Gastkommentar von Christian Wolff: Reformation – der Kampf um Teilhabe, Pluralität und Demokratie

Am kommenden Montag beginnt es – das Jubiläumsjahr „500 Jahre Reformation“. Über ein Jahr kann darüber nachgedacht und – hoffentlich! - gestritten werden, welche Bedeutung die Ereignisse am Beginn des 16. Jahrhunderts für die Menschen und die Gesellschaften nicht nur in Mitteleuropa heute haben. Dabei wird es darauf ankommen, dass wir das Reformationsjubiläum weder national noch religiös-konfessionalistisch verengen.
Anzeige

Weder sollten wir den Protestantismus zu einer „Erlösungsreligion“ von Rom stilisieren, noch die Reformation zur Geburtsstunde der deutschen Nation und Martin Luther zum Nationalhelden erklären. Leider wurde Letzteres insbesondere im 19. Jahrhundert betrieben und führte nicht nur zur unseligen Allianz von Thron und Altar. Die deutsch-nationalistische Ideologisierung der evangelischen Kirchen hat einen nicht unerheblichen Anteil am Terrorregime des Nationalsozialismus. Das gilt es immer wieder in Erinnerung zu rufen in einer Zeit, da rechtspopulistische Parteien in Europa darangehen, ihre antidemokratische, antifreiheitliche, menschenfeindliche Politik christlich zu verbrämen und propagandistisch als Verteidigung des „christlichen Abendlandes“ zu verklären.

Wenn wir heute zurückblicken auf das Reformationsgeschehen, dann sollten wir die Ereignisse im 16. Jahrhundert vor allem als eine Befreiungsgeschichte verstehen. Denn die Erkenntnis der Reformatoren, dass der Mensch seine Rechtfertigung und damit seine Freiheit nicht aus sich selbst heraus, auch nicht als käufliches Almosen der Herrschenden, sondern als Geschenk, als Gnade Gottes empfängt, hatte Auswirkungen auf alle Lebensbereiche. Durch diese Erkenntnis konnte sich der Mensch von der Bevormundung kirchlicher und weltlicher Hierarchien befreien. Das führte fast zwangsläufig zu zweierlei: Zum einen sahen die unterdrückten, geknechteten Teile der Bevölkerung wie die Bauern die Chance, sich als gleichwertige Teile der Gesellschaft zu verstehen und ihre Rechte einzuklagen. Ihnen verdanken wir ein Urdokument der modernen Demokratie: die 12 Artikel der Bauern von 1525. Zum andern aber versuchten die alten weltlichen und kirchlichen Machtzentren, ihren herrischen Einfluss gegen die aufstrebenden Bevölkerungsgruppen zu verteidigen, Emanzipation zu verhindern und Bildung zu begrenzen.

Jedoch konnten sie nicht aufhalten, was bis heute nachwirkt: die urbiblische Erkenntnis, dass jeder Mensch seine Rechtfertigung vor Gott findet, weil jeder Mensch als Geschöpf des einen Gottes mit Recht und Würde gesegnet ist. Im „Kleinen Katechismus“ hat Martin Luther dies wunderbar zum Ausdruck gebracht: „Ich glaube, dass mich Gott geschaffen hat samt allen Kreaturen, mir Leib und Seele, Augen, Ohren und alle Glieder, Vernunft und alle Sinne gegeben hat und noch erhält.“ Heute können wir dies nur noch global und universal, also ökumenisch auf alle Menschen bezogen verstehen – so wie die biblische Schöpfungsgeschichte aus sich heraus nur interreligiös und interkulturell auszulegen ist. Darum steht sie wie eine Präambel als Urevangelium am Anfang unserer Bibel. Wir können unser Leben in einem unmittelbaren Gegenüber zu dem einen Gott sehen und darin die Keimzelle aller Freiheit, aber auch aller Verantwortung erkennen. Gleichzeitig ist dies die Quelle von Menschenwürde und Demokratie. Denn das, was für mich gilt, kann ich dem nahen und fernen Nächsten nicht vorenthalten. Dieser Gedankengang war auch für die Reformatoren fast eine Überforderung. Das belegen die in abscheuliche Gewalt ausartenden Streitigkeiten im 16. und 17. Jahrhundert, aber auch Luthers Verbalexzesse gegen die Juden. Doch 2017 ist nicht Separation, sondern Integration angesagt.

