Gastmanns Kolumne: Jenseits von PISA

Für alle Leser„Wird die Rechtschreibung bewertet?“ Nahezu jeder Lehrer kennt sie, die ängstliche Frage der Schüler, die bei manch einem klingt, als ginge es um Leben oder Tod. Auch wenn Kommafehler niemandem den Kopf kosten und man über die Rolle von Rechtschreibkenntnissen im Zeitalter hochentwickelter PC-Korrekturprogramme geteilter Meinung sein kann, alarmiert die wachsende Zahl derjenigen, die erst gar nicht zu einer sicher anwendbaren Lese- und Schreibfertigkeit gelangen – und damit die Richtigkeit von Geschriebenem gar nicht anzweifeln.
Artikelserie "Gastmanns Kolumne" - Teil 150 von 153

Außerdem gilt: Noch immer wird ein Großteil des Lehrstoffs über geschriebene Inhalte vermittelt, die Gesamtheit der schulischen Leistungen gerät für einen Legastheniker rasch in eine prekäre Schieflage, Versagensängste prägen häufig die weitere Entwicklung. Ratlose Eltern verlieren sich nicht selten in einem dichten Gestrüpp an Schuldzuweisungen, hilflosen Ratschlägen und verlorener Nerven.

Was viele nicht gern in ihrer Schildpattbrillen und Montblanc-Füller-Welt wahrnehmen wollen: In der Schulrealität sind diese Eltern auch jenseits der Gymnasien anzutreffen. Und vor allem: Sie sind in der Überzahl. Insofern sind die Fragen Jan Fleischhauers, die er in seiner aktuellen Spiegel Kolumne stellt, nicht nur an der Wirklichkeit vorbeischrammend, sondern auch die komplett falschen: Am genannten Orte wundert sich dieser nämlich: „Wenn ein Fünftel der Grundschüler nach der vierten Klasse nicht richtig lesen und schreiben kann, was sagt uns das über die Eltern? Oder anders gefragt: Ist Armut eine Entschuldigung, den Kindern nicht vorzulesen?“

Herr Fleischhauer irrt in dem Bestreben, wenn er Armut als Entschuldigung für irgendetwas heranzuziehen versucht. Armut ist vor allem eines: Wenig akzeptabel. Jede andere Haltung demonstriert en passant ein „Sich-Abfinden“ damit. Wer von Armut nicht umgeben sein will, muss sie bekämpfen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Da hilft es auch nicht, die Klassengrenzen zwischen Arm und Reich unsauber zu verwischen oder wie es im Original heißt: „Die Klassengrenze verläuft nicht entlang der Grenze zwischen Arm und Reich, sondern zwischen gebildet und ungebildet. Dass beides eng miteinander zusammenhängt, das ist evident. Trotzdem macht es einen gewaltigen Unterschied, ob ich mangelnde Bildung auf Armut zurückführe oder auf Desinteresse.“

Fleischhauer übersieht dabei etwas ganz Entscheidendes: Dass Desinteresse möglicherweise auch auf Armut zurückzuführen sein könnte. Auf Armut im weitesten Sinne. Ich würde es zumindest nicht ausschließen.

Denn wenn man die Eltern der heutigen Kinder im Grundschulalltag gleichmacherisch behandelt wie Delinquenten, die amöbenhaft, bildungsfeindlich und interesselos in Richtung des eigenen Biographie-Endes schlittern, übersieht man die gesellschaftliche Entwicklung der vergangenen 25 Jahre komplett: die wirtschaftliche, die digitale, die geschichtliche. Diese Eltern sind in den meisten Fällen bereits von den Möglichkeiten der neuen Technik überwältigt durch ein Bildungssystem gegangen, das nicht selten ein Schauplatz dilettantischer, aber zur Bedeutungsschwangerschaft aufgeblasener Reformversuche geworden war. Wo zum Beispiel plötzlich Schreiben nach Gehör hipp wurde, wo plötzlich Erlebnispädagogik vor kontemplativer Schönschreib-Stunde präferiert wurde. Das letztere nicht unbedingt etwas mit Drill oder Qual zu tun hatte, sondern lediglich der Fokussierung auf die Schreibhandlung und der allgemeinen Konzentrationsfähigkeit diente – geschenkt.

