Ein kleines Plädoyer für ein ganzheitlich gedachtes Europa

Für alle LeserEs gibt auch verständliche, nur allzu verständliche Diskussionshaltungen, wenn es um Europa geht. So wie in Olafs Kommentar zum letzten Beitrag des „Europa-Projekts“. Der in der Frage gipfelte: „Und inwiefern soll europäisch möglich sein, was nicht einmal kommunal möglich ist – Nachhaltigkeit?“ Ein verständlicher Frust. Und man ist ja wirklich geneigt, einige Leute regelrecht durchzuschütteln: Wacht endlich auf! – Aber: Bringt uns das weiter?

Wer eifrig mitliest, weiß, wie lange die L-IZ viele Themen rund um das Mega-Thema Nachhaltigkeit seit Jahren verfolgt, Fakten aufblättert, Hintergründe analysiert. „Kiesabbau Rückmarsdorf, Flughafen, WTNK…“, zählt „Olaf“ in seinem Kommentar auf. Und das sind eigentlich, wenn es Leipzig betrifft, sogar nur Randthemen, weil andere nicht eingelöste Nachhaltigkeitsthemen viel langfristiger wirken und noch schwerer wiegen. 2017 soll ja über den neuen Nahverkehrsplan der Stadt Leipzig diskutiert werden.

2007 wurde der letzte beschlossen – und hat sich eigentlich als ziemlich weichgekocht erwiesen, ein echter Kompromiss, wie er alle, wirklich alle Entscheidungen in unserer Demokratie auszeichnet. Man bekommt nie das Ganze, das Notwendige, immer nur Zugeständnisse, die dem Alten, dem Verfestigten mehr oder weniger viel Raum einräumen.

Das ist vielen Wählern gar nicht bewusst, dass sie mit ihren Wahlentscheidungen – oder gar dem Fernbleiben bei Wahlen – direkt mitbestimmen, wie viel Einfluss die Besitzstandswahrer bekommen (und damit Macht zum Bremsen und zum Verhindern notwendiger Veränderungen) und wie viel Einfluss jene Parteien, die Änderungen als notwendig ansehen.

Es hat sich ja auch eine ganz bewusste Fehldeutung des Wortes Nachhaltigkeit eingeschlichen – auch in Sachsen: Man nimmt es quasi als Synonym für Bestandserhalt. In dieser mehr als seltsamen Interpretation wird das Wort nachhaltig mit „existenzsichernd“ für vorhandene Apparate, Strukturen und Gepflogenheiten benutzt. Was in der Regel die Nutznießer dieser Strukturen freut: Ihr Job und ihr Profit werden „nachhaltig“ gesichert.

Man merkt oft genug, dass die Sprecher gar nicht wissen, was Nachhaltigkeit eigentlich bedeutet. Es ist ein ihnen fremdes Denken. Denn Nachhaltigkeit erfordert immer ein komplexes Denken, das immer auch alle Auswirkungen auf andere gesellschaftliche Bereiche, auf Umwelt, Klima, Wirtschaft mitdenkt. Man ändert nicht einfach irgendwo ein Bauteil „nachhaltig“ und erwartet dann, dass die ganze Prozesskette nachhaltig wird.

Aber genau so wird mit Nachhaltigkeit heute umgegangen.

Man bastelt an Einzellösungen, die man als geniale Lösung verkauft, hat aber kein Gesamtkonzept – völlig egal, welchen Politikbereich man nimmt, die Mobilität, die Landwirtschaft, die Bildung (wer sich die Themen durch den Kopf gehen lässt, der fängt innerlich gleich an zu schreien …) …

Auf lokaler Ebene hat man zumindest schon mal begriffen, dass man die Themen ganzheitlich denken müsste. Auch in Leipzig. Aber meistens wird es dann eben doch nicht umgesetzt, weil die einzelnen Bausteine dann doch wieder jeder für sich untersucht und „gelöst“ werden.

Olafs Thema ist natürlich vor allem das Neuseenland, wo den Bewohnern dieser segensvollen Region ja nicht nur eine fadenscheinige Beteiligung gewährt wurde, als sie über die „Charta“ mitreden durften – das Ergebnis kümmert sichtlich niemanden: keinen einzelnen der Bürgermeister, die sich mit Steuerungskreis, Grüner Ring und wie der Vereine mehr heißen, regelrecht Entscheidungsgremien abseits jeder demokratischen Kontrolle geschaffen haben. Man tut dort gern so, als hätte man übergreifende Konzepte. Das „Wassertouristische Nutzungskonzept“ ist so eins. Aber diese Konzepte sind weder abgestimmt, noch erfüllen sie die simpelsten Anforderungen von Nachhaltigkeit. Der Name sagt es ja schon: Naturschutz und Biotop-Revitalisierung kommen nicht drin vor – Klimaregulation und Luftreinhaltung übrigens auch nicht. Und in der „Charta“-Diskussion wurde auch deutlich, dass auch die nachhaltige Mobilität eigentlich nur ein Feigenblatt ist und die naturnahe Naherholung für die Stadtbewohner eigentlich niemanden da draußen an den Seen interessiert, weil man sich nur als Dienstleister für zahlungskräftige und motorisierte Kundschaft versteht.

