Das unglückliche Innere unserer Gesellschaft

Für alle LeserEs ist wohl kein Zufall, wenn sich jetzt auch die großen bürgerlichen Zeitungen zunehmend mit der Frage beschäftigen, warum ein so großer Anteil unserer Gesellschaft auf einmal wieder offen ist für autoritäre Politik, für Führerkult und Sehnsucht nach geschlossenen Grenzen. Und warum sie sich auch endlich intensiver mit dem Soziologen Wilhelm Heitmeyer beschäftigen, der seit 30 Jahren vor dem Aufkommen neuer nationalistischer Parteien warnte.

Seit 1990, seit dem, was einige Leute die „Deutsche Wiedervereinigung“ nennen, steht es auf der Tagesordnung. Eigentlich wissen es alle. Und die Warnungen waren damals deutlich genug. Nur schien das zumindest im medialen Raum niemanden zu interessieren. Helmut Kohl glaubte, die Deutsche Einheit quasi aus der Portokasse bezahlen zu können. „Blühende Landschaften“ sollte es im Osten geben – und zwar ziemlich schnell. Bis dann der Kater kam, weil das Gegenteil eintrat und die Treuhand tausende Betriebe nur noch schließen konnte.

Zwar wird das jetzt wieder Thema. Aber selbst Sachsens Integrationsministerin Petra Köpping (SPD) geht ja nicht davon aus, dass nun auf einmal die Treuhand allein zum großen Schuldigen für alles wird, was in den 1990er Jahren falschgelaufen ist. Ihr geht es vielmehr um die vielen empfundenen Verletzungen, die heute viele Ostdeutsche noch immer belasten. Oder zu belasten scheinen.

Aber geht es beim Aufschwung der AfD nur um den Osten?

Die Geschichte könnte trügen. Denn auch im Westen verbreitet die rechtsnationale Partei Angst und Schrecken: im bürgerlich-konservativen Lager.

Dass die SPD damit nicht umgehen kann – geschenkt. Die hat ihren Marx so gründlich entsorgt, dass man sich wirklich fragt, auf welcher Grundlage diese Partei noch kluge Politik machen will? Auf den Verlautbarungen der sogenannten „Wirtschaftsweisen“, die sofort wie Kai aus der Kiste sprangen, als nur mit dem Gedanken gespielt wurde, die Sanktionen in „Hartz IV“ abzuschaffen?

Das ist jetzt zugespitzt.

Mit den vielen Studien, die die Friedrich-Ebert-Stiftung in Auftrag gibt, hat die SPD eigentlich sehr viel fundiertes Material, ihre Politik wieder der Realität anzupassen. Nur scheint kein Mensch diese Studien im Willy-Brandt-Haus zu lesen. Man wurstelt lieber weiter vor sich hin, immer noch in dem Glauben, man würde sich – wie bei Gerhard Schröder – um die „Mitte“ der Gesellschaft kümmern.

Aber die ist – dummerweise – in Panik. Und zwar schon lange. Und ihre Ängste sind real.

Mit „Hartz IV“ hat man diese Ängste nur noch zusätzlich befeuert, brav im Schlepptau hochbezahlter Manager, die der Schröderregierung seinerzeit einredeten, man dürfe den Menschen keine „soziale Hängematte“ geben, in der sie sich ausruhen, wenn sie aus ihrem gut bezahlten Job fliegen.

Nein, nicht die „Hartz IV“-Empfänger sind diejenigen, die die meiste Angst vor diesem Absturz haben, sondern all die, die genau wissen, dass ein kleiner Sturm in der Konjunkturbadewanne genügt, und schon sind sie selbst ganz da unten. Mit allen Schikanen.

„Hartz IV“ ist nicht für die armen Schweine gemacht worden, die eh schon wissen, wie es sich mit dem letzten Cent in der Tasche lebt, sondern für die, die immer länger und härter arbeiten, um in einem immer wilderen Rennen ihre Position zu halten, die sich Pillen einwerfen und auch noch krank zur Arbeit fahren, auch gern stundenlang in immer längeren Staus stehen. Hauptsache, sie behalten ihren Job, sonst …

Am Horizont dabei das große Gespenst der Globalisierung, das sie alle kennen. Die Zeitungen sind ja voll davon. Die ganze Welt ist Konkurrenz geworden. Wer aber mithalten will in diesem Rennen, der muss noch schneller laufen, noch fitter sein, noch länger erreichbar sein und jederzeit flexibel, mobil und einsatzbereit.