Schrieben DDR-Schüler besser? Eine Ursachenforschung

Wo aber liegen die Ursachen für die sich offensichtlich häufenden Schreib- und Leseschwierigkeiten? Wurden Legastheniker früher einfach nicht erkannt? Sind wir mittlerweile unter Umständen nur um vieles sensibilisierter für Lernschwierigkeiten? Früher hieß es im Volksmund eher brachial „Wer nämlich mit h schreibt, ist dämlich“, was ohne Zweifel zu kurz greift. Es ist zu begrüßen, dass man heute weiß, dass hartnäckigen Schwierigkeiten mit der Schreibung zahlreiche Ursachen zugrunde liegen können und diesen möglichst individualisiert zu begegnen sucht.

Besteht aber tatsächlich ein Fortschritt darin, das Versagen im Rechtschreiben vorwiegend zum Problem des Kindes und seiner Eltern zu erklären und durch den Hinweis auf „Legasthenie“ der Schule ein Alibi zu attestieren? Schulen aber brauchen Zeit und kein Alibi.

Schulforscher Peter May hat bereits zu Beginn der 90er Jahre in einer vergleichenden Studie Rechtschreibleistungen ostdeutscher und Hamburger Schüler für erstere signifikant bessere Ergebnisse ermittelt und daraus Zusammenhänge zwischen Unterrichtsmerkmalen und Lernerfolg abgeleitet. Gerade bei einer medial stark abgelenkten Schülerschaft seien fehlendes Bemühen um Sorgfalt und Fehlervermeidung möglicherweise besonders fehl am Platz.

May plädiert angesichts der Lernerfolge für eine vorurteilsfreie Reflexion ostdeutscher Schulerfahrung. Bestimmte Herangehensweisen erwiesen sich auch noch heute für Schreiblerner als vorteilhaft, klammere man den ideologischen Überbau der DDR-Pädagogik aus.

Zu erwägen wären z. B. das Erlernen der damals üblichen Schulausgangsschrift, die Methode des „Kommentierten Schreibens“, die Erhöhung der Zahl der Deutschstunden und eine allgemeine Anhebung der Wertschätzung schulischen Schreibens. Auch Erziehungswissenschaftlerin Prof. Renate Valtin, die bundesweit als „graue Eminenz“ in der Grundschuldidaktik gilt, sieht die damals übliche Schreiblern-Methodik positiv. DDR-Lehrer seien hervorragend in der sogenannten analytisch-synthetischen Methode ausgebildet gewesen, die bedeutete „Lesen und schreiben lernen in der korrekten Schreibweise von Beginn an“ und sich damit augenfällig vom als moderner geltenden Konzept des Schreibenlernens nach Gehör abhebt.

Der Methodenstreit der vergangenen Jahrzehnte scheint sich mittlerweile etwas gelegt zu haben, wie aus Grundschullehrer-Kreisen zu vernehmen ist. Man habe zu einem selbstbewussteren Umgang mit den unterschiedlichen Methoden gefunden. Erfolge stellten sich nahezu bei jedem richtig angewandten Weg ein. Wichtig sei vor allem ausreichend Zeit und Kontinuität innerhalb einer Schullaufbahn. Dann könne man sich in ausreichendem Maße der Schulung von Wahrnehmungs- und feinmotorischer Fähigkeit der Lerner widmen. Der Rhythmus von Legislaturperioden und damit nicht ausbleibender bildungspolitischer Umschwünge sei für schulische Belange eher hinderlich als belebend.

Ohne Zweifel gibt uns die Zukunft der Schule noch ein paar Hausaufgaben auf: Zum Beispiel die Klärung der Frage, ob man weiter gewillt sein sollte, Schreibschwäche als schicksalhaft und einfach als „Preis der Freiheit“ zu verbuchen, den man vorwiegend den Betroffenen selbst aufzubürden bereit ist.

Ansonsten deutet sich der Trend an, dass es ohne bildungspolitische Kehrtwende zukünftig noch mehr Rechtschreibversager geben wird. Aber das wäre eigentlich dähmlich.

Fast so etwas wie eine Geburtstagsausgabe – Die neue LZ Nr. 50 ist da

KolumneBildung
Print Friendly, PDF & Email
Leserbrief

Hinweise zum Leserbrief: Bitte beachten Sie, dass wir einen Leserbrief nur veröffentlichen, wenn dieser nicht anonym bei uns eintrifft. Außerdem möchten wir darauf hinweisen, dass eine Teilnahme an Verlosungen des L-IZ Leserclubs mit dem Leserbrief nicht möglich ist.

