Tanners Interview mit den beiden Organisatoren des GEKO-Benefiz-Festivals Sebastian und Martin

Am Samstag, den 14.11.2015, findet in der Heilandskirche zu Plagwitz das GEKO-Festival statt. Die eingespielten Gelder gehen direkt an den Leipziger Flüchtlingsrat e.V.. Wieso dies, wer mitmacht und warum es wichtig scheint, sich der allgemeinen Verrohung entgegenzustellen, fragte der Tanner den Sebastian und den Martin - die beide mit Freunden das Festival organisieren.

Hallo, Ihr Beiden. Ihr organisiert mit Freunden für den 14.11.2015 in der Heilandskirche das GEKO Festival. Was war und ist Euer Antrieb?

Sebastian: Ich habe neulich im Netz gelesen, dass Leute hoffen, dass der Winter sehr kalt wird, damit möglichst viele Flüchtlinge ertrinken, noch bevor sie bei uns ankommen. Dieser Zynismus schnürt mir den Hals zu und macht mich so wütend und traurig, dass dieser Dreck mich sogar noch antreibt! Wenn selbst Freunde Dinge sagen, die mir Angst machen, weiß ich, dass jetzt was passieren muss! Wir stecken da alle in einer sehr bedenklichen Situation, in der Menschen versuchen, die Flüchtlingssituation für die  Verbreitung von Menschenfeindlichkeit zu nutzen. In der Menschen berechtigte Fragen haben, sie aber  als nicht akzeptierbaren Hass formulieren. Diese Verrohung schreitet so schnell voran und die Leute verlieren jegliche Hemmung und das Gefühl für Menschlichkeit.

Und diese Entwicklung beobachte ich nicht nur in Leipzig und Deutschland, sondern in ganz Europa.  Meine Besorgnis darüber treibt mich zur Hochform an. Schließlich geht es hier um Menschen, die in Not sind. Dass man ihnen helfen muss, halte ich für selbstverständlich. Die Frage sollte daher eher lauten, warum wir nicht unsere Sachen packen und losfahren, um zu helfen. Das wäre ein normaler Reflex, nicht diese Hasstiraden, die ganz offensichtlich an das Vokabular des 3. Reichs erinnern.

Und bei Dir, Martin? Was sind Deine Gedanken dazu?

Martin: Ich habe neulich von einem Bericht eines Paares gelesen, welches in Berlin 24 Geflohene über mehrere Monate in ihrem Haus aufgenommen hat. Sie kamen aus Afghanistan und Syrien und waren muslimischen Glaubens. Das Markante an der Aufnahme war, dass es sich bei dem Pärchen um ein homosexuelles Paar handelte, die trotz aller Vorwürfe, die Menschen aus den Fluchtländern seien homophob und im Grunde nicht zu integrieren etc. diesen Akt der Nächstenliebe gewagt haben, in aller Offenheit und Menschlichkeit, die in diesen Tagen abhanden gekommen zu sein scheint.

Gerade diese Atmosphäre der Offenheit und Menschlichkeit, letztlich der Zuwendung zu den Menschen, fehlt mir bei der Diskussion um die Menschen, die ihre Heimat verlassen mussten. Und vor allem fehlt mir der Perspektivwechsel, d.h. den Blick von sich auf andere zu wenden. Für viele ist die Sache klar: Wir werden islamisiert! Es sind IS-Kämpfer! Der Islam ist gefährlich! Die Menschen vergewaltigen unsere Frauen! Es sind nur junge Männer! Wir haben Angst! Die Politik versagt! Warum kümmert sich keiner um uns!

Aber Martin, einfache Parolen waren noch nie die wahrhaften. Das sollte doch erwachsenen Menschen klar sein. Gehört differenzierte Sicht nicht zum Erwachsenwerden?