Heute werden wir nur dann glaubwürdig an die Errungenschaften der Reformation erinnern können, wenn wir das Glaubenszeugnis „von der Freiheit eines Christenmenschen“ (Luther) universal verstehen, also alle Menschen einbeziehend, ohne von ihnen zu verlangen, dass sie genauso denken und glauben wie wir selbst. Wie sonst wollen wir heute Christus bezogen in einer Gesellschaft leben, in der sich die Vielfalt der Schöpfung Gottes nicht nur in unterschiedlicher Haarfarbe und Körpergröße zeigt, sondern auch in der Vielfalt von Herkunft und Hautfarbe. Wer in Jesus Christus das Heil der Welt sieht, folgt den Maßstäben, die wir ihm verdanken: Barmherzigkeit, Gerechtigkeit, Gewaltlosigkeit, Ehrfurcht vor dem Leben. Darin findet Freiheit ihre Begrenzung und Verantwortung ihre Gestalt.

In diesem Sinn kann reformatorischer Glaube nur international, die Grenzen von Konfession und Religion überschreitend und unter den Bedingungen der Demokratie und der Pluralität gedeihen. Mehr noch: dieser Glaube muss da, wo diese Bedingungen gefährdet oder gar nicht vorhanden sind, seinen Beitrag dazu leisten, dass Menschen zu gleichberechtigter Teilhabe am Leben gelangen. Das Reformationsjubiläum werden wir dann angemessen feiern, wenn es sich nicht in allgemeinen Freundlichkeiten zwischen katholischen und evangelischen Bischöfen erschöpft. 2017 ist nicht so sehr das Thema, wie es um die auf zwei Konfessionen beschränkte Ökumene steht. Thema sollte sein, ob wir das erhalten und verteidigen, was auch ein Ertrag der Reformation ist: die Demokratie, die Freiheit nicht nur der Religion, die gleichberechtigte Teilhabe aller an Einkommen, Arbeit, Bildung, die Pluralität des Lebens. Darum sollten wir mit protestantischem Selbstbewusstsein und im ökumenischen Geist das Reformationsjubiläum unter dem Dreiklang feiern: Freiheit – Bildung – Verantwortung.*

* Dieser Dreiklang entstand vor einem Jahr in einem längeren Gespräch zwischen Pfarrerin Britta Taddiken (Thomaskirche), The Rev. Dr. Robert Moore (jetzt der Reformationsbeauftragte der ELCA und der Stadt Leipzig) und mir. Weil bis jetzt eigentlich nicht klar ist, was die Evangelische Kirche 2017 feiert, haben wir nach einem kurzen, griffigen Motto gesucht. Siehe auch http://wolff-christian.de/reformationsjubilaeum-2017-was-wollen-wir-feiern/ 

In eigener Sache – Wir knacken gemeinsam die 250 & kaufen den „Melder“ frei

https://www.l-iz.de/bildung/medien/2016/10/in-eigener-sache-wir-knacken-gemeinsam-die-250-kaufen-den-melder-frei-154108

* Kommentar *Reformation
Print Friendly, PDF & Email
 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr


Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Von Panik zur Ruhe: Wird ein Vertrauensverlust zum Problem in der zweiten Infektionswelle?
Die oft bemühte weltweite Corona-Diktatur hier auf einem Schild eines mehrfachen Redners bei „Bewegung Leipzig“. Foto: Michael Freitag