Ihr Name *

Ihre E-Mail-Adresse *

Betreff

Ihre Nachricht *

Bild/Datei hochladen

Wären Sie mit der Veröffentlichung als Leserbrief einverstanden? *

 

Kommentar schreiben



Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Neujahrsempfang Uniklinikum Leipzig: „Erwarten einen weiteren Entwicklungsschub“
Neues LINKE-Büro in Grünau wird am Donnerstag offiziell eröffnet
IG Metall ruft zum Warnstreik bei BMW Leipzig und Schnellecke auf
11. Integrationsmesse Leipzig am 18. Mai 2018: Beteiligungsmöglichkeit für Unternehmen, Vereine und Akteure
Leipzig-SPD empfiehlt Aufnahme von Koalitionsverhandlungen
Zum 10. Mal Notenspur-Salons an authentischen Musikerbe-Stätten
Polizeibericht, 17. Januar: Zeugin gesucht, Vermeintlicher KWL-Mitarbeiter, Brutaler Taxiräuber ergriffen
Verena Meiwald (Linke): Bürgschafts-Reste und Haushaltsüberschuss den Menschen zurückgeben, anstatt damit Schatzkisten zu füllen
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr





Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Bürger 2. Klasse: Warum die SPD-Debatte eigentlich eine Debatte um die wichtigsten ostdeutschen Themen ist
Prof. Dr. Gert Pickel, Religions- und Kirchensoziologe der Universität Leipzig. Foto: Anja Jungnickel

Foto: Anja Jungnickel

Für alle LeserEs ist schon lustig, wenn ein ostdeutscher Sender einen westdeutschen Soziologen anruft, um sich erklären zu lassen, warum die Ostdeutschen derzeit so hadern mit der Demokratie und sich in großer Zahl wie "Bürger 2. Klasse" fühlen. Natürlich war schon der vorhergehende Schritt komisch: Denn die Studie dazu hatte die "Sächsische Zeitung" bei Prof. Gert Pickel in Auftrag gegeben, der seit 2009 die Professur für Kirchen- und Religionssoziologie an der Theologischen Fakultät der Universität Leipzig innehat.
Alte Dauerausstellung im Zeitgeschichtlichen Forum nimmt am 28. Januar mit großer Finissage Abschied
Zeitgeschichtliches Forum mit lebendiger Zeitgeschichte. Foto: L-IZ

Foto: L-IZ

Für alle LeserAm Sonntag, 28. Januar, wird der Abschied von der Dauerausstellung an der Grimmaischen Straße 6 noch einmal richtig gefeiert. 19 Jahre hat sie Besucher ins "Zeitgeschichtliche Forum" gelockt. Ab dem 29. Januar wird sie vollkommen neu konzipiert und auch das Treppenhaus und das Foyer des Forums komplett umgebaut. Und bevor die alte Ausstellung verschwindet, gibt es am Samstag, 28. Januar, noch eine große Finissage.
Ab Montag wird die Dauerausstellung im Zeitgeschichtlichen Museum vollkommen umgebaut
In der alten Dauerausstellung des Zeitgeschichtlichen Forums. Foto: Ralf Julke

In der alten Dauerausstellung des Zeitgeschichtlichen Forums. Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDer Redner fehlt noch. Ein politisches Schwergewicht soll es sein, wünscht sich Prof. Dr. Hans Walter Hütter, Präsident des Hauses der Geschichte. Deswegen steht heute noch kein Eröffnungstermin für die neue Dauerausstellung im zeitgeschichtlichen Forum fest. In dieser Zeit, wo seit Monaten nach einer neuen Regierungskoalition gesucht wird, ist das verständlich. Und es passt auch. Denn die ganze Republik ist ja derzeit genauso auf der Suche nach sich selbst wie diese Leipziger Millionen-Ausstellung.
Randale in der Südvorstadt: Öffentlichkeitsfahndung liefert neue Hinweise
Als könnten allesamt ein paar Wochen Urlaub, eine Kur, eine warme Hand gebrauchen, die ihnen mal über die Wange streicht .... Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserDie Öffentlichkeitsfahndung nach mutmaßlichen Beteiligten der Südvorstadt-Randale am 12. Dezember 2015 hat trotz einer nur einstelligen Zahl an Hinweisen zu zwei neuen Ermittlungsverfahren geführt. Laut Staatsanwaltschaft wurden von 145 namentlich bekannten Tatverdächtigen bislang sieben Personen rechtskräftig zu Geldstrafen verurteilt. Nun droht erstmals einem Beschuldigten eine Freiheitsstrafe. Er soll einen besonders schweren Landfriedensbruch begangen haben.
Wenn die Duldung endet: Sächsische Härtefallkommission wird sich mit Luans Familie befassen
Luan vor dem verschlossenen Tor der Max-Klinger-Schule in Grünau. Foto: René Loch

