Das Projekt der künstlerischen Forschung zur Schule der Arbeit (1928–33) – einem vergessenen Gebäude der Moderne in Leipzig – findet im Januar seinen Abschluss. Bis zum 23. Januar erinnern neun Billboards im Leipziger Stadtraum zwischen der Spinnerei und dem Jahrtausendfeld auf der Karl-Heine-Straße in Plagwitz an das Modellprojekt der Arbeiterbildung und dessen Leiterin Gertrud Hermes.

Für Freitag, den 20. Januar, um 19 Uhr laden Kuratorin Clara Hofmann und Künstlerin Ute Richter zum Film „GERTRUD oder Die Differenz“ von Ute Richter und zum Gespräch über die Schule der Arbeit in die HALLE 14 ein.

Der Film „GERTRUD oder Die Differenz“ öffnet mit animierten Zeichnungen den Zugang zum Gebäude und vermittelt in unterschiedlichen Kapiteln die Geschichte der Schule der Arbeit und ihrer Gründerin Gertrud Hermes.

Filmscreening und Gespräch: Die Wirklichkeit, die zum Gedanken drängt …

Am 20. Januar wird in der HALLE 14 der Film „GERTRUD oder Die Differenz“ der Künstlerin Ute Richter gezeigt. Die Filmvorführung mit Gespräch ist der Abschluss eines umfassenden Erinnerungsprojekts zur Schule der Arbeit – ein vergessenes Gebäude der Moderne und ein Modellprojekt der Leipziger Arbeiterbildung unter Leitung von Gertrud Hermes.

Die Pädagogin Gertrud Hermes gründete 1928 die Schule der Arbeit als gelebte Antwort auf die Arbeiterbildungsfrage. Mit dem Neubau des Architekten Johannes Niemeyer in der Stieglitzstraße entstand ein moderner Ort, der für das gemeinsame Leben und Lernen junger Arbeiter geplant wurde. Im Leipziger Stadtarchiv sind die Akten von der Planung bis zur Schließung der Schule der Arbeit und Texte der Pädagogin Gertrud Hermes überliefert.

Von der Einweihung bis zur Beschlagnahme durch die Nationalsozialisten wird der Verlauf der Geschichte schmerzhaft deutlich.

Billboard am Jahrtausendfeld. Foto: Ute Richter
Billboard am Jahrtausendfeld. Foto: Ute Richter

Nach Archivrecherchen der Künstlerin Ute Richter zur Schule der Arbeit entstand in Zusammenarbeit mit Luise Ritter und Franka Sachse der Film „GERTRUD oder Die Differenz“. Der Film öffnet mit animierten Zeichnungen den Zugang zum Gebäude und vermittelt in unterschiedlichen Kapiteln die Geschichte der Schule der Arbeit und ihrer Gründerin Gertrud Hermes. Begleitend ist der Text „Die Wirklichkeit, die zum Gedanken drängt …“ von Ute Richter und Radek Krolczyk in Form eines Faltposters, gestaltet von Hannes Drißner, bei Trottoir Noir erschienen.

Neun Großflächenposter erinnern schon im Vorfeld zwischen der Leipziger Spinnerei und dem Jahrtausendfeld an der Karl-Heine-Straße bis zum 23. Januar auch im Leipziger Stadtraum an die vergessene Geschichte. Mit sechs Billboards am städtischen Brachland könnte aus dem Erinnerungsprojekt auch ein Zukunftsprojekt werden. Denn genau dort steht die Frage nach der zukünftigen Nutzung des Geländes im Raum.

Weitere Informationen

GERTRUD oder Die Differenz. Ein Film von Ute Richter. Filmvorführung und Gespräch zur Schule der Arbeit (1928–33) mit Radek Krolczyk, Autor und Galerist, Bremen und Ute Richter, Künstlerin, Leipzig am Freitag, dem 20. Januar, 19 Uhr in der HALLE 14, Spinnereistraße 7.

70 min. Film von Ute Richter, mit Archivmaterial, Handzeichnungen, animierter Architekturzeichnung und Sprecherin. Luise Ritter (animierte Zeichnung), Franka Sachse (Postproduktion/Schnitt).

Ein Projekt von Ute Richter in Kooperation mit EUROPAS ZUKUNFT Gesellschaft zeitgenössischer Kunst und der Rosa Luxemburg Stiftung Sachsen. Gefördert durch das Kulturamt der Stadt Leipzig. Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes. Dank an die HALLE 14 und die Kuratorin Clara Hofmann.

Empfohlen auf LZ

So können Sie die Berichterstattung der Leipziger Zeitung unterstützen:

Keine Kommentare bisher

Schreiben Sie einen Kommentar