Und das zeichnete sich 1990 schon ab. Die deutsche Vereinigung fand mitten in einer Zeit der verschärften Globalisierung statt. Deswegen kaufte kaum ein ausländisches Unternehmen im Osten ein. Warum auch? Zum ersten Mal ging eine komplette Region quasi über Nacht aus dem Rennen, strich die Segel, wurde zum Verramschen raus auf die Straße gestellt …

… und erwies sich zum größten Teil als unverkäuflich. Nicht mal für die berühmte Flohmarkt-Mark.

Das hat wirtschaftliche und globale Gründe. Das hätte man wissen können. Man hätte die Sache anders angehen müssen. Hat man aber nicht.

Aber das ist nicht die Ursache für den Aufstieg der AfD, oder besser: nur indirekt. Denn auch im Osten wurde die AfD nicht vorrangig von den Arbeitslosen und Niedriglöhnern gewählt, sondern – genau wie im Westen – von Leuten, die relativ gut verdienen, sich als Mittelklasse definieren, männlich und weiß sind und – trotzdem Angst haben.

Eine Angst, die sich versteckt.

Wilhelm Heitmeyer konnte das schon früh nachweisen. Sein jetzt bei Suhrkamp erschienenes Buch „Autoritäre Versuchungen“ erzählt von seinen Forschungen. Cornelia Koppetsch hat in der F.A.Z. dazu geschrieben.

Und das hier ist sozusagen des Pudels Kern.

Claudia Koppetsch: „Nicht die wachsenden Ungleichheiten und die daraus resultierenden Hegemoniekämpfe zwischen den Gewinnern und den Verlierern von Globalisierungsprozessen sind für Wilhelm Heitmeyer Ausgangspunkt des Aufstiegs der neuen Rechtsparteien. Das seien vielmehr die ‚autoritären Versuchungen‘, die sich infolge gesellschaftlicher Krisenereignisse einstellen: Erfahrungen tiefer Verunsicherung, Kontrollverluste und Desintegration, die laut Heitmeyer eine Nachfrage nach politischen Angeboten erzeugen, durch die Macht, Sicherheit und Kontrolle notfalls auch durch Ausgrenzung und Diskriminierung, wiederhergestellt werden. Wenn die Verhältnisse schon nicht zurückgedreht werden können, dann müssen aus dieser Sicht Sicherheit und Kontrolle durch autoritäre Maßnahmen wiederhergestellt werden.“

Womit wir auch bei den Stichworten wären, mit denen die Unionsparteien nun seit Jahrzehnten versuchen, ihre Politik zu beschreiben: „Macht, Sicherheit und Kontrolle“.

Die Welle der neuen Polizeigesetze erzählt davon. Big Brother entsteht aus dem tiefen Bedürfnis nach absoluter Kontrolle und absoluter Sicherheit. Nur funktioniert das nicht mehr. Die „Mitte“ fühlt sich zutiefst verunsichert.

Tobias Haberkorn hat in der „Zeit“ versucht, das Phänomen zu erfassen.

Seine Zustandsbeschreibung von der Stimmung in der „Mitte“ dürfte wohl zutreffen: „Die Angst vor kultureller Entfremdung dürfte demnach weniger wichtig als die Verstörung darüber gewesen sein, dass hunderttausenden anerkannten Flüchtlingen oder Asylbewerbern eine Grundsicherung zusteht, in die man selbst, unabhängig von Ausbildungsstand und Beitragszahlungen, schnell zurückfallen kann. Auch hier zeigt sich, dass die gesellschaftliche Mitte kein Ort ist, in dem man sich besonders wohlfühlt: Die Angst, nach unten abzusinken, mag irrational sein. Real ist sie trotzdem. (…) Man ist entweder nicht Mitte genug oder man ist es zu sehr, glücklich ist im Zentrum der Gesellschaft offenbar niemand.“

Zur Schule von Wilhelm Heitmeyer gehören ja im Grunde auch die Leipziger Sozialforscher um Oliver Decker und Elmar Brähler, die ihre neueste Studie jetzt endgültig unter die Überschrift „Flucht ins Autoritäre“ gestellt haben. Denn jede neue Befragungswelle bestätigt ja, dass gerade die Gutverdienenden und scheinbar Wohlversorgten in tiefen Ängsten stecken, Abstiegsängsten, Wohlstandsängsten, aber auch in Gefühlen wie Neid, Misstrauen, Verachtung.

