Warum die Diagnose von 1991 stimmt, aber Pegida trotzdem kein Omega ist

Hans-Joachim Maaz ist ein vieldiskutierter Mann. Seine Bücher haben seit 26 Jahren immer wieder für Aufregung gesorgt. Am Mittwoch, 3. Februar, war er zu Gast in der Volkshochschule Leipzig. Thema des Abends: "Die Gefahr der Spaltung des Landes - zur Psychodynamik von Protest und Gegenprotest (z.B. Pegida / Legida)". L-IZ-Autor Ernst-Ulrich Kneitschel war dabei. Und der Beitrag sorgte dann auf der L-IZ für eine kleine Diskussion.

Zu Recht. Denn der 1943 geborene Psychiater, der bis 2008 Chefarzt der Psychotherapeutischen und Psychosomatischen Klinik im Evangelischen Diakoniewerk Halle war, hat ein hochkomplexes Thema angesprochen. Und er versuchte es am Mittwoch mit einem simplen Modell zu erklären.

Denn was meint er eigentlich mit Omegas? Wo kommt das her?

Natürlich aus der Psychotherapie. Es ist das Rangdynamische Positionsmodell des österreichischen Psychoanalytikers Raoul Schindler, mit dem er Gruppendynamiken beschreibt, die ein Therapeut immer wieder erlebt. Omegas, das sind die Querdenker, die die Position von Alpha, dem Leittier der Gruppe immer wieder kritisch infrage stellen und damit das Selbstverständnis der Gruppe aushebeln. Sie drücken die (empfundenen) Gruppendefizite aus. Wikipedia dazu: „Oft wird Omega jedoch nicht als Qualitätsindikator, sondern als Störfaktor angesehen, angegriffen und ausgeschlossen.“

Aber was hat das mit Pegida & Co. zu tun?

Um Maaz da zu verstehen, muss man zumindest mal gelesen haben, was er so geschrieben hat. Seinen „Gefühlsstau“ (1990) zum Beispiel, in dem er die emotionalen Defizite der DDR-Bürger beschrieb und auch erklärte, woher das kam. Ein aufsehenerregendes Buch, das seinerzeit auch für Debatten sogte, wo man doch gerade erlebt hatte, wie die DDR-Bürger sich mutig von „der zweiten deutschen Diktatur“ befreit hatten. Ganz allein. Da staute sich doch nichts mehr, oder?

Tat es doch. Und Maaz beschrieb das aus seiner eigenen Arbeit als Psychotherapeut in Halle. Da war er all den Menschen begegnet, die zutiefst gelitten haben unter der DDR und ihren Belohnungs- und Bestrafungsmechanismen. Da saßen nicht nur die zutiefst Verletzten, Geschurigelten und eiskalt Bestraften in seinen Therapiegruppen, sondern auch all die Angepassten. Mitläufer, Halb- und Ohnmächtige, die versucht hatten, sich einzufügen – und dann trotzdem in seelische Nöte gerieten. Denn ein deformiertes System kann zwar seine Funktionäre und Mitläufer belohnen – durch Orden, Funktionen, Geld, Bevorzugung. Aber was politische Systeme nicht können: Sie können den Menschen nicht das geben, was sie für ein vollwertiges Leben und eine volle Entfaltung der Gefühle brauchen. Die Liebe ist gefälscht, Belohnung und Strafe folgen keinem logischen oder gar einfühlsamen System.

Die Diagnose von Maaz war eindeutig. Und auch zutreffend.

Wichtige Einschränkung: Eine Diagnose ist noch keine Therapie. Und auch so Mancher, der seinerzeit die therapeutische Arbeit bei Maaz mitmachte, hat erlebt, dass die Therapie meist wesentlich schmerzhafter ist als die Verdrängung. Denn da muss sich jeder Einzelne nicht nur seinen eigenen Verletzungen stellen, sondern auch eine Wucht der Gefühle (und darunter jede Menge negativer) aushalten, die sie oder er vorher lieber unter der Decke, unter einem dicken Panzer gehalten hat. Und die Gruppendynamik (siehe oben) kommt dann immer noch dazu.

Festzustellen ist auch: Deutschland hat sich auch 1990 und später jeglicher Therapie verweigert. Das ist – man glaubt es kaum – systemimmanent. Auch darüber hat Maaz Bücher geschrieben, die dann auch noch ein bisschen für Aufregung sorgten, von den möglichen Therapeuten der wohlanständigen Republik aber schnell und gründlich wieder negiert wurden. Das waren dann Bücher mit Titeln wie „Die Entrüstung. Deutschland Deutschland. Stasi, Schuld und Sündenbock“, „Der Lilith-Komplex. Die dunklen Seiten der Mütterlichkeit“, „Die Liebesfalle. Spielregeln für eine neue Beziehungskultur“ und „Die narzisstische Gesellschaft: Ein Psychogramm“.