Martin: Es ist letztlich der Blick auf den Menschen, der in Not ist, den sie eigentlich nicht kennen und unter Umständen auch nicht kennen wollen, der Unbehagen und Angst auslöst und in deren Konsequenz so viel Leichtsinnigkeit und Schwachsinn verbreitet wird. All das erzeugt eine Stimmung „Schwanger von Gewalt und Hass“.

Dagegen halte ich ganz klar meine Sicht der Dinge: Ich bin Christ, mit eigenen Ängsten und Bedürfnissen. Ich habe gelernt, mit meinen Ängsten umzugehen und mein Glaube hat mir oft geholfen. Aber ich habe auch gelernt, meine Bedürfnisse zu erfüllen und danach zu fragen, wer mir helfen kann. Ich bin froh, dass ich immer wieder auf Menschen gestoßen bin, die bereit waren, mir zu helfen. Sei es in Form von Gesetzen, bspw. durch Zuwendungen vom Staat während des Studiums, durch Arbeitslosengeld etc., oder durch Freunde und Fremde, die mir in guten und schweren Tagen zur Seite stehen.

All das das ist für mich ein Akt der Nächstenliebe, die mir zuteil geworden ist und die ich NICHT als selbstverständlich ansehe, sondern dankbar angenommen habe und annehme. Und genau in dieser Weise habe ich mich gefragt: Was kann ich eigentlich in meiner Lebenswelt und Situation tun, um den Menschen in dieser Not zu helfen? Und wenn ich dann sehe und höre, wie viele Menschen an allen Ecken und Enden in der Gesellschaft menschenfeindliche Äußerungen verbreiten und mit ihrem Hass alles vergiften wollen, dann merke ich: Dann sind wir aufgefordert, etwas zu unternehmen.

Nicht gegen diese Menschen, sondern für diese Menschen. Um ihnen zu zeigen, dass es auch anders geht. Respekt, Toleranz und Nächstenliebe! Das will ich unter die Menschen bringen. Denn das ist, was ich sowohl in meinem Glauben, als auch mit vielen Menschen immer wieder erfahren habe.

Könnt Ihr Euch Beide bitte den Leserschaften kurz vorstellen? Was macht Ihr und wer seid Ihr, wenn Ihr nicht gerade für Respekt streitet?

Sebastian: Wir sind ein angehender Pfarrer und der Sänger einer Band, die versuchen, sich wie anständige Menschen zu benehmen. Wir gehören weder zu Pegida noch zur Antifa oder zu sonst einer Gruppierung. Wir hatten eigentlich den Plan, ein kleines Konzert in einer Kirche zu organisieren, da wir beide in Bands spielen und die Heilandskirche eine echt magische Location für so ein Vorhaben ist.  Die Entwicklungen der jüngsten Zeit haben uns dann aber dazu bewogen, ein Benefiz-Festival zu organisieren. Aus dem Konzert wurde dann ganz schnell etwas Größeres, das uns selber manchmal staunen lässt. Wir hätten nicht gedacht, was alles an der Organisation eines Festivals hängt. Wir sind aber gut aufgestellt, haben tolle Unterstützer und riesige Lust auf diese Party, bei der das Wahre, Schöne und Gute gefeiert wird!

Martin: Wer ich bin? Ehrlich gesagt, wüsste ich das manchmal selbst gerne. Ich bin auf dem besten Wege, Pfarrer zu werden. Naja… Da kommen noch ein paar Prüfungen am Ende des Monats, aber dann hab ich’s nach 10 Jahren Theologie-Studium und anschließender Ausbildung endlich geschafft. Momentan lerne ich also viel in der Bibliothek, wenn nicht gerade ein Anruf von Sebastian kommt, oder ich unternehme etwas mit meinen Freunden und meiner Frau, die mich vor allem in den letzten Monaten viel unterstützt hat. Und wenn ich das alles nicht mache, plane ich schon in Gedanken das nächste Projekt, sammle Ideen und schaue mich um. Ich bin mit meiner Arbeit sehr viel unter Menschen. Da fällt mir das nicht besonders schwer. Und wenn ich nicht gerade für Respekt streite, versuche ich es zu leben. Freilich gelingt mir das nicht immer! Aber für mich zählt schon der Versuch.