Denn keine Bevölkerungsgruppe hat das Konkurrenzdenken so verinnerlicht wie die sogenannte Mitte, die ja in der Regel Aufstiegserfahrungen gemacht hat. Man hat sich durch Schule, Ausbildung, Studium nach oben gearbeitet. Noch nicht ganz nach oben, aber dahin, wo man sich – scheinbar – alle Versprechungen der Marktgesellschaft erfüllen kann: Mittelstandswagen, Eigenheim, Flugreisen, ordentliche Rente, die Kinder auf derselben Startrampe …

Aber verinnerlicht hat man sich auch den Spruch: „Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen“. Oder: „Ohne Fleiß kein Preis“. Usw. Die deutsche Sprichwörterwelt ist ja voller Anspornungssprüche, die jeden und jede dazu bringen, noch früher aufzustehen, noch härter zu arbeiten, noch mehr Einsatz zu zeigen, um ordentlich zu verdienen. Belohnt wird der Mensch danach nur, wenn er dafür auch fleißig, gehorsam und anpassbar ist.

Und wo man Arbeit und Einsatzbereitschaft so glorifiziert, ist die Verachtung für die „faulen Säcke“ mit eingebaut, für die „Minderleister“, „Sozialschmarotzer“ und was der Vokabeln mehr sind, mit denen konservative Politiker ihr Wahlvolk jahrelang angepeitscht haben, stolz zu sein auf ihren „Bienenfleiß“ und jede Form der Ausnutzung „unseres Sozialstaats“ zu verachten.

Oliver Decker, Elmar Brähler (Hrsg.): Flucht ins Autoritäre. Foto: Ralf Julke

Oliver Decker, Elmar Brähler (Hrsg.): Flucht ins Autoritäre. Foto: Ralf Julke

Und das ist in den Umfragen der Leipziger Soziologen nachweisbar. „Aber nicht nur scheinbare Fremdheit begründet die Abwertung: 30 % der Befragten fordern, die Rechte jener Menschen einzuschränken, die nicht arbeiten“, schreiben Oliver Decker, Julia Schuler und Elmar Brähler in Auswertung der jüngsten Befragung.

Und wenig später: „Die Herrschaft des Marktes hat umso mehr Abwertung anderer zur Folge, je weniger er reguliert ist. (…) Die Unterwerfungsbereitschaft unter die Autorität des Marktes bei gleichzeitiger Unsicherheit über das Maß an Teilhabe an seiner Macht mündet in das Ressentiment.“

Das heißt: Die Betroffenen spüren sehr wohl, dass „ihr Staat“ Macht verloren hat, dass immer öfter wirtschaftliche Interessen („der Markt“) die Politik bestimmen. Weshalb sie sich einen starken Staat wünschen – aber nicht zur Bändigung des „Marktes“. Das ist ja das Paradoxe, sondern gegen die scheinbaren Konkurrenten um eine Teilhabe am Wohlstand.

Sie haben quasi den „Markt“ verinnerlicht und üben sich, wie die Sozialforscher schreiben, in „exklusiver Solidarität“. Sie definieren sich selbst als Kollektiv (was ja im Osten besonders gut funktioniert), als „Leistungsträger“ und Mittelklasse und behandeln von ihnen als ausgegrenzt betrachtete Gruppen als Ausschuss. Oder mit einem Zitat aus dem Text: „Was untauglich ist, bleibt liegen.“

Mit dem Muster können chauvinistische Parteien sehr gut umgehen. Aus dieser homogenen Gruppe der überzeugten und staatserhaltenden Leistungsträger wird dann ganz schnell wieder eine Volksgemeinschaft. Die empfundene Schwäche verkehrt sich in vermeintliche Stärke, wo man doch (mit gutem Recht) auftrumpft und nun meint, die anderen „jagen“ zu können. Oder gar zu müssen. Die Ängste werden in  Forderungen nach noch mehr Sicherheit und noch mehr staatlicher Härte (gegen die anderen) verwandelt. Und das sitzt tief. 64,6 Prozent der Befragten stimmten in der Autoritarismus-Studie der Aussage zu: „Unruhestifter sollten deutlich zu spüren bekommen, dass sie in der Gesellschaft unerwünscht sind“.

Man schreit ja regelrecht nach Ruhe, Ordnung und Infriedengelassenwerden. Tor zu, Mauer gebaut, Ruhe im Karton.