Foto: Michael Freitag

Für alle LeserDie Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen der Bundesregierung im August 2020 in Berlin können als Alarmsignal für die zweite Infektionswelle gesehen werden. Als die Protestierenden dicht gedrängt ohne Rücksicht auf die Virusverbreitung an den Reichstag klopften, kündigten sie jedoch nicht nur einen Anstieg von Corona-Erkrankungen, sondern auch von Frustration und Misstrauen an.
Leipzig als Wirtschaftsmotor, Gutverdienerstadt und Schuldenhauptstadt in Sachsen
Schuldenstand der Gemeinden in Sachsen. Karte: Freistaat Sachsen, Statistisches Landesamt

Karte: Freistaat Sachsen, Statistisches Landesamt

Für alle LeserMehrere Karten in der neuen Veröffentlichung des Statistischen Landesamtes „Sachsen in Karten“ zeigen die Stadt Leipzig so ganz nebenbei in ihrer Funktion als Metropole. Die sie nicht ganz ausfüllt, weshalb meist der Begriff Metropole für die kleine große Stadt an der Pleiße vermieden wird. Aber sie erfüllt dennoch wichtige zentrale Aufgaben, die mit den Finanzzuweisungen in Sachsen nicht wirklich abgebildet sind.
Bürgerinitiative möchte Flughafenausbau verschieben lassen und 2021 wird eine neue Abstellfläche für bis zu vier Flugzeuge gebaut
Das Vorfeld 2 des Flughafens Leipzig Halle. Quelle: Google Maps / Screenshot: L-IZ

Quelle: Google Maps / Screenshot: L-IZ

Für alle LeserAm 17. Oktober wandte sich die Bürgerinitiative „Gegen die neue Flugroute“ mit einem „Antrag auf Terminverschiebung“ an die Staatsregierung. Das Schreiben machte sie auch öffentlich. Sie verwies dabei auch auf die Petition gegen den weiteren Ausbau des Frachtflughafens Leipzig/Halle. Die Petition wendet sich gegen die Pläne, den Frachtflughafen für rund 500 Millionen Euro auszubauen. Jetzt gibt es erst einmal eine kleinere Baumaßnahme, bestätigt der Flughafen.
Warum gibt es eigentlich keine öffentliche Debatte über wichtige Petitionen im Leipziger Stadtrat?
Der Stadtrat tagt im Neuen Rathaus. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserPetitionen sind ein nicht unwichtiger Bestandteil unserer Demokratie. Mit ihnen können Bürger abseits der üblichen politischen Entscheidungsprozesse ihre Anliegen artikulieren – und die demokratisch gewählten Gremien müssen sich damit beschäftigen. Aber so, wie sich das derzeit eingebürgert hat, wirkt das eher wie eine Klatsche für die Petenten und die Unterstützer. Bürgerbeteiligung ist das auch in Leipzig nicht wirklich. Der Grünen-Stadtverband kritisiert das Verfahren.
Farbe für Schönefeld: Fassadengestaltung der Turnhalle der 20. Oberschule in der Bästleinstraße nimmt Gestalt an
Motiv an der Turnhalle der 20. Oberschule. Foto: Wir für Schönefeld e.V.

Foto: Wir für Schönefeld e.V.

Für alle LeserNach dem „Projekt 2017 – Fassadengestaltung Turnhalle der Astrid-Lindgren-Schule Teil1“ am „Rewe“-Markt in der Löbauer Straße war vom Schönefelder Stadtteilverein Wir für Schönefeld e. V. seit dem vergangenen Jahr die Gestaltung weiterer Fassaden dort geplant. „Leider – oder besser glücklicherweise – hat das Schulamt sich nun doch endlich entschlossen, in den nächsten Jahren aus den beiden DDR-Schulen einen neuen Schulcampus mit neuer Turnhalle zu gestalten“, freut sich Vereinsvorsitzender Stefan Lünse.
Leipzig-Gohlis: Ordnungsamt macht heute endlich eine Sicherheitsbefahrung in der Krochsiedlung
Querparker in der Krochsiedlung. Foto: Alexander John

