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Kulturfallschirm in Zeiten der Coronakrise: Crowdfunding für Kulturschaffende in Leipzig gestartet

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    Das „Grote und Thomas Kulturprojektbüro“ hat den Leipziger Kulturfallschirm, eine Crowdfunding-Kampagne zur Unterstützung der freien Kulturszene im Leipziger Raum, ins Leben gerufen. „Dazu zählen wir nicht nur MusikerInnen, SchauspielerInnen oder KünstlerInnen sondern z. B. auch MusikinstrumentenbauerInnen oder freie Maskenbildner/-innen“, heißt es auf der Seite des Kulturprojektbüros, das KünstlerInnen bei der Fördermittelakquise unterstützt. Bis zum 15. April können sich nun Akteure der freien Szene unter Angabe von Name, Sparte, Bankverbindung, Adresse und Kontaktdaten für die Ausschüttungen gesammelter Gelder anmelden.

    Die Einschränkungen des öffentlichen Lebens durch die Ausbreitung des Corona-Virus‘ werden mit jedem Tag schärfer. Bereits in der letzten Woche schlossen viele Veranstaltungsstätten, Clubs, Museen und Theater ihre Pforten. Vorerst noch freiwillig und zur Vorsorge – seit dem 16. März geschah dies unter offizieller Anordnung dann ausnahmslos. Dass diese Situation vor allem die Kreativ- und Künstler/-innen-Szene an den Rande der Existenz stellen würde, war schnell klar.

    Am vergangenen Sonntag veröffentlichte die Interessengemeinschaft Livekommbinat Leipzig e. V. (ein Zusammenschluss von Leipziger Musikclubs, Kulturgastronomieeinrichtungen und Kulturereignisveranstaltern) einen Forderungskatalog mit Maßnahmen, die schnellstmöglich zur Unterstützung der Kulturschaffenden auf den Weg gebracht werden sollten.

    Ein Bündnis aus Kreatives Leipzig e.V., Initiative Leipzig+Kultur e. V. und IG Livekommbinat Leipzig e. V. ist im Bemühen, erste Lösungen gemeinsam mit der Stadt Leipzig in die Wege zu leiten. So fand am Mittwoch ein erstes Treffen mit dem Leipziger Kulturdezernat statt, in dem konkrete Möglichkeiten zur Unterstützung durch die Stadt besprochen wurden. In der Verwaltung arbeite man an einem Soforthilfeprogramm, heißt es auf der Seite der Stadt.

    „Die Möglichkeiten der Kommune, Einnahmeausfälle und Notsituationen zu kompensieren, sind begrenzt. Ich habe deshalb die sächsische Staatsministerin für den Bereich Kultur und Tourismus gebeten, so schnell als möglich mit allen Vertretern der Kulturräume Sachsen zu beraten, wie die Kulturlandschaft im Freistaat zeitnah und konkret unterstützt werden kann“, erklärte Leipzigs Kulturbürgermeisterin und Vorsitzende des Kulturausschusses des Deutschen Städtetages Skadi Jennicke (Die Linke) kurz nach dem Termin.

    Einmal wöchentlich wollen sie und die Vereine sich nun über die neuesten Entwicklungen und Lösungsansätze austauschen. Schnellstmöglich müssten nun konkrete Zahlungsmodalitäten entwickelt werden, betont Jennicke. Vonseiten der Bundesregierung sagte Kulturstaatsministerin Monika Grütters schnelle Unterstützung zu. Mit einer Bruttowertschöpfung von mehr als 100 Milliarden Euro sei die Kultur- und Kreativwirtschaft einer der größten Wirtschaftszweige. „Deshalb ist es so wichtig, dass Kultur-, Kreativ- und Medienwirtschaft durch dieses Hilfspaket massiv gestützt werden“, so Grütters.

    Konkrete Maßnahmen sollen voraussichtlich am kommenden Montag veröffentlicht werden.

    Weiter ist man da bereits beim Kulturfallschirm. Über die Mail kulturfallschirm@grote-thomas.de können sich nun Künstler anmelden. Auch Ideen für ein mögliches Dankeschön an Unterstützer werden gesammelt. Der Erlös der Kampagne wird gleichmäßig verteilt, die einzelnen Beiträge sind bei 1.000 Euro gedeckelt.

    Wer direkt vor Ort Leipziger Kulturschaffenden helfen möchte, kann auf www.startnext.com/leipziger-kulturfallschirm seinen Beitrag leisten.

    Der Videoaufruf zum Leipziger Kulturfallschirm. Video: Youtube 

    Leipziger Kulturszene braucht Hilfe! IG Livekommbinat veröffentlicht Forderungskatalog

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      1 KOMMENTAR

      1. Diese Initiative des Kulturprojektbüros sollten viele unterstützen, z.B. jene, die den Preis für ihre Schauspielhaus- oder Gewandhauskarten erstattet bekommen. Am besten gleich ein Drittel der Rückerstattung in dieses Crowdfunding stecken. Und auch Kleinverdiener, die nicht wie sonst den Kinotag nutzen konnten, haben das nicht eben preiswerte Fahrgeld für die LVB übrig – her damit für Kunstschaffenden unserer Stadt!

        Menschen meiden – muss nicht heißen, Gefühle meiden und die Solidarität vermissen lassen! Und bitte lasst das Bild des Deutschen, der Papier von der Rolle dem gedruckten vorzieht und es zu Hause anhäuft, nicht länger vorherrschen. Kauft online im Buchhandel all die Bücher, aus denen im März nicht vorgelesen werden konnte – bitte. Und vergesst darüber die Künstler und all die gleichermaßen Betroffenen nicht.

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