Tanners Interview mit der Leiterin des Seniorenbüros Alt-West Juliane Maiwald

Irgendwie - wenn wir es nicht völlig dusselig anstellen - werden wir alle älter. Und einige von uns, die allzusehr beim körperlichen Raubbau beteiligt waren und dem Sport und der gesunden Ernährung den Finger zeigten, werden wohl Hilfe brauchen. Dass in unserer Stadt Angebote sind sollte somit jeden Menschen interessieren. Tanner besprach dies mit Juliane Maiwald vom Seniorenbüro Alt-West und gleich dazu noch so eine überraschende Idee Kunst und SeniorInnen zusammenzubringen.
Anzeige

Hallo Jule Maiwald. Du bist die Chefin vom Seniorenbüro Alt-West. Und wie ich gerade erfuhr habt Ihr am 12. Mai ab 17:00 Uhr etwas wirklich Fantastisches vor. Erzähl doch mal bitte.

Am 12. Mai laden wir zum Rundgang über das Gelände der Spinnerei ein. Mit diesem Angebot für kunst- und kulturinteressierte SeniorInnen möchten wir die spannende Erfahrung dieses Ortes der Kunstproduktion und des -handels für Personen auch außerhalb der Kunstwelt öffnen. An diesem Nachmittag soll es vor allem ums Schauen, aber auch ums Reden und Fragen gehen. Und um das gemeinsame Erfahren eines neuen oder altbekannten, spannenden Ortes. Ganz nebenbei treffen SeniorInnen auch auf Gleichgesellte und knüpfen bestenfalls Kontakte, die auch über den Projektzeitraum hinaus reichen. Zudem lernen sie bei der Gelegenheit das Seniorenbüro kennen und haben den Kontakt, sobald Bedarf entstehen sollte.

„Zu Gast bei …“ soll ja eine Reihe werden. Da kann mensch ja alle möglichen Menschen besuchen. Man kann zu Gast sein bei Obdachlosen, bei Hundehaltern, bei Kosmonauten, bei Destruktiven, bei Jungsprutzen, bei Menschen ohne Fernseher, bei Liebenden – bei wem wollt Ihr denn perspektivisch noch zu Gast sein in den nächsten Monaten?

Wir werden bei Künstlern und Künstlerinnen unterschiedlichen Alters und verschiedener Medien und Arbeitsweisen zu Gast sein. Im Herbst besuchen wir auch die alternativen Kunsträume in Lindenau und Plagwitz – Räume, die vielen SeniorInnen sicherlich unbekannt sind. Im Juni werden wir die Künstlerin Eva Walker in ihrem Atelier besuchen. Nach der Sommerpause geht es im September weiter. Genaue Termine stehen noch nicht fest, werden aber rechtzeitig über das Seniorenbüro Alt-West bekanntgegeben.

Wie kam es denn zum Kontakt mit der Künstlerin Constanze Müller?

Seit Bestehen der Seniorenbüros 2013 gibt es jedes Jahr jeweils 1000 Euro pro Stadtbezirk für innovative und stadtteilbezogene Seniorenprojekte. Der Antrag auf Förderung der Stadt Leipzig steht allen Akteuren im Bezirk offen und soll die Möglichkeit schaffen, kleinere Pilotprojekte zu starten. Zusammen mit dem Verein SelbstBestimmt Leben Leipzig und Umgebung e.V. sollte es im ersten Jahr ein Kunstprojekt für Menschen mit demenziellen Erkrankungen geben (das hat leider zeitlich nicht mehr funktioniert) und wir waren auf der Suche nach kunstpädagogischer Unterstützung. So entstand der Kontakt zum D21 Kunstraum Leipzig e.V. bzw. zu Constanze Müller, die mir seitdem als erfrischender Kooperationspartner erhalten geblieben ist.

Kannst Du uns ein bisschen etwas über die Geschichte der Seniorenarbeit der Volkssolidarität im Stadtteil erzählen?