Foto: René Loch

Für alle LeserNachdem die sächsische Härtefallkommission im vergangenen Jahr bereits dem damals 18-jährigen Schüler Luan Zejneli ein Aufenthaltsrecht in Deutschland verschafft hat, wird sie sich in wenigen Wochen auch mit dessen Familienangehörigen befassen. Insbesondere dem Vater sei wegen psychischer Probleme eine Rückkehr in den Kosovo nicht zuzumuten, argumentiert der Sächsische Flüchtlingsrat. Den Eltern und drei Geschwistern droht die Abschiebung.
Museum Schloss Merseburg zeigt 2018 gleich zwei Mal die Auswirkungen des 1. Weltkriegs in Sachsen-Anhalt
Einladungsflyer. Grafik: Kulturhistorisches Museum Schloss Merseburg

Grafik: Kulturhistorisches Museum Schloss Merseburg

Für FreikäuferDa ist man so leidlich ins Jahr 2018 hineingeschlittert, einem Jahr, das eigentlich voller Jubiläen steckt. Aber im Leipziger Jubiläumskalender tauchen sie nicht auf. Es interessiert sich scheinbar niemand von denen dafür, die in Leipzig die Jubiläen organisieren. Karl Marx hat's irgendwie noch mit einem halben Bein geschafft mit seinem 200. Geburtstag. Das Ende des 1. Weltkriegs, das sich zum 100. Mal jährt, sucht man hingegen vergeblich.
König Ubu feiert am 27. Januar im Schauspiel wieder Premiere
König Ubu. Foto: Schauspiel Leipzig

Foto: Schauspiel Leipzig

Für alle LeserDen gab es lange nicht zu sehen - und nun holt ihn das Schauspiel Leipzig aus aktuellem Weltanlass wieder aus der Kiste: König Ubu, der so erstaunlich an manchen Akteur der Gegenwart erinnert, dass man sich fragt: Ist die US-Präsidentschaft nur noch eine surreale Inszenierung und die Amerikaner haben an ihrem überdrehten POTUS ihren Spaß? Oder inszeniert sich Politik heute als surreal um zu verdecken, dass sie eigentlich von lauter Ubus gemacht wird? Schöne Frage, nicht wahr? Premiere ist am Samstag, 27. Januar.
Die tief sitzende Angst in Sachsens Kultusministerium vor jeder Veränderung am System
Ergebnis der Umfrage zur Gemeinschaftsschule. Grafik: Linksfraktion Sachsen

Grafik: Linksfraktion Sachsen

Für alle LeserSelbst 60 Prozent der CDU-Wähler sind dafür, dass Sachsen ein längeres gemeinsames Lernen der Kinder ermöglicht. Das war das Ergebnis einer von der Linksfraktion 2017 in Auftrag gegebenen Umfrage. Und zumindest einen Abgeordneten aus der CDU-Fraktion hat das zum Nachdenken gebracht. Denn wirklich Gründe, dass Sachsen nicht über längeres gemeinsames Lernen nachdenkt, gibt es nicht.
Traut sich Sachsens Regierung, einmal eine belastbare Artenschutz-Politik zu beginnen?
Auch Insekten sterben. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserNicht nur die Grünen haben im Sächsischen Landtag ihre Sorge um das massive Insektensterben in unserer Landschaft zum Ausdruck gebracht. Nur scheinbar gab's Ruhe im Landtag, nachdem Landwirtschaftsminister Thomas Schmidt (CDU) auf den Grünen-Antrag für ein sächsisches Insektenmonitoring geantwortet hatte, dass ihn das eigentlich nichts angehe. Die Linksfraktion reagierte auf diese amtliche Nichtverantwortlichkeit noch im Dezember mit dem Antrag "Ursachen des Insektensterbens in Sachsen untersuchen und Gegenmaßnahmen in die Wege leiten".
Linke reicht Gesetzentwurf zur Abschaffung von Paragraf 219a ein
Klaus Bartl (Linke). Foto: DiG/trialon