Selbst linke Wähler haben diese „autoritäre Aggression“ verinnerlicht – die Hälfte von ihnen stimmt der Aussage zu. Bei konservativen und rechten Wähler steigt der Wert natürlich deutlich an bis auf 80 Prozent. Er steigt auch mit dem Lebensalter an. Und bevor ich hier ausführlich werde, bremse ich und halte einfach das Bild eines Landes fest, dessen Mehrheit zutiefst verängstigt und autoritätsgläubig ist, die aber gleichzeitig bereitwillig alle Zumutungen eines rabiater gewordenen Arbeitsmarktes erträgt und ihre Aggressionen vor allem gegen jene kehrt, die diese Zumutungen infrage stellen.

Denn dann kommt ja die fürchterlichste aller Fragen: Was passiert, wenn Deutschland in diesem gnadenlosen Wettbewerb nicht mehr mithalten kann?

Und sage keiner, dass unsere geliebten Parteien der Mitte nicht genau diese Ängste geschürt haben. Seit olle Helmuts Zeiten, mit immer neuer Furie und Bildhaftigkeit. Oder mal so gesagt: Die Anfälligkeit für eine autoritäre Parteinahme wurde eifrigst gepflegt. Man sollte sich über die Folgen vielleicht nicht allzu sehr wundern.

Denn politische Präferenzen hängen nun einmal zuallererst mit Erwartungen und Gefühlen zusammen. Und wer keine Unruhestifter mag, der bekommt eben emsige Vogelschisser.

Und bevor jetzt alle deprimiert sind: Was könnte helfen?

Ein kleiner Schritt zur Seite. Und ein bisschen Nachdenken darüber, was wir uns als Menschen in unserem kurzen leben auf Erden tatsächlich wünschen. Es lohnt sich, darüber einmal wirklich nachzudenken.

Die ganze Serie „Nachdenken über …“

Eine Muntermacher-LZ Nr. 61 für aufmerksame Zeitgenossen

 

Nachdenken über ...
Print Friendly, PDF & Email
 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr


Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Das Jugendsinfonieorchester Leipzig hat für all seine Freunde „Pirates Of The Caribbean“ eingespielt
Videoclip des JSO Leipzig: Pirates of the Carribean. Screenshot: L-IZ

Screenshot: L-IZ

Für alle LeserIm Mai erfreute das Jugendsinfonieorchester Leipzig seine Freunde schon mit einem Videoclip: Da spielten die jungen Musiker/-innen die „Hebriden“ von Felix Mendelssohn Bartholdy im Homeoffice ein und zeigten, wie professionell das Orchester schon ist. So mancher Schüler der Musikschule „Johann Sebastian Bach“ träumt davon, einmal in diesem Orchester mitzuspielen. Seit einer Woche lädt ein neuer Videoclip zum Staunen ein.
Kommunen in Deutschland brauchen eine bessere finanzielle Ausstattung
Ein Häufchen Geld. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserAm 7. August veröffentliche das Bundesverfassungsgericht die Meldung zu einem Urteil, das schon im Juli gefällt wurde. Es betrifft auch Leipzig – so wie jede Stadt, der in den letzten Jahrzehnten vom Bund Aufgaben übergeholfen wurden, die durch Bundeszuweisungen finanziell nicht abgedeckt waren. „Regelungen der Bedarfe für Bildung und Teilhabe wegen Verletzung des kommunalen Selbstverwaltungsrechts mit dem Grundgesetz unvereinbar“, titelte das Gericht.
Gute Gründe, den Schulbetrieb wieder aufzunehmen und trotzdem Hygieneregeln zu beachten
Die nachgewiesenen Corona-Infektionen in Sachsen, Stand 7. August. Grafik: Freistaat Sachsen

Grafik: Freistaat Sachsen

Für alle LeserAm 3. August veröffentlichte das Sächsische Kultusministerium die Ergebnisse der Leipziger Corona-Schulstudie, die in gewisser Weise die Wiederaufnahme des Schulregelbetriebs am 31. August unterfüttern soll. Die großen Medien stürzten sich alle gleich drauf. So wie auch auf die schon im Juli veröffentlichte Schulstudie aus Dresden, die nach demselben Muster durchgeführt wurde.
Verkehrswende in die falsche Richtung: Leipzigs Radverkehr unterm Brennglas
Vollbremsung und rechts einordnen, um links abzubiegen. Foto: Frank Willberg