Die Seniorenbegegnungsstätte der Volkssolidarität in Alt-West besteht bereits seit fast 16 Jahren mit sehr klassischen Angeboten, wie z. B. dem Gedächtnistraining, Tanzcafés oder Kreativkursen. „Also so alt bin ich ja nun wirklich noch nicht!“ ist ein oft gehörter Satz von jüngeren SeniorInnen, denen man das Veranstaltungsprogramm schmackhaft machen wollte, um beispielsweise wieder neue Kontakte knüpfen zu können und Vereinsamung und Isolation entgegenzuwirken. Unkonventionelle Formate, die idealerweise auch einmal außerhalb der Einrichtung stattfinden, können so eine Brücke zu neuen Zielgruppen bauen und das etwas verstaube Image der Seniorenbegegnungsstätten etwas aufweichen.

Ein neues Projekt ist auch der Seniorenspielclub „Die Spielfreudigen“, eine Kooperation der Volkssolidarität mit dem Schauspiel Leipzig. Seit September treffen sich die junggebliebenen Senioren in unseren Räumen, entwickeln das eigene Stück „Auf gut Glück zum Glück“ und bringen dieses am 19. Juni und 20. Juni auf die Bühne der Baustelle des Schauspiel Leipzig. Karten gibt’s beim Besucherservice des Schauspiels…

Du erzähltest mir auch von anderen Aktivitäten des Seniorenbüros Alt-West – zum Beispiel von Modenschauen. Das find ich ja interessant. Wie geht so was denn vonstatten und für wen und mit wem läuft das so ab? Ich hab da ja eher Vorstellungen von spindeldürren Minderjährigen, die sich halbnackt über den Catwalk bewegen. Das sind doch aber keine Klamotten für Senioren, die da gezeigt werden… Klär uns doch bitte auf, liebe Jule.

Die Modenschauen von Herrn Kefalas sind zumindest bei den Akteuren der offenen Altenhilfe in Leipzig stadtweit bekannt. Er bringt seine Mode mit in die Einrichtungen und lässt sie von Seniorinnen, die an dem Tag Lust und Zeit haben, auf den Brettern der Begegnungsstätten humorvoll präsentieren. Natürlich geht es hier weniger um den perfekten Walk und die höchsten Heels, aber aktuelle Trends, Farben und Schnitte sowie praktische Details (der dehnbare Hosenbund oder die Kette mit dem „Ruck-Zuck-Verschluss“) spielen durchaus eine Rolle.

Grundsätzlich gehen die Bemühungen dahin, das Programm der Begegnungsstätte so facettenreich wie möglich zu gestalten, um mit diversen Freizeit-, Kultur- und Bildungsangeboten den Interessen vieler SeniorInnen gerecht zu werden. Idealerweise bringen die SeniorInnen ihre Ideen und ihr Engagement selbst ein. So funktioniert unser PC-Kurs ausschließlich mit ehrenamtlicher Hilfe eines jungen Seniors mit entsprechendem Hintergrundwissen für SeniorInnen. Der Generationsgarten der Volkssolidarität im Kleingartenverein „Westendgärten“ lädt dagegen Jung und Alt zum gemeinsamen Werkeln im Grünen ein. Das läuft dann im Rahmen des Projektes „Generationendialog“ mit der VS-Kita „Prisma“, dem Altenpflegeheim „Sonnenschein“ und uns.

Das Seniorenbüro ist auch Beratungs- und Erstanlaufstelle für ältere Menschen im Quartier, die Fragen „rund zum Thema Älterwerden“ haben. Es fällt den SeniorInnen erfahrungsgemäß  leichter das Beratungsangebot zu nutzen, wenn sie die Einrichtung bereits kennen, so dass die Kombination mit der Begegnungsstätte als Zugang durchaus sinnvoll ist.

Wenn die Seniorenschaft Hilfe braucht und sich an Euch wenden möchte – wann und wo seid Ihr denn zu erreichen?

Die Stadt Leipzig hat zehn Seniorenbüros etabliert, sodass in jedem Stadtteil eine zentrale Anlaufstelle existiert. Aufgrund unterschiedlicher Strukturen und Trägerschaft sind die Beratungszeiten verschieden, eine Gesamtöffnungszeit von 30 Stunden die Woche aber garantiert. Auf der Homepage der Stadt können die Kontaktdaten eingesehen werden. Zudem betreiben die Seniorenbüros bzw. deren Träger Öffentlichkeitsarbeit im eigenen Raum und stadtweit. Das Seniorenbüro Alt-West druckt und verteilt, neben der Internetpräsenz, zu Beginn des Monats kleine Programmhefte.