Foto: DiG/trialon

Für alle LeserIm November wurde die Gießener Ärztin Kristina Hänel vom Amtsgericht Gießen wegen unerlaubter Werbung für Schwangerschaftsabbrüche zu einer Geldstrafe verurteilt. Seitdem ist ein Thema wieder auf dem Tisch, das seit 1990 unter der Tischdecke vor sich hinbrodelte: Dürfen Ärztinnen und Ärzte öffentlich über Schwangerschaftsabbrüche informieren? Darf es für Frauen normal sein, solche Informationen auf den Websites von Ärztinnen und Ärzten zu finden? Selbst in Sachsen kocht der faule Paragraf 219 a vor sich hin.
82 Prozent des weltweiten Vermögenswachstums gingen 2017 ans reichste Prozent der Bevölkerung
Geld macht Gesetze. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserNicht alles, wo Marktwirtschaft drauf steht, ist auch Marktwirtschaft. Manches ist einfach nur ein großer Fall von Gier, wie Oxfam heute vermeldet. Denn die Reichtümer, die die Menschen weltweit erwirtschaften, wandern fast nur noch in die Taschen und Konten der Superreichen. Oxfam: "82 Prozent des im vergangenen Jahr erwirtschafteten Vermögens ist in die Taschen des reichsten Prozents der Weltbevölkerung geflossen."
Die naheliegende Frage: Wird der Survivor R auch auf Demonstrationen in Sachsen auftauchen oder nicht?
Survivor R aus dem Hause Rheinmetall. Foto: Datenblatt "Survivor R"

Foto: Datenblatt "Survivor R"

Für alle LeserEine berechtigte Frage zum im Dezember vorgestellten Panzerfahrzeug "Survivor R" lautete: Wo will der Innenminister das Fahrzeug eigentlich einsetzen? Wird es gar gegen Demonstranten eingesetzt? Gleich zwei Landtagsabgeordnete wandten sich deshalb mit besorgten Fragen an den neuen Innenminister Roland Wöller. Und der - weicht aus.
Am Montag werden die Fördermillionen für die Leipziger Hauptfeuerwache offiziell überreicht
Die Hauptfeuerwache mit dem alten Verlauf des Pleißemühlgrabens. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für FreikäuferDen netten Scheck-Übergabe-Termin wird die L-IZ schon aus Zeitgründen nicht schaffen. Am Montag, 22. Januar, übergibt Innenminister Roland Wöller in Leipzig ganz offiziell zwei Fördermittelbescheide zur Sanierung der Leipziger Hauptfeuerwache aus dem Programm "Brücken in die Zukunft". Ohne dieses Extra-Programm hätte die Sanierung der Wache noch Jahre auf sich warten lassen.
Für den Leipziger Nordraum soll erst mal eine ÖPNV-Machbarkeitsstudie erstellt werden
S-Bahn-Haltepunkt Schkeuditz-West. Foto: Michael Freitag

Foto: Michael Freitag

Für alle LeserManchmal fragt man sich wirklich: Wer hat da eigentlich die ganze Zeit geschlafen? Im Dezember 2013 ging das Mitteldeutsche S-Bahn-Netz in Betrieb. Einige Stationen waren noch nicht fertig, waren aus Geldgründen verschoben worden. Und überall im Netz klaffen für jeden Leipziger noch offensichtliche Löcher. Da fährt nun ein schnelles Verkehrsmittel in den Leipziger Nordraum - aber gerade die großen Unternehmen dort sind mit der S-Bahn nicht erreichbar. Ein Unding.
Wie kam ein SEK-interner Spaß auf die Schonbezüge im Survivor-Panzerfahrzeug?
Survivor R aus dem Hause Rheinmetall. Foto: Datenblatt "Survivor R"

Foto: Datenblatt "Survivor R"

Für alle LeserEs sind die ganz harten Burschen, die die sächsische Polizei alarmiert, wenn es wirklich gefährlich wird: Die Polizisten vom Spezialeinsatzkommando (SEK). Im Dezember sorgten sie - womöglich gar nicht selbst verursacht - für einen kleinen Skandal, weil ein sonderbares Logo die Sitzschoner in ihrem neuen gepanzerten Einsatzfahrzeug Survivor zierte. Da sahen einige Medien schon die Bildsprache vergangener Zeiten. Und Landtagsabgeordnete fragten zu Recht beim Innenminister nach.