Wer ist denn mit im Boot in der Heilandskirche?

Martin: Also zunächst ist es sehr überraschend, wie viel Zuspruch wir von allen Seiten für dieses Projekt erhalten haben. Und vor allem wie viele Menschen sich hier engagieren, die uns anschreiben und die sich begeistern lassen. Zuerst natürlich der gesamte Vorstand der Kirchgemeinde Lindenau-Plagwitz, der sich sofort für das Projekt begeistern konnte. Es war und ist wirklich genial zu sehen, wie harmonisch so etwas gehen kann. Die haben uns so viele Freiräume eingeräumt, dass es mich selbst überrascht hat. Sie unterstützen uns vor allem an dem Abend durch ganz praktische Dinge.

Da wären auch die Jungs von der Lichttechnik (Orange-Crew) zu nennen, die uns die Kirche mit einem Lichtspektakel ausleuchten werden. Es ist total abgefahren, was die alles installieren werden. Da freue ich mich riesig drauf. Dann auch die ganzen Bands: Zin, Echoes & Dust Bunnies, Timm Völker & 206 und meine eigene Band Queen unimpressed by blue horse painting. Auch hier gab es sofort Zusagen. Ohne die wäre ein Festival natürlich nicht denkbar. Das Spannende ist die absolute Unterschiedlichkeit der Musikstile. Wie ich finde, sehr geil!

Besonders schön war für mich, dass wir uns um die Getränke etc. nicht kümmern brauchten, weil wir einen Düsi mit ins Boot bekommen haben. Das hat uns derart viel Arbeit abgenommen, ich glaube, das haben wir an der Stelle auch wirklich total überschätzt.  Aber hier zeigt sich echt wie sinnvoll es war, einfach zu fragen. Alles in allem sind es echt viele Menschen.

Und wie unterstützt Ihr konkret? – Es ist ja ein Benefiz. Und Benefiz heißt ja auch, da wird Geld eingespielt. Warum und an wen geht das denn?

Sebastian: Abzüglich der Unkosten, die so ein Monster Festival produziert, spenden wir das gesamte Geld an den Leipziger Flüchtlingsrat e.V. Ich denke, die können das in dieser Situation gut gebrauchen. Außerdem geht es neben dem Geld hier auch um die symbolische Bedeutung. Nazi-Gedankenmenschen haut ab, wir sind klug, wir missbilligen Hass und Hetze und stehen hier gemeinsam für Solidarität und Menschlichkeit. Das soll das Statement sein, das wir als Menschen und Bewohner des Leipziger Westens senden wollen!

Wer unterstützt Euch denn? Ich habe ja ganz kleine Logos auf dem Flyer gesehen. Von wem sind die denn?

Wir DANKEN unseren SPONSOREN für die finanzielle und moralische Unterstützung! Für Vertrauen, Spontaneität, Begeisterungsfähigkeit, Respekt – sprich Coolness! And the THANX go to: EFFUSIVE MAGAZINE! SPEISEKAMMER! NOCH BESSER LEBEN! DR SELTSAM! ORANGE CREW! UNDERGROUND MUSICSTORE! EWK! KIRCHENGEMEINDE LEIPZIG-PLAGWITZ! We love you so much!

Ich las heute einen guten Satz von Axel Bulthaupt, der sinngemäß sagte, er möchte in einem Land leben, in dem man nicht zuerst ein anständiger Deutscher sein muss, sondern zuallererst ein anständiger Mensch. Was geschieht hier gerade? Wo kommt all der unzivilisierte Hass her? Dieses Gepöbel und Gehetze zieht sich ja mittlerweile durch alle Lebensaspekte. Können wir da überhaupt noch gegensteuern?