Wir haben Montag bis Freitag von mindestens 11:00-17:00 Uhr geöffnet sowie Dienstag und Donnerstag von 11:00-13:00 Uhr und nach Vereinbarung Sprechzeiten. Die Zeitschrift „Aktiv Leben in Leipzig“ der Stadt Leipzig erscheint alle zwei Monate und ist der ideale Begleiter für SeniorInnen und Menschen mit Behinderung. Hier heißt es aber stets schnell sein, da die gelben Hefte unglaublich beliebt und furchtbar schnell vergriffen sind. Hier finden sich wirklich alle Informationen, Veranstaltungen und Freizeittipps!

Und was sind so die Hauptanliegen derzeit, die bei Euch so auflaufen? Ich kann mir vorstellen, dass die Schnelligkeit und der Lärm in unserer Stadt viele Senioren vor echte Probleme stellen.

Die Schnelligkeit unserer Stadt ist tatsächlich ein Problem für ältere Menschen. Das Gefühl abgehängt und zu alt für all die Komplexitäten zu sein, betrifft viele SeniorInnen. Das beginnt beispielsweise bei alltagspraktischen Problemen, wie der Teilnahme am öffentlichen Verkehr über den Umgang mit Elektronik oder bei der Suche nach dem passenden Angebot im Leistungsdschungel für SeniorInnen. Oft leben die Kinder beruflich bedingt nicht mehr in unmittelbarer Nähe, so dass helfende und pflegende Angehörige keine Selbstverständlichkeit mehr darstellen und auch die Anonymität der Großstadt wirkt sich ungünstig aus.

Gerade in Städten leben immer mehr Menschen im Alter allein, einer Lebensphase die sich auch zeitlich immer mehr ausdehnt. An dieser Stelle können die Seniorenbüros beratend zur Seite zu stehen und für Orientierung sorgen. Fragen zu möglichen Wohnformen im Alter, haushaltsnahen Dienstleistungen, zur Pflege und zu Freizeitangeboten stellen derzeit die Mehrheit der Anliegen im Seniorenbüro Alt-West dar.

Was geschieht aber mit den Senioren, die völlig überfordert sind? Wie könnt Ihr an diese herankommen? Vor kurzem sah ich in der Lützner Straße aus einem Abrisshaus eine alte Frau schauen und sie wirkte, als ob sie schon seit Jahren nur noch über ihr Fenster am Geschehen teilnahm und völlig vereinsamt war. Gibt es da überhaupt noch Möglichkeiten?

Das ist ein schwieriges Thema. Grundsätzlich sind die Seniorenbüros als sogenannte „Komm-Struktur“ organisiert. Bei Bedarf gehen wir aber auch in die Häuslichkeit oder vermitteln entsprechende Dienste. Das setzt natürlich das Wissen um einen Bedarf und die Zustimmung der betroffenen Person voraus. In solchen Situationen gibt es leider kein Patentrezept und es bedarf einer individuellen Einschätzung. Manchmal melden sich aufmerksame Nachbarn oder andere Kontaktpersonen.

Im Gegensatz zur Kindeswohlgefährdung können in der Regel jedoch keine Hilfsmaßnahmen gegen den Willen des erwachsenen Menschen eingeleitet werden. Das Seniorenbüro Alt-West baut seit Anfang 2014 kontinuierlich einen Besuchsdienst für SeniorInnen auf. Mit Hilfe dieser „Gehstruktur“ wurde ein neuer Zugang zu weniger mobilen Menschen geschaffen. Außerdem ist die Volkssolidarität Leipzig auch in das vom Freistaat Sachsen initiierte und geförderte Programm „Ruheständler als Alltagsbegleiter“ eingebunden, das an den Seniorenbüros in VS-Trägerschaft „angedockt“ ist.

In unserer jubelnden und jugendvernarrten Stadt mag man es kaum glauben – aber alle Menschen werden älter, falls sie sich nicht davor schon mit Crystal oder unter Autos Schachmatt gesetzt haben. Ist unsere Gesellschaft auf das alternde Leipzig eigentlich überhaupt vorbereitet? Wird strategisch gedacht und gehandelt?

