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Im Jahr 26 gelandet und ein Neuer an der Spitze: Im Interview Lachmesse-Chef Frank Berger

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    Am 16. Oktober steht das „Europäische Humor- und Satire-Festival“, kurz die Lachmesse, bereits zum 26. Mal vor der Tür. Das echte Leipziger Festival-Gewächs, praktisch im Nachwendepunkt 1991 erstmals durchgeführt, hat sich längst zur dezentralen Großveranstaltung gemausert. Künstler sprechen aufgrund der familiären Atmosphäre dennoch gern vom „Klassentreffen“ in Leipzig. Von Anbeginn war Frank Berger mit der Lachmesse verbunden, als Zuschauer und Fan. Seit dem 1. Januar 2016 ist er nun Geschäftsführer des Lachmesse e.V. und verantwortet in diesem Jahr die Durchführung der internationalen Humorschau. L-IZ.de fragte mal nach, was wird neu, was bleibt bei der 26. Lachmesse in Leipzig.

    Der Leipziger Frank Berger hat als Kabarett-Musiker seit 1986 unter anderem für die academixer, in der Pfeffermühle und dem Kabarettgespann Bernd Lutz Lange und Gunter Böhnke musiziert. Damit atmet der neue Geschäftsführer praktisch das Leipziger Kabarett auch selbst. Dennoch ist mit seinem Antritt als Geschäftsführer das eine oder andere verbunden, was sich in den kommenden Jahren bei der Lachmesse erneuern könnte.

    Herr Berger, Lachmesse 2016 in Leipzig – wer tatsächlich noch nicht weiß, was das ist: Worum gehts?

    Das Europäische Humor- und Satire-Festival Leipzig, die Lachmesse, wurde 1991 aus der Taufe gehoben und ist eines der großen internationalen Kabarett- und Kleinkunstfestivals Deutschlands. Jährlich im Oktober gastieren an acht Tagen in 14 Gastspielhäusern in rund 90 Veranstaltungen zirka 150 Kabarettisten und Kleinkünstler.

    Also eine reine „Kabarettmesse“?

    Wenngleich in der Kabarettmetropole Leipzig dem politisch-satirischen Kabarett besondere Aufmerksamkeit zukommt, ist das gesamte Spektrum der Kleinkunst vertreten: Comedy, Clownerie, Musik, satirische Lesungen, Varieté, Off-Szene, Boulevard-Theater, Pantomime, Talk, Cartoon, Nonsens und Groteske.

    150 Künstler an acht Tagen, eine Menge Holz. Wer macht seitens der Veranstaltungshäuser alles mit?

    Veranstalter sowie Spielstätten der Lachmesse sind die Kabaretts Leipziger Pfeffermühle, academixer, Leipziger Funzel, das Kabarett-Theater SANFTWUT, das Central Kabarett, die Moritzbastei, das Krystallpalast Varieté, das Haus Leipzig, das RevueTheater am Palmengarten und Horns Erben. Großveranstaltungen finden im Schauspielhaus und in der Oper statt.

    Sie sind sozusagen der Neue an der Spitze der Organisation des Festivals. Was soll mit Ihnen im 26. Jahr neu werden und was soll bleiben, wie es immer war?

    Grundsätzlich lässt sich sagen, dass das Festival im 26. Jahr immer noch gut im Schuh steht. Inhalte, Zusammensetzung und Struktur stimmen. Meine Aufgabe als neuer Geschäftsführer geht allerdings dann doch über das reine Bewahren, was schon an sich nicht ganz leicht ist, hinaus. Öffentlichkeitsarbeit und Marketing benötigten einen kräftigen Schub, die Strahlkraft des Festivals über die Stadtgrenzen hinaus soll zunehmen.

    Inhaltlich neu zum diesjährigen Festival ist die Zusammenarbeit mit dem Verein livelyrix, der seinerseits der sicher innovativste Veranstalter in Sachen Poetry-Slam und Lesebühnen in Sachsen ist.

    Aus Sicht der Lachmesse: Ist Leipzig in den letzten Jahren selbst ein „Satirestandort“ mit eigenen Stars geworden oder weiterhin eher Heimat der Ensemblekabaretts und der wenigen TV-bekannten Köpfe? Wer davon ist dabei?

    Leipzig ist mit seinen fünf Ensemblekabaretts eine absolute Ausnahme in der deutschen Kabarettlandschaft. An die 150.000 Zuschauer gehen Jahr für Jahr in die fünf hiesigen Spielstätten. Ich denke, der Star ist die Stadt. Und natürlich sind die fünf Häuser mit eigenen Programmen zur Lachmesse vertreten, aber einen Star haben wir dann doch in Leipzig: den aktuellen Preisträger des Leipziger Löwenzahns für das beste Programm 2015 – Mathias Tretter.

    Die Stars 2016 sind dennoch wohl eher Konrad Beikircher, Arnulf Rating, Matthias Deutschmann, Lisa Fitz, Andreas Thiel, Egersdörfer und Puntigam, Helmut Schleich, HG Butzko und Christian Ehring – kein Name aus dem Osten dabei? Wie kommt das und woran liegt es, dass der „Humor aus dem Osten“ bis auf Uwe Steimle und Olaf Schubert medial eher nachrangig ist?

    Stars allein machen kein Festival. Außerdem ist das eine Frage, die sich aus meiner Sicht schon deshalb nicht stellt, weil mehr und mehr Künstlerinnen und Künstler nachrücken, bei denen die Herkunft eher eine untergeordnete Rolle spielt. Wie bei Tony Kroos auch niemand fragt, wo er herkommt, so entwickelt sich in der Kabarett- und Comedyszene ein eher gesamtdeutscher Verein bestenfalls mit regionaler Verortung.

    Ich empfehle den Besuch des Kupferpfennig-Wettstreits mit drei tollen Nachwuchskünstlern. Darüber hinaus geht unser Blick nach Österreich und die Schweiz, die auch in diesem Jahr wieder mit großartigen Protagonisten vertreten sind. Anstelle der Stars möchte ich die weniger bekannten, dafür aber definitiv sehenswerten Gäste nennen wie Hennig Schmidtke, Josef Brustmann, Stefan Waghubinger, Lisa Eckhart, Katie Freudenschuss, Thilo Seibel, Tilman Birr, Andreas Thiel und Alain Frei.

    Eines bleibt wahrscheinlich auch in diesem Jahr wie immer. Nämlich die Frage: Was sind Ihre Highlights?

    Als Festivalchef bin ich natürlich der Meinung, dass alle Programme sehenswert sind und empfehle daher einen Blick in das Programmheft, um sich ein eigenes Bild zu machen. Als „highlightig“ würde ich die große Ur-Krostitzer Lachmesse-Gala ansehen, die in diesem Jahr mit Carrington & Brown (UK), Martin O. und Starbugs Comedy (beide aus der Schweiz) international und absolut hochkarätig besetzt ist.

    2×2 Freikarte zum Großen Lachmesse-Finale am 23. Oktober in der Oper zu gewinnen

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