Sebastian: Wenn wir da jetzt nicht gegensteuern, nähern wir uns einer Gesellschaft, die dem 3. Reich sehr nahe kommt. Aus so einem Land würde ich fliehen! Woher diese Verrohung und Menschenfeindlichkeit kommt, weiß ich auch nicht so genau, nur dass sie sehr bedrohlich auf mich wirkt und jetzt alle Alarmglocken läuten sollten. Ich hätte vor einem halben Jahr noch nicht geglaubt, wie viele Rassisten in unserem Land leben, die scheinbar keine demokratische Kultur besitzen und ihren plumpen Hass jetzt ganz ungeniert breittreten. Dass Vorurteile, Rassismus und Menschenfeindlichkeit so schnell salonfähig werden könnten, hätte ich einfach nicht geglaubt. Nicht in einem Land mit so einer Vergangenheit.

Darum kommt und lässt uns das Gute, Ästhetische, Musik und Menschlichkeit, Zerstreuung und Engagement am Samstag, den 14.11., vereinen!  Wir bestimmen, wie die Welt aussieht in der wir leben! Ich überlasse das ungern anderen…

Martin: Genauso falsch, wie es ist, zu hetzen und Lügen zu verbreiten, ist es meines Erachtens, auf seinem Arsch sitzen zu bleiben und nichts zu tun, obwohl einen diese Hetzreden stören. Was mich so nervt, ist das ständige Reden darüber, aber wenn es darauf ankommt, nicht den Mund aufzumachen. Wenn sich z.B. zwei Menschen in der Straßenbahn über Afghanen derart abfällig unterhalten und rassistischen Dünnschiss von sich geben, dann sollte man dort seinen Mund aufmachen. Dabei macht natürlich der Ton die Musik: Wenn ich einfach „Halt die Fresse“ sage, werde ich wohl entsprechendes ernten. Ich habe da auch noch kein Konzept gefunden. Aber ich denke, dass die Menschlichkeit vor allem dort anfangen muss, wo sie einige, vielleicht sogar unbemerkt, schon längst verlassen haben.

Gerade an den Stellen, wo in Abgrenzung zum Anderen, das Nationalbewusstsein zum Geplänkel und zum Anlass für Hass und Lügen stilisiert wird. In einem Land, das so, wie es heute ist, erst seit 25 Jahren existiert und mit dem doch angeblich so viele unzufrieden sind. Es ist schon ziemlich paradox, wie schnell die Identifikation mit diesem Staat gegangen ist, wenn man ihn in Gefahr wähnt. Sei es das sächsische Denken, das deutsche oder europäische. Gefahr und Angst, um das, was man nicht kennt, macht Angst, wenn man keine Bereitschaft hat, es kennenzulernen. Vor allem dann, wenn man auch noch um das Seine fürchtet. Obgleich das den meisten, so kommt es mir vor, erst jetzt, mit dem aufkeimenden Deutschtum, bewusst geworden zu sein scheint. Frei nach dem Motto: Rettet unser Deutschland/ Sachsen/ Dresden/ mein Haus/ eigentlich mich – vor Neuem!

Ich für meinen Teil kann nicht anders, als dagegenzuhalten. Aber nicht, indem ich das Defizit des Anderen aus meiner Sicht anklage: Also bspw: „Gegen Nazis“ gegen Fremdenhass, gegen ….  etc., sondern das Meine betone und vorlebe: Die Menschlichkeit, die sich für mich u. a. darin ausdrückt, für Respekt, Toleranz und Nächstenliebe einzutreten und dafür Banner und Fahnen zu schwenken. Und für mich ist ein Festival dieser Art eine von vielen Möglichkeiten, dies zu tun.

Ich bin überzeugt, dass wir das schaffen und dagegen halten können. Wenn wir es in der Weise tun, die wir fordern: Nächstenliebe, Respekt und Toleranz!

Danke, für Eure Antworten.

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