Leipzig kann nach dem Statistischen Quartalsbericht (IV/2014) im Jahr 2014 ein Bevölkerungswachstum von 12.523 auf 551.871 Einwohner vorweisen. Zudem gab es erstmals seit dem Jahr 1965 mehr Geburten als Sterbefälle. Nichtsdestotrotz werden auch wir uns mit den demografischen Veränderungen und dem Strukturwandel des Alters auseinandersetzen müssen. Die Stadt Leipzig hat im Jahr 2012 den 3. Altenhilfeplan vorgelegt. Es handelt sich dabei um eine freiwillige Aufgabe der Kommune und ist insofern positiv hervorzuheben. Vor diesem Hintergrund wurden 28 Maßnahmen, unter anderem die Etablierung von Seniorenbüros, geplant. Ein strategisches Vorgehen ist also durchaus zu erkennen, wenngleich Theorie und Praxis kontinuierlich zu prüfen sind.

Kannst Du das bitte etwas auf den Stadtteil herunterbrechen, liebe Jule?

Viele Vereine, Verbände und Institutionen in Leipzig engagieren sich mit Herz für ältere Menschen. Nicht zuletzt ist es aber auch eine Frage der Haltung gegenüber alternden Menschen und dem Alter an sich, die das aktuelle Altersbild der Gesellschaft prägen. Hier in Lindenau, fußläufig von unserem Seniorenbüro, wird die Volkssolidarität im Juli das neu gebaute Sozialzentrum „An den Gärten“ eröffnen, das vollstationäre Pflege, eine Tagespflege für Senioren, eine Sozialstation und die erweiterte Kita „Prisma“ unter einem Dach vereint. Von der Kinderbetreuung und offenen Seniorenarbeit, über Betreutes Wohnen, ambulante Dienste, Kurzzeit-, Tages- und vollstationäre Pflege reicht dann die Betreuungs- und Versorgungsstruktur hier im Carré.

Danke, liebe Jule. Und weiterhin so viel Kraft bei Deiner Arbeit. Grüß mir die Kollegen.

Seniorenbüro Alt-West mit Seniorenbegegnungsstätte
Saalfelder Straße 12
04179 Leipzig
Ansprechpartner: Juliane Maiwald/Simone Winkel
Telefon: 0341/49541102
E-Mail: j.maiwald@volkssolidaritaet-leipzig.de
http://www.volkssolidaritaet-leipzig.de/einrichtung.php?id=10

SeniorenInterviews
Print Friendly, PDF & Email
 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr


Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Liebe Leser: Ausstellung wird am 3. November im Literaturhaus eröffnet
Literaturhaus / Haus des Buches in der Prager Straße. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDas Buch in seiner analogen Form – es ist im Jahr 20 des dritten Jahrtausends nicht überholt. In Zeiten von Digitalisierung und virtuellen Welten setzt der Leipziger Bibliophilen-Abend unverdrossen auf das gedruckte Buch: als Quelle des Wissens, aber auch als ein Kulturgut. Der Fokus liegt auf Inhalt und Form gleichermaßen. 1904 in Leipzig gegründet und 1933 aufgelöst, startete der Verein im Januar 1991 erneut durch. Deshalb ist Anfang 2021 ein Jubiläum zu feiern.
Corona-Hilfe: Wie setzt Leipzig die Unterstützung der Obdachlosen in der kalten Jahreszeit fort?
Wohnadresse: Parkhäuschen. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserWie geht Leipzig mit seinen Bürgern um, die aus den verschiedensten Gründen obdachlos geworden sind? Und die seit Ausbruch der Corona-Pandemie unter verschärften Bedingungen leben. Denn wo ist ihr Zuhause, wo sie bleiben können? Leipzig hat zwar auch in ihrem Sinn Hilfsmaßnahmen beschlossen. Aber ausgerechnet jetzt vorm Winter sind sie ausgelaufen.
BWE kritisiert Staatsminister: Sachsens Regionalministerium wird zum Bremsklotz der Energiewende
Strommasten und Windräder westlich vom BMW Werk Leipzig. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEs wird noch scheppern in der schwarz-grün-roten Koalition in Sachsen. Denn sie ist mit einem Baufehler gestartet, der schon ein Jahr nach Start der Koalition zeigt, dass damit alle Modernisierungsversuche aus den kleineren Parteien abgeblockt werden können. Die Gründung eines Ministeriums für Regionalentwicklung war ein genialer Schachzug der CDU, könnte man sagen. Wenn es für Sachsens Klimazukunft nicht eine ausgemachte Katastrophe wäre. Das thematisiert einmal mehr der zunehmend frustrierte Landesverband WindEnergie.
Hase und Igel in der Luft: Die Stadt Leipzig hat keinen Einfluss auf die Polizeihubschraubereinsätze überm Stadtgebiet
Polizeihubschrauber im Einsatz. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserVielleicht ist es ja dank Corona etwas leiser geworden über der Stadt. Der EU-China-Gipfel wurde abgesagt, größere Demonstrationen gibt es nicht mehr und auch Fußballspiele finden mit kleinstem Publikum statt. Also müssen auch nicht ständig Polizeihubschrauber überm Stadtgebiet fliegen. Aber auch vor dem Shutdown im März war es nicht zu begreifen, warum gerade in den Nachtstunden schweres Gerät über Leipzig dröhnen musste. Kann die Stadt das nicht koordinieren? Eine mehr als hilflose Antwort auf eine Stadtratsanfrage.
Lesung: Was würdest du tun, wenn du plötzlich Grundeinkommen hättest?
Foto: Christian Stollberg