Man versteht den Grimm, der in Olafs Kommentar deutlich wird, weil er mit den aktuell politisch Verantwortlichen keine Lösung sieht. Da unterscheidet sich die lokale Ebene wirklich in nichts von der europäischen. Der stillschweigend (oder auch ganz offen) gesetzte „Primat der Wirtschaft“ sorgt dafür, dass für ein nachhaltiges, das Ganze umfassende Denken gar kein Platz ist.

Mal ganz zu schweigen davon, dass man damit tatsächlich nur Lobbyismus, stille Korruption und Klientelpolitik mit einem Mäntelchen versieht. Man darf weiter mit den freundlichen Managern kuscheln und so tun, als sei das höchst moralisch und menschenfreundlich, würde gar „der Wirtschaft“ helfen.

Und bevor wir jetzt abschweifen: Es geht – auch auf europäischer Ebene – nicht um Wirtschaft ODER Sozialsysteme, Umwelt ODER Innovation, Demokratie ODER Friedenssicherung. Das ist das Problem der ALTEN Politik, die jedes Handlungsfeld immer nur für sich betrachtet hat (bis am Ende die Leute allein das Sagen hatten, die das große Geld haben). Es geht um ein neues Denken, eines, das hochkomplexe Gebilde wie Europa auch organisch denken kann.

Zwar wissen es die meisten Akteure, dass es meist heftige Konsequenzen hat, wenn man an einer Stelle rabiat den Hebel zieht. Aber sie sehen nicht, dass jede Änderung DAS GANZE verändert – und da man immer nur sein kleines Expertengebiet betrachtet hat (der Weg zum Herrn Kommissar im anderen Ressort ist ja viel zu weit), kommt auch immer wieder nur ein simples Manager-Projekt dabei heraus.

(Ablesbar auch an den ganzen EU-Förderprojekten, die in der Regel so bürokratisch eng geschnitten sind, dass sie immer nur lauter einzelne, durch nichts verbundene Wohltaten erzeugen – aber nichts Ganzes, Zusammenhängendes, Tragendes. Das Wohlgemeinte schlägt in hochsubventioniertes Kleinklein um, das Egoismen nur verstärkt, nicht mindert.)

Natürlich bleibe ich dabei: Schmeißt die Manager raus. Die werden es nicht reißen. Ein Projekt wie die EU braucht Leute, die fähig sind, DAS GANZE zu denken. Die den Kontinent als Organismus begreifen, nicht nur als Summe von egoistischen Einzelstaaten. Ganz schwer ist das. Keine Frage. Die größten Egoisten sind meistens auch die schlimmsten Bürokraten und neigen zur Schwarzen Pädagogik.

Wenn man darüber nachdenkt, merkt man, wie viel da fehlt.

„In welchem Wettbewerb steht Europa denn zu Amerika, China…?“, fragt Olaf und glaubt vielleicht, die quälende Diskussion damit zu beenden. Aber ehrlich? Genau da fängt sie erst an. In genau diesem Wettbewerb steht Europa mit China, den USA und allen anderen Weltregionen. Denn wir sind gerade (auch wenn der Trump-Zirkus das jetzt alles übertönt) in eine Phase eingetreten, in der einzelne Weltregionen zeigen müssen, ob sie fähig sind, für sich selbst ein tragendes, weil nachhaltiges Modell zu entwickeln. (Und damit auch ein vorbildhaftes.)

Und wenn die Nachrichten nicht täuschen, nimmt China diese Herausforderung an.

In 50 Jahren werden nicht die größten Prahlhälse bestimmen, wo es langgeht, sondern die Staaten(gemeinschaften), die einen Weg gebahnt haben, ihr Überleben nachhaltig zu sichern. Denn wenn die Gesellschaft nicht überlebt, können sich auch Militärs und Milliardärs und populistische Flachdenker eine Pfeife anstecken. Dann geht nämlich gar nichts mehr. Das war’s dann.

Deswegen ist der Frust verständlich. Aber nicht der Hang zur Resignation.

Das ist so wie mit der ziemlich sinnfreien Frage, die da jemand an die Hauswand gekleckert hat: „Welches Leben?“

Welches Leben wir führen wollen, das bestimmen wir selbst. Oder mal so gesagt: Dieses Leben hier ist unsere einzige Chance, ein Leben zu leben. Man lebt es ja nicht, weil irgendjemand ein „richtiges“ zu bieten hat, sondern weil wir die Herausforderung annehmen, unser Leben zu leben. (Viele nehmen die Herausforderung nicht an. Stimmt. Und dann jammern sie rum …) Da sollten wir es nicht unbedingt den phantasielosen Bürokraten überlassen, was draus wird.

Alle Beiträge zur Serie „Europa-Projekt“.

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Europa-Projekt
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