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Angriff auf Connewitz: Leipziger Neonazi soll Dresdner Kameraden eingeladen haben

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    Die juristische Aufarbeitung des Neonazi-Angriffs am 11. Januar 2016 kommt nur schleppend voran. Von den 215 Tatverdächtigen muss sich bislang nur einer vor Gericht verantworten. Florian N. gab allerdings am Freitag vor dem Landgericht Dresden pikante Details zu den Vorbereitungen des schweren Landfriedensbruchs in der Wolfgang-Heinze-Straße preis.

    Dass Florian N. sich als einziger Beschuldigter vor Gericht verantworten muss, während die Staatsanwaltschaft Leipzig in den allermeisten der über 200 Verfahren noch nicht einmal über die Anklageerhebung entschieden hat, hat einen Grund. Der 27-Jährige soll als Teil der „Freien Kameradschaft Dresden“ einer kriminellen Vereinigung angehört haben. Das Verfahren wird von der Generalstaatsanwaltschaft bearbeitet, 10 Fälle aus Leipzig vom 11. Januar 2016 hat man deshalb nach Dresden übertragen.

    Weil der Fahrradverkäufer seit gut sieben Monaten in Untersuchungshaft sitzt, gilt der sogenannte Beschleunigungsgrundsatz. Hätte die Justiz ihre Ermittlungen unnötig verschleppt, wäre der 27-Jährige möglicherweise schon vor Beginn der Hauptverhandlung auf freien Fuß gekommen.

    Seine Beteiligung an dem Neonazi-Angriff auf Connewitz ist nur einer von mehreren Anklagepunkten. Konkret legt die Anklageschrift Florian N. und dem mitangeklagten Robert S. (19) eine Reihe von Angriffen auf Asylbewerber sowie den Anschlag auf ein Dresdner Hausprojekt zur Last. Der Überfall auf Geschäfte und Kneipen in Connewitz steht somit zwar nicht im Mittelpunkt des Verfahrens, interessant ist dennoch, was Florian N. zu dem Vorfall am Freitag aussagte.

    Demnach sei von vornherein klar gewesen, dass die Lage eskalieren würde. Die über 200 Neonazis und Hooligans planten offenbar, die Ablenkung vieler Antifa-Aktivisten durch die zeitgleich stattfindenden Proteste gegen den einjährigen Legida-Geburtstag in der Innenstadt für ihre Gewaltorgie auszunutzen.

    Laut TV-Journalist Thomas Datt, der den Prozess für den MDR begleitet, berichtete der Rechtsextremist, rund 300 Kameraden hätten sich auf einer Autobahnraststätte kurz vor Leipzig getroffen. Dort habe jemand Zettel verteilt, auf welchen Anweisungen gewesen seien: Handys und Navis aus, keine Namen benutzen. Außerdem hätte jemand die Ansage gemacht, dass Polizisten in keinem Fall angegriffen werden dürfen.

    Die Gruppe parkte ihre Autos in der Threnaer Straße und formierte sich als Demonstrationszug. Als Fronttransparent benutzten die Angreifer ein zuvor entwendetes Anti-Legida-Banner. In der Wolfgang-Heinze-Straße richteten sie dann gemeinsam Sachschäden im sechsstelligen Euro-Bereich an.

    Auf seinem Twitter-Account berichtete Datt am Freitag, dass Florian N. die Mitverantwortung einem Kameraden in die Schuhe geschoben haben soll, der sich selbst an den Krawallen anscheinend gar nicht beteiligte. Kai M. soll Dresdner Neonazis und Hooligans in die Messestadt eingeladen haben.

    Der frühere NPD-Aktivist verfügt seit Jahren über beste Drähte in die rechtsextreme Hooligan-Szene. An dem Angriff beteiligten sich seinerzeit zahlreiche Lok-Hools und -Ultras, darunter Mitglieder der ehemaligen Fangruppierung „Scenario Lok“. Ob die Staatsanwaltschaft mittlerweile gegen Kai M. ermittelt, war am Wochenende nicht in Erfahrung zu bringen.

    Überfall auf Connewitz (1): Die Spur der Täter

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