Foto: Frank Willberg

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 81, seit 31. Juli im HandelIn Berlin ist die Freude riesig. Nur noch 30 Jahre, dann können sich die Hauptstädter den Flug nach Australien sparen, denn das Klima von Canberra herrscht 2050 in Berlin. Und in etwa 80 Jahren liegt die Stadt obendrein direkt an der Ostseeküste. Hauptsache, der Klimawandel geht ungebremst so weiter wie bisher.
Was stimmt an den Wegebeziehungen rund um den Cottaweg nicht?
Einengung der Fahrbahn an der Zeppelinbrücke. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserAls Radfahrer darf man sich in Leipzig durchaus als Testpilot betrachten. Der neueste Test läuft ja derzeit auf der Zeppelinbrücke, wo das Verkehrs- und Tiefbauamt in dieser Woche die temporären Radstreifen aufbrachte, die man schon im Frühjahr angekündigt hatte. Eigentlich weniger wegen Corona, sondern „um die Verkehrssicherheit zu erhöhen“ und den Unfallschwerpunkt an der Einmündung Cottaweg zu entschärfen.
Späte DM 2020: Lea Wipper mit erster Leipziger Medaille
Alle vier SC DHfK-Starter liefen toll über 1500 m. Alexander Ide zog als Einziger ins Finale ein Foto: Sebastian Beyer

Foto: Sebastian Beyer

Für alle LeserAls erster Sachse im pandemiebedingt zuschauerfreien Braunschweiger Stadion sicherte sich Max Hess vom LAC Erdgas Chemnitz einen Titel als Deutscher Meister. Höhepunkt am Samstag war für den SC DHfK Leipzig die Bronzemedaille im Speerwurf der Frauen. Leipziger griffen am Samstagnachmittag ein, als die 1.500 Meter Halbfinals der Männer begannen. Pech hatte Artur Beimler, den ein Sturz um die Chance auf den Finaleinzug brachte und die Männer über 100 Meter verpassten das Finale.
Es gibt nicht mal Zahlen zum Erfolg der Rundverfügung des Generalstaatsanwalts zu Bagatelldelikten vom März 2019
Schriftzug über dem Haupteingang des Leipziger Landgerichts. Foto: Lucas Böhme

Foto: Lucas Böhme

Für alle LeserEigentlich hätte es Franz Sodann, Landtagsabgeordneter der Linken, schon ahnen können, als er seine Anfrage zum „Vollzug der Rundverfügung Bagatelldelikte“ stellte. Die heißt zwar nicht so, sondern „Rundverfügung zur einheitlichen Strafverfolgungspraxis sowie zur Strafzumessung und zu sonstigen Rechtsfolgen“. Sie gilt seit dem 1. März und wurde von Generalstaatsanwalt Hans Strobl verfügt. Und was zu erwarten war: Kein Mensch kann nachvollziehen, was sie gebracht hat.
Leichenfund im Clara-Zetkin-Park: Polizei veröffentlicht Bild des Toten und bittet um Mithilfe
Der abgesperrte Fundort der Leiche am Donnerstag. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle Leser Nach dem Fund einer Leiche im Inselteich des Clara-Zetkin-Parks am Donnerstag steht fest, dass es sich bei dem Toten um einen älteren Mann handelt und er gewaltsam zu Tode kam. Zur Klärung seiner Identität bittet die Leipziger Polizei nun die Öffentlichkeit um Unterstützung und hat ein Foto mit Beschreibung äußerer Merkmale des Mannes veröffentlicht.
Auch am 27. September ist ein Seifenkistenrennen auf dem Fockeberg undenkbar
Fockebergmarkt im vergangen Jahr. Foto: Tine Zeiler

Foto: Tine Zeiler

Für alle LeserEs sollte der 29. Prix de Tacot werden am 10. Mai auf dem Fockeberg. Doch Corona machte auch diesem von der naTo veranstalteten Traditionsereignis den Garaus. Auch wenn man im Haus am Südplatz noch zuversichtlich war, dass man das Rennen im Herbst würde nachholen können, genauer: am 27. September. Doch auch das wird nichts. Weder ist Corona aus der Welt verschwunden, noch kann man bei so einem Rennen die berühmten AHA-Regeln einhalten.
Extreme Dürreperioden in Mitteleuropa werden zunehmen, wenn wir den Treibhausgasausstoß nicht drastisch senken
Niedrigstwasser in der Elbe in Dresden im Jahr 2018. Foto: André Künzelmann / UFZ

