ökolöwe.
„Zumindest einen kleinen Erfolg können wir feiern: Durch unseren Protest hat der Stadtrat beschlossen, den Parkplatzausbau stufenweise vorzunehmen, anstatt alles auf einmal zu roden. Vor jeder Stufe soll geprüft werden, ob der Parkplatz weiter wachsen soll. Wir können also das Schlimmste noch verhindern.“
Ökolöwe prüft rechtliche Schritte
Weshalb der Ökolöwe jetzt auch nicht aufgeben will: „Jetzt prüfen wir die Pläne im Detail, reichen Stellungnahmen ein und klären, welche rechtlichen Schritte möglich sind.“
Doch das kostet Kraft, Zeit und Geld. Auch der Ökolöwe bekommt inzwischen zu spüren, dass man eigentlich mit einem ziemlich kleinen Team gleichzeitig an vielen Fronten für die Umwelt in und um Leipzig kämpfen muss, die überall – und gerade im Neuseenland – immer öfter zur Verhandlungsmasse wird, beiseitegedrückt mal von Schiffbarkeits-Plänen, mal von überdimensionierten Tourismusprojekten, mit denen Millionenbauten mitten in die sensible Landschaft gesetzt werden sollen. Auch das mit den luftigen Vorstellungen der Planer, damit hunderttausende zahlende Gäste an die Seen zu locken.
Und mit dem Problem steht der Ökolöwe nicht allein da. Den anderen Umweltverbänden in Leipzig geht es genauso. Während die Kommunen mit Steuergeldern hantieren und ihre überdimensionierten Pläne über Jahre unbehelligt weitertreiben können, fehlt den Umweltverbänden oft das Geld und die Manpower, um Stellungnahmen zu schreiben, Widersprüche zu platzieren oder gegen die oft undurchsichtigen Pläne der Verwaltungen zu klagen.
Denn immer wieder prallen die berechtigten Einsprüche der Umweltschützer an den politischen Gremien und Verwaltungen ab, wird ihre Beteiligung möglichst ausgebremst und bleibt am Ende – im Namen der bedrohten Naturgüter – nur noch der teure Klageweg.
„Immer noch klicken zu viele Menschen weg und zu wenige helfen mit einer Förderspende. Das bringt uns finanziell und personell an unsere Grenzen“, beschreibt der Ökolöwe das Dilemma und appelliert an mögliche Unterstützer: „Schon mit 10 Euro im Monat hilfst Du uns, Gutachten, juristische Beratung und eine lange Auseinandersetzung zu stemmen. Nur mit deutlich mehr regelmäßiger Unterstützung können wir kraftvoll und professionell weiterarbeiten.“
Letztlich sind es die Bürger der Region selbst, die hier mit freiwilligem Engagement etwas tun können, wenn Verwaltungen sich abschotten und selbst die gewählten politischen Parlamente lieber touristische Großprojekte unterstützen, als sich selbst als Bewahrer der bedrohten Natur in der Region zu verstehen. Mit den Worten des Ökolöwen: „Der Ökolöwe e. V. finanziert seine politische Arbeit ausschließlich über Spenden von Menschen, die unsere Ziele teilen: den Cossi schützen, den Auwald retten, das Artensterben stoppen. Nur so bleiben wir unabhängig.“
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