Foto: Alexander John

Für alle LeserÄrger um die zugeparkten engen Straßen in der Krochsiedlung in Gohlis-Nord gab es schon länger. Denn dafür waren diese Straßen ursprünglich nicht gebaut. Im Gegenteil: Die Siedlung war sogar so gebaut, dass in den ruhigen Innenbereichen überhaupt keine Autos fahren sollten. Doch in den letzten Jahren zogen immer mehr Familien hin, die auf das Auto nicht verzichten wollen. Ergebnis: ein selbst für Rettungsfahrzeuge völlig verstopftes Stadtquartier.
Mittwoch, der 21. Oktober 2020: Corona zwingt Leipzig zu weiteren Einschränkungen
Zum Bundesliga-Auftakt der DHfK-Handballer kamen 1.917 Zuschauer in die Arena Leipzig. Am Donnerstagabend dürfen nur 999 rein. Archivfoto: L-IZ.de

Archivfoto: L-IZ.de

Für alle Leser/-innenLeipzig hat am Mittwoch den Inzidenzwert von 20 erreicht. Das bedeutet unter anderem, dass das Handball-Spiel des SC DHfK morgen nur vor 999 Zuschauer/-innen stattfinden darf. Auch für Verwaltung, Messe und ein anderes Sportevent gibt es Konsequenzen. Außerdem: Nach dem tödlichen Angriff auf Touristen in Dresden ermittelt nun der Generalbundesanwalt. Die L-IZ fasst zusammen, was am Mittwoch, den 21. Oktober 2020, in Leipzig und Sachsen wichtig war.
Festtage Leipziger Romantik 2020
Paulinum der Universität Leipzig. Foto: René Loch

Foto: René Loch

Nachdem die Festtage Leipziger Romantik auf Grund der Corona-Einschränkungen nicht wie geplant vom 10. bis zum 22. Mai 2020 stattfinden konnten, sollen sie nun in verkleinerter Form am 5., 6. und 7. November und in Kooperation mit der Felix-Mendelssohn-Bartholdy-Stiftung nachgeholt werden. Da das Platzangebot nach wie vor beschränkt ist, werden die Konzerte mehrfach aufgeführt.
SC DHFK: Das wird am Spieltag anders + Update
Karsten Günther, SC DHfK-Geschäftsführer und Initiator von „Teamsport Sachsen“ - derzeit eher mit Absprachen mit dem Gesundheitsamt beschäftigt. Foto: Jan Kaefer

Foto: Jan Kaefer

Für alle LeserWegen der steigenden Infektionszahlen im Einzugsgebiet gelten beim Spiel des SC DHfK am Donnerstag, 22.10. gegen Göppingen andere Regeln für Zuschauer. Die Stadt Leipzig ist mit einer Rate von knapp 18 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen 7 Tagen (7 Tage-Inzidenz) noch eines der weniger betroffenen Gebiete. Im Landkreis Nordsachsen mit 37,4 Neuansteckungen sieht es schon anders aus.
Kürzungspläne des sächsischen Finanzministers zielen zuallererst auf die Niedriglöhner-Stadt Leipzig
Soziale Mindestsicherung in Sachsen. Karte: Freistaat Sachsen / Statistisches Landesamt

Karte: Freistaat Sachsen / Statistisches Landesamt

Für alle LeserAm 20. Oktober feierten auch Sachsens Statistiker den Weltstatistikertag auf ihre Weise. Sie veröffentlichten ein Sonderheft mit dem schönen Titel „Sachsen in Karten“. Denn im Geografie-Unterricht dereinst in der Schule waren die angehenden Statistiker/-innen jene Kinder, die beim Aufschlagen der bunten Karten im Lehrbuch glänzende Augen bekamen. Denn Karten können eine Wirklichkeit zeigen, gegen die das politische Geplänkel regelrecht albern wirkt.
Zur „Grassimesse“ gibt es jetzt erstmals einen Stadtplan der Leipziger Handwerkskunst
Instrumentenbauer Matthias Vogt. Foto: Freundeskreis des GRASSI Museums für Angewandte Kunst Leipzig e.V. / Nick Putzmann

Foto: Freundeskreis des GRASSI Museums für Angewandte Kunst Leipzig e.V. / Nick Putzmann