Foto: André Künzelmann / UFZ

Für alle LeserEigentlich ist es seit über zwanzig Jahren bekannt, was die Klimaerwärmung speziell auch für Sachsen bedeutet, das neben den längeren Hitzeperioden auch besonders von zunehmenden Dürreperioden betroffen ist. Das dritte Jahr hintereinander erlebt Sachsen so ein Jahr. Und Entwarnung gibt es keine. Im Gegenteil. Das in Leipzig heimische Umweltforschungszentrum sieht noch mehr Dürren und Trockenzeiten auf uns zukommen. Denn den Treibhausgasausstoß haben wir noch immer nicht gesenkt.
Aus großer Wiese entsteht in Liebertwolkwitz ein neuer Park direkt vorm Seniorenheim
Der Entwurf für den neuen Park in Liebertwolkwitz. Grafik: Stadt Leipzig / Landschaftsplanungsbüro Köhler

Grafik: Stadt Leipzig / Landschaftsplanungsbüro Köhler

Für alle LeserBis jetzt war es immer nur eine große grüne Wiese an der Getreidegasse. Wenn man am Bahnhof Liebertwolkwitz ausstieg und die Getreidegasse hinunterging, kam man am Weiher vorbei, dahinter tauchte dann die Wiese auf. Doch die wird derzeit zu einem richtigen Park umgestaltet. Am 13. August soll der neue Park der Öffentlichkeit übergeben werden. Und besonders freuen wird das die Bewohner des benachbarten Seniorenheims.
Der Bambusspross wird zum Bambusstamm: Erstaunlich lebendige Spruchweisheiten aus Kambodscha
Gabriele und Ngen Yos: Der Bambusspross wird zum Bambusstamm. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserManchmal ist es wirklich nur die Sprache, die uns daran hindert, in den Kulturen fremder Völker uns selbst wiederzufinden, das Vertraute, das allen Völkern gemeinsam ist. Denn alle Menschen müssen für ihren Lebensunterhalt arbeiten, mussten Land urbar machen und miteinander klarzukommen lernen. Wären da nicht ein paar Tiere, die es nur in Südostasien gibt, die Sprichwörter, die Gabriele und Ngen Yos jetzt veröffentlicht haben, könnten manchmal auch aus deutschen Sammlungen stammen.
Freitag, der 7. August 2020: Von „Warnungen aus der Nachbarschaft“ zu „Weimarer Verhältnissen“
Im Vordergrund: ein schwarzer Block; im Hintergrund: ein schwarzer Block. Foto: Tim Wagner

Foto: Tim Wagner

Für alle Leser/-innenAls vor drei Jahren einige hundert Antifaschist/-innen in Wurzen demonstrieren wollten, reagierten Einwohner/-innen, indem sie Geschäfte verbarrikadierten. Ähnlich unverhältnismäßig fielen nun die Reaktionen auf die Ausladung einer Kabarettistin in Hamburg aus, gegen die angeblich Linke gewaltsam vorgehen wollten. Die L-IZ fasst zusammen, was am Freitag, den 7. August 2020, in Leipzig und darüber hinaus wichtig war.
Einkommenstatistik 2018: Sachsen ist kein gutes Pflaster für Selbstständige
Primär- und Verfügbare Einkommen 2018. Grafik: Freistaat Sachsen, Statistisches Landesamt

Grafik: Freistaat Sachsen, Statistisches Landesamt

Für alle Leser„Verfügbares Pro-Kopf-Einkommen stieg im Jahr 2018 in Sachsen um 3,3 Prozent bzw. 646 Euro“, meldete am Donnerstag, 6. August, das Statistische Landesamt. Das klang erst einmal gut. Denn wenn die Sachsen 2018 mehr Einkommen hatten, mussten sie sich ja weniger vor Armut fürchten, oder? Aber tatsächlich erzählt die sächsische Statistik von einer nicht gerade unwichtigen Entwicklung bei den Beschäftigten – nämlich dem schleichenden Verlust an Selbstständigen.
LVB wollen Gleiskurve am Wilhelm-Liebknecht-Platz demontieren und dafür die Haltestelle deutlich vergrößern
Gleiskurve am Wilhelm-Liebknecht-Platz. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserSeit einigen Wochen ist in den Straßenbahnen, die von der Eutritzscher Straße her die Haltestelle Wilhelm-Liebknecht-Platz ansteuern, die Ansage zu hören: Vorsicht! Die Haltestelle ist nicht barrierefrei! – Das überrascht, den eigentlich hat die Haltestelle Hochborde, die ein Einsteigen auch mit Rolli und Kinderwagen problemlos möglich machen. Aber eine Stadtratsvorlage zeigt jetzt, wo das Problem liegt: Die Bahnsteige sind zu kurz.