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In letzter Zeit passiert es immer öfter, dass in Leipzigs Badeseen leblose Personen im Wasser gefunden werden. Die Hitze treibt die Leipziger nicht nur in Scharen zu den Badegewässern, sie fordert auch so manchen Schwimmer, der seine Kräfte überschätzt und die Gefahren des Gewässers unterschätzt – das ist nicht neu. Das hat den Leipziger Stadtrat schon 2020 beschäftigt und er hat die Verwaltung eigentlich beauftragt, geeignete Maßnahmen für mehr Sicherheit an Leipzigs Gewässern zu ergreifen.

„Auf Initiative der Fraktionen Bündnis 90 / Die Grünen und SPD wurde die Verwaltung bereits 2020 beauftragt, durch geeignete Maßnahmen die Sicherheit für Badende an Leipziger Gewässern zu erhöhen. Vor zwei Jahren beschloss der Rat mit der Vorlage VII-DS-08629 ‚Erhöhung der Sicherheit an Leipziger Gewässern‘ schließlich ein umfangreiches Maßnahmenpaket zur Erhöhung der Sicherheit an Leipzigs Seen für Badende.

So sollte insbesondere zu Beginn der Saison 2026 eine Wasserrettungsstation am Cospudener See errichtet werden, eine dauerhafte Personalstelle für die Bearbeitung des Themas geschaffen und zusätzliche Maßnahmen für die anderen Gewässer geplant sein. Zu Beginn der Saison 2026 ist der Umsetzungsstand von Interesse“, formulierte die Fraktion von Bündnis 90 / Die Grünen ihre aktuelle Anfrage zum Thema.

Die Rettungsstation am Cospudener See ist noch immer Zukunftsmusik. Zum Cospudener See teilt das Umweltdezernat mit: „Bislang erfolgte keine Standortfestlegung. Es wurden auch noch keine Planungen in Angriff genommen“, erklärt das Amt für Stadtgrün und Gewässer. Vielleicht, weil die Stadt auf das Jahr 2030 warten will. „Ab dem 01.05.2030 sind die Flächen am Nordufer des Cospudener neu zu verpachten. Gegenwärtig wird geprüft, inwieweit im Rahmen der Neuverpachtung Errichtung sowie Betreibung einer Wasserrettungsstation dem Pächter auferlegt werden können“, erklärt das Umwltdezernat.

Da klingt wieder der klamme Haushalt der Stadt an: Man möchte gern den künftigen Pächter dazu verpflichten, eine solche Rettungsstation zu errichten.

Fehlende Rettungsschwimmer

Und bis dahin? Eigentlich sollte die Stadt dafür eine Übergangslösung finden. Aber die ist schlicht an fehlenden Rettungsschwimmern gescheitert.

Oder mit den Worten des Umweltdezernats: „Nach Rücksprache mit möglichen Leistungserbringern ist eine Übergangslösung weder kurzfristig (keine Verfügbarkeit ehrenamtlicher Rettungsschwimmer) noch ohne die notwendige Infrastruktur realisierbar.“

Es gibt also auch keine provisorische Rettungsstation. Obwohl die Stadt das Budget für diese Rettungsstation sogar in den Haushalt aufgenommen hat – 200.000 Euro sogar schon 2026 und 300.000 Euro im Jahr 2027. Nur gebaut wird sie eben nicht. Und freigegeben hat die Landesdirektion für 2026 auch nur 100.000 Euro – die freilich für andere Maßnahmen eingesetzt wurden, wie das Umweltdezernat mitteilt:

„Nach umfassender Beratung mit der Landesdirektion Sachsen konnten im Juni 2026 zunächst 100.000 EUR der für 2026 vorgesehenen Mittel freigegeben werden. Die Freigabe erfolgte, da es sich bei den Maßnahmen zur Erhöhung der Verkehrssicherung an den anderen Gewässern um Maßnahmen der Gefahrenabwehr und damit um Maßnahmen der infrastrukturellen Grundversorgung nach Anlage 1 VwV Kommunale Haushaltswirtschaft handelt.“

Konkret umgesetzt wurde: „Am Auensee wurde bereits Beschilderung mit Bezugnahme auf den Badeverkehr errichtet. An allen anderen Gewässern ist die Umsetzung entsprechender Beschilderung in 2026 geplant.

Am Lindenauer Hafen bzw. an der Verbindung vom Lindenauer Hafen zum Karl-Heine-Kanal sollen zudem weitere Ausstiegsmöglichkeiten sowie Haltestangensystem zwischen diesen Ausstiegsstellen errichtet werden.

Ebenso sollen alle Gewässer mit Rettungsringen sowie mit ggf. weiteren Rettungsmitteln und ggf. mit weiterer Beschilderung ausgestattet werden.“

Monitorings zur Wasserrettung? Auch noch Zukunftsmusik

Eigentlich hatte der Stadtrat auch ein Monitoring zur Wasserrettung beauftragt. Aber auch das wurde bislang nicht umgesetzt. Das Umweltdezernat begründet das für den Kulkwitzer See so: „Da die Stelle zur Erhöhung der Sicherheit an Leipziger Gewässern erst im August 2025, und damit am Ende der Badesaison, besetzt werden konnte, konnte noch kein Monitoring durchgeführt werden. Das Monitoring soll ab 2027 beginnen.“

Immerhin: Die Stelle ist jetzt besetzt.

Und für den Cospudener See soll das Monitoring noch später beginnen: „Die Durchführung eines Monitorings ist erst nach Errichtung einer Wasserrettungsstation angedacht. Die rechtliche Begutachtung der rund 100 sonstigen Gewässer soll, gemäß Beschluss, erst 2027 beginnen.“

Da sind die badelustigen Leipziger gut beraten, beim Baden an den Seen selbst aufeinander zu achten. Gerade am Cospudener See wird es noch Jahre dauern, bis eine Rettungsstation gebaut wird und in Betrieb gehen kann.

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