Linksfraktion beantragt Würdigung von Carl Heine anlässlich seines 200. Geburtstages

Für alle LeserLeipzig feiert allerlei Jubiläen – aber einige wichtige gehen dabei meist durch die Lappen. Der 200. Geburtstag von Clara Schumann ist noch mit einem dicken Programm ins Jubiläumsjahr 2019 gekommen. Aber einer fehlt irgendwie: Der Schöpfer des Leipziger Westens, Carl Erdmann Heine. Der gehört unbedingt noch gefeiert, beantragt jetzt die Linksfraktion im Stadtrat.
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„Der OBM wird beauftragt, im Zusammenhang mit dem 200. Geburtstag am 10.01.2019 die bedeutende Leipziger Persönlichkeit Carl (Karl) Erdmann Heine in würdiger Form zu ehren“, heißt es im Antrag der Linksfraktion.

Immerhin hat der Mann die Industriestadt Leipzig auf eine Weise vorangebracht, die für ihre Zeit ihresgleichen sucht. Auch gegen die oft bürokratische Unbeweglichkeit der Stadtverwaltung.

„An Karl Heine wird in Leipzig unter anderem durch ein Denkmal, eine Straße, einen Kanal und eine Schule erinnert. Seine Pionierleistungen für Leipzig auf den Gebieten der Stadtentwicklung und der Industrialisierung, aber auch auf sozialem Gebiet sind so bedeutend, dass eine höhere Würdigung angebracht ist. Ein besonderer Anlass dafür sollte sein 200. Geburtstag am 10. Januar 2019 sein. Zu erwähnen ist noch, dass er Stadtverordneter in Leipzig, Abgeordneter im Sächsischen Landtag und im Reichstag war“, schreibt die Linksfraktion in ihrem Antrag.

Dass er die Westvorstadt erst zu einem neuen, vermarktbaren Wohnquartier gemacht hat, gehört ebenfalls zu seiner Geschichte. Genauso wie der Bau der Straßenverbindung samt Brücke nach Plagwitz und die eisenbahntechnische Erschließung des von ihm initiierten Industriequartiers in Plagwitz. Auf vielen dieser ehemaligen Gleise sind heute Radwege und „Grüne Finger“ angelegt.

Aber irgendwie fehlt im musikverliebten Leipzig die Trägerorganisation, die sich auch um die Würdigung eines so wichtigen Industriepioniers kümmern würde.

„Anlässlich der Leipziger Tage der Industriekultur vom 23. – 26.8.2018 wurde auch eine kleine Ausstellung über Carl Heine gezeigt (Markranstädter Str. 6), die es wert ist, erhalten zu werden“, betont die Linksfraktion und verweist auch auf die maßgebliche Heine-Biografie von Ulrich Krüger „Carl Heine – Der Mann, der Leipzig zur Industriestadt machte“, herausgegeben vom Sächsischen Wirtschaftsarchiv e. V. 2008 im Sutton Verlag.

Carl Heine
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