Für alle LeserVom 23. bis 25. Oktober kann man wieder die „Grassimesse“ 2020 im GRASSI Museum für Angewandte Kunst erleben. Ein jährliches Ereignis, bei dem man sehen kann, dass Handwerk auch Kunst ist und vor allem: wie viele Kunst-Handwerker in Leipzig tätig sind. Und pünktlich zur Messe gibt es jetzt erstmals einen Stadtplan, auf dem Leipzigs Kreativ-Handwerker zu finden sind – als Faltvariante und online zum Anklicken.
Premiere am 29. Oktober in der Kinobar Prager Frühling: Drifter-Drama „FLUTEN“ von Georg Pelzer
Filmstill aus Georg Pelzers Film "FLUTEN". Foto: FLUTEN

Foto: FLUTEN

Für alle LeserAm 29. Oktober ist Kinopremiere für den ungewöhnlichen Film eines jungen Leipziger Regisseurs in der Kinobar Prager Frühling: „FLUTEN“ heißt er und ist improvisiertes Drama. Eines, das von einem Drama erzählt, das viele junge Menschen in diesem Corona-Jahr ebenfalls erlebt haben: Der gerade erst so glücklich erworbene Arbeitsplatz wird gekündigt. Es fühlt sich wie eine Niederlage an. Alle schlechten Selbstwertgefühle kommen auf einmal hoch. Und wie sagt man das den Menschen, deren Achtung man nicht verlieren will?
In dieser Woche beginnen die Bauarbeiten zur Öffnung des Deichs am Ratsholz
Stopp: Baustelle am Ratsholzdeich. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDie Bauzäune stehen, Stoppschilder untersagen das Betreten der Baustelle. In dieser Woche beginnt ein Projekt am Ratsholzdeich im Leipziger Süden, das zukunftsweisend ist. Zum ersten Mal wird ein Deich geöffnet, damit künftig auch kleinere Hochwasser ins Ratsholz im südlichen Leipziger Auenwald gelangen können. Im April hatte die Landesdirektion Sachsen das Planfeststellungsverfahren abgeschlossen. Die Landestalsperrenverwaltung hat Baurecht und kann jetzt loslegen.
Erster Schreck überwunden: Leipziger Wirtschaft löst sich langsam aus der Corona-Schockstarre
Entwicklung der Stimmungslage im Kammerbezirk Leipzig. Grafik: IHK zu Leipzig

Grafik: IHK zu Leipzig

Für alle LeserNatürlich kann auch Leipzig die Corona-Panemie wirtschaftlich bewältigen. China schafft es ja auch. Nicht alle Branchen sind gleichermaßen betroffen. Und die Unternehmer in Leipzig sind nach dem Schreckmoment im Frühjahr mittlerweile deutlich zuversichtlicher, dass die Wirtschaft wieder auf die Beine kommt. Denn auch mit Auflagen funktioniert Wirtschaft – nur nicht in allen Branchen.
Prozess gegen „Das Wunder von Mals“: Auch dem Geschäftsführer des Oekom Verlags droht wegen „übler Nachrede“ eine Anklage
Alexander Schiebel. Foto: Jörg Farys, Oekom Verlag

Foto: Jörg Farys, Oekom Verlag

Für alle LeserDer Oekom Verlag hatte 2017 schon den richtigen Riecher, als er Alexander Schiebels Buch „Das Wunder von Mals“ mit dem Untertitel versah: „Wie ein Dorf der Agrarindustrie die Stirn bietet“. Auch wenn es jetzt ein Südtiroler Landesrat und 1.600 Südtiroler Obstbauern zu sein scheinen, die neben Alexander Schiebel auch Karl Bär, Agrarreferent im Umweltinstitut München, vor Gericht gezerrt haben. Nun wollen sie auch noch Oekom-Verleger Jacob Radloff anklagen lassen. Deutlicher kann die ach so stille Agarindustrie gar nicht zeigen, wie sehr ihr dieser Münchner Verlag ein Dorn im Auge ist.