Maja Gille und Arto Mäkeleä verwandeln Rilke in Musik

Für alle LeserSie ist Schauspielerin, Sängerin, Moderatorin, Regisseurin. Und nie fehlt der Zusatz: Eigentlich ist Maja auch noch die Tochter des berühmten Malers Sighard Gille. Also doch nur die Tochter des großen Malers? Nicht wirklich. Denn starke Kinder können zu ihren Vätern stehen. Und dann gerade ihr eigenes Ding machen. Und jedes Mal besser. Und Majas Ding heißt seit einiger Zeit "Eisvogel". So wie Leipzigs beliebtester Vogel.

Und mit dem Projekt scheint die Leipzigerin jenen Ton gefunden zu haben, in dem sie sich wie zu Hause fühlt. Und in dem hörbar wird, was für eine Stimme sie eigentlich hat. Und ganz bestimmt ist es kein Zufall, wenn man sich dann und wann an Tamara Danz erinnert fühlt. Denn hier singt sich eine Frau frei, die voller Emotionen ist. Und die sie auch rüberbringt.

Möglich, dass Arto Mäkeleä schuld daran ist, dass hier auf einmal noch viel mehr passiert als bei allen vorhergehenden Projekten von Maja Gille. Er spielt nicht nur die Gitarre, er ist auch für die Arrangements verantwortlich, das, was viele Musiker meist vergessen. Denn Musik braucht Räume, Klang- und Bildräume.

Das Leipziger Bandprojekt „Eisvogel“ zeigt sich von hochkreativer Soundseite, versucht die Agentur zu umschreiben, was die Sängerin und ihre Band jetzt anstellen.Hörbar auf ihrem Album „Luxusnacht“, das bei Löwenzahn erscheint.

„Die Band um Mayjia Gille, Tochter des Leipziger Künstlers Sighard Gille, weiß Eigensinn und Lyrik zu schätzen. Große Texte. Vielschichtig und poetisch textet und komponiert Mayjia Gille. Überraschend: ihre einfühlsame Art, Rilkegedichten eine musikalische Krone aufzusetzen. Zugleich eindringlich und äußerst außergewöhnlich kommt Ihre Stimme sinnlich, ausdrucksstark und unkopiert theatral zur Geltung. Mal eins mit sich und der Melancholie, dann wieder erklingt die Sängerin neugierig in guter Laune.“

Und auch dieses künstlerische Spiel zwischen Maja und Arto würdigt die Agentur: „Es macht Spaß zuzuhören. Bemerkenswert ist die musikalische Verbindung zwischen der Sängerin und ihrem Ausnahmegitarristen Arto Mäkeleä: Einfühlsam, emotional, duettartig und kontrastreich. In allen Genres fest fundiert, kreieren die Musiker gemeinsam präsent, präzise und mit großer stilistischer Sicherheit country-orientierte Rhythmik, balladeske Sounds und blumig bis herben meist deutschen Poprock.“

Ist alles gesagt?

Nicht wirklich. Die Liebe zu Rilkes Gedichten hat Maja schon vorher oft genug geäußert. In ihren Lyrikprogrammen hat der Dichter einen festen Platz. Aber auf die Idee, Rilkes Gedichte in Lieder zu verwandeln, muss man erst mal kommen.

Etwa dieses „Herr, es ist Zeit …“, das schon als Gedicht funktioniert. Unvorstellbar, da noch mehr draufzupacken.

Und dann singt es Maja.

Und es ist ein Lied, das den Abschied regelrecht greifbar macht.

Deswegen auch dieser Gedanke an Tamara Danz. Und vielleicht noch eine ganze Reihe Sängerinnen aus dem Osten, die immer bewiesen haben, dass gute Songs immer auch gute Gedichte sind. Und gute Gedichte mit den richtigen, den einfühlsamen Arrangements auch gute Songs, die unter die Haut gehen. Die tiefer gehen, als man das für gewöhnlich im Stau im Radio aushält. Obwohl … selbst das ist vorstellbar. Denn Maja schafft es, präsent zu sein. So dicht dran wie im Video zu „Nur so“.

Die Agentur benutzt sogar das Wort sperrig. Aber eigentlich sperrt sich da nichts. Nur die Intensität der Lieder zwingt geradezu zum Zuhören. So, wie ein wirklich lebendiger Mensch zum Gehörtwerden und Angeschautwerden zwingt. So, wie es Maja erzwingt. Und das fühlt sich richtig vertraut an: Ja, eigentlich ist es das, was gute Musik ausmachen muss. Dass sie eben nicht so leichthin vorbeiplätschert, sondern Aufmerksamkeit schafft. Und so ein mitsummendes Gefühl: Jetzt, sind wir tatsächlich da …

Und was die Einordner zur Verzweiflung bringt, weil das Alles eben nicht einfach in die Schubladen Rock, Pop, Folk passt. Pech gehabt.

Die CD „Luxusnacht“ soll nun offiziell am 2. März erscheinen.

Und selbst erleben kann man Maja und Arto nur wenige Tage später. Am 18. März wird das Duo im Täubchenthal in Leipzig auftreten, Start ist 19:00 Uhr.

Eisvogel auf Facebook.

Maja Gille
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