Den Topos der narzisstischen Gesellschaft und der narzisstischen Plombe kennen eifrige L-IZ-Leser schon. Der tauchte regelmäßig in den Analysen der Leipziger Sozialpsychologen Oliver Decker, Elmar Brähler und Johannes Kiess auf, den sogenannten „Mitte-Studien“, mit denen sie über zehn Jahre die Einstellungen der Gesellschaft zu den Dimensionen des Rechtsextremismus erkundet haben. Auch sie erregten ein gewisses Aufsehen, als sie feststellten, dass der latente Rechtextremismus bis weit in die Mitte der Gesellschaft verankert ist – und zwar nicht nur im Osten, sondern auch im Westen.

Da kann man natürlich fragen: Ist das ein guter Grund für die Leute, mit ihren gefühllosen Ansichten nun auch noch auf die Straße zu laufen? Müssen diese vorher so heimlichen Rassisten, Chauvinisten und Fremdenfeinde ihren Hass so öffentlich auf die Straße tragen?

Für einen wie Hans-Joachim Maaz ist das eher kein politisches Thema, sondern ein psychoanalytisches. Das überlagert sich bei ihm in letzter Zeit. Das ist dann wohl die Tragik seiner Person: Seit Oktober hat er mehrfach versucht, seine psychoanalytische Wertung von Bundeskanzlerin Angela Merkel öffentlich zu machen, zuletzt wieder auf der Boulevard-Seite „Huffington Post“. Für einen Arzt und Wissenschaftler hat er damit Grenzen überschritten.

Was dann natürlich zu einer gefährlichen Mischung wird, wenn er gleichzeitig für Verständnis für die Omegas wirbt.

Das passt nicht zusammen. Aber da wird auch etwas sichtbar, von dem Teilnehmer von Therapiegruppen unter seiner Leitung durchaus zu berichten wissen – seiner Gnaden- und Erbarmungslosigkeit, die tief verletzend werden kann.

Das Thema aber kürzen wir hier ab, weil es etwas Wesentliches verstellt.

Denn Maaz steht auch für den Widerspruch – denn wo er im Einzelnen irrt, hat er im Ganzen zum Teil frappierend stimmige Analysen geliefert. Auch dazu muss man wieder eintauchen in die Geschichte, diesmal in das Jahr 1991, sozusagen das Jahr danach, als sich in Ost und West auf einmal eine regelrechte Katzen- und Katerstimmung breitmachte. Auch damals lieferte Maaz das Buch zur Stunde. Es hieß: „Das gestürzte Volk“. 1991, das war das Jahr von Hoyerswerda, wo es – noch vor Rostock-Lichtenhagen – zu rassistischen Ausschreitungen kam. Und kurzzeitig debattierte die Republik, warum das so kam und wo das Problem lag. Doch noch während der Debatte vollzog die politische Elite (und die sächsische erst recht) die komplette Kehrtwende, packte den Deckel drüber und hat hinfort nie wieder darüber debattiert. („Meine Sachsen tun so etwas nicht …“)

Aber was passiert eigentlich, wenn eine Gesellschaft ihre Probleme derart gründlich negiert und so tut, als sei der gewaltbereite Mob nicht ihr Problem und auch kein Teil ihrer selbst?

Damals schrieb Maaz über den typischen DDR-Bürger: „Sie sind in ihrer Loyalität unsicher, leicht verführbar, sehr suggestibel – die typischen Opfer aller Sonderangebote, Trends und Moden. Sie schwatzen und tratschen und hetzen gern, sind indirekt und heimlich feindselig sowie intrigant, schadenfroh und neidisch. Solche Menschen waren in der Planwirtschaft brauchbar, ohne sie hätte das System der Kommandos auch nicht funktioniert.“

Na also, wird sich da so mancher Leser mit westlicher Sozialisation gedacht haben. Aber bei Maaz ging es weiter: „Sie sind auch in der Marktwirtschaft hervorragend auszubeuten …Sie verbergen in sich alte Zurücksetzungen, Ablehnungen und suggerierte Minderwertigkeiten.“

Und nur zwei Zeilen weiter: „Diese Menschen sind in einer chronischen Protest- und Abwehrhaltung, meist gereizt, mürrisch, innerlich gespannt, querulatorisch …“ Als hätte er den Typus des Pegida-Spaziergängers schon einmal vorweg gezeichnet.

