Nachspiel wegen PEGIDA im Leipziger Hauptbahnhof: Antifa-Aktivisten glauben Messerangreifer identifiziert zu haben

Für FreikäuferDie Polizei kann zu den Auseinandersetzungen in und um den Hauptbahnhof in der Nacht von Montag auf Dienstag bisher wenige Erkenntnisse mitteilen. Man ermittele gegen Unbekannt. An anderer Stelle glaubt man unterdessen bereits fündig geworden zu sein. Zu dem Angriff mit einem Messer auf eine Reisegruppe, die gegen PEGIDA demonstriert hat, spekulieren nun Antifa-Aktivisten über den Täter. Anhand von Bildermaterial soll es sich dabei um einen bekannten Neonazi handeln, der in den 90er Jahren aktiv in der Szene war.

Auf der Internetseite Indymedia Linksunten glaubt man den Mann, welcher am montäglichen Angriff von rund 20 Personen auf eine aus Dresden zurückkehrende Gruppe beteiligt war, erkannt zu haben. In einem Artikel wird auf Kevin D. verwiesen, welcher bereits in den 90iger Jahren in der Szene aktiv gewesen sei. Nun soll er sich am Übergriff am Leipziger Hauptbahnhof beteiligt haben.

Anhand des veröffentlichten Videos wird ein Vergleich mit anderen Bildern gezogen, die PEGIDA-Anhänger bei der Abreise im Leipziger Hauptbahnhof und die Anwesenheit der gleichen Person im Umfeld eines Legida-Marsches im April dieses Jahres zeigen. Das sehr unscharfe beigefügte Bild aus dem Video lässt anhand der Kleidung und der Frisur zumindest hohe Ähnlichkeiten erahnen. Aufgrund der Undeutlichkeiten sind allerdings auch andere Täter möglich, die ähnliche Kleidung und Frisur tragen.

Dass der dargestellte Mann an der Konfrontation beteiligt war, ist hingegen kaum zu bestreiten – die Videosequenzen zeigen ihn gleich zu Beginn der Bilder. Bereits heute Abend wurde aus Kreisen der Betroffenen der Nacht von Montag auf Dienstag bekannt, dass mehrere Personen D. zweifelsfrei erkannt haben. Die entsprechenden Strafanzeigen würden morgen gestellt werden.

Wie die Polizeidirektion Leipzig und die zuständige Bundespolizeidirektion Pirna am Mittwoch mitteilte, liegen seitens der Ermittlungsbehörden hingegen bislang noch keine weiteren Erkenntnisse vor. Zurzeit werde wegen Landfriedensbruch ermittelt. Weitere Verfahren gegen Unbekannt laufen. Schwerfallen sollten die Beweisführungen hingegen eigentlich nicht. Neben den möglichen Zeugen vor Ort, ist kaum ein Ort in Leipzig derart intensiv mit rund 180 Videokameras überwacht wie der Leipziger Hauptbahnhof (Karte PDF, externer Link).

In jeder der großen Zugangshallen West und Ost hängen laut der Auszählung „Leipziger Kamera. Initiative gegen Überwachung“ aus dem Jahr 2009 jeweils mindestens drei davon. Weniger dürften es seither kaum geworden sein.

Legida/PegidaOfD
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