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Historische Mühle kurz vor Sanierungsschluss: Kreismuseum Grimma zeigt die Geschichte der Grimmaer Großmühle

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    Die Sanierung des geschichtsträchtigen Mühlengebäudes der Grimmaer Großmühle wird in Kürze abgeschlossen sein und ist Anlass für eine kleine Ausstellung über das seit 1954 unter Denkmalschutz stehende Gebäude. Das Kreismuseum Grimma lädt alle Interessierten herzlich zur Eröffnung der Sonderausstellung „Großmühle Grimma“ am Sonntag, 3. Oktober, um 15 Uhr ein.

    Die Obermühle, wie die Großmühle früher genannt wurde, wurde urkundlich erstmals am Ende des 12. Jahrhunderts erwähnt – somit noch vor der Ersterwähnung der Stadt Grimma. Am Ende des 12. Jahrhunderts erwarb das Kloster Altzella die Mühle vom Burggrafen von Döben. 1500 verkauften die Mönche die Mühle an das Augustinerkloster in Grimma, von dem es 1540 in den Besitz des Rates der Stadt Grimma überging.

    In den folgenden Jahrhunderten wurde die Mühle mehrfach verpachtet, bis sie 1848 in den Besitz der Familie Krätzner gelangte. Es erfolgten mehrere Um- und Ausbauarbeiten. Neben der Getreidemühle gab es eine Schneidemühle, eine Öl- und Senfmühle sowie eine Walkmühle für die Tuchmacher.

    Nach dem Kauf der Mühle durch Franz Heinrich Bauer und Emil Hermann Gleisberg 1876 wurde die Firma Bauer & Gleisberg 1877 in das Handelsregister von Grimma eingetragen. Nach dem Rückzug von Bauer firmierte die Mühle ab 1881 nur noch unter dem Namen Hermann Gleisberg.

    Dieser baute den Gebäudekomplex in den folgenden Jahren zu einer modernen Großmühle mit Turbinenanlage aus. In den nächsten Jahrzehnten blieb die Mühle im Familienbesitz der Gleisbergs, bis sie 1972 verstaatlicht wurde.

    Großmühle Grimma, Innenansicht um 1927 Foto: Kreismuseum Grimma
    Großmühle Grimma, Innenansicht um 1927. Foto: Kreismuseum Grimma

    Das verheerende Hochwasser im Jahr 2002 beschädigte die seit Jahren leerstehenden Mühlengebäude stark. Im Zuge des Baus einer Hochwasserschutzmauer für die Stadt Grimma mussten das Dach der Großmühle und die Wand zum Mühlgraben abgebaut werden, um hier entsprechende Bohrpfähle für die Betonschutzwand einzubringen. Für den Wiederaufbau der Mühle flossen erhebliche Fluthilfemittel und weitere Gelder kamen aus dem städtebaulichen Denkmalschutzprogramm sowie aus dem Stadtsäckel.

    Die Untere Denkmalschutzbehörde des Landratsamtes Landkreis Leipzig hat zusammen mit der Stadtverwaltung Grimma um die Instandsetzung der historischen Kubatur des Gebäudes gerungen, sodass sich die Grimmaer Bevölkerung, der künftige Nutzer – der Seesportverein „Albin Köbis“ – und die Gäste der Stadt in Zukunft an dem hervorragend sanierten Denkmal erfreuen können.

    Die Ausstellung, die am 3. Oktober eröffnet wird, zeigt einige ausgewählte Sammlungsstücke aus dem ehemaligen Mühlenmuseum, das sich von 1952 bis 1975 in der Großmühle befand. Dr. Hermann Gleisberg hatte sich viele Jahre mit der Geschichte und Technik der verschiedenen Mühlen beschäftigt und viele Artikel und auch Bücher verfasst.

    Für sein kleines Museum ließ er sich Modelle der vielfältigen Mühlentypen anfertigen und sammelte Handwerkszeug, Wanderbücher, Gesellenbriefe, Spielzeug und vieles mehr. Später verkaufte er seine Sammlung an die Stadt Bernburg.

    Anlässlich des Ausstellungsvorhabens zur Grimmaer Großmühle durfte sich das Kreismuseum auch einige interessante Exponate aus dem Museum Schloss Bernburg ausleihen.

    Sonderausstellung im Kreismuseum Grimma vom 3. Oktober 2021 bis zum 27. Februar 2022

    Eröffnung am Sonntag, 3. Oktober, um 15 Uhr.

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