Foto: Christian Stollberg

Nicht wenige Menschen sehen das bedingungslose Grundeinkommen als Vision für eine Gesellschaft, die fair und gerecht den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts begegnet. Mein Grundeinkommen e.V. will wissen, was Grundeinkommen mit Menschen macht.
Eine Eselgie oder Das Tier in mir
© Frank Schletter

© Frank Schletter

Eine Eselgie ist … … wenn ein Esel so melancholisch wird, dass er sich zu träumen anschickt, zu sprechen beginnt, zudem noch einen Menschen sein Eigen nennt, dem er die Welt zeigt … oder war es umgekehrt, wer ist denn nun der Esel? Platero heißt jedenfalls einer von beiden, wahrscheinlich sind jedoch einer wie der andere Esel. Das ist ein Kompliment.
Semperoper Dresden: Erste Opernpremiere nach Lockdown
Semperoper in der Dämmerung © Matthias Creutziger

© Matthias Creutziger

Am 1. November 2020 feiert in der Semperoper Josef E. Köpplingers Neuinszenierung von Mozarts „Die Zauberflöte“ Premiere. Mit Omer Meir Wellber am Pult der Sächsischen Staatskapelle Dresden und einer exquisiten Besetzung, u.a. mit René Pape als Sarastro und Nikola Hillebrand in ihrem Debüt als Königin der Nacht, erwartet das Dresdner Premierenpublikum wieder der gewohnte Operngenuss.
„Nach dem Eingesperrtsein“ – Lesung und Lieder mit Stephan Krawczyk und Utz Rachowski
Foto: L-IZ

Foto: L-IZ

Nachdem coroanabedingt die für den Welttag der politischen Gefangenen geplante Veranstaltung im Literaturhaus Leipzig nicht stattfinden konnte, gibt es nun „nach dem Eingesperrtsein“ einen neuen Termin. Dieser Termin gilt auch als ein Zeichen der Solidarität, um die durch die monatelange Schließung betroffenen Gastronomie zumindest partiell zu unterstützen.
Montag, der 19. Oktober 2020: Sachsen sieht rot
Der Leipziger Weihnachtsmarkt wird in diesem Jahr etwas anders aussehen. Archivfoto: L-IZ.de

Archivfoto: L-IZ.de

Für alle Leser/-innenIn Sachsen sind mittlerweile fünf Landkreise sogenannte Risikogebiete. Leipzig ist zwar noch im grünen Bereich, aber auch das könnte sich bald ändern. Für den Weihnachtsmarkt und das kommende Spiel von RB Leipzig haben die steigenden Zahlen bereits Konsequenzen. Außerdem: In Thüringen gibt es Diskussionen über den Termin für die nächste Landtagswahl. Die L-IZ fasst zusammen, was am Montag, den 19. Oktober 2020, in Leipzig und darüber hinaus wichtig war.
Vom Bürstenroboter zum Musikautomaten: Industriekultur interaktiv erleben
Ausstellung „WerkStadt Leipzig.200 Jahre im Takt der Maschinen“ © SGM, Julia Liebetraut

