Der neue Raum „Konfessionen und Konflikte“ im Alten Rathaus ist fertig

Was passierte in Leipzig eigentlich zwischen Reformation und Dreißigjährigem Krieg?

Für alle LeserAls im April 2017 das neu gestaltete Zimmer zu Luther und zur Reformation in Leipzig im Alten Rathaus eröffnet wurde, war das der Auftakt zu einer systematischen Umgestaltung der Ausstellungsetage. Nebenan der kleine Raum zu Konfessionen und Konflikten war noch nicht fertig. Jetzt ist dessen Neugestaltung endlich geschafft, meldet das Stadtgeschichtliche Museum.

Nicht nur an der Außenhülle des Alten Rathauses gehen die Arbeiten voran, auch im Innern des Gebäudes schreitet die Umgestaltung der Ständigen Ausstellung im ersten Obergeschoss fort. Dem Ausstellungsraum Reformation in Leipzig schließt sich nun der Ausstellungsteil „Konfessionen und Konflikte“ an.

Denn die Reformation war ja bekanntlich erst der Auftakt für viele religiöse Konflikte, die im damaligen Heiligen Römischen Reich aufs Engste mit Machtfragen verbunden waren. Im Gewand religiöser Konflikte wurde um den Einfluss der Fürsten und des Kaisers gerungen. Und das kulminierte ja bekanntlich 1618 im Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges.

Aber das zeichnete sich schon vorher ab.

Die Spaltung der Konfessionen brachte Ende des 16. Jahrhunderts zahlreiche Konflikte mit sich. Auch zwischen den Anhängern des Calvinismus und des orthodoxen Luthertums kam es in Leipzig zu gewalttätigen Auseinandersetzungen. Auf der europäischen Bühne entwickelte sich der Dreißigjährige Krieg, der weite Teile Deutschlands auf Jahrzehnte hinaus verwüsten sollte. Leipzig kam erst spät damit in Berührung, dennoch prägten mehrmalige Belagerung, Besetzung und Insolvenz das städtische Leben in diesen Jahrzehnten.

Das kleine Kabinett direkt neben dem Reformationszimmer zeigt also den Übergang in eine Zeit, in der aus heutiger Sicht selbst lächerliche Konflikte in mit Waffengewalt geführte Auseinandersetzungen mündeten. Oder in politische Unruhen, in denen die Sachsen mit ihrem eigenen Königshaus in Widerspruch gerieten – der Calvinistensturm ist dafür symptomatisch.

Aber das neu gestaltete Kabinett zeigt noch mehr: Weiterhin richtet sich der Fokus auf die baulichen und politischen Veränderungen im Leipzig des späten 16. und 17. Jahrhunderts. Die Bedeutung der Stadt für die Kurfürsten zeigt sich auch im Stadtbild und der prachtvollen Architektur sowie im Zuzug wohlhabender Kaufleute aus anderen Regionen des Reiches. Ausgewählte Kostbarkeiten wie eine Schützenfahne von 1614, eine vergoldete Eidbibel von 1605 oder ein Abendmahlskelch für Pestkranke zeichnen Glanz und Schatten jener Zeit eindrucksvoll nach.

Der Ausstellungsteil „Konfessionen und Konflikte“ ist ab sofort geöffnet, teilt das Stadtgeschichtliche Museum mit. Wer es besuchen will, findet es in der Dauerausstellung im Alten Rathaus gleich neben dem Luther-Raum.

Der Katalog zeigt Leipzig in jenem Moment, als es im Mittelpunkt der Reformationsgeschichte stand

Stadtgeschichtliches Museum
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