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Die Autoren Sören Flachowsky und Christian Rau stellen ihre Bücher zur Geschichte der Deutschen Bücherei von der Kaiserzeit bis 1990 vor

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    Ein Jubiläum bietet einen guten Anlass, sich mit dem Vergangenen auseinanderzusetzen. Die Deutsche Nationalbibliothek hat ihr 100-jähriges Bestehen zum Anlass genommen, eine umfassende Studie zur Geschichte des Gründungshauses zu beauftragen. Denn 2012, als die 100 gefeiert wurde, hat man es nicht ganz geschafft. Aber sechs Jahre Forschung haben drei dicke Bücher ergeben. Die werden jetzt vorgestellt.

    Mit den nun im Wallstein Verlag erschienenen Bänden „Zeughaus für die Schwerter des Geistes“ und „,Nationalbibliothek‘ im geteilten Land“ schließt sich eine Lücke in der Geschichtsschreibung der Deutschen Bücherei.

    Wie sahen etwa die Handlungsmöglichkeiten unter den Bedingungen der NS- oder der SED-Diktatur aus? Die Autoren beleuchten Wechselwirkungen bibliothekarischen Arbeitens zu Politik, Wissenschaft und Wirtschaft. Die Gründung der Deutschen Bibliothek in Frankfurt am Main 1946 band die Deutsche Bücherei unmittelbar in die Konflikte des Kalten Krieges ein. 1990 wurden Deutsche Bücherei und Deutsche Bibliothek zur heutigen Deutschen Nationalbibliothek zusammengeführt.

    „Sechs Jahre nach ihrem 100-jährigen Jubiläum gelingt es der Deutschen Nationalbibliothek erstmals, eine umfassende und unabhängige wissenschaftliche Darstellung ihrer Geschichte zu präsentieren“, so Michael Fernau, Direktor der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig, und Ute Schwens, Direktorin der Deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt am Main.

    Dr. Sören Flachowsky vom Institut für Geschichtswissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin untersucht die Rolle der Deutschen Bücherei während der Zeit des Nationalsozialismus von 1933 bis 1945 und zeichnet ihre Entwicklung zu einem effektiven Instrument der nationalsozialistischen Zensur- und Verbotspolitik nach. Er bettete diese Untersuchung in die Analyse der Kulturpolitik seit dem Kaiserreich und der Gründung der Deutschen Bücherei ein.

    Dr. Christian Rau vom Institut für Zeitgeschichte in Berlin beleuchtet die Folgejahre in der Zeit der sowjetisch besetzten Zone und der DDR. Dabei stellt er die komplexen Beziehungen der Deutschen Bücherei zum SED-Regime, zu ihren Benutzerinnen und Benutzern sowie zu der in Frankfurt am Main als Konkurrenzinstitution gegründeten Deutschen Bibliothek dar.

    Das Institut für Geschichtswissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin und das Institut für Zeitgeschichte haben mit ihrer nachgewiesenen Expertise die Entstehung der beiden Publikationen maßgeblich unterstützt.

    Beide Bände (eigentlich drei) stellt die Deutsche Nationalbibliothek in Veranstaltungen in Leipzig und in Frankfurt am Main vor. Im Gespräch mit dem Historiker und Wissenschaftsjournalisten Dr. Wolfgang Niess berichten die Autoren über ihre umfangreichen Recherchen, die sie bis in die Archive des Holocaust-Gedenkmuseums nach Washington und die Russische Staatsbibliothek in Moskau führten. Ein spannender Einblick in die wechselvolle Geschichte des Hauses, die in besonderem Maße die politischen Extreme des 20. Jahrhunderts und Bibliothekspolitik als Wissenschafts- und Kulturpolitik widerspiegelt.

    Am 3. Oktober 1912 wurde zwischen dem Königreich Sachsen, der Stadt Leipzig und dem Börsenverein der Deutschen Buchhändler zu Leipzig der Vertrag zur Gründung der Deutschen Bücherei unterzeichnet. Im Westen wurde 1946 die Neugründung einer deutschen Archivbibliothek in Frankfurt am Main initiiert. Mit der Wiedervereinigung Deutschlands wurden diese Einrichtungen zu einer Bundeseinrichtung zusammengeführt, die 2006 einen erweiterten gesetzlichen Auftrag und einen neuen Namen erhielt: Deutsche Nationalbibliothek.

    Einen Band konnten wir an dieser Stelle schon vorstellen: Christian Rau „‚Nationalbibliothek‘ im geteilten Land“.

    Die Leipziger Buchvorstellung ist am heutigen Mittwoch, 22. August: Die Geschichte der Deutschen Bücherei von der Kaiserzeit bis 1990.

    Die Autoren Sören Flachowsky und Christian Rau im Gespräch mit Wolfgang Niess in der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig, Mittwoch, 22. August, 19 Uhr.

    Die Frankfurter Vorstellung gibt es am Donnerstag, 23. August, in der Deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt am Main, 19 Uhr.

     

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