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Nach Ansicht der Leipziger Verwaltung gehen die städtischen Kitas mit leichtem Personalplus ins neue Jahr

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    In den vergangenen Jahren wurde immer wieder von Engpässen beim Betreuungspersonal auch in Leipziger Kindertagesstätten berichtet. Was ja die Stadt Leipzig auch dazu animierte, frühzeitig auf das Instrument der berufsbegleitenden Ausbildung von Kita-Erzieherinnen/-erziehern zu setzen. Und aktuell, so teilt das Dezernat Allgemeine Verwaltung mit, kann Leipzig wohl seinen Bedarf decken. Ob das so bleibt, ist noch offen.

    „Mit Stand Ende November 2020 liegt ein Personal-IST (d. h. einsatzfähiges Personal, also ohne Beschäftigungsverbot, Mutterschutz, Elternzeit, Langzeiterkrankung, unbezahlter Sonderurlaub etc.) von Erziehern in Kita und Horte (ohne BTA und EZH) in Höhe von insgesamt 1.561,68 VzÄ vor. Demgegenüber steht ein vom Fachamt prognostizierter Bedarf für Ende November 2020 in Höhe von insgesamt 1.485,26 VzÄ. Im Ergebnis bedeutet dies aktuell ein prognostiziertes Personal-Ist von +76,42 VzÄ, d. h. durchschnittlich +0,67 VzÄ pro Einrichtung“, teilt das Verwaltungsdezernat auf die Grünen-Anfrage hin mit.

    Eine Antwort, mit der die Grünen nicht zufrieden sein dürften, denn gefragt hatten sie nach dem „personellen Bedarf an den Leipziger Kindertagesstätten und Horten“, nicht nur nach dem in den städtischen Kindertageseinrichtungen. Die städtischen Einrichtungen machen davon nur etwa ein Drittel aus, der Rest sind Träger der freien Jugendhilfe. Aber wie der dortige Personalbestand ist, wird in dieser Antwort nicht sichtbar. Obwohl die Stadt auch diese Zahlen haben muss, denn sie fließen (in verknappter Form) auch jedes Mal ins Statistische Jahrbuch der Stadt ein.

    Und natürlich liegt es im Interesse der Stadt, dass auch diese Einrichtungen personell gut ausgestattet sind.

    Aber die Antwort des Verwaltungsdezernats geht nur auf die städtischen Personalplanungen ein. Danach sind zumindest auf dem Papier 76 Stellen mehr besetzt, als zur Abdeckung des aktuellen Betreuungsschlüssels gebraucht werden. Der aber, das ist auch Leipzigs Verwaltungsdezernat klar, viel zu niedrig ist. Sachsen hat bundesweit nach wie vor den schlechtesten Betreuungsschlüssel. Wenn die SPD in der sächsischen Staatsregierung dranbleibt an diesem Thema, müsste dieser Schlüssel sich auch in nächster Zeit weiter verbessern. Ob dem das im Dezember beschlossene „Bildungsstärkungsgesetz“ genügt, bezweifelt zumindest Die Linke.

    Wenn der Schlüssel sich aber weiter verbessern soll, braucht Leipzig allein dafür schon mehr Erzieher/-innen. Und es steht ja auch noch die Eröffnung weiterer Kindertagesstätten an, wie das Verwaltungsdezernat betont: „Im Kita-Bereich sind zum Ende November regelhafte Plätze noch nicht vertraglich gebunden, da der Betreuungsbeginn im Dezember liegt. Durch die Neuverträge im Dezember wird weiteres Personal gebunden.“

    Und: „Es gibt derzeit erste Überlegungen zur Novelle des SächsKitaG hinsichtlich der Verbesserung des Betreuungsschlüssels. Jedoch ist der Zeitraum einer etwaigen Umsetzung noch völlig ungewiss. Es wird über eine schrittweise Anpassung gesprochen, was bedeutet, dass die ersten Schritte voraussichtlich wesentlich kleiner ausfallen könnten. Demzufolge liegen noch keine konkreten Zahlen vor. Der personelle Bedarf hinsichtlich der Verbesserung des Betreuungsschlüssels kann somit zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht dargestellt werden.“

    Was aber trotzdem nicht heißt, dass Leipzig abwarten kann, bis die Staatsregierung weitere Verbesserungen im Kita-Schlüssel beschließt. Denn jahrelang hat man auch in Leipzig auf Kante geplant, bis die Alarmmeldungen aus einigen Kitas zu laut wurden. Erst dann hat man die berufsbegleitende Ausbildung forciert, die jetzt ganz wesentlich dazu beiträgt, dass Leipzig mal ein kleines Personalpolster hat. Hätte sich Leipzig allein auf die vom Freistaat geplanten Ausbildungsstärken verlassen, hätte es einige zusätzliche Probleme in der Leipziger Kinderbetreuung gegeben.

    Was die Grünen aber trotzdem interessierte: Reicht denn das Ausbildungsangebot des Freistaats für den kommenden Bedarf an Erzieher/-innen in Leipzig?

    „Eine Abfrage beim Sächsischen Staatsministerium für Kultus ergab, dass für das aktuelle Schuljahr noch keine statistischen Daten zur Gesamtschülerzahl vorliegen“, beantwortet das Verwaltungsdezernat diese Frage.

    „Daher können aktuell nur die Schülerzahlen aus dem Schuljahr 2019/2020 benannt werden. In den Fachschulen der Stadt Leipzig befanden sich 1.766 Schüler/-innen in der Erzieherausbildung (23 % der Schüler/-innen des gesamten Freistaates). Die Anzahl der Fachschüler/-innen im aktuellen Schuljahr dürfte ähnlich hoch sein. Insofern befinden sich aus Sicht der Stadtverwaltung ausreichend Nachwuchskräfte in verschiedenen vollschulischen, berufsbegleitenden oder praxisintegrierten Ausbildungsmodellen, um künftige Personalbedarfe abdecken zu können.“

    Die weiteren Antworten machen deutlich, wie hoch das Interesse an berufsbegleitender Erzieher/-innen-Ausbildung ist. Leipzig trifft da also keineswegs auf einen von Interessenten leeren Markt.

    Aber in der Antwort auf die letzte Frage erklärt das Verwaltungsdezernat dann doch beiläufig, dass man in den Jahren 2019 und 2020 verstärkt um Erzieher/-innen werben musste, um den wachsenden Bedarf in Leipzig zu decken: „Da zum aktuellen Zeitpunkt der personelle Bedarf hinsichtlich der Verbesserung des Betreuungsschlüssels nicht dargestellt werden kann, werden hier mögliche Personalmarketingmaßnahmen bei erhöhtem Personalbedarf aufgeführt. Zum Teil wurden diese Maßnahmen auch bereits erfolgreich bei erhöhtem Personalbedarf in 2019 und 2020 eingesetzt.“

    Der kleine „Überschuss“ zum Jahresende kam also nicht zufällig zustande. Auch Leipzig kann nicht einfach abwarten, bis die nächste Kita-Eröffnung herankommt und dann erst Personal suchen.

    In Leipzig ist das Problem fehlenden Kita-Personals längst in vielen Kindertagesstätten erlebbar

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