BYD vor Einstieg in humanoide Robotik: Erster Roboter soll Anfang August erscheinen

Zuletzt aktualisiert: 22.07.2026

BYD erweitert seine Aktivitäten über Elektroautos und Batterien hinaus. Der chinesische Konzern will Anfang August erstmals einen selbst entwickelten humanoiden Roboter öffentlich präsentieren. Noch hält sich das Unternehmen mit technischen Angaben und konkreten Vermarktungsplänen zurück.

Die BYD-Aktie hat am Mittwoch an der Börse in Hongkong deutlich zugelegt. Das Papier beendete den Handel mit einem Plus von 4,23 Prozent bei 93,60 Hongkong-Dollar. Für zusätzliches Anlegerinteresse sorgte die Bestätigung, dass der Elektroautobauer Anfang August seinen ersten selbst entwickelten humanoiden Roboter öffentlich zeigen will. Die Kursentwicklung lässt sich allerdings nicht ausschließlich auf die Robotik-Nachricht zurückführen.

Erste öffentliche Vorstellung in Zhengzhou

Nach übereinstimmenden Berichten chinesischer Medien soll der Roboter Anfang August im BYD-Erlebniszentrum „Di Space“ in Zhengzhou präsentiert werden. Ein Reporter des chinesischen Nachrichtenportals Nanfang+ erhielt am 28. Juli eine entsprechende Bestätigung von BYD. Zuvor hatte das Erlebniszentrum über WeChat mit dem Hinweis geworben, dass Anfang August ein „neuer Freund“ vorgestellt werde.

Bei der angekündigten Veranstaltung dürfte es sich um den ersten öffentlichen Auftritt eines physischen Prototyps handeln. Einen genauen Präsentationstermin hat BYD bislang jedoch ebenso wenig genannt wie den offiziellen Produktnamen. Auch zu Größe, Gewicht, Akkulaufzeit, Beweglichkeit, künstlicher Intelligenz oder möglichen Preisen liegen noch keine bestätigten Angaben vor.

Die Formulierung, BYD habe bereits einen festen „Termin“ genannt, ist deshalb nur eingeschränkt zutreffend: Bestätigt wurde bislang lediglich das Zeitfenster Anfang August 2026.

Roboter sollen Kunden in BYD-Autohäusern unterstützen

BYD hatte seine Pläne für humanoide Roboter bereits im Juni öffentlich gemacht. Konzern-Vizepräsidentin Stella Li erklärte damals, dass sie langfristig zwei bis drei Roboter in jedem BYD-Showroom einsetzen wolle.

Die Maschinen könnten Kunden begrüßen, Fahrzeuge erklären und Funktionen demonstrieren. Menschliche Verkäufer sollen sie nach Angaben der Managerin jedoch nicht ersetzen. Insbesondere bei ausführlichen Beratungsgesprächen und beim Aufbau einer persönlichen Beziehung zu Kunden seien weiterhin Menschen erforderlich. Mit einem praxistauglichen Einsatz entsprechender Verkaufsassistenten rechnet Li innerhalb der kommenden ein bis zwei Jahre.

Die Präsentation im August bedeutet daher noch nicht, dass BYD unmittelbar mit einer Serienproduktion oder dem kommerziellen Verkauf des Roboters beginnt. Zunächst dürfte der Konzern zeigen, welchen Entwicklungsstand sein System erreicht hat und für welche Aufgaben es vorgesehen ist.

BYD setzt auf Erfahrungen aus dem Automobilbau

Bei der Entwicklung humanoider Roboter kann BYD auf Kompetenzen aus dem Fahrzeugbau zurückgreifen. Dazu gehören unter anderem Elektromotoren, Batteriesysteme, Sensorik, Steuergeräte, Software und Technologien aus dem Bereich des automatisierten Fahrens.

BYD sieht nach Aussagen des Managements insbesondere die Verbindung aus eigener Fertigung sowie Hard- und Softwareentwicklung als möglichen Wettbewerbsvorteil. Bereits Ende 2024 soll das Unternehmen ein eigenes Team für sogenannte verkörperte künstliche Intelligenz aufgebaut haben. Darunter werden KI-Systeme verstanden, die ihre Umgebung über Sensoren erfassen und durch einen physischen Körper mit ihr interagieren können.

Neben selbst entwickelten Robotern erwägt BYD auch eine offene Plattform, über die gemeinsam mit anderen Unternehmen weitere Systeme entstehen könnten.

Autobauer drängen in den Robotikmarkt

BYD ist nicht der einzige chinesische Fahrzeughersteller, der humanoide Roboter entwickelt. Auch XPeng arbeitet an seinem Roboter „Iron“ und strebt dessen Serienproduktion bis Ende 2026 an. Der chinesische Hersteller Chery hat über seine Robotikmarke Aimoga bereits humanoide Systeme für verschiedene Serviceaufgaben vorgestellt.

International gehört insbesondere Tesla mit seinem humanoiden Roboter Optimus zu den bekanntesten Wettbewerbern. Die Autohersteller profitieren dabei von Überschneidungen zwischen Fahrzeugtechnik und Robotik, etwa bei Batterien, Elektromotoren, Kamerasystemen, künstlicher Intelligenz und industrieller Massenproduktion.

Für BYD ist die Robotik dennoch zunächst ein langfristiges Entwicklungsfeld. Ob daraus ein relevantes zusätzliches Geschäft entsteht, hängt unter anderem von den technischen Fähigkeiten, den Produktionskosten und der Zuverlässigkeit der Systeme im Alltag ab. Die Präsentation Anfang August dürfte hierzu erstmals konkretere Hinweise liefern.

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