25 Jahre später kommt er – zumindest was die Gesellschaft betrifft – zu keiner anderen Analyse. Denn geklärt ist ja nichts. Mit den tiefsitzenden psychosozialen Folgen der Geschichte (und nicht nur des repressiven Systems in der DDR) hat sich Politik bis heute nicht beschäftigt. Das Einzige, was irgendwie immer ein bisschen funktioniert hat, waren die Ersatzangebote für nicht gelebte Gefühle, Wünsche, Emotionen: Geld, Karriere, Sicherheit und Konsumgüter.

Und auch 1991 stellte Maaz fest, dass der ach so revolutionäre Westen eigentlich nicht besser dran war: „Wir haben unseren Aufbruch nach Westen gelenkt statt nach innen. Unsere großartige Befreiungsstimmung hatte für kurze Zeit ganz Deutschland erfasst und die ‚Zufriedenheit‘ auch der Westdeutschen bedroht. (…) Wir hatten die Westdeutschen animiert, sie waren fasziniert von unserer ‚Revolution‘ – doch wir haben sie nicht vollendet. Die geweckten Erwartungen sind erbärmlich wieder zusammengebrochen. Auch für unsere enttäuschte Hoffnung werden wir jetzt bestraft. Und auch dafür, dass wir den Westlern mit unserer Gier und dem Verfallensein an das Geld einen Spiegel vorhalten, der das kunstvoll geschminkte ‚schöne Angesicht‘ verzerrt. Die Kultur des Betruges gerät infrage.“

Und er deutete damals schon an, warum er heute ausgerechnet Angela Merkel nicht mag, auch wenn er in der „Huffington Post“ versucht, psychoanalytischen Unfug zu erzählen, obwohl er wissen müsste, dass man keinen Menschen aus der Ferne analysieren kann. Das geht nur im persönlichen Gespräch – aber darüber muss ein Therapeut für gewöhnlich den Mund halten.

Aber Maaz hat auch so seine eigenen Nicht-Wahrnehmungs-Macken. Das, was er jetzt als Merkelsche „Sturheit“ interpretiert, ist eigentlich das, was ihn schon 1991 tief verletzt hat: Die Gefühllosigkeit der deutschen Sach-Politik, die Wirtschaftsinteressen von Anfang an über die sozialen und emotionalen Bedürfnisse der Menschen gestellt hat – übrigens nicht nur der eigenen Bürger in Ost und West, sondern auch jener Menschen, die in Deutschland Asyl suchten. Und nichts ist auf Dauer so tief verletzend, als wenn immer mit Sachzwängen argumentiert wird, wenn Menschen zu sozialem und emotionalem Verzicht gezwungen werden sollen.

Maaz 1991: „Wir stehen vor der großen wie schwierigen Aufgabe, die Sachzwänge nicht allein zum Maßstab für die Realpolitik zu machen, sondern ihren Abwehrcharakter zu entlarven und allmählich eine Annährung zwischen Realpolitik und menschlichen Bedürfnissen zu ermöglichen.“

Ein Satz, der ahnen lässt, wie frustriert er auf das „Basta!“ von Gerhard Schröder und das spätere „Alternativlos!“ von Angela Merkel (in dem sich das „There Is No Alternative!“ von Margaret Thatcher wiederholte) reagiert hat. Von niemandem ist er augenscheinlich so enttäuscht wie von Angela Merkel – ohne wirklich wahrzunehmen, dass sie längst eine Politikerin ist, die unter zunehmend vom „Sachzwang“ getriebenen Politikern ziemlich einsam geworden ist.

Und was ist nun mit den Omegas? Sind die Pegidisten die Omegas von heute?

Wahrscheinlich ist auch das ein Trugschluss. Denn ein verbaler Angriff auf Alpha (in dem Verständnis wohl die Kanzlerin) ist ja noch keine Gegenposition, schon gar keine, die dem erstarrten Sachzwang-Denken etwas Neues entgegensetzt.

Wenn das alte Sachzwang-Alpha durch ein neues, noch radikaleres Alpha ersetzt wird, hat sich ja nichts geändert. Die unterdrückten Konflikte werden nicht benannt und auch nicht gelöst. Man manifestiert nur neue Feindbilder und neue Abwehr und die eigentlichen Gegenpositionen, die eine wirklich friedliche, lebendige und für den Menschen und seine Bedürfnisse gebaute Gesellschaft wollen, bleiben weiter marginalisiert. Das Einzige, was Pegida deutlich macht, ist genau das, was Maaz 1991 diagnostizierte: Dass der Frust im unvollendeten Osten am größten ist – ohne dass die Frustrierten artikulieren können, warum das so ist. Und die unterdrückten Emotionen verwandeln sich dann – ganz klassisch – in Abwehr, Kommunikationsverweigerung und Hass.

Legida/PegidaRechtsextremismusHans-Joachim MaazMitte-Studien
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