Elsterbecken-Mord: Angeklagter bricht sein Schweigen

Am Freitag ist vor dem Landgericht der Prozess um den Fall der zerstückelten Leiche aus dem Elsterbecken fortgesetzt worden. Dem Arnstädter Benjamin H. (24) wird vorgeworfen, seinen Freund Jonathan H. (23) im Oktober 2011 vergewaltigt, kastriert, mit zahlreichen Messerstichen getötet und den Leichnam zerteilt zu haben.
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Zu Prozessbeginn Mitte Oktober schwieg sich der Angeklagte noch aus. Seine beiden Verteidiger widerriefen frühere Aussagen ihres Mandanten, stellten ihre juristische Verwertbarkeit mit Verweis auf ein Versäumnis der Vernehmungsbeamten sogar ganz in Frage. Mit Befangenheitsanträgen lehnten sie erst den Vorsitzenden Johann Jagenlauf, anschließend die komplette 1. Strafkammer ab. Vergebens.

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Anfang letzter Woche die überraschende Kehrtwende: Benjamin H.’s Rechtsanwälte spielten den Verfahrensbeteiligten ein mehrstündiges Videointerview vor, in dem ihr Mandant die grausige Tat gesteht. Zur Stunde stellt sich der Angeklagte den Nachfragen von Richtern, Staatsanwältin Claudia Laube, Nebenklägerin Anne Prestrich und den Gutachtern. Wie schon zur Videovorführung unter Ausschluss der Öffentlichkeit. „Zum Schutz der Privatsphäre des Angeklagten“, so Jagenlauf.

Bei aller Verschwiegenheit sickerte bereits durch, dass in der Vernehmung seine Psyche, sexuelle Vorlieben und die Familiensituation eine Rolle spielen werden. Die Verteidigung möchte offenbar erreichen, dass H. in die geschlossene Psychiatrie eingewiesen wird. Sollte ihm der Berliner Forensiker Prof. Hans-Ludwig Kröber Schuldfähigkeit attestieren, droht dem mutmaßlichen Mörder lebenslänglich. Eine anschließende Sicherungsverwahrung wäre möglich.


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