© SGM, Julia Liebetraut

Die aktuelle Sonderausstellung WerkStadt Leipzig. 200 Jahre im Takt der Maschinen im Haus Böttchergäßchen erzählt auf anschauliche Weise von Maschinen und Menschen in der vielgestaltigen Industriegeschichte Leipzigs. Im Herbstferienprogramm des Stadtgeschichtlichen Museums werden speziell Kinder und Familien angesprochen, Leipzig zur Zeit der Industrialisierung auf aktive Weise zu erkunden und dabei auch kreativ tätig zu werden.
GlobaLE: Kolonialgeschichte & Kritik am BAYER-Konzern
Plakat zum GlobaLE Filmfestival 2020. Grafik: GlobaLE

Grafik: GlobaLE

Am Mittwoch, 21. Oktober ist die Bildungsreihe um 20 Uhr im Ost-Passage Theater (Konradstraße 27) im Stadtteil Neustadt-Neuschönefeld zu Gast. Gezeigt wird der Dokumentarfilm „Der lachende Mann - Bekenntnisse eines Mörders“ (DDR / 1966) der beiden Dokumentarfilmer Walter Heynowski und Gerhard Scheumann.
Leipzig soll endlich anfangen, das Straßenbegleitgrün insektenfreundlich zu machen + Video
Blühstreifen 2019 im Palmgarten. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserAm Mittwoch, 14. Oktober, kam auch ein Antrag des Jugendparlaments zur Abstimmung, in dem die jungen Leute gewünscht hatten, dass bis 2026 mindestens ein Drittel des Leipziger Straßenbegleitgrüns ökologisch bewirtschaftet werden soll. Ein Antrag, den das Dezernat Stadtentwicklung und Bau gern unter der Rubrik „Machen wir doch schon“ abgehakt hätte. Aber da hat das Dezernat nicht mit der Jugendlichkeit des Stadtrates gerechnet.
Wirklich Zahlen zum Nutzen mobiler Blitzer liefert auch das Leipziger Ordnungsdezernat nicht
Einer der drei angeschafften „Enforcement Trailer“. Foto: Stadt Leipzig

Foto: Stadt Leipzig

Für alle LeserEine nur zu berechtigte Einwohneranfrage stellte zur letzten Ratsversammlung der Leipziger Christoph Meißner. Nicht nur die Polizei, auch die Leipziger Polizeibehörde stellt ja Messstellen für mobile Geschwindigkeitskontrollen auf und veröffentlicht die Standorte im Voraus über die lokalen Medien. Oder besser: In ausgewählten lokalen Medien. Das Rathaus ist da seltsam eigen, was die Auswahl der Medien betrifft. Aber Christoph Meißner zweifelte aus ganz anderen Gründen.
Zwei Minuten für ein Votum im Stadtrat: Schlachthofbrücke wird für 3,9 Millionen Euro gebaut und Bahn soll zu Radweg gefragt werden + Video
Bus auf der Schlachthofbrücke. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDass Entscheidungen im Stadtrat auch ganz schnell fallen können, wenn im zuständigen Ausschuss gut vorgearbeitet wurde, das zeigte am Mittwoch, 14. Oktober, die zweite Entscheidung zum Neubau der Schlachthofbrücke. In der ersten Entscheidung ging es ja darum, wie sie gebaut werden soll. Da wurde der Wunsch der LVB, hier die Gleise demontieren zu dürfen, zum heißen Thema. Diesmal ging es um den Radweg, der irgendwie vergessen worden war.
Tempo bitte! Stadtrat hat am 14. Oktober die Planungen zu Streckenerweiterungen der LVB beschlossen + Video
Straßenbahn abends in der Jahnallee. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserLeipzigs Straßenbahnnetz wird erweitert. Das ist seit Mittwoch, 14. Oktober, nun Beschluss. Da stand die Vorlage der Verwaltung zum Bau von drei Erweiterungen im LVB-Netz im Stadtrat auf der Tagesordnung. Und anders als noch in vergangenen Jahren gab es keine Gegenrede. Nach über zehn Jahren hat sich das Bild völlig gewandelt. Und es geht trotzdem nicht schnell genug.